Sky_left
Superbanner
 

The Kids Are All Right

Intelligente Komödie über ein Lesbenpaar, das sich aus heiterem Himmel mit dem Vater ihrer beiden Kinder konfrontiert sieht.

The Kids Are All Right Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2010
Regie Lisa Cholodenko
Darsteller Annette Bening, Julianne Moore, Mark Ruffalo
Kinostart 18.11.2010
Einspielergebnis D € 1.056.076
Bes. (EDI) 160.738
Bes. (FFA) 174.034
Charthistory
Boxoffice USA $ 20.654.031
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 20.12.2013 (ZDF)

nach oben Inhalt & Info

Jules und Nic sind seit Jahren ein glückliches lesbisches Paar, mit der 18-jährigen Joni und dem 15-jährigen Laser haben sie zwei aufgeweckte Kids, mit denen sie in Los Angeles leben. Unruhe in ihr ereignisloses Dasein bringt die Erkenntnis, dass ihre Kinder ohne ihr Wissen Kontakt zu ihrem biologischen Vater aufgenommen und ihn zu sich nach Hause eingeladen haben. Die Ankunft des alten Hippies Paul bringt Nic auf die Palme, zumal er Jules schnell verspricht, ihr bei ihren bislang wenig erfolgreichen Versuchen als Landschaftsgärtnerin unter die Arme zu greifen - und vielleicht nicht nur da. Konfrontationen scheinen unausweichlich.

Sieben Jahre nach ihrem wunderbaren "Laurel Canyon" kehrt Lisa Cholodenko mit ihrem bislang aufwendigsten Film zu den versprengten Künstlerenklaven im Einzugsgebiet von Los Angeles zurück. Stärker als in ihren bisherigen Filmen überwiegt trotz der durchaus ernsten Thematik ein komödiantischer Ton, der auch einem Mainstreampublikum sofort Zugang zu der ungewöhnlichen Figurenkonstellation ermöglicht. Julianne Moore und Annette Bening sind hinreißend als etwas eingefahrenes Lesbenpaar, Mark Ruffalo unwiderstehlich als Mann, der die Konventionen unerwartet aufwirbelt.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Von Bio-Dads und Lesben-Moms erzählt Lisa Cholodenko in ihrem geistreichen Homo-Hetero-Spaß, in dem Annette Bening und Julianne Moore eine Ehekrise durchleben.

Kuschelig haben sie es sich eingerichtet, das lesbische Paar Nic und Jules, das sich bereits aus Universitätstagen kennt und die sich Pony und Hühnchen nennen, wenn niemand anderer zuhört. Nic, souverän unterkühlt gespielt von Annette Bening ("American Beauty"), die im Film aussieht wie Regisseurin Lisa Cholodenko ("Laurel Canyon") im richtigen Leben, hat die Hosen an und garantiert mit ihrem Medizinergehalt das sorgenfreie Leben, Jules (liebenswerte Glucke mit Sexappeal: Julianne Moore) ist der mütterliche Typ - wehender Rotschopf, besorgter Blick - und somit für den Haushalt zuständig. Die Muster-Familie komplettieren die 18-jährige Joni (Mia Wasikowska, die "Alice" aus Tim Burtons "Wunderland") und der 15-jährige Laser (Josh Hutcherson). Letzter will seinen "Bio-Dad", sprich Samenspender, kennen lernen, was den knackigen Biogärtner/Kneipier Paul (Mark Ruffalo) auf den Plan ruft und in der Folge für jede Menge hormonelle Aufruhr sorgt.

"The Kids Are All Right" nennt Cholodenko ihren bislang komödiantischsten Film, zu dem sie zusammen mit Stuart Blumberg ("The Girl Next Door") das Drehbuch verfasste und der trotz ernsten Grundthemas eindeutig (auch) auf ein Mainstream-Publikum zielt. Der Titel ist in diesem Fall durchaus wörtlich zu nehmen, denn der Nachwuchs kommt mit dem neuen, Motorrad-fahrenden Papa wunderbar klar, nur die beiden älteren Mädels haben mit dem virilen Hetero so ihre Probleme. Nic beäugt ihn misstrauisch, erweist sich als Meisterin der spitzen Zunge und versteckt sich hinter Tiraden von four letter words, während Jules das Objekt der Begierde dem handfesten Praxistest unterzieht - und weil der Mann (be-)steht, wird gleich fröhlich jauchzend das Kamasutra durchexerziert. Das ist doch besser als sich wie sonst gelegentlich mit schwulen Männerpornos in Stimmung zu bringen.

Homo oder hetero, das ist hier die Frage, die sich dann aber wegen der unkontrollierbaren Libido gar nicht so einfach beantworten lässt. Um Lebensentwürfe geht es, um (traditionelle) Familienmodelle, aber auch um Sorgen auf hohem Niveau. Geld spielt keine Rolle und in den von Igor Jadue-Lillo ("Per Anhalter durch die Galaxis") anheimelnd fotografierten Künstlerenklaven von Los Angeles lässt es sich gut aushalten. Die Frauen sind klug, die Jungs kantig und ein wenig doof. Sagt eine der Moms beispielsweise zu Laser: "Schade, dass du nicht schwul bist, dann wärst du sensibler." Das könnte sich auch Paul hinter die Ohren schreiben, der ein überzeugtes Single-Dasein pflegt, definitiv zu wenig Knöpfe am Hemd schließt und Bildung eher für überschätzen Luxus hält. Klassische Hollywood-Geschlechterverteilungen werden hier lustvoll auf den Kopf gestellt, geschickt und intelligent Klischees gebrochen. Auf der 60. Berlinale war der hintersinnige Spaß der schwul-lesbischen Jury einen Teddy Award wert - Grund genug, den Film wärmstens weiter zu empfehlen. geh.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Mediathek
Großansicht
Bild 1 von 29

...(29 Bilder)

Text.
Bild: ...Filmdetails

Szene

 
nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Universal
O-Titel The Kids Are All Right
Land / Jahr USA 2010
Kategorie Spielfilm
Genre Komödie / Drama
Produktionsfirmen Mandalay Vision/Saint Aire Production/10th Hole Productions/Artist International
Kinostart 18.11.2010
Laufzeit 106
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Wertvoll
Einspielergebnis D € 1.056.076
Bes. (EDI) 160.738
Bes. (FFA) 174.034
Charthistory
USA-Start 09.07.2010, bei Focus Features
Boxoffice USA $ 20.654.031
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.the-kids-are-all-right.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Gary Gilbert, Jordan Horowitz, Jeffrey Levy-Hinte, Celine Rattray, Daniela Taplin Lundberg, Philippe Hellmann
Ausf. Produzenten J. Todd Harris, Neil Katz, Riva Marker, Anne O'Shea, Andy Sawyer, Steven Saxton, Ron Stein
Regie Lisa Cholodenko
Drehbuch Lisa Cholodenko, Stuart Blumberg
Darsteller Annette Bening (Nic), Julianne Moore (Jules), Mark Ruffalo (Paul), Mia Wasikowska (Joni), Josh Hutcherson (Laser), Yaya DaCosta (Tanya), Rebecca Lawrence (Brooke), Kunal Sharma (Jai)
Sprecher D Traudl Haas (Nic), Petra Barthel (Jules), Norman Matt (Paul), Janin Stenzel (Joni), Ricardo Richter (Laser), Sanam Afrashteh (Tanya)
Kamera Igor Jadue-Lillo
Schnitt Jeffrey M. Werner
Musik Carter Burwell, Nathan Larson
Produktionsdesign Julie Berghoff
Kostüme Mary Claire Hannan
Casting Laura Rosenthal, Liz Dean
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
60. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Internationale Filmfestspiele in Berlin
2010, Berlin, 11.02.2010 - 21.02.2010 TEDDY-Award, Spielfilm  
68. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2011, Los Angeles, 16.01.2011 Beste Darstellerin (Komödie oder Musical) Annette Bening
68. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2011, Los Angeles, 16.01.2011 Bester Film (Komödie oder Musical)  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
The Kids Are All Right STUDIOCANAL Home Entertainment Sales DVD, ab 12, 103 Min. Kauf
The Kids Are All Right STUDIOCANAL Home Entertainment Sales Blu-ray Disc, ab 12, 107 Min. Kauf
The Kids Are All Right Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 106 Min. Kauf
The Kids Are All Right Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 102 Min. Kauf
The Kids Are All Right Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 102 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Jules und Nic sind seit Jahren ein glückliches Paar, mit der 18-jährigen Joni und dem 15-jährigen Laser haben sie zwei aufgeweckte Kids. Unruhe in ihr Dasein bringt die Erkenntnis, dass ihre Kinder Kontakt zu ihrem biologischen Vater aufgenommen und ihn zu sich nach Hause eingeladen haben. Die Ankunft des alten Hippies Paul bringt Nic auf die Palme, zumal er Jules schnell verspricht, ihr bei ihren bislang wenig erfolgreichen Versuchen als Landschaftsgärtnerin unter die Arme zu greifen. Konfrontationen scheinen unausweichlich.

Sieben Jahre nach ihrem wunderbaren "Laurel Canyon" kehrt Lisa Cholodenko mit ihrem bislang aufwendigsten Film zu den versprengten Künstlerenklaven im Einzugsgebiet von Los Angeles zurück. Trotz der durchaus ernsten Thematik überwiegt ein komödiantischer Ton, der auch einem Mainstreampublikum sofort Zugang zu der ungewöhnlichen Figurenkonstellation ermöglicht. Julianne Moore und Annette Bening sind hinreißend als etwas eingefahrenes Lesbenpaar, Mark Ruffalo unwiderstehlich als Mann, der die Konventionen unerwartet aufwirbelt.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: WertvollKurztext:

Lebemann Paul fällt aus allen Wolken, als er eines Tages einen Anruf von seinen Kindern erhält, von denen er bisher nichts wusste: Die beiden sind das Produkt von Pauls Samenspende und lebten bisher wohl behütet mit ihren lesbischen Müttern Jules und Nic zusammen. Doch nun ist es Zeit, den Vater kennenzulernen, finden die Kinder. Und während Paul den Schock noch verarbeiten muss, durchlaufen Jules und Nic eine Ehekrise, die vielleicht auch ein kleines bisschen mit dem neuen "Familienmitglied" zu tun hat. Das Modell der idealtypischen Familie wird in diesem Film erst in Variation aufgestellt, hinterfragt und neu zusammengeführt. Die Akteure spielen ihre jeweiligen Rollen mit einer für eine Komödie erstaunlichen Ernsthaftigkeit. Annette Bening und Julianne Moore liefern eine grandiose Darstellung als Paar, das an einem Beziehungs-Scheidepunkt angekommen ist, mit all seinen unbequemen Wahrheiten und Entscheidungen. Die Dialoge sind locker und schnell gehalten, doch spürt man trotz all dem trockenen Humor eine tiefe Nähe der Protagonisten zueinander. Das Drehbuch und die Regie von Lisa Cholodenko wirken spritzig und niemals gekünstelt. Der Film funktioniert als unterhaltendes Erzählkino und ist dennoch ein starkes Statement zu mehr Toleranz in der Gesellschaft. Unterhaltend, liebevoll und ehrlich. Großartiges Independent-Kino.

Gutachten:

Das Familienleben ist schön zur flockigen Musik mit netten halbwüchsigen Kindern, die Tochter fast 18 Jahre und der Bruder 15. Die Familienwelt scheint noch in Ordnung. Doch etwas ist anders als bei einer sogenannten Normalfamilie. Zu den Kindern gehören zwei Mütter, Nic und Jules, ein lesbisches Paar, und ein bisher unbekannter Paul, der als anonymer Spender einer Samenbank von dieser Eigenschaft des biologischen Vaterseins bisher nichts wusste.

Für Kinder ist es von enormer Bedeutung, sich mit ihrer biologischen Herkunft auseinander zu setzen und so suchen auch hier die Kinder nach ihrem Erzeuger. Ihre Recherche führt sie zu ihrem leiblichen Vater, der ein gut aussehender, erfolgreicher Restaurantbesitzer ist, Typ Lebenskünstler. Aber der Neue hat es nicht einfach. Er versucht in das bisher intakte Beziehungsgeflecht einzudringen, was unweigerlich zu Verwicklungen und ernsten Schwierigkeiten in der Lebensgemeinschaft dieser US-amerikanischen Fastdurchschnittsfamilie führt. Angehimmelt von der Tochter, sehr reserviert gesehen von seinem Sohn, geht er mit Jules eine sexuelle Beziehung ein. Als diese auffliegt, hängt der Haussegen von Nic und Jules schief und es sieht nach Trennung aus.

THE KIDS ARE ALLRIGHT berührt mehrere ernsthafte Themen und Fragestellungen wie man unschwer an diesem Ausgangsplot erkennen kann. Der Film ist trotzdem äußerst unterhaltsam und erzählt seine Geschichte mit viel Humor und leichter Hand. Mit seinen Protagonistinnen und Protagonisten geht er immer respektvoll um und kommt ihnen sehr nahe. Man könnte in ihm auch einen Werbefilm für eine gleichgeschlechtliche Lebens- und Liebesbeziehung zweier Frauen sehen, die ihren familiären Alltag mit ihren Kindern und den oft unvermeidbar entstehenden Konflikten letztlich wunderbar bewältigen können.

Mit spritzigen Dialogen werden auch die vielen kleinen Details, die diese Komödie unterhaltsam machen, ausgespielt. Da ist zum einen die tonangebende und eloquente Nic und dann die das Leben etwas leichter nehmende Jules. Ein Paar mit dramaturgisch notwendigen unterschiedlichen Charakteren, die in der Erziehung ihrer Kinder und im Umgang mit Problemen in der Partnerschaft sich einigen müssen und können. Die Balance in der Familie verschiebt sich, als der Samenspender in diesen Verbund eingreift und damit als Katalysator ihre Beziehung infrage stellt. Das alles wird differenziert und realitätsnah behandelt und die Handlung aus diesen Charakteren heraus entwickelt.

Die Botschaft des Films - alles ist so wie in anderen Familien auch - lässt einen überraschenden Schluss oder dramaturgisch interessantere Brechung mit offenem Ende nicht zu. THE KIDS ARE ALLRIGHT ist ein starkes und überzeugendes Plädoyer für Toleranz gegenüber homosexuellen Paarbeziehungen. Eine gelungene unterhaltende Erzählung.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


nach oben Newsarchiv
nach oben Auff�hrungen auf Festivals
Datum Stadt Festivalname
11.02.2010 - 21.02.2010 Berlin 60. Internationale Filmfestspiele Berlin - Berlinale

Mediabiz Datenbank

News

mehr News

Programmplaner

  • Film

    Vorschau bis: KW 2028/51

    Alle deutschen Kinostarts und TV-Movie-Sendetermine plus geplante, laufende und fertiggestellte deutsche und internationale Produktionen.

    Heute neu:

    Gemeldete Starts:
    4
    Aufgenommene Filme:
    29
    Filmkritiken:
    0
 
Sky_right