München/Hamburg, 04.02.2013, 16:56  MusikWoche | Unternehmen
Thema: GEMA vs. YouTube

YouTube will mit der GEMA sprechen, verhandelt aber auch mit SACEM und PRS

Weiterhin zu sehen: Die von der GEMA per Unterlassungsklage angemahnten Sperrtafeln auf der Videoplattform YouTube (Bild: youtube.com, Screenshot) Großansicht
Weiterhin zu sehen: Die von der GEMA per Unterlassungsklage angemahnten Sperrtafeln auf der Videoplattform YouTube (Bild: youtube.com, Screenshot)
Im Zwist zwischen YouTube und der GEMA strebt man bei der Videoplattform aus dem Hause Google auch weiterhin eine außergerichtliche Lösung an. Das bestätigte die bei Google Germany für YouTube zuständige Sprecherin Mounira Latrache im Gespräch mit MusikWoche. Man sei offen für weitere Gespräche mit der GEMA. Zuvor hatte Latrache der Nachrichtenagentur "dpa" gesagt, dass beide Seiten vor dem Abbruch der Gespräche im Dezember 2012 einer Einigung in Sachen Regelvergütung nahe gekommen waren, nicht aber in Sachen Mindestvergütung.

Zuletzt hatte sich der Streit zwischen der GEMA und YouTube weiter zugespitzt. Dabei geht es derzeit um eine Unterlassungsklage in Hinblick auf die Einblendung von Sperrtafeln sowie um eine Klage auf Schadensersatz in Höhe von 1,6 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Prüfung der GEMA-Forderungen durch die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt.

Aber auch auf internationalem Terrain stehen für YouTube Verhandlungen mit Verwertungsgesellschaften auf der Tagesordnung: So sind die Deals mit der britischen PRS for Music und der französischen SACEM ausgelaufen. Aus der Hamburger Google-Zentrale bestätigt Latrache entsprechende Verhandlungen, nennt aber keine weiteren Details.

Nach "Billboard"-Informationen hat YouTube derweil bereits am 19. Januar 2013 die Monetisierung von Videos mit Musik aus dem SACEM-Repertoire eingestellt. Dennoch, so sagte Geschäftsführer Jean Noel Tronc dem US-Fachmagazin, habe man bislang davon abgesehen, seinen Katalog von der YouTube-Plattform abzuziehen: "Wir wollen ein Teil der Lösung sein, nicht ein Teil des Problems." Klar sei aber auch, dass die Einnahmen der Gesellschaft aus Musikstreams mit zehn Millionen Euro bei Gesamteinnahmen von 803 Millionen Euro im Jahr 2012 nur sehr bescheiden sei: "Wir wollen deshalb natürlich unseren bisherigen Deal verbessern", sagte Tronc.

Aus Großbritannien, wo die Übereinkunft zwischen YouTube und der PRS For Music ebenfalls ausgelaufen ist, erfuhr MusikWoche derweil auf Nachfrage von der Verwertungsgesellschaft, dass man sich noch in Verhandlungen befinde und die bisherige Deal zunächst weiterlaufe.


Quelle: MusikWoche

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