Berlin, 07.11.2016, 11:25  GamesMarkt | Märkte

Drogenbeauftragte strebt Paradigmenwechsel beim Jugendschutz in Onlinespielen an

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung (Bild:  BPA/Denzel) Großansicht
Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung (Bild: BPA/Denzel)
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, will den Jugendschutz bei Online-Spielen verschärfen. Dies sagte sie unter anderem dem Online-Dienst der WAZ, DerWesten.de. Die CSU-Politikerin kritisiert, dass Smartphones oder Computer generell nicht in die Händle von Zweijährigen gehörten. Entsprechend vermittle eine Altersfreigabe "ab Null Jahren" auch einen falschen Eindruck.

Mortler greift damit ein erstes Thema auf, das die Arbeitsgruppe "Prävention von Internetbezogenen Störungen" in ihren Handlungsempfehlungen formuliert hat. Diese wurden im September auf der Sitzung des "Drogen- und Suchtrats" vorgestellt und enthalten eine Reihe von Maßnahmen, die auch die Spielebranche betreffen. In den Handlungsempfehlungen heißt es wörtlich: "Da nach der bestehenden Kenntnislage einer frühkindlichen Computerspielnutzung keine Unbedenklichkeit attestiert werden kann, sollte die Altersempfehlung "Ab 0 Jahren" in Frage gestellt werden. Bevor hier eine evidenzbasierte Lösung erfolgen kann, ist eine Kennzeichnung frühestens "Ab 3 Jahren" als sinnvoll zu bewerten."

Die Umsetzung einer solchen Vorgabe wäre ein Paradigmenwechsel beim Jugendmedienschutz: Statt zu verbieten, was Kindern- und Jugendlichen schadet, wird nur noch erlaubt, was nachweislich unbedenklich ist. In anderen Zusammenhängen wäre wohl von Generalverdacht die Rede.

Und die Modifikationen am unteren Rand der Alterskennzeichnung sind nicht der einzige Paradigmenwechsel, den die Arbeitsgruppe empfiehlt. So schlägt die Arbeitsgruppe vor, dass Freigaben bei Online-Spielen auch nachträglich überprüft und verändert werden können, da sich Spielinhalt und -format bei Online-Spielen verändern können. Eine nachvollziehbare Forderung, die jedoch die Rechtssicherheit bei Alterskennzeichnungen einschränken würde.

Daneben empfehlen die Experten übrigens Werbeverbote für USK 18- und USK 16-Spielen im Umfeld von Schulen und Jugendeinrichtungen, aber auch eine generelle Berücksichtigung von Suchtpotenzial bei der Alterskennzeichnung. Ihre Handlungsempfehlung lautet: "Im Falle kritischer Merkmale im Spieldesign, die ein starkes Suchtpotential und eine starke Bindung erwarten lassen, sowie im Falle problematischer Monetisierungsstrategien in Free-to-Play-Spielen, sollten Spiele regulär eine höhere Altersfreigabe erhalten (z.B. "Ab 16 Jahren" oder "Ab 18 Jahren")."

Es ist also gut möglich, dass seitens Marlene Mortler in den kommenden Wochen und Monaten weitere Vorstöße zur Verschärfung des Jugendschutzes bei Games kommen.


Quelle: GamesMarkt.de

Mit einem Abo können Sie diesen Artikel kommentieren.


KOMMENTARE

  • Noch kein Kommentar vorhanden.

Unser kostenloses Angebot

Programmplaner