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Niemals selten manchmal immer

Eindringlicher feministischer US-Festivalhit, in dem zwei Teenagerinnen vom Land eine Fahrt nach New York unternehmen.

Niemals selten manchmal immer Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Großbritannien, USA 2020
Regie Eliza Hittman
Darsteller Sidney Flanigan, Talia Ryder, Théodore Pellerin
Kinostart 01.10.2020
Einspielergebnis D € 232.134
Bes. (EDI) 30.194
Bes. (FFA) 29.778
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Boxoffice USA $ 16.285
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Die 17-jährige Autumn ist ungewollt schwanger geworden. Sie weiß, dass sie im Arbeitermilieu des ländlichen Pennsylvania nicht mit Solidarität rechnen kann. Mit ihrer Cousine Skylar macht sich Autumn auf den Weg nach New York City, wo sie hofft, eine Abtreibung vornehmen zu können. Es wird eine harte und niemals leichte Reise.

Mit dem Festivalhit "Beach Rats" hatte sich Eliza Hittman für Größeres empfohlen: Ihr neues Independentdrama, das in Sundance und bei der Berlinale prämiert wurde, ist ein leises, ruhiges, um so eindringlicheres Coming-of-Age-Drama und Plädoyer für die Selbstbestimmung der Frau, das mit Sidney Flanigan und Talia Ryder über zwei herausragende Hauptdarstellerinnen verfügt.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Leises und einfühlsames Coming-of-Age-Drama um eine 17-Jährige vom Land, die in New York abtreiben will.

Eliza Hittman, die mit dem Coming-of-Age-und Coming-Out-Drama "Beach Rats" bereits im deutschen Kino war, wurde für ihre dritte Langfilmregiearbeit bereits in Sundance mit dem Sonderpreis der Jury gewürdigt und nun auch bei der Berlinale gefeiert. Niemals selten manchmal immer war ein Publikumsfavorit, weit vorne bei den Kritikerspiegeln und gewann zurecht den Silbernen Bären (Großer Preis der Jury). Im Zentrum des eindringlichen und einfühlsamen Dramas steht die 17-jährige Autumn aus Pennsylvania, die feststellt, dass sie schwanger ist, das Baby aber nicht behalten, auch nicht adoptieren lassen will, wie ihr die Beratungsstelle nahelegt. Kaum zu glauben ist, dass Autumn dort, wie man später erfährt, bei der Dauer der Schwangerschaft belogen wurde. Da sie in ihrem Heimatort die Genehmigung ihrer Eltern braucht, um abzutreiben, fährt sie mit dem Bus nach New York, begleitet von ihrer Cousine und guten Freundin Skylar.

Die US-Indiefilmemacherin, die auch das Drehbuch beisteuerte, erzählt feinfühlig und in aller Ruhe von ihrer zwei lange Tage und Nächte andauernden Reise, schildert genau, fast dokumentarisch das Prozedere in der Klinik, vor der christliche Gruppen gegen Abtreibung demonstrieren. Zum Prozedere gehört ein Fragebogen, bei dem mit den titelgebenden Worten geantwortet werden muss. Erst da wird endgültig deutlich, dass Autumn missbraucht wurde. Das Schweigen als Antwort der Protagonistin genügt. Eine herzzerreißende und doch so einfache Szene, die im Gedächtnis bleibt. Hittman walzt die Tragik nicht aus, weder hier noch in vorherigen oder späteren Szenen, sondern erzählt fast beiläufig. Sie zeigt lieber die Vertrautheit der Freundinnen, wie sie sich auch mal streiten, Witze machen oder wie Skylar vor Autumn mit einem Jungen knutscht.

Niemals selten manchmal immer ist ein leises, unglaublich authentisch anmutendes Drama, aber dafür ein umso kraftvolleres Plädoyer für die Selbstbestimmung der Frau. Die Kamera von Hélène Louvart (die übrigens auch den Wettbewerbsbeitrag "Todos os Mortos" fotografierte) ist immer nah oder sehr nah an den beiden wunderbaren Hauptdarstellerinnen Sidney Flanigan und Talia Ryder, die man sich nach diesen Performances unbedingt merken sollte. hai.

Quelle: Blickpunkt:Film

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nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Universal
O-Titel Never Rarely Sometimes Always
Alternativ-/Arbeitstitel Never, Rarely, Sometimes, Always
Land / Jahr Großbritannien/USA 2020
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Kinostart 01.10.2020
Laufzeit 102
FSK ab 6 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 232.134
Bes. (EDI) 30.194
Bes. (FFA) 29.778
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USA-Start 13.03.2020, bei Focus Features
Boxoffice USA $ 16.285
Web-Link https://upig.de/micro/niemals-selten-manchmal-immer, https://www.youtube.com/watch?v=7ZUOzlVsNp8, https://www.youtube.com/watch?v=0sRY87Zv31g
nach oben Cast & Crew
Produzenten Lia Buman, Rose Garnett, Tim Headington, Sara Murphy, Alex Orlovsky, Elika Portnoy, Adele Romanski
Koproduzenten Tatiana Bears, Brad Becker-Parton, Lara Costa Calzado, Max Silva
Ausf. Produzenten Mark Ceryak, Barry Jenkins
Regie Eliza Hittman
Drehbuch Eliza Hittman
Darsteller Sidney Flanigan (Autumn), Talia Ryder (Skylar), Théodore Pellerin, Ryan Eggold (Ted), Sharon Van Etten
Kamera Hélène Louvart
Schnitt Scott Cummings
Musik Julia Holter
Produktionsdesign Meredith Lippincott
Kostüme Olga Mill
Casting Géraldine Barón, Salome Oggenfuss
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
43. Gilde-Filmpreis   2020, Leipzig, 17.09.2020 Bester Film (international)  
70. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Internationale Filmfestspiele in Berlin
2020, Berlin, 01.03.2020 Silberner Bär - Großer Preis der Jury  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Niemals selten manchmal immer Universal Pictures Germany DVD, ab 6, 98 Min. Kauf
Niemals selten manchmal immer Universal Pictures Germany DVD, ab 6, 98 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Die 17-jährige Autumn ist ungewollt schwanger geworden. Sie weiß, dass sie im Arbeitermilieu des ländlichen Pennsylvania nicht mit Solidarität rechnen kann. Mit ihrer Cousine Skylar macht sich Autumn daher auf den Weg nach New York City, wo sie hofft, legal eine Abtreibung vornehmen zu können. Es wird eine harte und niemals leichte Reise.

Mit dem Festivalhit "Beach Rats" hatte sich Eliza Hittman für Größeres empfohlen: Ihr neues Independentdrama, das in Sundance und bei der Berlinale prämiert wurde, ist ein leises, ruhiges, um so eindringlicheres Coming-of-Age-Drama und Plädoyer für die Selbstbestimmung der Frau, das mit Sidney Flanigan und Talia Ryder über zwei herausragende Hauptdarstellerinnen verfügt.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Eindringlicher feministischer US-Festivalhit, in dem zwei Teenagerinnen vom Land eine Fahrt nach New York unternehmen.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollFBW-Pressetext:

Von der ersten Minute an ist der Film (Regie und Drehbuch: Eliza Hittman, Kamera: Hélène Louvart) ganz nah bei Autumn, der weiblichen Hauptfigur, die sich nicht nur in einer Ausnahmesituation, sondern auch auf der Schwelle zwischen Jugend und Erwachsensein befindet. Sidney Flanigan spielt Autumn eindringlich und natürlich, ihre inneren Konflikte, die auch von ihrem Umfeld geprägt sind, empfindet man stets mit. In der amerikanischen Provinz warten keine Karriereträume und auch in der Familie erfährt Autumn nur wenig Aufmerksamkeit. Hittman lässt sich Zeit dabei, Autumn und ihre Cousine Skylar auf ihrer Reise nach New York zu begleiten und lässt, ganz realistisch, auch die diversen Beratungsgespräche, die Autumn über sich ergehen lassen muss, fast in Echtzeit geschehen. So entsteht ein sehr seltener, fast dokumentarisch anmutender Einblick in eine authentische Lebenswelt, die nur wenig Dialoge benötigt. Und doch sprechen die Figuren viel miteinander - mit Blicken, mit Gesten, mit ihren Bewegungen und Haltungen. Seine starke Haltung pro Selbstbestimmung der Frau legt der Film subtil dar und erzählt eher leise als laut. Eine echte Indie-Perle, die mit subtil eingesetzten inszenatorischen Mitteln eine packend dichte Atmosphäre schafft und deren unglaublich starke und unabhängige Protagonistinnen die Geschichte von Anfang bis Ende tragen. Auf der diesjährigen Berlinale wurde der Film dafür mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

FBW-Jury-Begründung:

Eliza Hittmans zweite Regiearbeit NIEMALS SELTEN MANCHMAL IMMER gehört zweifellos zu den einfühlsamsten, prägnantesten und bewegendsten Filmdramen, die sich bis heute mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch beschäftigt haben. Eine der zentralen Stärken des Films findet sich darin, dass die erzählerische Perspektive der beiden Hauptprotagonistinnen mit absoluter Konsequenz eingehalten wird. Stilistisch ist der Film einem scheinbar extremen Realismus verpflichtet, der jedoch weniger durch dokumentarische Mittel erzeugt wird als durch ein stark verdichtetes Buch und einer hochkonzentrierten Inszenierung der herausragenden Schauspielerinnen. Im Laufe des Films wird im Vergleich zum Üblichen sehr wenig gesprochen, die aus dem ländlichen Pennsylvania stammenden Figuren strahlen fast etwas Verstocktes aus - umso stärker wächst mit zunehmender Dauer des Films die Identifikation mit ihnen. Den Bärenanteil daran, dass uns die Figuren näher erscheinen, als jede Abfolge von Dialogen es je vermag, trägt zweifelsohne Hélène Louvarts exzellente Kameraarbeit. Immer dicht bei den beiden Freundinnen spiegelt die Kamera in ihren Aktionen voller Zuneigung die Geschichte der beiden. Es ist, als streichle sie die Figuren und spreche aus, was die Freundinnen nicht ausdrücken können. Die ganze Grausamkeit der Situation und der sozialen Auswirkungen, die hinter den Figuren steht, wird nicht ausgesprochen, sondern hängt jederzeit als Bedrohung derart deutlich über den Szenen, dass wir als Betrachter*innen fast körperlich reagieren. Auch die Gefährdung, der beide im nächtlichen New York ausgesetzt sind, ist nur durch Andeutungen jederzeit spürbar. Eliza Hittman muss erstaunlich wenig ausformulieren, um das toxisch Männliche und das herrschende System des Patriarchats auf der Straße verstehbar zu machen, in dem sich zwei junge, unbedarft erscheinende Mädchen permanenter Sexualisierung ausgesetzt sehen. Auch wird niemals thematisiert, wie es zu dieser Schwangerschaft kam - die Positionierung der Figuren in die gezeigte Welt bietet Antwort genug. Diese kunstvoll subtile Kommunikation der sozialen Zwischentöne, die von hoher Verantwortung gegenüber Stoff und Figuren zeugt, intensiviert noch die Beziehung, die sich zwischen Zuschauer*innen und Figuren aufbaut. All das kulminiert in der Befragung, der sich die Hauptfigur in der Abtreibungsklinik stellen muss, in der sie auf jede Frage mit jeweils einer der titelgebenden Antworten reagieren soll. In einer einzigen minutenlangen Einstellung gedreht, offenbart sich in wenigen Worten der ganze Abgrund an Erfahrungen des Mädchens in der patriarchalen Welt ihres Umfelds. Es ist nicht weniger als meisterhaft, wie Eliza Hittman uns emotional durch die Geschichte führt und dabei jederzeit ihren Figuren und dem Anliegen gegenüber absolut ehrlich und aufrichtig bleibt. Ein sensibler, ein wichtiger, ein großer Film.

FBW-Jugend-Filmjury:

(www.jugend-filmjury.com)

Das US-amerikanische Drama NIEMALS SELTEN MANCHMAL IMMER zeigt einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben der 17-jährige Autumn, die ungewollt schwanger ist und abtreiben will. Sie verheimlicht dies vor ihren Eltern, ohne deren Erlaubnis jedoch eine Abtreibung in ihrer Heimat Pennsylvania nicht möglich ist. Nur Autumns Cousine Skylar entdeckt ihr Geheimnis und gemeinsam reisen die Mädchen nach New York, um dort die Abtreibung vornehmen zu lassen. Die Reise dehnt sich länger aus als erwartet und die Mädchen müssen sich einige Tage im winterlichen New York ohne Geld durchschlagen. Der Film setzt auf eine starke Bildsprache und führt den Zuschauer auf diese Weise nah an die Hauptfiguren heran. Die Kamera begleitet die Mädchen dynamisch durch das nächtliche New York und transportiert ihre Emotionen durch zahlreiche Nah- und Detailaufnahmen. Mit einer langsamen Schnittfolge und einer ruhigen Tongestaltung, die auch stillen Momenten Raum gibt, wird eine harmonische Atmosphäre geschaffen. Die Schauspielerinnen verkörpern ihre Rollen glaubhaft und realistisch. So bleibt der Zuschauer nah an der Gefühlswelt der Mädchen und erlebt das Geschehen aus ihrer Perspektive. Zentrale innere Entwicklungen werden in einigen Passagen durch symbolische Handlungen, wie etwa der Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes, dargestellt. Der Handlungsverlauf ist immer chronologisch ange-ordnet. In einer Reduzierung verkürzt er jedoch die erzählte Zeit, in-dem er sich auf die wesentlichen Momente konzentriert. Zentrales Thema des Films ist der Umgang mit einer ungewollten Schwanger-schaft, der Entscheidung und den Konsequenzen, die damit zu treffen sind. Der Film nimmt dabei keine direkte Position ein, sondern betont, dass es wichtig ist, dass die junge Frau selbst die Entscheidung trifft. Er dokumentiert ein Einzelschicksal, lässt aber auch Raum für eigene Überlegungen und deutet dabei manches an. So bleibt der Vater des Kindes völlig unbekannt, wodurch verstärkt wird, dass die Entscheidung von ihr getroffen werden muss. Der Film spricht eher eine weibliche Zielgruppe an sowie Zuschauer, die sich anhand eines berührenden Beispiels mit dem Thema befassen wollen. Wir empfehlen den Film einem Publikum ab 14 Jahren.

dramatisch: 4 Sterne
interessant: 4 Sterne
berührend: 3 Sterne
realistisch: 4 Sterne
relevant: 4 Sterne

Gesamtbewertung: 4 Sterne.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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