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Im Labyrinth des Schweigens

Packendes Drama um einen engagierten jungen Anwalt, der im Deutschland der Fünfzigerjahre gegen einen ehemaligen Auschwitz-Wärter, der mittlerweile im Schuldienst tätig ist, ermitteln will.

Im Labyrinth des Schweigens Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Deutschland 2014
Regie Giulio Ricciarelli
Darsteller Alexander Fehling, André Szymanski, Friederike Becht
Kinostart 06.11.2014
Einspielergebnis D € 1.750.247
Bes. (EDI) 238.547
Bes. (FFA) 251.659
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Boxoffice USA $ 757.367
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Filmtrailer Video

nach oben Inhalt & Info

Deutschland 1958: Der junge Staatsanwalt Johann Radmann stößt auf den Fall eines Auschwitz-Überlebenden, der in einem Lehrer seinen ehemaligen Aufseher erkennt. Doch die Justiz verweigert die Annahme der Anzeige. Je mehr sich Radmann mit dem Fall beschäftigt, um so mehr stößt er auf ein Geflecht von Verdrängung, Verleugnung und Verklärung. Seine Recherchen bringen brisante Fakten zutage, die zu den Tätern führen. Trotz gesellschaftlicher und politischer Widerstände lässt sich der engagierte Jurist nicht entmutigen und bringt den ersten Auschwitz-Prozess ins Rollen.

Das Kinospielfilmdebüt von Giulio Ricciarelli erzählt vor dem Hintergrund wahrer Begebenheiten die emotional packende und fiktive Geschichte über das Lebensgefühl der Wirtschaftswunderjahre und ist alles andere als eine dröge Lehrstunde. Das Drama beweist, ein ernstes Thema und Unterhaltung müssen kein Widerspruch sein. Es beeindruckendas sorgfältige Drehbuch, beste Ausstattung, historische Genauigkeit und die glänzende Schauspieler, darunter Alexander Fehling und Theaterlegende Gert Voss. Für Gesprächsstoff sollte gesorgt sein.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Gegen alle Widerstände kämpft ein junger Staatsanwalt in den 1950er Jahren für Wahrheit und den ersten Auschwitz-Prozess.

Verdrängen, vergessen, vertuschen. Drei Begriffe, die den Umgang mit den Untaten des Dritten Reichs Ende der 1950er Jahre beschreiben. Das Nachkriegsdeutschland will nach vorne blicken, Petticoat und Rock'n'Roll repräsentieren die Zeichen der neuen Zeit. Dass die alte Zeit aber unter der Oberfläche gärt und die alten Seilschaften noch funktionieren, das wird dem jungen Staatsanwalt Johann Radmann schmerzlich bewusst. Als er sich gegen den Willen seiner Vorgesetzten mit dem Fall eines Auschwitz-Überlebenden beschäftigt, der in einem Lehrer seinen ehemaligen Aufseher erkannt hat, stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Nur der Generalstaatsanwalt Fritz Bauer unterstützt ihn. Je mehr er sich mit der brisanten Materie beschäftigt, um so mehr fixiert er sich auf die Suche nach Wahrheit, verliert sich dabei in einem Netz aus Schuld und Lügen. Auch die Liebe leidet unter seinem Engagement.

Giulio Ricciarelli zeichnet den Wendepunkt im Umgang mit Geschichte, wenn es aufgrund von Radmanns Initiative zum ersten Auschwitz-Prozess kommt. Es geht im Film, wie auch Bauer betont, nicht unbedingt darum, prominente Nazi-Funktionäre hinter Gitter zu bringen, sondern darum, der Bevölkerung zu zeigen, dass die Gräueltaten von "ganz normalen Menschen" begangen wurden, nicht von wenigen Monstern. Die emotional packende Story ist fiktiv, spielt aber vor historisch wahren Hintergrund. Die Hauptfigur entstand aus der Verdichtung dreier damaliger, die Ermittlung durchführender Staatsanwälte, die Figur des Generalstaatsanwalts gab es dagegen, wie auch den Journalisten, der die Sache ins Rollen brachte. "Wir hatten doch keine Wahl", dieser Spruch gilt als Entschuldigung, man will keine alten Wunden aufreißen.

Fast wie ein Krimi entspinnt sich die Handlung, in deren Verlauf auch Horrorarzt Dr. Mengele unbehelligt nach Deutschland ein- und wieder ausreist. Die zweijährige sorgfältige Drehbuchentwicklung schlägt sich auf der Leinwand nieder wie die akribische Recherche, es zählt historische Genauigkeit, ganz besonders in der Ausstattung. Beim Innenleben der Figuren erlaubten sich die Macher erzählerische Freiheiten, lockern den Stoff durch Humor auf. Dass nicht einfach die Gerichtsprotokolle verfilmt wurden, sondern der beschwerliche Weg zu dem Prozess, entpuppt sich als guter Kniff, Empathie und Interesse zu wecken, zumal die Hauptfigur - deren spannende Entwicklung man gebannt verfolgt - in ihrem Schwarz-Weiß-Denken nicht durchgehend sympathisch gezeichnet wird. Exzellent ist auch das Schauspielensemble, angeführt von AlexanderFehling und Theaterlegende Gert Voss. mk.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Universal
O-Titel Im Labyrinth des Schweigens
Alternativ-/Arbeitstitel Im Labyrinth der Schuld (AT) / Im Labyrinth (AT)
Land / Jahr Deutschland 2014
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Claussen+Putz Filmproduktion, naked eye filmproduction
Förderung HessenInvestFilm (EUR 800.000),
DFFF - Deutscher Filmförderfonds (EUR 582.716)
Drehbuchförderung FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 25.000)
Projektförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 17.500)
Produktionsförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 600.000),
FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 200.000)
Verleihförderung FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 200.000),
FilmFernsehFonds Bayern (EUR 150.000)
Drehort Frankfurt a. M., München
Drehzeit 04.12.2013
Kinostart 06.11.2014
Laufzeit 123
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 1.750.247
Bes. (EDI) 238.547
Bes. (FFA) 251.659
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USA-Start 30.09.2015, bei Sony Classics
Boxoffice USA $ 757.367
Filmtrailer Video
Web-Link http://movies.universal-pictures-international-germany.de/imlabyrinthdesschweigens
nach oben Cast & Crew
Produzenten Uli Putz, Jakob Claussen
Koproduzenten Sabine Lamby
Regie Giulio Ricciarelli
Drehbuch Elisabeth Burghardt, Giulio Ricciarelli
Darsteller Alexander Fehling (Johann Radmann), André Szymanski (Thomas Gnielka), Friederike Becht (Marlene Wondrak), Johannes Krisch (Simon Kirsch), Hansi Jochmann (Erika Schmitt), Johann von Bülow (Otto Haller), Robert Hunger-Bühler (Walter Friedberg), Lukas Miko (Hermann Langbein), Gert Voss (Fritz Bauer), Lisa Martinek (Inge), Robert Mika (Josef Bichinsky), Tim Williams (Major Parker), Thomas Hessdörfer (Richard Baer), Hartmut Volle (Alois Schulz), Mathis Reinhardt (Fischer, BKA), Udo Suchan (Robert Mulka), Fritz Scheuermann (Heinz Brandner), Werner Wölbern (Hans Lichter)
Kamera Martin Langer, Roman Osin
Schnitt Andrea Mertens, Hansjörg Weißbrich
Musik Niki Reiser, Sebastian Pille
Produktionsdesign Manfred Döring
Ton Günther Gries
Kostüme Aenne Plaumann
Maske Verena Weißert, Judith Müller
Herstellungsleitung Jens Oberwetter
Produktionsleitung Carolin von Fritsch, Andrea Oechsner
Casting An Dorthe Braker

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sonstige … Tobias Schmidt (Produktionsleiter Event: K&O Filmpremiere )
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
36. Bayerischer Filmpreis
Bayerischer Filmpreis Großansicht
2014, München, 16.01.2015 Bester Darsteller Alexander Fehling
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Im Labyrinth des Schweigens Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 118 Min. Kauf
Im Labyrinth des Schweigens Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 123 Min. Kauf
Im Labyrinth des Schweigens Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 118 Min. Leih
Im Labyrinth des Schweigens Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 123 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Deutschland 1958: Staatsanwalt Johann Radmann stößt auf den Fall eines Auschwitz-Überlebenden, der in einem Lehrer einen ehemaligen Aufseher erkennt. Doch die Justiz verweigert die Annahme der Anzeige. Je mehr sich Radmann mit dem Fall beschäftigt, um so mehr stößt er auf ein Geflecht von Verdrängung, Verleugnung und Verklärung. Seine Recherchen bringen brisante Fakten zutage, die zu den Tätern führen. Trotz Widerstand bringt der engagierte Jurist den ersten Auschwitz-Prozess ins Rollen.

Das Kinospielfilmdebüt von Giulio Ricciarelli erzählt vor dem Hintergrund wahrer Begebenheiten eine emotional packende Geschichte über das Lebensgefühl der Wirtschaftswunderjahre und ist alles andere als eine dröge Lehrstunde. Das Drama beweist, dass ein ernstes Thema und Unterhaltung nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen. Es beeindrucken das sorgfältige Drehbuch, beste Ausstattung, historische Genauigkeit und die glänzende Schauspieler, darunter Alexander Fehling und Gert Voss. Für Gesprächsstoff ist gesorgt.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Im Deutschland der Fünfzigerjahre will ein junger Staatsanwalt gegen einen ehemaligen Auschwitz-Wärter ermitteln. Prickelndes Drama mit dem nötigen Zeitkolorit, das von der beginnenden Vergangenheitsaufarbeitung Deutschlands erzählt.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Deutschland, im Jahre 1958. Die Zeit des Wirtschaftswunders. Der Krieg ist seit über zehn Jahren vorbei und das Land will endlich vergessen, einen Schlussstrich unter alles ziehen. Die Gräuel der Nationalsozialisten sind gespenstische Horrorgeschichten, mit denen sich niemand beschäftigen will. Doch nicht alle können vergessen. Denn in Deutschland leben die Opfer weiter. Genau so wie die Täter. Als in Frankfurt ein ehemaliger Auschwitz-Insasse in einem Lehrer seinen SS-Aufseher wiedererkennt, wendet er sich an den Journalisten Thomas Gnielka. Der verlangt von der Staatsanwaltschaft eine Untersuchung. Keiner hört ihm zu - bis auf den jungen Anwalt Johann Radmann. Und Fritz Bauer, der als Generalstaatsanwalt ein Ziel verfolgt: dass die Verbrecher der Nazizeit zur Verantwortung gezogen werden. Und dass ihre Opfer Gehör finden. Im Jahr 1963 begannen unter Fritz Bauer in Frankfurt die Auschwitzprozesse. Mehrere hundert Zeugen wurden befragt, der Prozess war der bis dahin größte der Nachkriegsgeschichte. Giulio Ricciarellis Film erzählt von seiner Vorbereitung durch die drei Anwälte, die für Fritz Bauer arbeiteten und die in der fiktiven Person Johann Radmann zusammengefasst werden, glaubwürdig verkörpert von Alexander Fehling. Doch der Film erweist nicht nur den Anklägern Respekt. Er beschreibt im Detail exakt eine Zeit, in der Verdrängen und Schweigen der Wahrheit vorgezogen wurden. Die Zeit des Wirtschaftswunders und das neu aufkeimende Selbstbewusstsein eines Landes, das als Besiegter am Boden lag, überdeckte die Notwendigkeit, sich der vergangenen Verbrechen zu stellen. Dies ist die neue Perspektive, die der Film einnimmt. Er zeigt junge Menschen, denen durch die Aussagen der Opfer die Augen geöffnet werden, die ihren unschuldigen Blick verlieren und lernen müssen, mit der Schuld ihrer Vorfahren zu leben. Ricciarelli lässt dabei die grausamen Details aus, erzählt viel über Blicke. Sequenzen, in denen Menschen still die Wahrheit erkennen, wirken dabei viel intensiver und eindrücklicher nach als es detailreiche Erläuterungen könnten. Neben Fehling überzeugen vor allem André Szymanski als mutiger Journalist Gnielka sowie Gert Voss in seiner letzten Rolle als Fritz Bauer. Ein ruhig erzählter, klug recherchierter und immens wichtiger Film über eine Zeit in Deutschland, in der das Schweigen endete. Und die Wahrheit ans Licht kam.

Gutachten:

Deutschland 1958, das Wirtschaftswunder ist in voller Fahrt, Vico Toriani erfreut die Bundesbürger und das Dritte Reich und seine Schrecken sind längst vergessen. Wären da nicht die Opfer des Regimes, die Überlebenden der Vernichtungslager, die nicht nur ein Anrecht auf finanzielle Entschädigung haben, sondern muss es nicht auch moralische Gerechtigkeit geben?
Johann Radmann, ein junger Staatsanwalt, zuständig für unbedeutende Verkehrsdelikte und mit einem ausgeprägten Hang zur Gerechtigkeit, wird zufällig Zeuge, wie ein Journalist versucht, die Staatsmacht dazu zu zwingen, sich doch mit den Gräueltaten des Dritten Reichs zu beschäftigen. Denn mit den Nürnberger Prozessen wurde zwar die politische Elite vor Gericht gestellt, die hunderttausenden Helferinnen und Helfer aber, die das System erst zum Laufen gebracht und am Leben erhalten haben, sie können sich unerkannt in ihren neuen Alltag flüchten, geschützt und gedeckt von den Spitzen der Justiz und Regierung.
Giulio Ricciarellis Spielfilm beruht auf einem bemerkenswert klugen Drehbuch, bei dem die Dialoge keine Sprachformeln sind, sondern die Worte den Charakteren eine Tiefe und Glaubwürdigkeit geben, die in vielen Szenen ergreifen und auch erschüttern. Durch die Konstellation der Charaktere gelingt es, ein möglichst umfassendes Ensemble an unterschiedlichen Tätern, Mitwissern und Wegschauenden zu vereinen, in deren Mittelpunkt mit Johann Radmann (mit viel Tiefgang und Nuancen gespielt von Alexander Fehling) kein Held steht, sondern ein Mensch, der ebenfalls Fehler begeht. Dadurch überzeugt die Handlung stets, so entstehen ergreifende Momente, die den Zuschauer das Grauen des Dritten Reichs spüren lassen, ohne dass es gezeigt werden müsste. Mit dem Journalisten Gnielka wurde Rademann eine Figur an die Seite gestellt, die für die andere Art des Umgangs mit der eigenen Schuld steht. Wenn man in schwierigen Zeiten schon kein Held sein konnte oder wollte, so muss man doch zumindest Mensch genug sein, sich seiner Schuld zu stellen.
IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS berührt, wühlt auf und ist trotz seiner historischen Bezüge in seinen Fragestellungen erstaunlich zeitgemäß und gegenwärtig. Dieser Film wird politisch Interessierte ebenso begeistern, deren Elterngeneration noch nicht zu den Nachgeborenen zählt, wie er junge Menschen bereichern und zu Diskussionen anregen wird, die all das nur aus dem Unterricht kennen.
Die Produktionsfirma Claussen-Wökbe-Putz hat erneut einen gesellschaftlich relevanten, brisanten Stoff aufgegriffen und einen wichtigen Film produziert. Hier wird ein Kapitel Deutscher Geschichte behandelt, das nicht vergessen werden darf. Ohne Menschen mit Idealen und Gewissen wäre die jüngere deutsche Geschichte, die Generation der 68er und die ökologische Revolution der 80er und 90er Jahre nicht denkbar gewesen. Bei aller historischen Brisanz ist es Regisseur Ricciarelli zugleich gelungen, einen äußerst unterhaltsamen, den Zuschauer führenden und zum Reflektieren anregenden Spielfilm zu drehen. Dabei kann er auf einen Cast zurück greifen, der bis in die Nebenrollen hinein brillant spielt, eingebettet in eine Ausstattung und in Settings, die nichts zu wünschen übrig lassen. Ein Film, der nicht selbstgerecht daher kommt, sondern sich nuanciert gegen das Vergessen auflehnt, nicht nur gegenüber den Gräueltaten des Dritten Reichs, sondern gegenüber politischem Unrecht an sich, auch dem Gegenwärtigen.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Datum Stadt Festivalname
04.09.2014 - 14.09.2014 Toronto 39. Toronto International Film Festival

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