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Minari - Wo wir Wurzeln schlagen

Herausragendes Drama über eine Familie koreanischer Einwanderer und ihren amerikanischen Traum.

Minari - Wo wir Wurzeln schlagen Großansicht
(Bild: Prokino (Studiocanal))
Verleih Prokino (Studiocanal)
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2020
Regie Lee Isaac Chung
Darsteller Steven Yeun, Yeri Han, Youn Yuh-jung
Kinostart 08.07.2021

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Die koreanischen Eheleute Jacob und Monica ziehen mit ihren beiden Kindern David und Anne Mitte der Achtzigerjahre in die Ozarks in Arkansas, wo sich Jacob den Traum von einer eigenen Farm mit koreanischem Gemüse und Obst erfüllen will. Die Spannungen in der Familie wachsen. Dann zieht auch noch Monicas Mutter aus Südkorea zur Familie und soll in Davids Zimmer wohnen. Ein großes Ärgernis für den Jungen. Doch langsam kommen sich Oma und Enkel näher.

Herausragendes Drama über eine Familie koreanischer Einwanderer und ihren amerikanischen Traum, für das sich Filmemacher Lee Isaac Chung von seiner eigenen Kindheit in Arkansas inspirieren ließ. Steven Yeun aus "The Walking Dead" spielt den Vater, der kleine Alan S. Kim erobert die Herzen der Zuschauer im Sturm als Sohn in diesem stimmig erzählten Oscar-Kandidat im Spannungsfeld zwischen John Ford und François Truffaut.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Herausragendes Drama über eine Familie koreanischer Einwanderer und ihren amerikanischen Traum.

Ein Jahr ist vergangen, seitdem "Minari" Sundance im Sturm nahm, den Großen Preis der Jury erhielt und den Publikumspreis noch dazu. Anders als andere vormalige Gewinner des wichtigsten Independentfestivals der Welt ist die vierte Regiearbeit des koreanisch-stämmigen Filmemachers Lee Isaac Chung seither nicht verglüht. Wenn überhaupt, leuchtet der Stern des Films jetzt noch heller, er wird mittlerweile als Oscaranwärter in der ein oder anderen Hauptkategorie gehandelt, eine Nominierung als bester Film gilt als gesichert. Zu Recht. Weil Chung mit seinem kleinen Film ein großer Wurf gelungen ist, ein amerikanisches Epos, erzählt als intime Erinnerung. Eine Ode an harte Arbeit und den amerikanischen Boden, an die Liebe zu Familie und das Vertrauen auf eine Zukunft, die mit den eigenen Händen geformt werden soll und doch anders sein wird als erwartet, wie "Früchte des Zorns" oder "Tage des Himmels". Aber eben auch ein Tagebuch über das Großwerden in einer Welt, die jeden Tag aufs Neue wieder ein Wunder ist, wenn man sie durch Kinderaugen sieht.

"Minarii" - so heißt ein koreanisches Gewürz, dessen außergewöhnliche Eigenschaft es ist, zu gedeihen und Wurzeln zu schlagen, wo immer man es auch anbauen mag - ist so besonders, weil er sich anfühlt, als würde sich das wahre Leben über die sorgfältig komponierten Kinobilder legen.

Was im Grunde auch der Fall ist: Mit seinem Film verarbeitet Lee Isaac Chung seine eigene Kindheit auf einer Farm im ländlichen Arkansas und lässt diese Memoiren explodieren mit jener Art von Freude und Kummer, wie sie nur Kinder verspüren - es ist eine Entdeckungsreise durch eine dem Zuschauer fremde Welt, die Chung einem erscheinen lässt als hätte man sie schon immer gekannt, angefüllt mit kleinen Momenten und Details und Ausschmückungen, die man förmlich zu greifen glaubt.

Zu Beginn sieht man die koreanischen Eheleute Jacob und Monica mit ihren beiden Kindern, wie sie Mitte der Achtzigerjahre mit ihrem Auto und einem gemieteten Laster ankommen in den Ozarks, auf einem einsamen Fleckchen Land mit einem heruntergekommenen Wohnwagen. Zehn Jahre haben sie in Kalifornien geschuftet, als "chicken sexer", haben in einer Fabrik am Fließband festgestellt, ob frisch geschlüpfte Küken männlich oder weiblich sind und haben die unnützen Männchen aussortiert. Jetzt will sich Jacob den Traum erfüllen von einer eigenen Farm mit koreanischem Gemüse und Obst, um den Kindern eine Zukunft in der neuen Heimat Amerika zu sichern. Durch die Augen des kleinen David, ein kränkelnder Junge mit einem schwachen Herzen, erlebt man mit, wie die Spannungen zwischen den Eheleuten in der Einöde so sehr wachsen, dass Jacob sich bereiterklärt, auch Monicas Mutter aus Südkorea in den Familienverband aufzunehmen. Für David eine Katastrophe: Die Dame mit dem schadlosen Schandmaul und den schlechten Manieren riecht nicht nur alt, sondern wird auch noch in Davids Zimmer untergebracht. Wie sich aus ihrer Feindschaft langsam eine liebevolle Freundschaft entwickelt, erzählt Chung mit einer lustvollen Leichtigkeit, während die Fron auf der Farm die Familie immer wieder auf eine harte Probe stellt.

Was es auch sein mag, das dieser Clan koreanischer Einwanderer mitmacht, um sich seinen ganz eigenen amerikanischen Traum zu erfüllen, als Zuschauer ist man immer in Einklang mit der Geschichte und ihren Figuren, die so zärtlich und liebevoll zu Leben erweckt werden, wie man es sich immer wünschen würde im Kino. Alle Schauspieler sind wundervoll: The Walking Dead-Star Steven Yeun überzeugt nach Burning erneut mit Tiefgang als Mann, der sich selbst etwas beweisen will; als Großmutter ist die koreanische Filmlegende Youn Yuh-jung eine Wucht; und der kleine Alan S. Kim erobert als David die Herzen der Zuschauer im Sturm. Was für ein wunderbares Kind. Nie fühlt man sich hier manipuliert, nie wirkt die Geschichte bemüht. Einzig ein Brand gegen Ende des Films mag forciert erscheinen - und doch ist das Bild der Familie in den Trümmern seiner Existenz, aus denen etwas Neues entstehen kann, absolut stimmig und essenziell. Weil es ein stimmiger und essenzieller Film ist, im Spannungsfeld zwischen John Ford und François Truffaut und doch immer einzigartig. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Prokino (Studiocanal)
O-Titel Minari
Land / Jahr USA 2020
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Kinostart 08.07.2021
Laufzeit 115
USA-Start 12.02.2021, bei A24 Films
nach oben Cast & Crew
Regie Lee Isaac Chung
Darsteller Steven Yeun, Yeri Han, Youn Yuh-jung
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
93. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2020, Los Angeles, 25.04.2021 Beste Nebendarstellerin Youn Yuh-jung
78. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2021, Los Angeles, 28.02.2021 Bester fremdsprachiger Film  
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