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Keine Zeit zu sterben

James Bond wird aus persönlichen Gründen aus dem Vorruhestand gerissen. Daniel Craigs Finale in der erfolgreichsten aller Agentenfilmreihen.

Keine Zeit zu sterben Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Großbritannien, USA 2021
Regie Cary Fukunaga
Darsteller Daniel Craig, Ralph Fiennes, Rami Malek
Kinostart 30.09.2021
Einspielergebnis D € 65.450.808
Bes. (EDI) 6.036.966
Bes. (FFA) 6.004.498
Charthistory
Boxoffice USA $ 160.847.952
Charthistory
Erstausstrahlung 03.06.2022 (Sky (Pay-TV & VoD))

nach oben Inhalt & Info

James Bond wird in seinem Ruhestand in Jamaika von seinem CIA-Kollegen Felix Leiter gestört. Der braucht vertrauenswürdige Hilfe, um einen bedeutenden Wissenschaftler, der entführt wurde, zu finden. Im Laufe der Mission wird Bond mit alten Bekannten konfrontiert und einem Bösewicht, dessen brandgefährliche neuartige Technologie eine weltweite Bedrohung darstellt, die dem Eliteagenten keine Zeit zu zögern lässt.

Darauf haben alle gewartet: Der neue Bond geht an den Start als größter Titel der laufenden Pandemie. Die Trademarks, originell-spektakuläre Actionsequenzen und exquisite Locations, Ausstattung und Besetzung machen schon im Trailer einen hervorragenden Eindruck. Regie führte der hochgelobte Cary Fukunaga nach einem Drehbuch des bewährten Autorenduos Neal Purvis und Robert Wade und unter Mitwirkung von Fukunaga und Phoebe Waller-Bridge, die dem Stoff eine besondere Note verpasst.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

25. Kinomission für James Bond, in der der Erzählzyklus mit Daniel Craig spektakulär abgeschlossen wird.

Sechs Jahre Wartezeit zwischen zwei Bonds, das gab es bislang nur einmal: Nach "Lizenz zum Töten" herrschte Ungewissheit über die Kinozukunft der Doppel-0, bis "Goldeneye" Fans des längstgedienten Spions des MI-6 erlöste. Damals gab es aber eben auch einen Darstellerwechsel, von Timothy Dalton zu Pierce Brosnan, und damit einhergehend eine Komplettüberholung des Markenkerns. Die lange Pause zwischen "Spectre" und "Keine Zeit zu sterben", noch einmal 18 Monate länger gemacht durch eine weltweite Pandemie, gegen die nicht einmal James Bond ankämpfen konnte, fand nun aber einzig unter der Ägide des Brosnan-Nachfolgers Daniel Craig statt, erster James Bond in aufeinander aufbauenden Filmen, die einen eigenen dramatischen Bogen beschreiben. Der sich in seinem fünften Auftritt nach 15 Dienstjahren nun einen radikal konsequenten Abschied verschafft. Nachdem er 2006 in einer radikalen Neuerfindung als noch formbares Mordinstrument in "Casino Royale" einen furiosen Einstand gefeiert hatte, dem in "Ein Quantum Trost" eine von Verrat und Trauer über den Verlust der Geliebten Vesper Lynd geprägte Raserei gefolgt war. Dann die Wiedergeburt des klassischen Bond zum 50. Geburtstag des Franchise mit "Skyfall", mit allem Drum und Dran, dem bekannten Personal, Gadgets und klassischem Aston Martin. Und dann der Anfang eines langsamen Todestanzes mit "Spectre", eine Oper voller Todesahnung und -sehnsucht, die darin gipfelte, dass der Mann mit der Lizenz zum Töten sich für die Liebe entscheidet, die Waffen streckt, der Gewalt entsagt, um mit der Auserwählten sein zu können, Madeleine Swann.

Hier setzt "Keine Zeit zu sterben" an, der von Cary Joji Fukunaga inszeniert wurde, nach einem Drehbuch von Purvis & Wade und ein bisschen Hilfe von Phoebe Waller-Bridge, mit der offenkundigen Mission, diesen James Bond, der mit jedem Film aufs Neue wieder in den Feuilletons als Relikt einer vergangenen Zeit abgeschrieben und vom Publikum vielleicht gerade deshalb immer noch mehr geliebt wird, ein weiteres Mal zu dekonstruieren. Mit einer Welt zu konfrontieren, die sich weitergedreht hat und so gar nicht mehr die richtige Passform besitzt für das, was man einst als Mann von Welt beschrieben hat, der aber heute doch sämtliche Alarme triggern lassen muss, wie man sich bitte schön nicht mehr zu benehmen hat. Das macht den 25. Bond zum Drahtseilakt, weil Bond nun einmal Bond ist, wenngleich auch in einer sanften Stimmung, wenn der Film eröffnet, frisch verliebt und beim Flittern in Italien. Wenn er seine Madeleine im ausgedehnten Prolog im Aston Martin durch die kurvigen Straßen chauffiert, erklingt das Motiv von "We Have All the Time in the World", eine Erinnerung an das letzte Mal, als Bond die Liebe gefunden hatte in "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" aus dem Jahr 1969: Damals musste er die nach der Hochzeit von einer tödlichen Kugel Blofelds getroffene Mrs. Bond zärtlich ein letztes Mal in Armen halten. Der hier erneut kurz anklingende Song ist aber nicht nur lustvoll hingeschlenztes Zitat. Er ist ein Versprechen, eine Vorahnung, eine Warnung.

So sehr man Bonds Selbstverständnis als Mann hier auf den Prüfstand stellen mag, mit Geheimagentinnen, die tödlicher sind als er, und einer Gefühlswelt, die Terra inkognita sein muss für einen Kenner geschüttelter Martinis und williger Gespielinnen, es ist doch vor allem ein Film, in dem gestorben wird, dass es eine Art hat. Nichts und niemand ist sicher in diesem undurchdringlich erscheinenden Gestrüpp an Handlung, die wieder einen neuen Bösewicht bereit hält in Gestalt des Eidechsenmannes Safin, gespielt von Rami Malek nicht nur mit blassem Gesicht, sondern auch einem blassen Auftritt. Der Schlüssel zu seinem Geheimnis ist, eine Rückblende ganz zu Beginn des Films weist darauf hin, natürlich Madeleine Swann, der sich Bond nun wieder annähern muss, nachdem er sie am Ende des Prologs in ein Zugabteil abgeschoben hatte, in Sicherheit und doch auf Nimmerwiedersehen. Das Problem von "Keine Zeit zu sterben" ist, dass er unendlich viele Bälle gleichzeitig jonglieren muss, weil zahllose bereits bekannte Figuren wieder eingeführt und eine ganze Reihe neuer Charaktere vorgestellt werden müssen und jeder wenigstens einen Moment zum Strahlen für sich beansprucht. Große Momente verpuffen, die Tode von Freunden und Feinden und Figuren, die einem ans Herz gewachsen sind, weil die Balance aus emotionaler Tiefe und purem Spaß ein Kreis ist, den man ganz schwer nur überzeugend eckig bekommt. Daran biss sich zuletzt bereits "Spectre" die Zähne aus, und auch Cary Joji Fukunaga mit seinem guten Auge und Gespür für Eleganz ist immer in den Details besonders gut, wenn er seinen Bond gegen den Strich bürstet und Dinge macht, die man bisher nicht durfte auf Planet 007, wenn sein Film ist wie der tolle Titelsong von Billy Eilish, wenn er Bond für den CIA arbeiten lässt oder die sexuelle Orientierung von Q in einem Nebensatz entspannt aus dem Ärmel schüttelt oder tötet, was man bislang als sakrosankt erachtete. Und doch wird man weniger gepackt, gerührt und geschüttelt, als man sollte, wenn man zum Grande Finale einmal mehr auf einer geheimen Insel mit einem geheimen Labor mit einem geheimen Plan zur Weltzerstörung landet, wo man daran erinnert wird, was es in "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" tatsächlich bedeutete, als Bond am Ende des Films sagt: "Es gibt keine Eile, wir haben alle Zeit der Welt." Es ist ein Film, den man respektiert für die Reise, die er Daniel Craig machen lässt, den man aber genau dafür eigentlich nicht lieben kann.

Thomas Schultze.

Quelle: Blickpunkt:Film

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nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Universal
O-Titel No Time to Die
Alternativ-/Arbeitstitel Bond 25 / James Bond 007 - No Time to Die
Land / Jahr Großbritannien/USA 2021
Kategorie Spielfilm
Genre Action / Thriller
Produktionsfirmen MGM/Eon Productions
Drehort Pinewood Studios, Italien, Jamaika, Norwegen
Drehzeit 28.04.2019
Kinostart 30.09.2021
Laufzeit 164
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 65.450.808
Bes. (EDI) 6.036.966
Bes. (FFA) 6.004.498
Charthistory
USA-Start 08.10.2021, bei MGM
Boxoffice USA $ 160.847.952
Web-Link http://upig.de/micro/KeineZeitZuSterben, https://www.youtube.com/watch?v=0s4vLWQe6bk, https://www.youtube.com/watch?v=EU7nelAQO98, https://www.youtube.com/watch?v=TXp-oF5TCo0
nach oben Cast & Crew
Produzenten Barbara Broccoli, Michael G. Wilson
Koproduzenten Andrew Noakes, David Pope
Ausf. Produzent Chris Brigham
Regie Cary Fukunaga
Drehbuch Neal Purvis, Robert Wade, Cary Fukunaga, Phoebe Waller-Bridge
Buchvorlage Ian Fleming
Darsteller Daniel Craig (James Bond), Ralph Fiennes (M), Rami Malek (Safin), Léa Seydoux (Dr. Madelaine Swann), Ana de Armas (Paloma), Christoph Waltz (Ernst Stavro Blofeld), Naomie Harris (Eve Moneypenny), Rory Kinnear (Tanner), Ben Whishaw (Q), Jeffrey Wright (Felix Leiter), Lashana Lynch (Nomi), David Dencik (Waldo), Dali Benssalah, Billy Magnussen
Kamera Linus Sandgren
Schnitt Tom Cross, Elliot Graham
Musik Hans Zimmer, Billie Eilish, Finneas O'Connell
Produktionsdesign Mark Tildesley
Kostüme Suttirat Larlarb
Casting Debbie McWilliams
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
79. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2022, Los Angeles, 09.01.2022 Bester Filmsong "No Time to Die" Billie Eilish, Finneas O'Connell
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Keine Zeit zu sterben Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 158 Min. Kauf
Keine Zeit zu sterben Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 165 Min. Kauf
Keine Zeit zu sterben (4K Ultra HD + Blu-ray) Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 165 Min. Kauf
Keine Zeit zu sterben (Steelbook, Exklusivprodukt)
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 165 Min. Kauf
Keine Zeit zu sterben (4K Ultra HD + Blu-ray, Steelbook, Exklusivprodukt)
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 165 Min. Kauf
Keine Zeit zu sterben (Digibook, + Blu-ray, Exklusivprodukt)
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 165 Min. Kauf
Keine Zeit zu sterben Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 158 Min. Leih
Keine Zeit zu sterben Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 165 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

James Bond wird in seinem Ruhestand in Jamaika von seinem CIA-Kollegen Felix Leiter gestört. Der braucht vertrauenswürdige Hilfe, um einen bedeutenden Wissenschaftler, der entführt wurde, zu finden. Im Laufe der Mission wird Bond mit alten Bekannten konfrontiert und einem Bösewicht, dessen brandgefährliche neuartige Technologie eine weltweite Bedrohung darstellt, die dem Eliteagenten keine Zeit zu zögern lässt.

Bond 25 setzt ziemlich exakt da an, wo "Spectre" aufgehört hat, und führt den fünf Filme umfassenden Erzählzyklus mit Daniel Craig an ein Ende, wie es noch kein Bond-Film hatte. Davor liefert der US-Regisseur Cary Fukunaga all das, was die Fangemeinde wünscht. Und eben noch mehr, teils brillant, teils auch nicht so genial. Aber immer so gut, dass man 160 Minuten am Ball bleibt und mit Bond sowie Léa Seydoux, Ana de Armas (als superlatives Bondgirl) und Rami Malek (als mittelprächtigen Bösewicht) fiebert.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollFBW-Pressetext:

Der letzte Auftritt von Daniel Craig als Agent 007 ist Action-Kino deluxe!

Im Grunde könnte James Bond seinen Agentenruhestand mit seiner Liebsten genießen. Doch das Terrornetzwerk Spectre und ein größenwahnsinniger Schurke, der die Menschheit mit einem geheimnisvollen Virus bedroht, lassen Bond keine Wahl. Er muss sie wieder einmal retten, die Welt. James Bond ist zurück! Und mit einem hohen Coolness-Faktor, genial choreografierten Actionsequenzen sowie einem Hauptdarsteller in Bestform ist diese Rückkehr ein fulminantes Kino-Ereignis.

163 Minuten lang ist das neue Abenteuer des bekanntesten Agenten der Welt - und die mitreißende Spannung nimmt die Zuschauenden vom packenden Einstieg bis hin zum krachenden Showdown in jeder Minute mit. Das liegt zum Einen an den exzellent choreografierten Actionsequenzen (in kongenialer Zusammenarbeit: Regisseur Cary Joji Fukunaga, der Kameramann Linus Sandgren sowie die Montage von Elliot Graham und Tom Cross) und zum Anderen an dem klug konstruierten Drehbuch von Fukunaga, Neal Purvis, Robert Wade und Phoebe Waller-Bridge, deren Handschrift vor allem bei den pointierten Dialogen und dem Drive der Narration spürbar ist. Deutlich selbstreflexiv sind die Unterhaltungen zwischen Bond und seinen Widersachern, wenn es um den Sinn des Tötens geht. Macht eine Lizenz das Töten "besser"? Kann ein gutes Ergebnis eine böse Tat rechtfertigen? Fragen, die der Handlung zusätzliche Tiefe verleihen. Dazu gibt es mit Lashana Lynch als Bonds Nachfolgerin beim MI 6 eine Agentenheldin, die ihn ebenbürtig begleitet und unterstützt. Lea Seydoux erhält in ihrer Rolle als James Bonds große Liebe Madeleine durch eine eigene traumatische backstory eine interessante neue Ebene. Doch natürlich steht Daniel Craig als 007 im Zentrum des Geschehens. Seit seinem ersten Auftritt in CASINO ROYALE war sein Bond verletzlicher als all die anderen Interpretationen des ultimativen Gentleman-Agenten. Doch die Selbstzweifel, die Trauer und die Wut, die er hier an den Tag legt, scheinen alle vergangenen Abenteuer in sich zu versammeln und kulminieren in einem fulminanten Finale. Zusammen mit einem hochkarätigen Cast, angeführt von Rami Malek und Christoph Waltz als Antagonisten, einem epischen Soundtrack von Hans Zimmer sowie einem passend coolen Titelsong von Billie Eilish hat Daniel Craigs letzter Auftrag für seine Majestät alles und noch mehr, was ein Bond-Film braucht.

FBW-Jury-Begründung:

Einen Moment lang wähnt man sich in die Anfangstage von James Bond zurückversetzt. Nämlich als der seinen Aston Martin in Richtung des süditalienischen Matera steuert und aus dem Radio Louis Armstrong sein "We Have All The Time In The World" säuselt. Und das wird nicht die einzige Erinnerung an frühere Bond-Tage bleiben. Regisseur Cary Joji Fukunaga hat diese Momente gezielt eingestreut, um an die großen Tage einer Legende zu erinnern.

Daniel Craig ist der Bond-Darsteller, der bislang am längsten die Rolle des Geheimagenten innehat und mit seinem sich im Laufe der Handlung entwickelten Schicksal ist er sicherlich einzigartig.... Die gut zwei Jahre Corona-Extra-Wartezeit haben sich durchaus gelohnt. Auch wenn KEINE ZEIT ZU STERBEN nicht den Maßstab für alle zukünftigen Bond-Filme setzen sollte, wird er den Erwartungen an das große Kino doch mehr als gerecht.

Noch vor dem bekannten Bond-Film-Vorspann muss Daniel Craigs Figur schon Bombenexplosion, Motorrad-, Auto- und Maschinengewehrattacken überleben. Keine Frage, auf eine Weise ist James Bond ganz der Alte geblieben. Jede Szene sitzt. Jede Sequenz ein tolles Bild, lobt die Jury in der Diskussion und auch, dass die Besetzung bis in die Nebenrollen hinein außerordentlich gut gecastet ist. Kein Zweifel, auch KEINE ZEIT ZU STERBEN ist echtes Kinospektakel, so, wie die Bond-Filme gemeinhin bislang immer eine Kategorie für sich darstellen.

Andererseits aber, so diskutiert die Jury anerkennend weiter, erfahren diesmal nicht nur ausgesprochene Fans mehr über Psyche und Schwächen des ehemaligen 007-Agenten als in früheren Jahren. Fukunaga musste hierfür einen ziemlichen Spagat leisten und, so viel vorweg genommen, es ist ihm auch geglückt. Auch wenn Craig der bislang verletzlichste Bond ist, steht die Marke James Bond seit Jahrzehnten für Männlichkeitswahn, Abenteuer und Action und wird dafür weit über die Fangemeinde hinaus geehrt. Andererseits aber hat die #metoo-Debatte auch bei KEINE ZEIT ZU STERBEN erlebbare Spuren hinterlassen - im positivsten Sinne.

Nicht nur die eigene Verletzlich- und auch Endlichkeit thematisiert der Film, sondern auch Motive von Schuld und Vergebung, die psychische Analogie von Agent und Bösewicht und auch, ja wirklich: Familie! Längst sind Schuld und Angst ständige Begleiter des Agenten geworden. Längst kann er niemandem mehr vertrauen, so sehr er sich das auch wünscht. Eine zentrale Aussage des Films! Allmählich beginnt Bond zu dämmern, dass ihn seine "licence to kill" nicht nur zum Täter macht, sondern auch dem Bösen immer ähnlicher werden lässt. Ein beinahe klassisches Sujet, das in der klaustrophobischen Begegnung mit seinem Erzfeind Blofeld einen dramaturgischen Höhepunkt findet.

Daniel Craig verkörpert in seiner letzten Bond-Darstellung einen sehr viel dünnhäutigeren Menschen, einen Agenten, der sich selbst als Gefahr für seine (Aller-)Nächsten zu erleben beginnt. Das hat es bislang noch nicht gegeben, goutiert die Jury, ebenso dass nicht jede Frau, die sein Schlafzimmer aufsucht, auch mit ihm im Bett landet. Im Gegenteil, diesmal muss er sogar einer Frau seinen 007-Status opfern.

Letztlich ist KEINE ZEIT ZU STERBEN aber natürlich kein Arthaus-Problemfilm, sondern Actionkino und als solches zur Vorlage eingereicht worden. Aber auch unter reinen Genre-Gesichtspunkten hat diese James-Bond-Verfilmung die Jury nicht im Mindesten enttäuscht. KEINE ZEIT ZU STERBEN ist bis zum letzten Augenblick packendes Kino, ausgezeichnet gespielt, hervorragend gefilmt und immer wieder mit einem Quantum Humor versehen. Hochwertiges Spannungskino, das die Jury gerne mit dem höchsten Prädikat auszeichnet.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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