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Firma erloschen

Verstehen Sie die Béliers?

Gefühlvolle Komödie über das Anderssein und Coming-of-Age mit einer überwältigend aufspielenden Newcomerin.

Verstehen Sie die Béliers? Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Frankreich 2014
Regie Eric Lartigau
Darsteller Karin Viard, François Damiens, Eric Elmosnino
Kinostart 05.03.2015
Einspielergebnis D € 3.062.592
Bes. (EDI) 423.423
Bes. (FFA) 458.400
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 18.11.2018 (ZDF)

nach oben Inhalt & Info

Die junge Paula lebt mit ihren gehörlosen Eltern und dem ebenfalls gehörlosen Bruder auf dem Land. Sie hilft auf dem Hof und muss auch noch ihren Vater bei der Kandidatur für das Bürgermeisteramt unterstützen. Für eigene Bedürfnisse bleibt da wenig Zeit. Als ihr neuer Musiklehrer ihre außergewöhnliche Stimme entdeckt und sie ermutigt, in Paris Gesang zu studieren, gerät das Mädchen in einen Konflikt zwischen persönlichem Lebenstraum und Verantwortung für die Familie.

Die in Frankreich sensationell gestartete Komödie hält die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit und zeigt, dass es in der scheinbar stillen Welt, ganz schön hoch hergehen kann. Eric Lartigaus sensibel inszenierte Geschichte über das Anderssein und über den Abschied von der Jugend, über Familienbindung und Loslassen überzeugt durch gefühlvolle Momente und vor allem durch die atemberaubende Performance von Debütantin Louane Emera als Protagonistin zwischen Rebellion und Anpassung.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

In Frankreich gefeierte gefühlvolle Komödie über das Anderssein und Coming-of-Age mit der überwältigend aufspielenden Newcomerin Louane Emera.

Familie als universelles Thema ist nichts Neues im Kino. Eric Lartigau findet dennoch einen ungewöhnlichen Ansatz, der unter die Haut geht. Die Béliers sind nämlich keine "normale" Familie. Die Eltern und der kleine Bruder sind gehörlos, nur Paula kann hören und sprechen, fungiert oft als Bindeglied zwischen der Familie und der Außenwelt, ob beim Käseverkauf auf dem Markt, Hilfe auf dem Hof oder bei der relativ aussichtslosen Kandidatur des Vaters für das Bürgermeisteramt. Zwischen ihren eigenen Bedürfnissen und den Anforderungen durch die Familie ist das Mädchen hin- und hergerissen. Als der Musiklehrer ihre phänomenale Stimme entdeckt und sie ermutigt, in Paris Gesang zu studieren, bereitet sich Paula heimlich auf die Aufnahmeprüfung vor und gerät in einen Konflikt zwischen persönlichem Lebenstraum und familiärer Verantwortung.

In Frankreich erreichte die erfrischende Komödie aus der gar nicht lautlosen Familie Bélier in sechs Wochen fünf Mio. Kinogänger, der Mix aus Humor und Tiefe sollte auch in Deutschland ankommen. Das Ensemble ist stimmig, obgleich Karin Viard als mütterlicher Energiefaktor manchmal mit ihrer Koketterie und überreizter Zappelei über die Stränge schlägt. Diese unnötigen Ausschläge werden aber aufgefangen durch Newcomerin Louane Emera im schwierigen Abnabelungsprozess, die ihre erwachsenen Profikollegen Viard und François Damiens als Vater in den Schatten stellt. Das in der der zweiten Staffel der Castingshow "The Voice" von Lartigau entdeckte Talent ist in erster Linie Sängerin ohne jegliche Schauspielerfahrung und findet dennoch fulminant die Balance zwischen ernsthafter und rebellischer Seite. Souverän gelingt es dem Film, mit der Wahrnehmung von Normalität und Vorurteilen zu spielen, auch die Gebärdensprache in die Geschichte zu integrieren. Am Ende versteht man sie, die Béliers. Die im rauen bäuerlichen Milieu angesiedelte Handlung wirkt dabei trotz aller Kompliziertheit glaubwürdig. Nie rutscht der Film ins kitschige Melodram, vermeidet Klischees und verzaubert durch besonderes Zartgefühl. Dem die Herzen erobernden Feel-Good-Movie geben die unvergesslichen Chansons von Michel Sardou noch zusätzlichen Charme. mk.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Concorde
O-Titel La famille Bélier
Land / Jahr Frankreich 2014
Kategorie Spielfilm
Genre Komödie / Drama
Kinostart 05.03.2015
Laufzeit 106
FSK o.A. (ohne Altersbeschränkung)
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 3.062.592
Bes. (EDI) 423.423
Bes. (FFA) 458.400
Charthistory
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.verstehensiediebeliers-film.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Eric Jehelmann, Philippe Rousselet, Stéphanie Bermann
Regie Eric Lartigau
Drehbuch Victoria Bedos, Stanislas Carre de Malberg
Buchvorlage Victoria Bedos
Darsteller Karin Viard (Gigi), François Damiens (Rodolphe), Eric Elmosnino (Monsieur Thomasson), Louane Emera (Paula), Luca Gelberg (Quentin), Roxane Duran (Mathilde), Ilian Bergala (Gabriel), Stephan Wojtowicz (Bürgermeister), Bruno Gomila (Rossigneux), Céline Jorrion (Journalistin von FR3), Jerôme Kircher (Dr. Pugeot), Clémence Lassalas (Karène), Mar Sodupe (Mademoiselle Dos Santos), Manuel Weber (Tierarzt)
Kamera Romain Winding
Schnitt Jennifer Augé
Musik Ewgueni Galperine, Sacha Galperine
Produktionsdesign Olivier Radot
Ton Cyril Moisson, Frédéric Demolder, Dominique Gaborieau
Kostüme Anne Schotte
Produktionsleitung Jean-Jaques Albert
Casting Agathe Hassenforder
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
40. César-Verleihung
César-Verleihung Großansicht
2015, Paris, 20.02.2015 Beste Nachwuchsdarstellerin Louane Emera
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Verstehen Sie die Béliers? EuroVideo Medien DVD, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 102 Min. Kauf
Verstehen Sie die Béliers? EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 106 Min. Kauf
Verstehen Sie die Béliers? EuroVideo Medien DVD, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 102 Min. Leih
Verstehen Sie die Béliers? EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 106 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Diverse Verstehen Sie die Béliers?
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Die junge Paula lebt mit ihren gehörlosen Eltern und dem ebenfalls gehörlosen Bruder auf dem Land. Sie hilft auf dem Hof und muss auch noch ihren Vater bei der Kandidatur für das Bürgermeisteramt unterstützen. Für eigene Bedürfnisse bleibt da wenig Zeit. Als ihr neuer Musiklehrer ihre außergewöhnliche Stimme entdeckt und sie ermutigt, in Paris Gesang zu studieren, gerät das Mädchen in einen Konflikt zwischen persönlichem Lebenstraum und Verantwortung für die Familie.

Die in Frankreich sensationell gestartete Dramödie hält die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit und zeigt, dass es in der scheinbar stillen Welt, ganz schön hoch hergehen kann. Eric Lartigaus sensibel inszenierte Geschichte über das Anderssein und über den Abschied von der Jugend, über Familienbindung und Loslassen überzeugt durch gefühlvolle Momente und vor allem durch die atemberaubende Performance von Debütantin Louane Emera als Protagonistin zwischen Rebellion und Anpassung.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Ein Mädchen weiß nicht, ob es sich seinen Traum in der Großstadt erfüllen oder bei der gehörlosen Familie bleiben soll. Gefühlvolle Komödie über das Anderssein und Coming-of-Age mit einer überwältigend aufspielenden Newcomerin.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Paula ist 16 Jahre alt. Alles an ihr ist ganz normal. Doch innerhalb ihrer Familie ist Paula ein Sonderling. Denn im Gegensatz zu ihren Eltern und ihrem Bruder ist sie als einzige nicht gehörlos. Und so muss Paula für ihre Familie immer wieder als "Dolmetscher" fungieren, sich um das Geschäft kümmern und ihre eigenen Wünsche hintenanstellen. Das ändert sich jedoch, als ein Gesangslehrer in der Schule ihr Talent als Sängerin erkennt und sie motiviert, bei einem Casting mitzumachen. Zunächst sträubt sich das Mädchen. Und auch ihre Eltern sind alles andere als begeistert. Doch nach und nach erkennt Paula, dass es um ihr eigenes Leben geht. Und dass auch Kinder lernen müssen, loszulassen. Mit großen Bildern und noch größeren Gefühlen erzählt Regisseur Eric Lartigau von einem jungen Mädchen, das hin und hergerissen ist zwischen der Verantwortung für die Familie und der Verwirklichung eigener Träume. Dabei beherrscht der Film die Gratwanderung zwischen komischen und gefühlvollen Momenten perfekt. Die Bürgermeisterkandidatur des Vaters, der ungeachtet seines Handicaps entschlossen ist, gegen seinen Konkurrenten anzutreten, sorgt für manch amüsante Episode, ebenso wie die vielen Momente, in denen Paula zum Übersetzen für die Eltern gezwungen ist, wie beispielsweise ein Besuch beim Frauenarzt. Und immer wieder gelingen Lartigaus Film auch Momente, die den Zuschauer tief im Herzen berühren. Das liegt auch an der unglaublich tollen Besetzung, allen voran Louane Emera als Paula, die hier ihre erste Rolle ergreifend und herzerfrischend spielt. Und wenn sie mit wunderschöner klarer Stimme ein Lied für ihre Eltern singt und es in Gebärdensprache übersetzt, dann begreift man die Liebe, die zwischen den Figuren existiert. Auch der Rest der Familie, die beste Freundin und der Gesangslehrer spielen ihre Rollen grandios, aus den Charakteren wird eine Gemeinschaft, die gegen alle Widerstände zusammenhält. Und auch wenn Paula am Ende ihren Weg gehen wird, so ist sie doch immer ein Teil der Familie. Durchzogen wird der Film von den romantischen Chansons des Sängers Michel Sardou, die das emotionale Herz der Geschichte bilden. VERSTEHEN SIE DIE BÉLIERS? ist ein zauberhafter Film über eine Familie, die herrlich anders ist und die Zuschauer durch Wärme, Witz und Charme erobert. Ein berührender und unterhaltsamer Film, zum ins Herz schließen schön.

Gutachten:

Die Béliers - das sind Vater, Mutter, der 14-jährige Sohn Quentin und die 16-jährige Paula, die Außenseiterin der kleinen Bauernfamilie. Denn sie kann als einzige hören und sprechen. Alle anderen sind gehörlos und deshalb in vielerlei Hinsicht auf die Unterstützung der tüchtigen Paula angewiesen, die sich um den Käseverkauf auf dem Markt der Kleinstadt ebenso kümmern muss wie um die Verhandlungen mit der örtlichen Bank und um den Tierarzt, der gemeinsam mit ihr Kälbchen "Obama" zur Welt bringt. Dazu ist Paula eine durchaus tüchtige Schülerin, die allerdings durch die vielen Anforderungen ständig müde ist und nicht gerne auf Partys geht. Ihre große Stunde schlägt, als der exzentrische Musiklehrer der Schule entdeckt, dass Paula nicht nur sprechen, sondern auch wunderschön singen kann. Und so muss sie sich entscheiden, ob sie ihr Elternhaus verlässt, um in Paris Musik zu studieren, oder ob sie dann doch nicht den Mut aufbringt, ihre Familie zu verlassen und sich und ihre Familie damit neuen Herausforderungen auszusetzen.
Die Problematik erinnert an "Jenseits der Stille", den Caroline Link vor bald 20 Jahren gedreht hat, und in dem auch ein junges Mädchen, das in einer taubstummen Familie aufwächst, sich neu orientieren muss. Der besondere Charme und Zauber dieser französischen Variante des Themas liegt in den Figuren des Films, vor allem der jungen Paula und ihrer Familie, deren alltägliche Sorgen und Freuden mit viel Humor, ohne billige Effekte und mit großer Empathie gezeigt werden. Louane Emera, die 18-jährige Darstellerin der Paula, überzeugt in ihrem Auftritt in der Rolle eines unsicheren Mädchens zwischen Pflicht und eigenen Wünschen, deren Hilflosigkeit sich auch in der Körpersprache ausdrückt, und ihr großer Auftritt bei einem Vorsingen bei Radio France mit einem Lied, das die Liebe zu den Eltern, aber auch die in dieser Lebensphase dringend notwendige Loslösung von den Eltern thematisiert, gehört zu den vielen anrührenden Momenten des Films, der aber an keiner Stelle zu sentimental oder gar larmoyant wirkt. Regisseur Eric Lartigau erzählt ein Coming of Age der etwas anderen Art, und seine visuellen Schilderungen des Lebens der gehörlosen Bauernfamilie balancieren geschickt zwischen Drama und Komödie. Die Musik des Films, darunter die wunderschönen Chansons von Michel Sardou, rundet diese Familiengeschichte ab, in der ein altes Thema - die Schmerzen des Erwachsenwerdens für Kinder und Eltern - auf liebenswerte Weise variiert wird.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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