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Werk ohne Autor - Sieh niemals weg

Drei Jahrzehnte deutscher Geschichte umfassendes Epos über einen jungen Künstler, der sich auf einem Kollisionskurs mit seinem herrischen Schwiegervater befindet.

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(Bild: Walt Disney)
Verleih Walt Disney
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Deutschland 2018
Regie Florian Henckel von Donnersmarck
Darsteller Tom Schilling, Sebastian Koch, Paula Beer
Kinostart 03.10.2018
Einspielergebnis D € 2.365.236
Bes. (EDI) 245.813
Bes. (FFA) 242.810
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Boxoffice USA $ 1.283.436
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Filmtrailer Video

nach oben Inhalt & Info

Während des Zweiten Weltkriegs wird das Interesse des kleinen Kurt Barnert an der Kunst durch seine unkonventionelle Tante Elli geweckt, die später von dem Nazi-Arzt Seeband in den Tod geschickt wird. Nach dem Krieg lässt sich Kurt in Dresden als Künstler ausbilden und lernt dort seine große Liebe kennen, Elisabeth, die Tochter von Seeband. Gemeinsam wagen sie in den späten Fünfzigern den Sprung nach Düsseldorf, wo Kurt an der Kunstakademie seine Stimme als Künstler zu finden hofft, während sich die Konflikte mit dem Schwiegervater zusehends verschärfen.

Sieben Jahre nach "The Tourist" legt Florian Henckel von Donnersmarck seinen ersten deutschen Film seit "Das Leben der Anderen" vor, ein durchaus mit dem Oscar-Gewinner verwandtes Epos, das drei Jahrzehnte deutsche Nachkriegsgeschichte streift, um die Kraft des künstlerischen Impetus zu feiern. Tom Schilling und Sebastian Koch stehen sich als erbitterte Gegenspieler und Vertreter unvereinbarer Lebensentwürfe gegenüber. Ähnlichkeiten mit realen Persönlichkeiten aus dem Kunstbetrieb sind beabsichtigt, und doch sind alle Figuren fiktive Entwürfe.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Drei Jahrzehnte deutsch-deutscher Geschichte umfassendes Epos über einen jungen Künstler und seine große Liebe, der in seinem Schweigervater den größten Antagonisten hat.

Florian Henckel von Donnersmarck knüpft mit "Werk ohne Autor" nach seinem Ausflug nach Hollywood mit "The Tourist" an seinen großen kritischen und kommerziellen Erfolg von "Das Leben der Anderen" an. Hier blättert er einen noch größer und epischer angelegten Geschichtsbogen auf, der gleich drei Jahrzehnte deutsch-deutscher Historie umfasst, im Kern von einem Jungen erzählt, der Künstler wird, seine Handschrift sucht und um seine große Liebe kämpfen muss. Henckel von Donnersmarck traut sich, was sich nicht viele deutsche oder auch internationale Filmemacher trauen, mit großer, klassischer Geste zu erzählen. Was sich in den Bildern von Kameraveteran Caleb Dechanel ebenso wie dem gefühlvollen, aber nie im negativen Sinne überwältigenden Score von Max Richter und der Erzählweise äußert. Das mit hohem Aufwand und sehr viel Sorgfalt rekreierte Kriegs- und Nachkriegsdeutschland bis in die 1960er Jahre, von Dresden nach Düsseldorf, dient als feiner und opulenter Hintergrund für die Künstlerwerdung und einer Liebesgeschichte, die einen mächtigen, fürchterlichen Gegner im Schwiegervater Carl Seeband hat, ein hochrangiger Arzt und Nazi, der auch in der DDR und später in der BRD Oberwasser behält, gespielt von Sebastian Koch aus "Das Leben der Anderen". Gerhard Richter, einer der erfolgreichsten und bekanntesten lebenden Künstler, seine Biografie ebenso wie sein Werk, diente unverkennbar als ein Vorbild für den von "Oh Boy" Tom Schilling gespielten Kurt Barnert. Wie Richter oder wie sein von Oliver Masucci gewohnt klasse gespielter, an Joseph Beuys angelehnter Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf erlebt Kurt persönliche Tragödien, die ihn formen, aber nicht zerstören. Toll und eindrücklich gemacht, in einer Art Ballhaus-Zirkel aufgenommen ist die künstlerische Erweckung des Jungen durch seine junge Tante Elisabeth, die ein Hupkonzert bei den Busfahrern in ihrem Heimatort dirigiert. Eine Schlüsselszene, die später wiederholt wird, mit dem erwachsenen Kurt, der dirigiert, und ein perfekter filmischer Moment. Es wird viel über Kunst geredet und in den Akademien in Dresden und Düsseldorf auch gemacht, vom Team akribisch nach den Originalen gearbeitet, und es wird auch gescherzt, mit Kurts Kollegen, u.a. mit dem von Hanno Koffler gespielten. Die Szenen in der Düsseldorfer Kunstakademie gehören zu den unterhaltsamsten im Film, in dessen Zentrum doch die gefährdete Liebe zur schönen Ellie, gespielt von Paula Beer, die sich wie in "Frantz" oder "Transit" auch hier hervorragend einpasst, steht. Mit ihrer Namensvetterin Elisabeth hat ihre Figur am schlimmsten unter Carl zu leiden, ihrer beiden Schicksale machen "Werk ohne Autor" auch zu einer Tragödie, das neben dem persönlichen Drama auch das politische nicht aus den Augen verliert. Wie "Das Leben der Anderen" wurde es von Deutschland ins Oscar-Rennen geschickt. Das allein sagt einiges aus.

hai.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Szene

 
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Verleih Walt Disney
O-Titel Werk ohne Autor
Land / Jahr Deutschland 2018
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Thriller
Produktionsfirmen Wiedemann & Berg Film, Pergamon Film
Koproduktionsfirmen Degeto Film, Bayerischer Rundfunk (BR)
Produktionsförderung Medienboard Berlin-Brandenburg (EUR 983.651),
Film- und Medienstiftung NRW (EUR 400.000),
FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 630.000),
Mitteldeutsche Medienförderung (EUR 400.000),
FilmFernsehFonds Bayern (EUR 500.000)
Verleihförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 100.000),
FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 300.000),
Medienboard Berlin-Brandenburg (EUR 50.000)
Drehort Berlin, Sachsen, NRW
Drehzeit September 2016
Kinostart 03.10.2018
Laufzeit 189
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 2.365.236
Bes. (EDI) 245.813
Bes. (FFA) 242.810
Charthistory
USA-Start 30.11.2018, bei Sony Classics
Boxoffice USA $ 1.283.436
Weltvertrieb Beta Cinema
Filmtrailer Video
Web-Link https://de-de.facebook.com/WerkOhneAutor
nach oben Cast & Crew
Produzenten Quirin Berg, Florian Henckel von Donnersmarck, Jan Mojto, Christiane Henckel von Donnersmarck, Max Wiedemann
Koproduzenten Dirk Schürhoff, Christine Strobl
Redaktion Carlos Gerstenhauer, Carolin Haasis, Bettina Ricklefs
Regie Florian Henckel von Donnersmarck
Drehbuch Florian Henckel von Donnersmarck
Darsteller Tom Schilling (Kurt Barnert), Sebastian Koch (Professor Carl Seeband), Paula Beer (Ellie Seeband), Saskia Rosendahl, Oliver Masucci, Cai Cohrs, Ina Weisse, Jewgeni Sidikhin, Mark Zak, Ulrike C. Tscharre, Bastian Trost, Hans-Uwe Bauer, Hanno Koffler, David Schütter, Franz Pätzold, Hinnerk Schönemann, Jeanette Hain, Jörg Schüttauf, Johanna Gastdorf, Florian Bartholomäi, Jonas Dassler, Ben Becker, Lars Eidinger
Kamera Caleb Deschanel
Schnitt Patricia Rommel, Patrick Sanchez Smith
Musik Max Richter
Produktionsdesign Silke Buhr
Ton Matthias Richter
Kostüme Gabriele Binder
Herstellungsleitung David Vogt
Produktionsleitung Tom Sternitzke, Daniel Mattig
Casting Simone Bär, Alexandra Montag
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
40. Bayerischer Filmpreis
Bayerischer Filmpreis Großansicht
2018, München, 25.01.2019 Produzentenpreis Max Wiedemann, Quirin Berg, Jan Mojto
70. Bambi   2018, Berlin, 16.11.2018 Schauspieler National Sebastian Koch
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Werk ohne Autor - Sieh niemals weg The Walt Disney Company (Germany) DVD, ab 12, 182 Min. Kauf
Werk ohne Autor - Sieh niemals weg The Walt Disney Company (Germany) Blu-ray Disc, ab 12, 189 Min. Kauf
Werk ohne Autor - Sieh niemals weg The Walt Disney Company (Germany) DVD, ab 12, 182 Min. Leih
Werk ohne Autor - Sieh niemals weg The Walt Disney Company (Germany) Blu-ray Disc, ab 12, 189 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Während des Zweiten Weltkriegs wird das Interesse des kleinen Kurt Barnert an der Kunst durch seine unkonventionelle Tante Elli geweckt, die später von dem Nazi-Arzt Seeband in den Tod geschickt wird. Nach dem Krieg lässt sich Kurt in Dresden als Künstler ausbilden und lernt dort seine große Liebe kennen, Elisabeth, die Tochter von Seeband. Gemeinsam wagen sie in den späten Fünfzigern den Sprung nach Düsseldorf und Kurt an die Kunstakademie, während sich die Konflikte mit dem Schwiegervater zusehends verschärfen.

Sieben Jahre nach "The Tourist" legt Florian Henckel von Donnersmarck seinen ersten deutschen Film seit "Das Leben der Anderen" vor, ein durchaus mit dem Oscar-Gewinner verwandtes Epos, das drei Jahrzehnte deutsche Nachkriegsgeschichte streift, um die Kraft des künstlerischen Impetus zu feiern. Tom Schilling und Sebastian Koch stehen sich als erbitterte Gegenspieler und Vertreter unvereinbarer Lebensentwürfe gegenüber. Ähnlichkeiten mit dem realen Kunstbetrieb sind beabsichtigt, und doch sind alle Figuren fiktiv.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Carl Seeband versucht als Künstler Fuß zu fassen und muss realisieren, dass sein Großvater zur Nazizeit Schuld am Euthanasietod seiner Tante hatte. Drei Jahrzehnte deutscher Geschichte umfassendes Epos über einen jungen Künstler, der im Deutschland nach dem Krieg seine Stimme finden muss.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

WERK OHNE AUTOR von Florian Henckel von Donnersmarck erzählt die Geschichte eines jungen aufstrebenden Künstlers, der sein persönliches Trauma der NS-Zeit als Inspiration nutzt. Und damit zu seinem eigenen künstlerischen Ich findet.

Kurt ist noch klein, als seine Tante Elli aufgrund einer psychischen Erkrankung von den Nazis abtransportiert und ermordet wird. Für den ernsten Jungen war Elli die einzige Person, die seine künstlerische Begabung immer schon gefördert hat. Als er während seiner Ausbildung eine junge Frau kennenlernt, kann Kurt nicht wissen, dass ihr Vater - der bald sein Schwiegervater werden soll - mit seiner Tante in schicksalhafter Verbindung steht. Doch er spürt, dass irgendetwas nicht stimmt. Und er nutzt das Gefühl des permanent über ihm schwebenden Unheils als Inspiration für seine Kunst. Der neue Film von Florian Henckel von Donnersmarck liefert von der ersten Minute an große und dramatische Bilder. Ganz leise aber beginnt die Geschichte des kunstbegabten Kurt Barnert, der als kleiner Junge mit dem schweren Trauma der NS-Zeit konfrontiert wird und genau daraus in seinem späteren Schaffen inspirierende Kraft schöpfen kann. Das mitreißende Künstlerepos und spannungsgeladene Drama nimmt den Zuschauer dank seiner klugen Geschichte, seiner reflektierenden Dialoge und der gefühlvollen Musik mit auf eine spannende Reise in ein Künstlerleben und erzählt auch von den schrecklichen Verbrechen des NS-Regimes, die noch heute einen Schatten auf die deutsche Geschichte werfen. Das Ensemble ist glänzend besetzt. Paula Beer als Kurts Ehefrau, Saskia Rosendahl als Tante Elli und Sebastian Koch als ehemaliger NS-Arzt, der seine Vergangenheit, in der er Schuld auf sich lud, mit sich herumträgt und am Ende mit seiner feigen Lebenslüge konfrontiert wird. Ganz nah ist die vorzügliche Kamera von Caleb Deschanel an der Figur des Kurt, den Tom Schilling kraftvoll und doch sensibel spielt. Die Stimme ist ruhig und fast schon zart, doch die ganze Kraft seines Charakters zeigt sich in den Szenen, in denen Kurt seine Kunst auslebt. Hier stehen nur er und sein Schaffen im Zentrum - und auch deswegen ist WERK OHNE AUTOR nicht nur ein Film über einen Künstler. Es ist ein Film über die Kunst. Über ihre Kraft, ihre Macht, ihren Zauber und ihre Poesie.

Gutachten:

Wer bin ich? Eine existenzielle Frage, die sich Kurt Barnert schon als kleiner Junge stellt, auch inspiriert durch seine unkonventionelle Tante Elli. Unkonventionell bedeutet im Kriegsjahr 1940 im Nazi- Deutschland oftmals schon gesellschaftlich "unerwünscht". Der Chefarzt der Gynäkologie im Dresdner Hospital, Professor Dr. Seeband, geht noch weiter. Er lässt Elli sterilisieren und schickt sie anschließend als "unwertes Leben" in die Gaskammer. Und Kurt muss erleben, wie seine geliebte Elli abgeholt wird. Ein traumatisches Erlebnis, das ihn sein ganzes Leben verfolgen wird. So, wie auch Professor Seeband weiter schicksalshaft mit ihm verbunden sein wird. Als Student der Dresdner Kunstakademie verliebt er sich dort ausgerechnet in Seebands Tochter Elisabeth, was wegen seiner Herkunft auf entschiedene Ablehnung ihres Vaters stößt. Trotzdem heiraten sie und können noch vor der Grenzschließung heimlich aus der DDR ausreisen. Düsseldorf wird ihr neues Zuhause, wo Kurt an der Kunstakademie seine in Dresden erfolgreiche Ausbildung zum Künstler fortsetzen kann. Und dann schließt sich der Kreis: Mit der Sinnfrage "Wer bin ich" gelingt ihm eine Serie von Bildern mit privatem wie auch politischem Hintergrund Nazideutschlands, das ihn zu seiner ersten Ausstellung verhilft, ohne zu ahnen, welche Rolle auch Seeband dabei in Wirklichkeit spielt.
Florian Henckel von Donnersmarck gelang ein episches Filmwerk nach eigenem Drehbuch. Es ist ein eindrucksvolles Plädoyer für Kunst und Kunstfreiheit. Es ist eine wunderbare Liebesgeschichte. Es ist die Geschichte von Freundschaft. Es ist der Glaube an die Wahrheit und an sich selbst. Es ist ein Stück Geschichte Deutschlands im Zweiten Weltkrieg. Es ist ein erschreckender Blick in die Verbrechen des Nationalsozialismus. Und es ist ein Stück Geschichte Deutschlands in Ost und West, in DDR und BRD. Neben der Geschichte von Kurt Barnert ist das zentrale Element des Films die Kunst. Der Film beginnt mit der Führung durch eine Nazi-Ausstellung mit Werken "Entarteter Kunst" im Jahre 1940. Im Weiteren zeigt uns der Film die Kunst und Kunstförderung der frühen DDR und endet mit den neuen Kunstformen, gezielt weg von der Malerei, in den ersten Jahrzehnten der jungen BRD. Wie auch die Lebensgeschichte von Kurt und seiner Frau, so glaubhaft ist auch dieser Exkurs durch die Kunstgeschichte.
Henckel von Donnersmarck inszeniert stilsicher und ohne Brüche, emotional und doch ohne falsches Pathos. Ein großes Lob verdient die gute Kameraführung, das perfekte Szenenbild und die hervorragende Ausstattung bis ins Detail. Die begleitende Musik wurde mit klassischen wie auch zeitgenössischen Themen dramaturgisch bestens den jeweiligen Szenen angepasst. Eindrucksvoll und bis in die kleinsten Rollen hinein ist die Besetzung des Films. Herausragend dabei Tom Schilling wie auch Paula Beer als Liebespaar. Sebastian Koch gelingt hier im Gegensatz zum zerbrechlichen Stasi-Opfer in DAS LEBEN DER ANDEREN eine ganz andere bestechende Variante seines schauspielerischen Könnens: Vom eiskalten SS-Offizier und Euthanasie-Verbrecher zum kommunistischen Parade-Arzt der DDR bis hin zu seiner Arzt-Karriere im Westen Deutschlands. Und das große Lob für die gelungenen schauspielerischen Leistungen lässt sich auch auf das weitere Ensemble ausdehnen.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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