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Last Night in Soho

Psychothriller um eine junge Frau, die in London ihre Träume ausleben will und stattdessen in einen Alptraum gerät.

Last Night in Soho Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Großbritannien 2021
Regie Edgar Wright
Darsteller Anya Taylor-Joy, Matt Smith, Diana Rigg
Kinostart 11.11.2021
Einspielergebnis D € 700.530
Bes. (EDI) 86.661
Bes. (FFA) 86.929
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Boxoffice USA $ 10.107.485
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nach oben Inhalt & Info

Die junge Eloise wächst behütet bei ihrer Großmutter in Cornwall auf. Seitdem sich ihre psychisch labile Mutter das Leben genommen hat, fürchtet sie, ihr könne Gleiches widerfahren. Wie ihre Mutter liebt sie die Sechzigerjahre, den Stil, die Musik. Nachdem sie in London, wo sie Mode studieren will, eine unschöne Erfahrung im Wohnheim gemacht hat, beginnt sie sich in ihrer neuen Unterkunft bei einer alten Dame in Tagträume zu flüchten, die in den Sechzigern spielen. Darin ist Eloise eine andere, die selbstbewusste, aufreizende Sandy, die Karriere als Sängerin machen will.

Edgar Wright, der gerne Genres mixt, erzählt hier die bisweilen auch humorige Geschichte einer jungen Frau, die von den Sechzigerjahren besessen ist, und die zum Psychothriller, ja Horrortrip im Stil von Dario Argento wird. Ihm gelingen vor allem in der ersten Hälfte virtuos inszenierte Szenen. Die Venedig-Premiere wartet außerdem mit einer starken Besetzung auf, mit den jungen Thomasin McKenzie und Anya Taylor-Joy und den Sixties-Schauspielikonen Rita Tushingham, Terence Stamp und Diana Rigg, der der Film gewidmet ist.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Wenn man sich in die Hände von Edgar Wright begibt, dann kann man sicher sein, etwas Besonderes zu erleben: virtuose Inszenierung, atemberaubende visuelle Umsetzung, perfekte Fusion von Bild und Musik - Kino in einer ganz puren Form. Genauso sicher kann man sich aber auch sein, dass er die Brillanz nicht auf voller Strecke durchhalten wird, dass er seinen schlimmsten juvenilen Impulsen nachgeben und seine Filme, manchmal erst auf den letzten Metern, entgleisen lassen wird. Seine neueste Arbeit, "Last Night in Soho", ein ambitionierter Originalstoff, der tief aus der britischen Popkultur der Sechzigerjahre schöpft und sie in die Gegenwart versetzt, ist leider keine Ausnahme. Was ein Jammer ist. Zunächst ist der Film nämlich eine Wucht. So wie Wright es versteht, das Geigenintro von Cilla Blacks frühem Pophit "You're My World" aus dem Jahr 1964 so einzusetzen, als würde gleich Norman Bates hinter dem Vorhang hervorspringen, ist der Film über eine weite Strecke ein verführerisches Gebräu, in dem sich aus dem Wonnegefühl der Nostalgie im Handumdrehen Bedrohung und Schrecken schälen können.

In der Besetzung führt "Last Night in Soho" drei legendäre Ikonen der Sechzigerjahre, die Aushängeschilder eines neuen Kinos und Fernsehen der Zeit waren: Rita Tushingham aus "Der Kniff", Terence Stamp aus "Die Herrin von Thornhill" oder "Poor Cow", Diana Rigg aus "Mit Schirm, Charme und Melone" in ihrer letzten Rolle - der Film ist ihr gewidmet. Das entscheidende Vorbild ist indes ein anderer Klassiker der Zeit, "Ekel" von Roman Polanski, in dem eine junge Frau in London sich von Männern bedroht fühlt, Angstzustände entwickelt und schließlich im Wahnsinn versinkt. Wright nutzt eine ganz ähnliche Prämisse, um seine von den Sixties besessene Hauptfigur Eloise, gespielt von Thomasin McKenzie aus "Jojo Rabbit", die Catherine Deneuve in "Ekel" auffallend ähnlich sieht, in ihren Tagträumen und Fantasien zunächst in der Vergangenheit Zuflucht suchen zu lassen wie in einem sicheren Hafen, bis ihre Ängste und Paranoia die Flucht in die Sixties zu Horrortrips werden lassen, aus denen es keinen Ausweg zu geben scheint.

Eloise lebt behütet bei ihrer Großmutter in Cornwall. Seitdem sich ihre psychisch labile Mutter das Leben genommen hat, lebt sie in ständiger Angst, ihr könne Gleiches widerfahren. Die Sechzigerjahre sind ihr Schutzschild. Tatsächlich vermutet man sich zu Beginn des Films in der Vergangenheit und erschrickt förmlich, wenn Eloise im Zug auf dem Weg nach London, wo sie die Modeschule besuchen wird, auf einmal Beats-Kopfhörer trägt. Der Film spielt in der Gegenwart. Die Sechziger sind in ihrem Kopf: die Kinks und Yardbirds der psychedelischen Ära, als London wirklich swinging war. Ihre Visionen führen sie allerdings in ein anderes London: das London der Kray-Brüder, der Stripclubs und Animierschuppen von Soho, wo man die sehnsuchtsvollen, aber betont sexlosen Songs von Dusty Springfield, Lulu und eben Cilla Black hört. Nachdem Eloise nach einem unerfreulichen Intermezzo in einem Studentenwohnheim bei einer alten Dame ein kleines Zimmer im Dachgeschoss bezieht, setzen ihre Träume von den Sechzigern ein. Dort ist ihr Alter ego die aufregende, aufreizende und sensationell selbstbewusste Sandy, gespielt von Anya Taylor-Joy aus "Das Damengambit", die es sich in den Kopf gesetzt hat, als Sängerin Karriere zu machen. Diese Passage ist der Höhepunkt von "Last Night in Soho", berauschend umgesetzt von Edgar Wright, anspielungsreich, voller Einfälle und genialer Kniffe. Weit stößt er die Türen auf, kann seinen Film in alle denkbaren Richtungen bewegen. Er entscheidet sich für grotesken Horror wie von Dario Argento. Das ist zwar nicht inkonsequent, weil Argentos Kino nie konventioneller Narration, sondern stets der absurden Logik von Albträumen folgt. Aber es ist gleichzeitig auch nicht besonders aufregend, interessant oder effektiv, weil man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, wie so oft bei Wright, dass er nicht an seinen Figuren, sondern einzig an der Virtuosität seiner Inszenierung interessiert ist. Und damit eine echte Chance verschenkt.

Thomas Schultze.

Quelle: Blickpunkt:Film

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nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Universal
O-Titel Last Night in Soho
Land / Jahr Großbritannien 2021
Kategorie Spielfilm
Genre Thriller / Drama
Kinostart 11.11.2021
Laufzeit 117
FSK ab 16 Jahre
Einspielergebnis D € 700.530
Bes. (EDI) 86.661
Bes. (FFA) 86.929
Charthistory
USA-Start 29.10.2021, bei Focus Features
Boxoffice USA $ 10.107.485
Web-Link https://www.upig.de/micro/last-night-in-soho
nach oben Cast & Crew
Regie Edgar Wright
Darsteller Anya Taylor-Joy, Matt Smith, Diana Rigg, Terence Stamp
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Last Night in Soho Universal Pictures Germany DVD, ab 16, 113 Min. Kauf
Last Night in Soho Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 16, 117 Min. Kauf
Last Night in Soho (4K Ultra HD) Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 16, 117 Min. Kauf
Last Night in Soho Universal Pictures Germany DVD, ab 16, 113 Min. Leih
Last Night in Soho Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 16, 117 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Eloise wächst bei ihrer Großmutter in Cornwall auf. Seitdem sich ihre psychisch labile Mutter das Leben genommen hat, fürchtet sie, ihr könne Gleiches widerfahren. Wie ihre Mutter liebt sie die Sechzigerjahre. Nachdem sie in London, wo sie Mode studieren will, eine unschöne Erfahrung im Wohnheim gemacht hat, beginnt sie sich in ihrer neuen Unterkunft bei einer alten Dame in Tagträume zu flüchten, die in den Sechzigern spielen. Darin ist Eloise eine andere, die selbstbewusste Sandy, die Karriere als Sängerin machen will.

Fünf Jahre nach seinem Erfolg mit "Baby Driver" wagt sich Edgar Wright erneut an einen Originalstoff, mit dem er tief eintaucht in die Popkultur der Sechzigerjahre, auf Filme ("Ekel") und die Musik der Zeit verweist, aber die Geschichte doch auch im Hier und Jetzt verankert. Thomasin McKenzie und Anya Taylor-Joy sind die Stars dieses Horrortrips, der geschickt zwischen Realität und Traum pendelt, die Sixties-Schauspielikonen Rita Tushingham, Terence Stamp und Diana Rigg sorgen für die Rundumveredelung.

Quelle: mediabiz.de

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