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Ghost Stories

Coldplay

Ghost Stories
Interpret(en) Coldplay
Label Parlophone
Vertrieb Warner Music
Format 1 CD (Longplay)
Genre Rock & Pop
Produktionsland Großbritannien
Auslieferung KW 2014/20
Bestellnummer 2564-63059-1
EAN-Code
0825646305919
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Woche KW 2015/27KW 2015/26KW 2015/25KW 2015/24KW 2015/23
Rang 9691907577
Höchste Position: Rang 1 in KW 2014/23
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Edelmetall 1-fach Platin1-fach Gold
Label Parlophone
Vertrieb Warner Music
Produktionsland Großbritannien Großbritannien
Bestellnummer 2564-63059-1
EAN-Code
0825646305919
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Genre Rock & Pop
Format 1 CD (Longplay)
Auslieferung KW 2014/20
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Interpret(en) Coldplay
nach oben MusikWoche-Kritik

Ach herrje, kann so etwas denn gut gehen? Musste sich Coldplay-Sänger Chris Martin über die Trennung von seiner Frau, der Schauspielerin Gwyneth Paltrow, unbedingt mit einem ganzen Album seiner Band hinweghelfen? Braucht die Welt wirklich ichbezogenen Liebeskummer in vertonter Gedichtform, und das gleich in neun Songs? Skepsis ist bei solchen Projekten stets angebracht - umso mehr jedoch, wenn es sich um eine der wenigen Bands handelt, die heutzutage noch von jedem Album Abermillionen Exemplare weltweit verkaufen.

Und wenn Martin gleich zum Einstieg mit "Always In My Head" weinerliche, zerknirschte Töne anschlägt, scheint alles darauf hinauszulaufen, dass sich diese "Ghost Stories" am Ende in ätherische Nichtigkeiten auflösen. Doch dann setzt ein schleichender, sedierender, entspannender Prozess beim Hörer ein, und man freundet sich mit jedem Track mehr und mehr mit dieser Überdosis Weltschmerz an. Und was immer man vom familiären Hintergrund des Sängers halten mag - schließlich kommt man nicht umhin, Coldplay für die konsequent feinfühlige Umsetzung seiner Gemütslage Respekt zu zollen.

Die Reduktion auf minimalistische Arrangements tut den neun Songs, in denen Chris die Trennung von seiner Gwyneth verarbeitet, einfach sehr gut. Nach "Mylo Xyloto", das allzu bombastisch und stadioneffektheischend daher kam, klingt dieses neue, sechste Album der englischen Band wohltuend sanft und nachdenklich.

Dabei geht es in den Texten wirklich fast immer nur um das Eine: um Liebeskummer, Trennungsschmerz, Eifersucht, Einsamkeit, Sehnsucht - alles in entwaffnend einfachen Worten beschrieben und deshalb unter literarischen Gesichtspunkten nicht der Rede wert. So etwas kann beim Hörer leicht zu Depressionen führen. Dass es dazu nicht kommt, dafür sorgen Martins Bandkollegen, die diesmal von ausschweifenden Stadionrockposen Abstand nehmen und stattdessen mit reduzierten, elektronisch geprägten Arrangements wahre Klasse beweisen.

So gerät ein Stück wie "Midnight" zur flirrenden, pulsierenden Ambientetüde, bei der Martins per Vocoder verfremdete Stimme geisterhaft einsam wirkt. In anderen Tracks reichen sparsame Beats ("Ink"), melodische Gitarrenläufe ("True Love"), sanfte Bassmotive von Guy Berryman ("Magic"), dezente Streicher oder akustische Gitarre als Untermalung für Martins melancholischen Gesang aus, um den Hörer in Bann zu schlagen.

Und schließlich geht die Ballade "Oceans" nach einer elektronischen Überleitung in die relativ unbeschwerte Tanznummer "A Sky Full Of Stars" über, bei der Tim Bergling alias Avicii als Co-Produzent Hand anlegte. Das Resultat kann man als Kirmesdisco abhaken oder als Zeichen, dass es beim nächsten Album wieder handfester zur Sache geht. Oder eben als Bestätigung einer Erkenntnis, wie sie einst schon Ton Steine Scherben formulierten: Wenn die Nacht am tiefsten, ist der Tag halt doch am nächsten.

Auf jeden Fall also hatte die Trennung von Gwyneth Paltrow zumindest etwas Gutes: "Ghost Stories" ist ein berührend fragiles Album geworden, das am Ende mit "O" sogar noch gekonnt ins Sphärische abhebt.

Manfred Gillig-Degrave

Quelle: musikwoche.de

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    Ghost Stories
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