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Irresistible - Unwiderstehlich

Topbesetzte Politkomödie um einen Berater, der einen Veteranen zum Bürgermeisteramt in einer Kleinstadt verhelfen will.

Irresistible - Unwiderstehlich Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2020
Regie Jon Stewart
Darsteller Steve Carell, Rose Byrne, Chris Cooper
Kinostart 06.08.2020
Einspielergebnis D € 72.851
Bes. (EDI) 10.772
Bes. (FFA) 10.727
Charthistory

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Politkomödie vom vielfach Emmy-prämierten US-Showmacher Jon Stewart über einen Berater, der einen Veteranen zum Bürgermeisteramt in einer Kleinstadt verhelfen will. Mit Steve Carelll, Chris Cooper und Rose Byrne hochkarätig besetzt, feierte sein Regiedebüt, zu dem er auch das Drehbuch schrieb und das er als Produzent betreute, in den USA auf VoD Premiere.

Quelle: Blickpunkt:Film

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nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Universal
O-Titel Irresistible
Land / Jahr USA 2020
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Satire
Kinostart 06.08.2020
Laufzeit 103
FSK ab 6 Jahre
FBW-Prädikat Wertvoll
Einspielergebnis D € 72.851
Bes. (EDI) 10.772
Bes. (FFA) 10.727
Charthistory
USA-Start 26.06.2020, bei Focus Features
Web-Link https://upig.de/micro/irresistible
nach oben Cast & Crew
Produzenten Dede Gardner, Jeremy Kleiner, Lila Yacoub, Jon Stewart
Ausf. Produzenten Christina Oh, Brad Pitt
Regie Jon Stewart
Drehbuch Jon Stewart
Darsteller Steve Carell (Gary Zimmer), Rose Byrne (Faith Brewster), Chris Cooper (Jack Hastings), Brent Sexton, Will Sasso, C.J. Wilson, Kevin Maier, Tom Key, Charles Green, Alan Aisenberg, Topher Grace
Kamera Bobby Bukowski
Schnitt Jay Rabinowitz, Mike Selemon
Musik Bryce Dessner
Produktionsdesign Grace Yun
Kostüme Alex Bovaird
Casting Meredith Tucker
nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: WertvollFBW-Pressetext:

Als der Politberater Gary herausfindet, dass in Wisconsin ein Farmer mitreißende Reden hält, sieht er die Chance, die Wählerbasis endlich wieder für die Demokraten zu begeistern. Doch er hat die Rechnung ohne seine republikanische Kollegin gemacht, die einen Sieg der Gegenpartei unbedingt verhindern will. Mit seiner Politsatire gelingt Regisseur Jon Stewart ein entlarvender und augenzwinkernder Blick auf das amerikanische Wahlsystem.

Das recht komplexe amerikanische Wahlsystem bildet die Grundlage von Jon Stewarts Politsatire, die mit leichtem Biss und jeder Menge Augenzwinkern Klischees aufs Korn nimmt und letzten Endes auch ganz allgemein die Lügen der Politik entlarvt. Den Kern der Komödie bildet die Gegensätzlichkeit der bornierten und arroganten Besserwisserei der Großstädter in der Person von Gary Zimmer, der von Steve Carell mit einem sehr wohltemperierten Sinn für Eigenüberschätzung gespielt wird, und der gutgläubigen Einfältigkeit, mit der die Landbevölkerung auf die Ideen des Politprofis reagieren. Eine Gegensätzlichkeit, die bis zur überraschenden Schlusspointe immer wieder zu unterhaltsamen Zusammenstößen führt. Ein Highlight des Casts ist Rose Byrne, die die republikanische Politberaterin mit so viel Verve und großer Lust an zynischer Menschenverachtung gibt, dass es für die Zuschauer eine wahre Freude ist, ihr und Carrell bei ihrem screwball-esken Schlagabtausch zuzusehen. Neben überzeugender Unterhaltung gelingt dem ehemaligen "Daily-Show"-Moderator Stewart in IRRESISTIBLE ein genauer Blick auf wesentliche Aspekte des politischen Prozesses. Das Verschwimmen der Grenzen zwischen Parteien, der Verlust der Nähe zur Wählerbasis, die Lüge als probates Mittel zur Durchsetzung von Zielen. All das behandelt der Film auf leichtfüßige Weise - mit einem Augenzwinkern und der klaren Botschaft, sich dagegen zu stellen. Oder es zumindest besser zu machen.

FBW-Jury-Begründung:

Der vor allem aus "The Daily Show" bekannte Entertainer Jon Stewart schrieb und inszenierte mit IRRESISTIBLE - UNWIDERSTEHLICH seinen zweiten Spielfilm, der als Politsatire mitten hinein führt in die Systematiken des US-amerikanischen Wahlkampfs und seines Finanzierungsmodells. Stellvertretend für die im November anstehende Präsidentschaftswahl dekliniert Stewart im Mikrokosmos einer ländlichen Kleinstadt jede Menge Absurditäten durch, die die Realität des US-amerikanischen Politsystems bietet. Angefangen von einem demokratischen Kandidaten, der den größtmöglich republikanischen Eindruck machen soll, über die offen bekannte Praxis der Faktenverdrehung und Täuschung der Öffentlichkeit bis hin zur spendenbasierten Wahlkampffinanzierung, aus der heraus sich am Ende auch die Pointe des Films entwickeln wird, wandelt Stewart all das in Satire, was sich seit Wochen live in den US-Nachrichten abspielt. Dabei geht es im Film ähnlich wenig wie in der Realität um konkrete politische Themen, sondern um die Abbildung und das Karikieren einer zunehmend heftiger werdenden Polarisierung - was den Film zwar für ein breiteres Publikum zugänglich werden, aber an Tiefe einbüßen lässt. Dazu spart er nicht an Spott über die Profi-Campaigner und eine politische Klasse in Washington, die sich nur noch um sich selbst dreht. Aus ihrer Konfrontation mit der freundlichen und schweigsamen Landbevölkerung ergeben sich recht stereotyp gezeichnete Gegensätze, die zunächst in zahlreiche Scherze gegossen werden, um in der Schlusspointe dann doch revidiert zu werden. Gute Beobachtungen, lustige Details und zahlreiche Inszenierungsideen besonders am Beginn sorgen für Unterhaltung, doch nach Ansicht der Jury hätte der Film als Satire durchaus noch ein wenig mehr an Schärfe haben dürfen. Das Anliegen, die widersprüchlichen Praktiken des Wahlkampfes in den USA zu kritisieren, ist zweifellos wichtig und wirkt jederzeit aufrichtig, jedoch bleibt er in seinen Ansätzen überraschend harmlos - vergleicht man ihn etwa mit US-amerikanischen Politsatiren wie "Wag the Dog" oder "Network". Gerade heute, nach den aktuellen gesellschaftlichen Zuspitzungen wie etwa der "Black Lives Matter"-Bewegung, verblassen Stewarts Kommentare teilweise. Die Realität erscheint uns weitaus grausamer als im Film - und wenn eine Satire, die von Überhöhung und Zuspitzung lebt, im Grunde harmloser ausfällt als die ihr zugrunde liegende Wirklichkeit, muss sie zwangsläufig an Kraft verlieren. Trotzdem vergibt die Jury mit Überzeugung ein Prädikat, weil der Film sein grundsätzliches Ziel, sich überhaupt kritisch mit dem Wahlsystem auseinanderzusetzen, in unterhaltsamer Weise erreicht.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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