Leaving Las Vegas

Unter die Haut gehendes Alkie-Drama, für das Hauptdarsteller Nicholas Cage mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

Leaving Las Vegas Großansicht
(Bild: Prokino (Filmwelt))
Verleih Prokino (Filmwelt)
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA, Frankreich 1995
Regie Mike Figgis
Darsteller Nicolas Cage, Elisabeth Shue, Julian Sands
Kinostart 09.05.1996
Einspielergebnis D € 3.966.368
Bes. (EDI) 712.793
Bes. (FFA) 722.393
Boxoffice USA $ 31.859.337

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Der erfolglose Hollywood-Autor Ben Sanderson muß einsehen, daß er dem Teufel Alkohol völlig verfallen ist. Eines Tages hebt er sein restliches Vermögen vom Konto ab und begibt sich dorthin, wo die Bars niemals schließen: Las Vegas. Sein Vorhaben ist einfach, er will sich zu Tode saufen. Bei seinen Streifzügen durch das Trinker-, Dealer und Spielermilieu der Glitzerstadt lernt er die Prostituierte Sera kennen, die sich bereit erklärt Bens beschwerlichen Leidensweg zu teilen, ohne ihn jedoch von seinem Vorhaben abzuhalten.

Für seine beängstigende, unter die Haut gehende Darstellung des Alkoholikers Ben erhielt Nicholas Cage völlig zu Recht den Oscar als bester Darsteller. Doch auch sonst muß sich Mike Figgis ("Stormy Monday") rigoroses Sucht-Portrait nicht verstecken: Mit exzellentem Score, Cameo-Auftritten an jeder Ecke gelang ihm ein ergreifendes persönliches Drama, das den Alkoholismus in einer Form beschreibt, wie es im Kino bisher selten geschah.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Wie schön, daß es trotz aller Megalomanie in der Branche immer wieder auch das Gegenteil gibt: Filme mit kleinem Budget und großer Story. Mike Figgis beweist erneut, daß er einen packenden, verstörenden, hervorragenden Film machen kann - mit wenig Geld, wenig Zeit und viel Talent. "Leaving Las Vegas" ist ein atemberaubend intensiver, kompakter Film, der seine Geschichte, sein Thema keinen Moment verläßt und dem Zuschauer keine Erholungspause gönnt. Die Story ist ein konsequenter und kompromißloser Abstieg in den Untergang. Ein erfolgloser Hollywood-Autor (Nicholas Cage spielt ihn mit beängstigendem Realismus) ist dem Alkohol verfallen und spürt, daß er aus dem Teufelskreis nicht mehr herauskommt. Er hebt den Rest seines Geldes vom Konto ab und begibt sich dorthin, wo die Bars niemals schließen: Las Vegas. Bei seiner Tour durch die dortige Trinker-, Spieler-, Dealer- und Stricher-Szene gerät er immer mehr an den immer schäbiger werdenden Rand des verlogenen Glitzerambiente und immer tiefer hinein in die düstere Welt der Verzweifelten und Verlorenen. Ben Sanderson lernt Sera kennen - der Schriftsteller und die Hure. Figgis geht mit diesem Topos ziemlich subtil und beklemmend veristisch um. Er benutzt Klischees und gibt ihnen einfach einen anderen Inhalt. Sera (Elisabeth Sue spielt sie mit rigoroser Hingabe an diese verzweifelte Figur, eine bemerkenswerte Schauspielerin!) verliebt sich in Ben, in seine Verletzlichkeit - und er geht schließlich auf ihr Angebot ein, zu ihr zu ziehen. Die einzige Bedingung, die er stellt: Sie soll ihn nie bitten, auffordern oder gar zwingen, mit dem Trinken aufzuhören. So entsteht auf der Leinwand eines der seltsamsten, bewegendsten und auf ungewöhnliche Art romantischsten Liebespaare der Filmgeschichte. Beide sind so ausschließlich auf einander und ihre Liebe angewiesen und konzentriert, so unerbittlich ihren Emotionen ausgeliefert und ebenso ihren seelischen und körperlichen Verfassungen, daß man als Zuschauer nicht nur immer tiefer in das Geschehen auf der Leinwand hineingesogen wird, sondern auch mehr und mehr das Gefühl bekommt, dem Kranken helfen zu wollen. Figgis schafft beim Zuschauer ein überwältigendes Maß an Beteiligtsein, wie es selten heute im Kino passiert. Und er bringt es außerdem fertig, den Alkoholismus wirklich als Krankheit zu begreifen, den physisch immer mehr abbauenden Mann als Kranken zu sehen, seine Selbstzerstörung als letzten Ausweg und als Erlösung zu sehen. Ein Mann sucht seinen Tod, läßt sich durch nichts davon abbringen und findet ihn schließlich auch. Mike Figgis inszeniert diese Passion wie einen Blues, Jazz in seiner ursprünglichsten, existentialistischen Form - und Figgis ist, wie schon bei seinem phänomenalen "Stormy Monday", sein eigener Komponist und Musiker. Das macht den Film so beunruhigend klaustrophobisch wie aus einem Stück. Und die Cameo-Auftritte von Figgis selbst und seinen Freunden Julian Sands (als Seras litauischer Zuhälter), Bob Rafelson, Valeria Golino, Lou Rawls geben dem Film etwas wunderbar Persönliches, Intimes. "Leaving Las Vegas" ist kein versöhnliches Drama, sondern ein unversöhnliches Delirium. Großes Kino, weil es vom Leben handelt, auch wenn es um den Tod geht. fh.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Prokino (Filmwelt)
O-Titel Leaving Las Vegas
Land / Jahr USA/Frankreich 1995
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Kinostart 09.05.1996
Laufzeit 112
FSK ab 16 Jahre
Tonformat Dolby
Einspielergebnis D € 3.966.368
Bes. (EDI) 712.793
Bes. (FFA) 722.393
Boxoffice USA $ 31.859.337
nach oben Cast & Crew
Produzenten Lila Cazès, Annie Stewart
Ausf. Produzenten Paige Simpson, Stuart Regen
Regie Mike Figgis
Drehbuch Mike Figgis
Buchvorlage John O'Brien
Darsteller Nicolas Cage (Ben Sanderson), Elisabeth Shue (Sera), Julian Sands (Yuri), Richard Lewis (Peter), Valeria Golino (Terri), Steven Weber (Marc Nussbaum), Graham Beckel (Barmixer), R. Lee Ermey (Versammlungsteiln.), Laurie Metcalf (Vermieterin), David Brisbin (Vermieter), Xander Berkeley (Zynischer Taxifahrer), Lou Rawls (Anteilnehmender Taxifahrer), Mike Figgis (1. Gangster), Kim Adams (Sheila), Emily Procter (Debbie), Stuart Regen (Mann an Bar), Thomas Kopache (Mr. Simpson), Waldemar Kalinowski (2. Gangster), Ed Lauter (3. Gangster)
Kamera Declan Quinn
Schnitt John Victor Smith
Musik Mike Figgis, Anthony Marinelli, Sting
Produktionsdesign Waldemar Kalinowski, Barry Kingston
Ton Pawel Wdowczak
Kostüme Laura Goldsmith
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
68. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
1995, Los Angeles, 25.03.1996 Bester Hauptdarsteller Nicolas Cage
53. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
1996, Los Angeles, 20.01.1996 Bester Hauptdarsteller (Drama) Nicolas Cage
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Leaving Las Vegas (Digital Remastered) STUDIOCANAL Home Entertainment Sales DVD, ab 16, 107 Min. Kauf
Leaving Las Vegas (Digital Remastered) STUDIOCANAL Home Entertainment Sales Blu-ray Disc, ab 16, 112 Min. Kauf
Leaving Las Vegas STUDIOCANAL Home Entertainment Sales DVD, ab 16, 107 Min. Kauf
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Leaving Las Vegas (Oscar-Edition)
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Universal Pictures Germany DVD, ab 16, 107 Min. Kauf
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Laser Paradise DVD, ab 16, 107 Min. Kauf
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AVU-Video-Vertriebs-GmbH DVD, ab 16, 107 Min. Kauf
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Movie Edition DVD, ab 16, 107 Min. Kauf
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Movie Edition DVD, ab 16, 107 Min. Kauf
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AVU-Video-Vertriebs-GmbH VHS, ab 16, 107 Min. Kauf
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Laser Paradise Laser Disc, ab 16, 107 Min. Kauf
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VPS Film-Entertainment VHS, ab 16, 107 Min. Leih
Enthalten in:
Arthaus Collection - American Independent Cinema (10 Discs)
Nicht lieferbar
STUDIOCANAL Home Entertainment
DVD, ab 16
Kauf
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Ben Sanderson ist am Ende. Von seiner Frau verlassen fängt der Drehbuchautor an, unkontrolliert zu trinken. Schließlich kratzt er sein letztes Geld zusammen und fährt nach Las Vegas. Sein Ziel: Soviel zu trinken, bis er stirbt. In der Wüstenstadt verliebt er sich allmählich in die Prostituierte Sera und zieht bei ihr ein. Aus der anfänglichen Freundschaft zwischen den beiden Außenseitern erwächst allmählich Liebe, die jedoch auf brutale Belastungsproben gestellt wird.

Mike Figgis ("Mr. Jones") gelang eine der ungewöhnlichsten Love Storys der Hollywood-Geschichte. Die intensive, kompromißlose Beziehung zwischen zwei Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, erzählt der britische Regisseur sowohl schonungslos realistisch als auch anrührend poetisch. Nicolas Cage ("The Rock") erhielt für seine unsentimentale loser-Darstellung den Oscar und auch Elisabeth Shue ("Cocktail") katapultierte sich mit ihrem Huren-Porträt in die erste Reihe der weiblichen Hollywood-Garde. Ein Hit.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Ben Sanderson ist am Ende, seine Sorgen ertränkt er in rauhen Mengen Alkohol. In Las Vegas will er sich zu Tode trinken. Da begegnet ihm die Prostituierte Selena, die ihm für eine Weile Halt gibt. Ungewöhnliche Lovestory und rigoroses Sucht-Portrait mit exzellentem Schauspieler-Duo und Score.

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