Winterschläfer

Bestechend inszeniertes Melodram um fünf Menschen, deren Leben durch die Laune des Zufalls eine gravierende Wende nimmt.

Winterschläfer Großansicht
Verleih Prokino (Filmwelt)
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Deutschland 1997
Regie Tom Tykwer
Darsteller Ulrich Matthes, Marie-Lou Sellem, Floriane Daniel
Kinostart 30.10.1997
Einspielergebnis D € 813.048
Bes. (EDI) 148.128
Bes. (FFA) 153.598
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In einer verschneiten Kleinstadt in den Bergen erleben zwei Freundinnen Höhen und Tiefen der Liebe, verliert ein von Schicksalsschlägen ausgezehrter Bauer nach einem Autounfall seinen letzten Lebensimpuls, entdeckt ein Einzelgänger die Vorzüge bürgerlicher Zweisamkeit. Schließlich schlägt der Tod zu, aber aus der Wunde entspringt neues Leben.

Auch in seinem zweiten Spielfilm verrät Tom Tykwer ("Die tödliche Maria") einen konsequent durchdachten Stilwillen, läßt Bilder sprechen und zeichnet stimmig eine Atmosphäre zwischen Aufbruch und Resignation, dramatischer Fesselung und gelöster Befreiung. Das Ergebnis ist ein Film, der in Anspruch und Ausführung internationale Klasse zeigt.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Der deutsche Film - bislang schon finanziell und nun darüberhinaus aus dem Winterschlaf erwacht. Mit einem konsequent durchdachten, einfallsreich inszenierten, sensiblen, erotischen, humorvollen und nachdenklichen Vertreter, der auf den kommerziellen Höhenflug des nationalen Kinos den qualitativen folgen läßt. Tom Tykwers Antwort auf sein vielversprechendes Debüt "Die tödliche Maria", das erste Produkt aus dem hierzulande einzigartigen Drei-Filme-Deal zwischen dem Verleih Prokino Plus und dem Filmemacher-Schulterschluß X-Filme creative pool, verbindet Stilwillen, formalen Anspruch und eine interessante Geschichte nicht zur Belehrung, sondern zur Unterhaltung des Zuschauers.

Zusammen mit Francoise Pyszora, der Autorin von "Die Vergeudung", modulierte Tykwer Motive, Figuren und Plotgerüste des zugrundeliegenden Romans zu einer spannenden Melange aus Bergtragödie, Beziehungsdrama und romantischer Komödie um. Entstanden ist ein nur inhaltlich vom Zufall gesteuertes, formal und dramaturgisch aber mit Besonnenheit geknüpftes Netzwerk aus Gefühlen, Schicksalslaunen und Charakterdispositionen, das gerne und gerade in der zentralen Figur mit unseren Erwartungen spielt. Nach einer ausgesprochen schönen Creditsequenz, in der die fünf zentralen Charaktere vorgestellt werden, entwickelt Tykwer bedächtig und sogartig seine um Tod und Erneuerung kreisende Geschichte. In deren Fokus steht der seltsame Einzelgänger René (Ulrich Matthes), der sich in der verschneiten Bergwelt Berchtesgardens in die Krankenschwester Laura (Marie-Lou Sellem) verliebt, deren Freundin Rebecca (Floriane Daniel) in ihrer nervenaufreibenden Beziehung zum Skilehrer Marco (Heino Ferch) längst die Schwerkraft zu spüren beginnt. Über diesen zwischen Liebe und Lust schwankenden zwischenmenschlichen Experimenten schwebt drohend die Tragödie des Bergbauern Theo (Josef Bierbichler - nach "Die tödliche Maria" in einer weiteren Vaterrolle), der nach dem folgenschweren Unfall seiner Tochter, in den René ahnungslos verwickelt ist, langsam zu implodieren beginnt. Wie Tykwer das Leben seiner Figuren zusammenbringt, wie Bildübergänge elegant gelöst werden, wie Ton und Einstellungen emotionale Zustände spiegeln (erstaunlich: Kameramann Frank Griebe) und die Atmosphäre von Klaustrophobie in Befreiung mündet - all das verrät hinter der Kamera internationale Klasse, die in einer, Rebeccas und Marcos Schicksal visuell verknüpfenden Einstellung, ein unvergeßliches Gesicht zeigt. Weil auch die zentralen, von Bühne und Fernsehen rekrutierten Darsteller ihre Rolle mit Präzision und Natürlichkeit erfüllen, wünscht man diesem reifen Film eine das Format (Cinemascope) widerspiegelnde breitangelegte kommerzielle und kritische Anerkennung. kob.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Prokino (Filmwelt)
O-Titel Winterschläfer
Land / Jahr Deutschland 1997
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen X Filme Creative Pool
Koproduktionsfirmen Palladio Film
Senderbeteiligung Westdeutscher Rundfunk (WDR), Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), ARTE G.E.I.E.
Verleihförderung FilmFernsehFonds Bayern (DM 200.000)
Kinostart 30.10.1997
Laufzeit 123
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Bildformat Cinemascope
Einspielergebnis D € 813.048
Bes. (EDI) 148.128
Bes. (FFA) 153.598
Charthistory
Weltvertrieb TELEPOOL
nach oben Cast & Crew
Produzenten Stefan Arndt
Ausf. Produzent Maria Köpf
Regie Tom Tykwer
Drehbuch Tom Tykwer, Anne-Françoise Pyszora
Buchvorlage Anne-Françoise Pyszora
Darsteller Ulrich Matthes (René), Marie-Lou Sellem (Laura), Floriane Daniel (Rebecca), Heino Ferch (Marco), Josef Bierbichler (Theo), Laura Tonke (Nina), Sofia Dirscherl (Marita), Sebastian Schipper (Otto), Saskia Vester (Anna), Werner Schnitzer (Berater), René Schoenenberger (Gerd), Simon Donatz (Peter), Jakob Donatz (Luis), Agathe Taffertshofer (Edith), Robert Meyer (Keibl), Harry Täschner (Kuhn)
Kamera Frank Griebe
Schnitt Katja Dringenberg
Musik Reinhold Heil, Johnny Klimek, Tom Tykwer
Produktionsdesign Alexander Manasse, Uli Hanisch
Ton Arno Wilms, Matthias Lempert
Kostüme Aphrodite Kondos

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Musikberater Stefan Broedner (Music Consultant)
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Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
48. Deutscher Filmpreis
Deutscher Filmpreis Großansicht
1998, Berlin, 06.06.1998 Filmband in Gold, beste Kamera Frank Griebe
48. Deutscher Filmpreis
Deutscher Filmpreis Großansicht
1998, Berlin, 06.06.1998 Filmband in Silber  
19. Bayerischer Filmpreis
Bayerischer Filmpreis Großansicht
1997, München, 16.01.1998 Nachwuchsproduzentenpreis der VGF Stefan Arndt
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Winterschläfer Warner Home Entertainment Germany DVD, ab 12, 117 Min. Kauf
Winterschläfer
Nicht lieferbar
AVU-Video-Vertriebs-GmbH VHS, ab 12, 117 Min. Kauf
Winterschläfer
Nicht lieferbar
VPS Film-Entertainment VHS, ab 12, 117 Min. Leih
Winterschläfer
Nicht lieferbar
VCL Communications VHS, ab 12, 117 Min. Leih
Enthalten in:
Die Tom Tykwer Kollektion (10 DVDs)
Nicht lieferbar
Warner Home Entertainment Germany
DVD, ab 16, 757 Min.
Kauf
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

In der verschneiten Bergwelt Berchtesgadens kreuzen sich die Wege von zwei Paaren, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Während die Liebe zwischen dem skurrilen Einzelgänger René und der schüchternen Krankenschwester Laura erst am Anfang steht, scheint die nervenaufreibende Beziehung zwischen Lauras resoluter Freundin Rebecca und dem arroganten Skilehrer Marco nicht mehr zu retten zu sein. Am Ende ist es ausgerechnet ein Todesfall, der Hoffnung auf einen Neubeginn macht.

Nach seinem vielversprechenden Debüt "Die tödliche Maria" läßt Tom Tykwer nun eine stilistisch wie handwerklich beeindruckende Mixtur aus Bergtragödie, Beziehungsdrama und romantischer Komödie folgen. Der geschickt geknüpfte Reigen um Emotionen, Schicksalsschläge und mysteriöse Vorfälle ist darüber hinaus mit erstklassigen Darstellern besetzt: Neben "Comedian Harmonist" Heino Ferch brillieren insbesondere die Newcomer Marie-Lou Sellem und Floriane Daniel. Endlich ein deutscher Film von internationalem Format, der nicht nur das anspruchsvollere Publikum animieren dürfte.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

In der verschneiten Bergwelt Berchtesgadens kreuzen sich die Wege von zwei gegensätzlichen Paaren und einem verzweifelten Bauer. Bestechend inszeniertes und fotografiertes Melodram zwischen Beziehungsdrama mit komischen Elementen und Bergfilm von Tom Tykwer ("Lola rennt").

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollIn einer verschneiten Kleinstadt erleben zwei Freundinnen Höhen und Tiefen der Liebe, verliert ein vom Schicksal gezeichneter Bauer seinen letzten Lebensimpuls und entdeckt ein Einzelgänger die Vorzüge der Zweisamkeit.

Überzeugend lakonisch werden in diesem Liebesthriller existenzielle Themen angesprochen. Verpackt in stimmig reduzierte Alltagsdialoge und in stilistischer Überhöhung filmischer Mittel transportiert sich wie beiläufig die Botschaft menschlicher Unschuld. Die gut ausgewählten Darsteller verkörpern differenzierte und glaubwürdige Persönlichkeiten. Eine spannende Dramaturgie verknüpft die Beziehungen der Personen zu einem dichten Netz, wobei die Farbgestaltung von Räumen und Kostümen Archetypisches symbolisiert.

Durch ungewöhnliche Perspektiven und die Lichtgestaltung verdeutlicht die Kamera ihre Empathie mit den jeweiligen Personen, besonders gelungen ist z.B. die Darstellung der psychischen Instabilität des René. In eindrucksvollen Bildern wird die Berglandschaft mit wechselnden Schneeverhältnissen eingefangen. Eine unterstützende und teils auch recht vordergründige Musik verdichtet den Film zu einem überaus gelungenen und atmosphärisch dichten Drama über das Lebensgefühl junger Menschen.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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