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Old

Thriller um einen Strand, an dem die Besucher auf unerklärliche Weise altern, von Mystery-Spezialist M. Night Shyamalan ("The Sixth Sense").

Old Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2021
Regie M. Night Shyamalan
Darsteller Gael García Bernal, Vicky Krieps, Rufus Sewell
Kinostart 29.07.2021
Einspielergebnis D € 1.712.430
Bes. (EDI) 196.679
Bes. (FFA) 195.934
Charthistory
Boxoffice USA $ 48.239.195
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nach oben Ausführliche Besprechung

Thriller um einen Strand, an dem die Besucher auf unerklärliche Weise altern.

Seine Karriere ist beinahe so wendungsreich wie seine großen Hits, sein Schaffen immer wieder für eine Überraschung gut und seine Spezialität sind: plot twists. Was M. Night Shyamalan in den auf "The Sixth Sense" folgenden Hits weiter kultivierte, erwies sich jedoch beileibe nicht nur als Segen. Denn in Erwartung wie Rezeption wurden seine Filme zunehmend auf den großen Impact, die Wendung, den Knaller, die Enthüllung, die erstaunliche Auflösung reduziert. Wie Shyamalan mit eher mediokrem Feedback umging, war wiederum ebenso einzigartig wie Gegenstand etlicher Verrisse, schrieb er sich doch kurzerhand selbst die Rolle des geschmähten Genies auf den Leib. Zwar begab sich Shyamalan durchaus auf das Terrain eher banal erzählten, dafür aber umso höher budgetierten Popcornkinos, stieß damit allerdings auf derart geteiltes Echo, dass man beinahe einen Karriereknick vermuten durfte, aus dem ihn zu befreien, dann eben doch wieder dem plot twist oblag - in einem Projekt, für dessen Finanzierung Shyamalan buchstäblich sein Haus verpfändet haben soll.

Drei Filme später treibt "Old" das Prinzip des Überraschungsmoments nun förmlich auf die Spitze. Denn wenngleich die Prämisse im eigentlichen Film fast ebenso schnell zum Tragen kommt wie im Trailer, ist sie im Verlauf der 108 Minuten doch für immer wieder neue Ideen gut. Dreh- und Angelpunkt des Thrillers ist ein paradiesischer Strand, der ein tödliches Geheimnis birgt: Wer an ihm verweilt, altert rasend schnell. Und wer erst einmal angekommen ist, hat kaum eine andere Wahl, als zu verweilen...

Sehr viel mehr sollte man zu den vielen kleinen und größeren Wendungen, denen Shyamalan seine Darsteller*innen (mit Gael Garcia Bernal, Vicky Krieps und Rufus Sewell als deren prominentesten Vertreter*innen) unterwirft, auch nicht verraten, liegt das Vergnügen an dem Film doch nicht zuletzt in den immer neuen Variationen dessen begraben, was ein rapider Alterungsprozess in unterschiedlichsten Situationen auszulösen imstande ist.

Die Kameraarbeit von Mike Gioulakis vermittelt das Grauen dabei in den allermeisten Fällen nur subtil. Sie verdeckt, deutet an, lässt mehr ahnen als sehen - was den Moment, in dem sie dann doch draufhält, nur umso mehr unterstreicht. Gleichzeitig gelingt es ihr, dem eigentlich doch eher begrenzten Schauplatz Leben einzuhauchen, ihn selbst zum Protagonisten zu machen und damit die beklemmende Atmosphäre nur zu unterstreichen. Generell ist es die visuelle Umsetzung, die an "Old" hervorsticht - und die mit ihren klaren Bildern und ungewöhnlichen Perspektiven einen deutlichen Hinweis auf die Wurzeln des Konzepts gibt: "Old" basiert auf einer gefeierten Graphic Novel, "Sandburg" von Frederik Peeters and Pierre Oscar Lévy.

Wo die Vorlage mit vergleichsweise wenig Text auskommt, liegt hier indes die größte Schwäche von Shyamalans "Old", der dem sprichwörtlichen "Erklärbären" ein wenig zu viel Freiraum in teils arg konstruiert wirkenden Dialogen lässt, die ihre liebe Mühe haben, den Protagonisten Mehrdimensionalität zu verleihen. Geschuldet ist dies indes vor allem der maximal gestrafften Exposition, die sich letztlich als zweischneidiges Schwert erweist. Unter dem Strich lässt sich jedoch sagen: "Old" entspricht seiner eigenen Prämisse, indem er die Zeit auch vor der Leinwand verfliegen lässt - bis hin zu einem finalen plot twist, der des Regisseurs wahrlich würdig ist. Auch deshalb, weil er das Potenzial hat, kontrovers diskutiert zu werden.

Marc Mensch.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Bild: ...Filmdetails

nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Universal
O-Titel Old
Alternativ-/Arbeitstitel Untitled Universal Event Film / Untitled M. Night Shyamalan Thriller
Land / Jahr USA 2021
Kategorie Spielfilm
Genre Thriller / Mystery
Kinostart 29.07.2021
Laufzeit 109
FSK ab 16 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 1.712.430
Bes. (EDI) 196.679
Bes. (FFA) 195.934
Charthistory
USA-Start 23.07.2021, bei Universal
Boxoffice USA $ 48.239.195
Web-Link https://www.upig.de/micro/old, https://www.youtube.com/watch?v=NU1EdCFuYHs
nach oben Cast & Crew
Regie M. Night Shyamalan
Darsteller Gael García Bernal, Vicky Krieps, Rufus Sewell, Eliza Scanlen, Abbey Lee, Thomasin McKenzie
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Old Universal Pictures Germany DVD, ab 16, 105 Min. Kauf
Old Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 16, 109 Min. Kauf
Old (4K Ultra HD + Blu-ray) Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 16, 109 Min. Kauf
Old Universal Pictures Germany DVD, ab 16, 105 Min. Leih
Old Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 16, 109 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Einen letzten gemeinsamen Urlaub wollen Guy und seine krebskranke Frau Prisca mit ihren Kids Maddox und Trent verbringen. Der Hotelmanager empfiehlt ihnen einen geheimen Strand, wo sie sich mit einer anderen Familie und einem Rapper wiederfinden: Schnell stellen sie nicht nur fest, dass man von dem Strand nicht mehr entkommen kann, sondern dort auch etwa jede halbe Stunde um ein Jahr altert. Schnell eskaliert die Lage, bis nur noch Maddox und Trent leben und nur einen Ausweg aus der Situation sehen.

Basierend auf dem Comicroman "Sandburg" realisierte M. Night Shyamalan in seiner ersten Arbeit seit seinem etwas enttäuschenden "Glass" einen weiteren seiner rätselhaften Mysteryschocker mit überraschender Wendung am Schluss. Die Prämisse ist spitze, die Besetzung mit u. a. Gael Garcia Bernal und Vicky Krieps erlesen. Und doch kann "Old" nicht auf voller Länge überzeugen, wirkt bemüht und angestrengt. Die große Fangemeinde wird aber allemal dafür sorgen, dass der Film sein Publikum findet.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollFBW-Pressetext:

Der neue Shyamalan ist ein faszinierend-verstörender Trip!

Als Guy und Prisca mit ihren beiden Kindern Mark und Maddox ihren Urlaub auf einer paradiesischen Insel beginnen, ahnen sie noch nicht, welche Geheimnisse und Gefahren auf sie warten. Und dass ihnen die Zeit buchstäblich wie Sand durch die Finger rinnt. Der neue Film von M.Night Shyamalan vereint mit atmosphärischer Dichte und einer genialen Bildsprache gekonnt Horror-, Mystery- und Sci-Fi-Elemente und erschafft so einen packenden und doppelbödigen Thriller.

Die Zuschauer*innen müssen ganz genau aufpassen, um in Shyamalans neuem Mysterythriller keinen Hinweis zu verpassen. Und selbst dann ist man überrascht aufgrund der immer neuen Wendungen und Plot-Twists. Auch wenn der Film auf einer wunderschönen Karibikinsel spielt, so entwickelt er doch in vielen Sequenzen eine kammerspielartige Enge, auch weil die exzellente Kamera den Fokus immer stärker auf die panikverzerrten Gesichter der Protagonist*innen legt. Die sehr gesetzten Dialoge und das Spiel des eindrucksvollen Ensembles (allen voran: Vicky Krieps und Gael Garcia Bernal) lassen keine Minute Entspannung zu und immer wieder findet Shyamalan die genau richtige Balance zwischen einzelnen Schockmomenten und einer wie eine dunkle Wolke über der Szenerie hängenden Dauerbedrohung. Zusammen mit einem stimmungsvollen Score und einem genauen Gespür für das richtige Timing ist OLD ein atmosphärisch dichtes und packendes Filmereignis zwischen Thriller, Mystery und Horror geworden.

FBW-Jury-Begründung:

M. Night Shyamalans Mystery-Thriller kommt zunächst als simpler Genre-Film daher, entpuppt sich dann aber mehr und mehr als cineastische Versuchsanordnung mit größeren Ambitionen. Die Handlung bringt, ganz im Katastrophenfilm-Modus, eine bunte Mischung von unterschiedlichen Persönlichkeiten an einem aufs erste idyllisch erscheinenden Ort zusammen. Im Zentrum steht dabei eine Kleinfamilie, die von dem Ehepaar Guy (Gael García Bernal) und Prisca (Vicky Krieps) zusammen mit ihren Kindern Trent und Maddox gebildet wird. Ein Ferienaufenthalt in einem Luxusressort - als Schnäppchen erworben, bekennt Prisca an einer Stelle - soll der kriselnden Ehe eine Verschnaufpause verschaffen. Auch die anderen Familien und Paare, die mit ihnen zu einem Sonderausflug an einen entlegenen, aber wildschönen Strand gefahren werden, sind alle an einem Krisenpunkt. Erst im Lauf des Films aber stellt sich heraus, was die wahren Ursachen ihrer Neurosen und Beschwerden sind - und vor welches große, eventuelle unlösbare Problem sie die Prämisse des Films zusätzlich stellt.

Mit einer herausragenden Kameraarbeit, die mit überraschenden Bewegungen und kalkulierten Tiefenschärfewechsel eine ganz eigene Perspektive auf die dramatischen Entwicklungen freigibt, und einer sehr atmosphärischen Verdichtung der Erzählung auf den Ablauf von kaum mehr als 24 Stunden, gelingt Shyamalan ein Thriller, dessen Reiz sich mit der Zeit mehr und mehr entfaltet - mit dem hochinteressanten Dreh, dass die Zeit selbst das zentrale Thema bildet. Die Fragen um Alter, Krankheit und Tod bündelt der Regisseur in einen Plot, der gewissermaßen sich selbst kommentiert: So wie die Figuren auf der Suche nach einer Lösung aus ihrer Lage sind, während sie sich unfähig fühlen, die wahren Hintergründe und Verursacher zu entschlüsseln, muss sich auch der Zuschauer hier permanent selbst hinterfragen.

Die einzelnen Rollen sind durchweg gut besetzt, Vicky Krieps und Gael García Bernal spielen herausragend, besonders gelungen erschien der Jury auch die unterschiedliche Besetzung der beiden Kinder in ihren verschiedenen Alters- bzw. Lebensphasen. Gelobt wurde auch die sehr stimmige Filmmusik. Die Eindimensionalität der Dialoge fällt dagegen ab, kann aber der Spannung keinen Abbruch tun. "Old" funktioniert sowohl als großartig fotografierter Mystery-Film, als auch als Meta-Kino, das mit den eigenen Kunstmythen spielt.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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