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Frankfurt/Main, 10.07.2003, 16:20  Blickpunkt:Film

Frederik Hohrath eröffnet IMAX Frankfurt - Mischnutzung als neue Strategie

Der Frankfurter Kino-David Frederik Hohrath stellt sich weiterhin den Multiplex-Goliaths der Rhein-Main-Region entgegen. Der jüngste Coup des umtriebigen Kinobetreibers, der Anfang 2002 die meisten der ehemaligen Frankfurter Ufa-Kinos kaufte, ist nun die Übernahme des Frankfurter IMAX-Kinos mit 350 Plätzen, das am 9. Juli mit einem völlig neuen Konzept wiedereröffnet wurde.

Der Premierenfilm " 3 Engel für Charlie - Volle Power Clip", von dem es bekanntermaßen noch keine IMAX-Version gibt, illustriert den neuen Ansatz: "Wir haben eine reguläre Kinoprojektionsanlage zusätzlich eingebaut und mit einer besonders starken Optik ausgestattet, so dass wir fast die ganze Projektionsfläche nutzen können," sagt Hohrath. Schwerpunktmäßig wird das IMAX, das unter dem neuen Namen "Skylight Filmtheater" firmiert, jetzt als reguläres Premierenkino eingesetzt. Genuine IMAX-Filme sollen ab Herbst wieder - allerdings nur zu besonderen Zeiten - gezeigt werden, etwa an Nachmittagen für Schulklassen. Den besonderen Pfiff bekommt das Projekt zudem durch den neu gestalteten Foyerbereich der in eine ganz besondere Gastronomie umgestaltet wurde. "Skywalkers" lautet der Name der vorgelagerten Relaxzone mit Cocktailbar, Concessions und Musik. Und dieser Name ist Programm, geprägt durch den besonderen Ort des Kinokomplexes, der erst vor drei Jahren auf das Dach einer Shoppinggalerie der direkt an der umsatzstärksten Einkaufsmeile Deutschlands (der Zeil) aufgesetzt wurde. "Die Verbindung von Gastronomie und Kino wurde in Frankfurt noch nirgends so konsequent umgesetzt," analysiert der Leinwandchef, der sich gerade durch diese Strategie einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den benachbarten Großkinos verspricht.

Allerdings erhöht die Doppelnutzung des IMAX Kinos als zusätzlicher Premierenfilmpalast keineswegs die Anzahl der Leinwände in Frankfurt. Erst kürzlich schloss das traditionsreiche Royal in der benachbarten Schäfergasse den Betrieb. Nun mit dem IMAX in die Lücke zu drängen, bot sich nach Auskunft Hohraths an, da es die von seinem ursprünglichen Pächter gesetzten Erwartungen nicht erfüllt hatte. Die Zuschauer blieben aus, und in den vergangenen Monaten hatte der alte Pächter gar nichts mehr in den Zuschauerraum investiert. Hohrath will es daher nun mit der erwähnten Mischnutzung versuchen. Allerdings müsse er erst noch die IMAX-Lizenzgeber in den USA überzeugen. Sollten die Verhandlungen mit ihnen scheitern, werde zum Herbst die IMAX-Technik durch eine komplett konventionelle Kinotechnik ersetzt. "Das ist das Worst-Case-Szenario", sagt Hohrath: "Ich gehe aber nicht davon aus, dass es so kommen wird. Dafür ist der Standort Frankfurt für IMAX strategisch einfach zu wichtig."


Quelle: Blickpunkt:Film

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