Sky_left
Superbanner
 

Intimacy

Fragiles Großstadtdrama nach einem Roman von Hanif Kureishi über einen Mann und eine Frau, die sich einmal in der Woche zu anonymem Sex treffen.

Intimacy Großansicht
(Bild: Prokino (Fox))
Verleih Prokino (Fox)
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Frankreich 2000
Regie Patrice Chéreau
Darsteller Mark Rylance, Kerry Fox, Timothy Spall
Kinostart 07.06.2001
Einspielergebnis D € 1.616.491
Bes. (EDI) 279.608
Bes. (FFA) 301.966
Charthistory
Boxoffice USA $ 374.175
Charthistory
Erstausstrahlung 14.05.2003

nach oben Inhalt & Info

In einer schäbigen Londoner Wohnung kommen Jay und Claire jeden Mittwoch zusammen, um miteinander Sex zu haben. Nicht mehr, nicht weniger, keine Fragen, keine Probleme. Doch dann kommt Claire eines Tages nicht zur verabredeten Zeit, und Jay beginnt, nach der ihm so vertrauten und doch völlig unbekannten Frau zu fahnden.

Mit seiner Verfilmung eines Romans von Hanif Kureishi gelingt Patrice Chereau in seinem ersten englischsprachigen Film das Kunststück, expliziten Sex zu zeigen, ohne jemals pornographisch oder voyeuristisch zu wirken. Stattdessen überrascht "Intimacy" als verletzliches und aufopferungsvoll gespieltes Drama über verlorene Großstadt-Seelen auf der Suche nach Wärme und Würde.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Die Filme des Franzosen Patrice Chéreau widersetzen sich konsequent allen Trends, Moden und ähnlichen Mainstream-Anbiederungen. Ob es kleine, private heutige oder große historische Stoffe sind - für Chéreau ist Filmemachen eine sehr persönliche Sache. So ist auch jetzt sein achter und erster englischer Film eine ganz unmittelbare Annäherung an sein Thema: Liebe und wie schwierig es ist, wirklich zu lieben. Der Goldene Berlinale-Bär steht diesem in seiner Verletzlichkeit atemberaubenden Film sehr gut.

Mit intimsten körperlichen Augenblicken beginnt der Film. Ein Mann und eine Frau, Jay und Claire, haben Sex miteinander. In einer schäbigen Londoner Vorortswohnung, auf einem verdreckten Teppichboden, neben hastig beiseite geräumten Kisten und Klamotten. Sie sprechen kein Wort miteinander, man hört nur die Geräusche des Körpers, den eskalierenden Atem, das Aufreißen der Kondomverpackung. Es ist Mittwoch Nachmittag, und in den folgenden Wochen spielt sich jeweils mittwochs die gleiche Szene am selben Ort zwischen Jay und Claire ab. In dieser Intimität sind die beiden Mittvierziger sich zwar physisch nah, bleiben sich aber seelisch, menschlich, persönlich fern. Chéreau aber führt seine existentialistischen Beobachtungen unerbittlich weiter. Mit seiner Drehbuch-Koautorin Anne-Louise Trividic hat er die Kurzgeschichte "Nightlight" und den Roman "Intimacy" von Hanif Kureishi zum Filmskript verarbeitet, freilich ohne die ironische Leichtigkeit und sarkastische Ironie etwa der Frears-Verfilmung "Mein wunderbarer Waschsalon" zu adaptieren. Ihm geht es um eine andere Realität - den Verlust der Liebe in einer europäischen Metropole heute, die Einsamkeit, die sehnsüchtig erhoffte und gleichzeitig gefürchtete Nähe. Es sind die Widersprüche und scheinbaren Sinnlosigkeiten im Leben, die Chéreau interessieren, ohne dass er moralische Entscheidungen treffen wollte. Das macht seine Filme und besonders diesen bei aller Gedankenfracht so konkret und so emotional nachvollziehbar für den Zuschauer, ohne auch nur einen Augenblick Sympathien zu heischen oder indiskret zu werden, weder in den Sex-Szenen, noch in den Momenten versuchter Annäherungen und mehr oder weniger existenter Beziehungen. Wie lange können Jay und Claire die mittwöchlichen Nachmittage so wortlos mit dieser sexuellen Begierde aufeinander verbringen? Genau bis zu dem Mittwoch, an dem Claire erstmals nicht erscheint. Da setzt die Spurensuche der Geschichte ein, bekommen die Personen vielschichtige Konturen. Jay (Mark Rylance spielt ihn als brennenden unbehausten Unentschlossenen) hat vor einiger Zeit seine Frau und zwei kleine Kinder verlassen, arbeitet in einer Bar, trinkt aus Überdruss am Job und irgendwie auch am Leben. Als Claire nicht kommt und er sie zufällig im Großstadtgewimmel entdeckt, folgt er ihr durch Londons Straßen, Busse und Subways. In einem Pub spielt sie Amateurtheater, "Die Glasmenagerie" von Tennessee Williams, ein Stück über die Verletzlichkeit der Gefühle. Sie ist verheiratet, hat einen kleinen Sohn, ihr Mann ist Taxifahrer, mit dem Jay sich in einem riskanten Balanceakt anfreundet. Wie Mark Rylance, ist Kerry Fox, die Darstellerin der Claire, alles andere als ein Glamourgesicht, vielmehr eine vom sicher nicht entbehrungsarmen Leben gezeichnete und dennoch lebendig schöne Frau, die lieber schweigt als in falsche Geschwätzigkeit zu geraten. Eric Gautiers Kamera bleibt beiden und auch den wenigen Nebenrollen, darunter die wunderbare Marianne Faithfull als Claires Freundin, ganz direkt auf der Spur, rückt ihnen auch buchstäblich auf den Leib. Dass dabei nicht die geringste Indiskretion entsteht, macht diesen außerordentlichen Film so wichtig, so intensiv und so berührend. Verzweifelt und hoffnungsvoll - vom vibrierenden Anfang bis zum melancholischen Ende. fh.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Mediathek
Großansicht
Bild 1 von 4

...(4 Bilder)

Text.
Bild: ...Filmdetails

nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Prokino (Fox)
O-Titel Intimacy
Land / Jahr Frankreich 2000
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Erotik
Produktionsfirmen Telema Prods./Studio Canal/Arte France Cinema u.a.
Senderbeteiligung Westdeutscher Rundfunk (WDR), ARTE G.E.I.E.
Kinostart 07.06.2001
Laufzeit 119
FSK ab 16 Jahre
Bildformat Widescreen
Tonformat Dolby-SRD/DTS
Einspielergebnis D € 1.616.491
Bes. (EDI) 279.608
Bes. (FFA) 301.966
Charthistory
USA-Start 19.10.2001, bei Empire Pictures
Boxoffice USA $ 374.175
nach oben Cast & Crew
Produzenten Patrick Cassavetti, Jacques Hinstin
Ausf. Produzent Charles Gassot
Regie Patrice Chéreau
Drehbuch Anne-Louise Trividic, Patrice Chéreau
Buchvorlage Hanif Kureishi
Darsteller Mark Rylance (Jay), Kerry Fox (Claire), Timothy Spall (Andy), Alistair Galbraith (Victor), Philippe Calvario (Ian), Marianne Faithfull (Betty), Susannah Harker (Susan), Rebecca Palmer (Pam)
Kamera Eric Gautier
Schnitt François Gédigier
Musik Éric Neveux
Produktionsdesign Hayden Griffin
Ton Guillaume Sciama, Jean-Pierre Laforce
Kostüme Caroline de Vivaise
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
51. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Internationale Filmfestspiele in Berlin
2001, Berlin, 07.02.2001 - 18.02.2001 Blauer Engel (AGICOA Preis) Patrice Chéreau
51. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Internationale Filmfestspiele in Berlin
2001, Berlin, 07.02.2001 - 18.02.2001 Goldener Bär  
51. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Internationale Filmfestspiele in Berlin
2001, Berlin, 07.02.2001 - 18.02.2001 Silberner Bär, beste Darstellerin Kerry Fox
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Intimacy Plaion Pictures DVD, ab 16, 114 Min. Kauf
Intimacy Plaion Pictures Blu-ray Disc, ab 16, 119 Min. Kauf
Intimacy
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany VHS, ab 16, 115 Min. Kauf
Intimacy
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany DVD, ab 16, 115 Min. Kauf
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Eric Neveaux/Diverse Intimacy Nicht lieferbar
Soundtrack/Original Score Eric Neveaux/Diverse Intimacy Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Es war alles ganz einfach. Keine Gefühle, keine Gespräche, keine Vertrautheiten - nur hemmungsloser Sex, und das jeden Mittwoch für ein paar Stunden. Doch als die mysteriöse Fremde einmal nicht zum verabredeten Zeitpunkt erscheint, wird der Londoner Barkeeper Jay nervös und beginnt, seiner Geliebten nachzuspionieren. Damit verstößt er gegen die Regeln, auf die diese pornografische Beziehung aufgebaut war. Denn je mehr Ray über seine mysteriöse Freundin herausfindet, desto weiter scheint sie sich emotional von ihm zu entfernen.

In seinem achten Spielfilm zeigt Patrice Chéreau unglaublich Intimes, ohne jedoch den Geschlechtsakt als Spekulationsobjekt zu missbrauchen. Der Berlinale-Sieger 2001 ist in seiner Hässlichkeit und Trostlosigkeit kompromisslos, hat in Kerry Fox eine mindestens so mutige wie hingebungsvolle Hauptdarstellerin, in Mark Rylance einen Lover mit Emotionen und wäre ohne die Texte des London-Experten Hanif Kureshi ("Mein wunderbarer Waschsalon"), auf denen das Werk basiert, nur Schall und Rauch. Für den anspruchsvollere Zuschauer ein Muss.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Als seine mysteriöse Sexpartnerin einmal nicht zum verabredeten Zeitpunkt erscheint, wird der Londoner Barkeeper Jay nervös und beginnt, seiner Gespielin nachzuspionieren. Damit verstößt er gegen die Regeln ihrer rein auf Sex beschränkten Beziehung. In seinem achten Spielfilm zeigt Patrice Chéreau unglaublich Intimes, ohne pornographisch oder voyeuristisch zu wirken.

nach oben Newsarchiv

Mediabiz Datenbank

News

mehr News

Programmplaner

  • Film

    Vorschau bis: KW 2028/51

    Alle deutschen Kinostarts und TV-Movie-Sendetermine plus geplante, laufende und fertiggestellte deutsche und internationale Produktionen.

    Heute neu:

    Gemeldete Starts:
    0
    Aufgenommene Filme:
    0
    Filmkritiken:
    0
 
Sky_right