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Ondine - Das Mädchen aus dem Meer

Märchen und modernen Thriller verquickt Neil Jordan und erzählt von einem Fischer, der eine Meerjungfrau fängt. Christopher Doyle bettet den atmosphärischen Mix in magische Bilder.

Ondine - Das Mädchen aus dem Meer Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Irland 2009
Regie Neil Jordan
Darsteller Colin Farrell, Alicja Bachleda, Alison Barry
Kinostart 21.10.2010
Einspielergebnis D € 165.982
Bes. (EDI) 25.338
Bes. (FFA) 25.718
Charthistory
Boxoffice USA $ 457.155
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 17.02.2013 (ARD)

nach oben Inhalt & Info

An der Küste von Kork geht dem irischen Fischer Syracuse eines Tages ein zauberhafter Fang ins Netz: Die schöne Frau ohne Vergangenheit, die vor seinen Augen langsam zum Leben erwacht, beflügelt seine Gefühle und Sinne ebenso wie die Fantasie seiner kleinen, an den Rollstuhl gefesselten Tochter. Unter ihrem geheimnisvollen Einfluss nimmt der Alltag im Dorf überraschende Wendungen. Und wie alle Märchen birgt auch dieses dunkle Geheimnisse, hinter denen sich eine andere, düstere Wahrheit verbirgt.

Ein "kleiner" Film von Regisseur Neil Jordan ("Interview mit einem Vampir"), der zu seinen irischen Wurzeln zurückkehrt. Schwerelos und geheimnisvoll bewegt sich die zwischen Märchen und Krimithriller angesiedelte Handlung, die deutlich geprägt ist von der wildromantischen Küstenlandschaft, in der sie spielt. Neblig-mythisch gestaltet Christoper Doyle seine Bilder, schroff und kantig gibt sich Colin Farrell als gebeutelter Fischer, der hier alle Hollywood-Heldenattitüden ablegt und zeigt, was er als Schauspieler alles kann.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Klassisches Märchen und moderner Thriller - Neil Jordan verquickt gekonnt die konträren Genres und profitiert dabei von den magischen Bildern Christopher Doyles.

Das Glück hat ihn verlassen, den Fischer Syracuse, der Tag für Tag mit seinem verbeulten Trawler aufs Meer hinausfährt, nur um dann ohne eine einzige Makrele wieder heimzukehren. Dem Alkohol hat er abgeschworen, sich von seiner Frau, die noch an der Flasche hängt, getrennt. Eigentlich hält ihn nur noch seine an den Rollstuhl gefesselte Tochter Annie, die bei der Mutter wohnt, am Leben. Da geht dem Einzelgänger, ideal verkörpert vom traurig blickenden, langhaarigen und leicht schmuddeligen Colin Farrell ("Alexander"), eines Tages ein Frau ins Netz - oder ist es gar eine selkie, eine sagenumwobene Meerjungfrau?

Auf den ersten Blick erkennt man die Handschrift Neil Jordans, der - nachdem ein lang geplantes Hollywood-Projekt wieder einmal an der Finanzierung gescheitert war - enttäuscht in die irische Heimat zurückkehrte. Den Frust hat er sich da mit "Ondine - Das Mädchen aus dem Meer" von der Seele geschrieben, sich bei seiner 16. Spielfilmregie früherer poetischer Arbeiten erinnert - der wunderbaren Gangsterballade "Mona Lisa" etwa oder der Rotkäppchenvariante "Zeit der Wölfe". Wie ein Märchen beginnt er seinen Film, bedächtig im Tempo, sparsam in den Dialogen und mit einem guten Auge fürs Lokalkolorit.

Kaum ist Ondine - nuanciert und geheimnisvoll gespielt von Alicja Bachleda ("Trade - Willkommen in Amerika") - an Bord, geht es für Syracuse aufwärts. Reichlich Lachs und Hummer fischt er und auch seine Stimmung bessert sich - die geheimnisvolle Frau hat es ihm angetan. Derweilen forscht Annie (Alison Barry) nach Erklärungen für deren mysteriöses Auftauchen und ein Fremder beginnt, sich im Dorf nach Ondine umzuhören. Hier kippt der Ton des Films. Das Drama schleicht sich ein, der Thriller. Alles Magische weicht aus der Handlung, plötzlich wird's im Wortsinn handfest und Syracuse greift wieder zum Glas.

Man mag darüber streiten, ob der Film all seine Elemente "richtig" verknüpft, die Tempowechsel passen und ob die "logische" Erklärung der Geschehnisse überhaupt von Nöten ist. Fakt bleibt, dass atmosphärisch alles stimmt: Schroff und kantig wie die Gegend in der er lebt, gibt sich Farrell, nah dran bleibt Jordan an seinen Protagonisten und deren rauem (Arbeits-)Alltag, bestechend wie immer führt Christopher Doyle die Kamera. Neblig-mythisch gestaltet er seine Bilder, in denen Blau-, Grün- und Schwarztöne dominieren. Einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt Jordans Lieblingsschauspieler Stephen Rea als Ortspfarrer und Kjartan Sveinssons irritierender Score kommentiert perfekt die Handlung. geh.

Quelle: Blickpunkt:Film

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  • Szene aus Szene aus
  • Szene aus Abbie trifft OndineSzene aus Abbie trifft Ondine
  • Szene aus Szene aus
  • Szene aus Abbie vermutet, Ondine sei ein SelkieSzene aus Abbie vermutet, Ondine sei ein Selkie
 
nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Concorde
O-Titel Ondine
Land / Jahr Irland 2009
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Mystery
Produktionsfirmen Wayfare Entertainment/Octagon Films/Little Wave Productions/Radio Telefís
Kinostart 21.10.2010
Laufzeit 103
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 165.982
Bes. (EDI) 25.338
Bes. (FFA) 25.718
Charthistory
USA-Start 04.06.2010, bei Magnolia Pictures
Boxoffice USA $ 457.155
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.ondine-derfilm.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Neil Jordan, Ben Browning, James Flynn, Michael Maher, Peter Rawlinson
Regie Neil Jordan
Drehbuch Neil Jordan
Darsteller Colin Farrell (Syraceuse), Alicja Bachleda (Ondine), Alison Barry (Annie), Stephen Rea (Priester), Tony Curran (Alex), Dervla Kirwan (Maura), Emil Hostina (Vladic), Don Wycherley (Kettle, Vladics Killer), Norma Sheahan (Bibliothekarin)
Kamera Christopher Doyle
Schnitt Tony Lawson
Musik Kjartan Sveinsson
Produktionsdesign Anna Rackard
Kostüme Eimer Ní Mhaoldomhnaigh
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
13. Shanghai International Film Festival   2010, Shanghai, 12.06.2010 - 20.06.2010 Jin Jue Awaard: Beste Kamera Christopher Doyle
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Ondine - Das Mädchen aus dem Meer EuroVideo Medien DVD, ab 12, 99 Min. Kauf
Ondine - Das Mädchen aus dem Meer EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 12, 103 Min. Kauf
Ondine - Das Mädchen aus dem Meer EuroVideo Medien DVD, ab 12, 99 Min. Leih
Ondine - Das Mädchen aus dem Meer EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 12, 103 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

An der Küste von Kork geht dem irischen Fischer Syracuse eines Tages ein zauberhafter Fang ins Netz: Die schöne Frau ohne Vergangenheit, die vor seinen Augen langsam zum Leben erwacht, beflügelt seine Gefühle und Sinne ebenso wie die Fantasie seiner kleinen, an den Rollstuhl gefesselten Tochter. Unter ihrem geheimnisvollen Einfluss nimmt der Alltag im Dorf überraschende Wendungen. Und wie alle Märchen birgt auch dieses dunkle Geheimnisse, hinter denen sich eine andere, düstere Wahrheit verbirgt.

Ein "kleiner" Film von Regisseur Neil Jordan ("Interview mit einem Vampir"), der zu seinen irischen Wurzeln zurückkehrt. Schwerelos und geheimnisvoll bewegt sich die zwischen Märchen und Krimithriller angesiedelte Handlung, die deutlich geprägt ist von der wildromantischen Küstenlandschaft, in der sie spielt. Neblig-mythisch gestaltet Christopher Doyle seine Bilder, schroff und kantig gibt sich Colin Farrell als gebeutelter Fischer, der hier alle Hollywood-Heldenattitüden ablegt und zeigt, was er als Schauspieler alles kann.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

An der Küste von Cork geht dem Fischer Syracuse eines Tages ein ganz spezieller Fang ins Netz: Aus dem Wasser zieht er eine wunderschöne junge Frau, die sich selbst Ondine nennt und sich scheinbar an nichts erinnern kann. Vor der Welt will sie sich verstecken, nur Syracuse darf sie sehen. Und obwohl dieser ihr Zutrauen gewinnen kann, kommt er nicht hinter ihr Geheimnis. Und dabei müsste er nur seine kleine Tochter Annie fragen, die längst zu wissen glaubt, wer Ondine wirklich ist... Der neue Film von Meisterregisseur Neil Jordan ist ein wunderschönes Märchen für Erwachsene. Geheimnisvoll schillernd bewegt er sich auf dem schmalen Grat zwischen zwei Welten. Das Reale und die Traumwelt gehen Hand in Hand, und Jordans Kunst (im Zusammenspiel mit dem genialen Kameramann Christopher Doyle) besteht darin, beide Welten glaubhaft zu verflechten. Der Film ist eine Geschichte über das Geschichtenerzählen und damit auch eine Reflexion über das Kino. Überzeugend: Charakterdarsteller Colin Farrell, dem man das irische Landleben ins markige Gesicht geschrieben sieht und dem man glaubt, dass er sich in einem permanenten Kampf mit sich selbst und der Welt befindet. Betörend: Alicjia Bachleda, die den Zuschauer ebenso verführt wie ihren männlichen Gegenpart. Und bezaubernd: Die kleine Alison Barry, die uns vor Augen hält, was wir nie vergessen dürfen: An Märchen zu glauben. Ein zauberhafter Film - und nicht von dieser Welt!

Gutachten:

In einem kleinen Fischerdorf an Nordirlands Küste lebt der von der Dorfgemeinschaft verachtete Fischer Syracuse. Ein Anfang wie in einem Märchen: Er zieht in seinem Schleppnetz als ?Beifang' eine wunderschöne junge Frau aus dem Meer. Sie scheint sich an nichts erinnern zu können und nennt sich Ondine. Nur er dürfe sie sehen. Seiner an den Rollstuhl gefesselten Tochter Annie erzählt er von seinem Fund, jedoch verschlüsselt er die Geschichte als Märchen während ihrer Dialyse. Annie allerdings ist fest davon überzeugt, dass Ondine eine Robbenfrau in Menschengestalt ist.
Wie im Märchen zieht das Glück ein, die Netze von Syracuse sind prall gefüllt und alles könnte sich wunderbar entwickeln, wenn die Realität eine andere wäre. Von diesem Widerspruch lebt der Film, herausragend fotografiert von Christopher Doyle zwischen karger Küstenlandschaft, verwunschenen Orten und dem Dorfmilieu mit seinen Schattenseiten des irischen Alltags zwischen Armut und Ausgrenzung. Als Beispiel dient die alkoholabhängige Exfrau von Syracus, die die gemeinsame Tochter mehr schlecht als recht versorgt und Syracuse unter Druck setzt. Das ist nicht die einzige Bedrohung der sich romantisch entwickelnden Beziehung zwischen Ondine und Syracuse. Damit einher geht die kindliche Sicht von Annie mit ihrer Sehnsucht nach einer heilen Familie - sie will verhindern, dass Ondine wieder zurück ins Meer muss, wie die Märchen und Sagen Irlands künden. Auf einer anderen Ebene die Sehnsucht der beiden Erwachsenen nach gemeinsamen Glück, dem ihre unterschiedlichen Lebenswelten entgegen stehen. Eine latente Bedrohung ist von Anfang an spürbar und drängt sich nun brutal in die reale Welt. Ein Fremder taucht im Ort auf und kommt Ondine auf die Spur, will ihre wahre Herkunft verraten. Ein Krimi beginnt, der eine zweite Ebene in den Film einführt.
Es ist leicht, das Unglück zu leben und schwer, sich das Glück zu erarbeiten, lautet am Ende die Botschaft, als alles doch märchenhaft glücklich überstanden ist. Dazwischen stehen viele tief greifende Verwicklungen zwischen Angst und Hoffnung, die zur Vielschichtigkeit und Vieldeutigkeit des Films beitragen. Märchenstruktur und reale Welt, in der hautnah die wahre Herkunft von Ondine aufgedeckt wird, werden kunstvoll ineinander geschoben. So wie im Märchen, das auch immer einen realen Kern transportiert mit der Gewissheit, dass das Gute trotz aller Widerstände siegt. Wünsche und Hoffnungen können in Erfüllung gehen, wenn man daran glaubt. Sie sind aber von außen wie von innen starken Gefährdungen unterlegen, die das Scheitern in sich tragen.
Die darstellerische Leistung von Alison Barry, die die 10-jährige Annie spielt, ist besonders hervorzuheben. Noch ist sie altersgemäß dem magischem Denken verhaftet und doch mit ebenso scharfen analytischem Durchblick versehen. Sie spiegelt noch einmal den Grundtenor der Ebenen Märchen und Wirklichkeit wider. Traumhaft schön anzusehen in ihrer Körperlichkeit ist Ondine, oszillierend zwischen Sirene und Selbstbewusstheit. Herausragend auch Colin Farrell in der Hauptrolle des Fischers, der die Höhen und Tiefen seines Lebens glaubwürdig verkörpert.
Neil Jordan hat als Regisseur auf hohem Unterhaltungsniveau eine starke kunstvolle Geschichte mit hervorragenden Schauspielern inszeniert, die uns in mehrfacher Deutungssicht spannungsreich mitnimmt. Nach Irland, dem Land wo viele Märchen ihren Ursprung haben, damit man den oft schwierigen Alltag besser verstehen und ertragen kann.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Datum Stadt Festivalname
10.09.2009 - 19.09.2009 Toronto 34. Toronto International Film Festival
30.09.2010 - 09.10.2010 Hamburg 18. Filmfest Hamburg

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