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Ein fliehendes Pferd

Hervorragend gespielte Leinwandadaption nach Martin Walser. Beziehungsdrama mit Topbesetzung.

Ein fliehendes Pferd Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Deutschland 2007
Regie Rainer Kaufmann
Darsteller Ulrich Noethen, Katja Riemann, Ulrich Tukur
Kinostart 20.09.2007
Einspielergebnis D € 2.110.222
Bes. (EDI) 344.372
Bes. (FFA) 351.956
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 27.04.2009 (ZDF)

nach oben Inhalt & Info

Das in die Jahre gekommene Ehepaar Helmut und Sabine wird in der Langeweile ihres Ferienhaus-Urlaubs von einem ehemaligen Studienfreunds Helmuts aufgescheucht. Klaus und seine weibliche Begleitung Helene, ein Männertraum, sorgen nicht nur für sexuelle Spannungen.

Hervorragend gespielte Leinwandadaption von Martin Walsers gleichnamigen Bestseller, in dem Rainer Kaufmann das Beziehungsgeflecht zweier Paare tiefenpsychologisch bis zum blanken Nerv freilegt. Petra Schmidt-Schaller ist in dem mit viel Schwung inszenierten Vier-Personen-Stück eine Entdeckung.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Hervorragend gespielte Leinwandadaption von Martin Walsers gleichnamigem Bestseller, in dem Rainer Kaufmann, der schon Ingrid Nolls "Apothekerin" zum Hit ausfeilte, das Beziehungsgeflecht zweier Paare tiefenpsychologisch bis zum blanken Nerv freilegt.

Bereits vor über 20 Jahren verlieh Vladim Glowna dem schmalbrüstigen Helmut Halm Gestalt in einer TV-Verfilmung des WDR. Die 1978 erschienene Novelle zementierte Walsers Ruf als einer der wichtigsten zeitgenössischen bundesdeutschen Literaten, wo er seitdem in einer Liga mit Grass spielt. Luzide Analysen von Stillstand und Kontinuität sowie über Identitätsverlust sind das Markenzeichen des Wasserburger Schriftstellers, hier ganz exemplarisch an privaten Konflikten mit unheimlicher Präzision durchgeführt. Die in Walsers Heimat am Bodensee angesiedelte Geschichte mit äußerlich wenig Handlung beginnt beim nicht mehr ganz jungen Ehepaar Helmut (Ulrich Noethen) und Sabine (Kaufmann-Regular Katja Riemann), die schon seit Jahren ihren ereignislosen Urlaub in einem Ferienhaus verbringen.

Mit gewisser Schadenfreude lässt Kaufmann den aufgedrehten Macho-Blender Klaus Buch (Ulrich Tukur), ein längst verdrängter Freund aus Helmuts Studientagen, in die Idylle einfallen und ihnen gnadenlos auf die Pelle rücken. Im Gepäck hat er den süßen Männertraum Helene (tolle Entdeckung: Petra Schmidt-Schaller), der die erkaltete Ehe mit starkem Sexappeal akut gefährdet. Das halbseidene Windei Klaus provoziert Helmut mit kompromittierenden Rücksichtslosigkeiten und unterschwelligen Beleidigungen, konfrontiert ihn aber auch unumwunden mit verlorenen Lebensträumen von Geltung und sexueller Erfüllung. Von diesem aggressiven Gute-Laune-Aktionismus wird der reserviert-zerknirschte Helmut in die Defensive gedrängt und verkriecht sich in der Moser-Ecke.

Ein nicht ungefährliches Kräftemessen zwischen den Männern beginnt, dessen anregender Schlagabtausch beim Paar die Lust auf anderes fördert: Weil Helmut das sexuelle Interesse an seiner Frau verloren hat, gerinnt das zwanghaft zwanglose Miteinander bald zum symbolischen Ehebruch beider Parteien. Immer amüsant und mit Schwung spult Kaufmann das Vier-Personen-Stück ab, wobei das schon fast überpsychologisierte Drehbuch viel Profil schafft, das vor allem Noethen und Tukur hervorragend ausspielen. Zwar lassen die permanenten sexuellen Anspielungen bisweilen Subtilität vermissen, und Erotik ist etwas, das dem französischen Kino vorbehalten bleibt. Aber ob sich die Partnerschaft von Helmut und Sabine retten lässt, die im parabelhaften Schlussakt auf sich selbst zurückgeworfen werden, ist eine reizvolle Frage, deren facettenreiche Beantwortung dieses starke Charakterstück mit Bravour betreibt.

tk.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Szene

 
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Verleih Concorde
O-Titel Ein fliehendes Pferd
Land / Jahr Deutschland 2007
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen GATE
Koproduktionsfirmen Clasart Classic
Projektförderung FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 300.000)
Produktionsförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 400.000),
MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (EUR 450.000)
Verleihförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 100.000),
MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (EUR 30.000)
Drehort Bodensee und Umgebung, Malta
Drehzeit 14.08.2006 - 30.09.2006
Kinostart 20.09.2007
Laufzeit 96
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 2.110.222
Bes. (EDI) 344.372
Bes. (FFA) 351.956
Charthistory
Filmtrailer Video
nach oben Cast & Crew
Produzenten Rikolt von Gagern
Producer Paul Günczler
Redaktion Daniel Blum
Regie Rainer Kaufmann
Drehbuch Ralf Hertwig, Kathrin Richter
Buchvorlage Martin Walser
Darsteller Ulrich Noethen (Helmut Halm), Katja Riemann (Sabine Halm), Ulrich Tukur (Klaus Buch), Petra Schmidt-Schaller (Helene)
Kamera Klaus Eichhammer
Schnitt Christel Suckow
Musik Annette Focks
Produktionsdesign Renate Schmaderer
Ton Steffen Graubaum
Kostüme Lucie Bates
Maske Sabine Hehnen-Wild, Gregor Eckstein
Produktionsleitung Arno Neubauer

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sonstige … Rene von Bodisco (1.Aufnahmeleiter)
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
29. Bayerischer Filmpreis
Bayerischer Filmpreis Großansicht
2007, München, 18.01.2008 Beste Nachwuchsdarstellerin Petra Schmidt-Schaller
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Ein fliehendes Pferd EuroVideo Medien DVD, ab 12, 92 Min. Kauf
Ein fliehendes Pferd EuroVideo Medien DVD, ab 12, 92 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Original Score Annette Focks Ein fliehendes Pferd Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Das Ehepaar Helmut und Sabine verbringt schon schon seit Jahren seinen Urlaub am Bodensee. In die Idylle fällt der Macho-Blender Klaus Buch ein, ein längst verdrängter Freund aus Helmuts Studientagen. Im Gepäck hat er die aufregende Helene, die die erkaltete Ehe mit starkem Sexappeal akut gefährdet. Klaus provoziert Helmut indes mit Rücksichtslosigkeiten und unterschwelligen Beleidigungen, konfrontiert ihn aber auch unumwunden mit verlorenen Lebensträumen. Ein nicht ungefährliches Kräftemessen zwischen den Männern beginnt.

Hervorragend gespielte Leinwandadaption von Martin Walsers gleichnamigen Bestseller aus dem Jahr 1978, in dem der gewohnt versiert agierende Rainer Kaufmann ("Die Apothekerin") das Beziehungsgeflecht zweier Paare - großartig gespielt von Katja Riemann, Ulrich Noethen, Ulrich Tukur und der tollen Entdeckung Petra Schmidt-Schaller - tiefenpsychologisch bis zum blanken Nerv freilegt. Doch der Film entlarvt nicht nur Lebenslügen, er ist auch schwungvoll, sinnlich und spannend.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Ein deutscher Film, der Spaß macht. Ein Feuerwerk knallscharfer Dialoge, ein glänzendes Schauspielerensemble, das sichtlich Lust am Spielen hat. Intelligentes Erzählkino, auch für Midlife-Crisis geschüttelte Best Ager, die Adaption der 30 Jahre alten Novelle von Martin Walser zeigt sich erstaunlich aktuell und trendy. Das emotionale Dauergewitter wird verstärkt durch die lauernde Kamera Klaus Eichhammers und die von Annette Focks komponierte pfiffige Filmmusik. Eine überzeugend reife Leistung, Regisseur Rainer Kaufmann kann stolz sein. Sogar Walser ist zufrieden, wie man hört.

Gutachten:

Ein deutscher Film, der Spaß macht. Ein Feuerwerk knallscharfer Dialoge, ein hervorragendes Schauspielerensemble, das sichtlich Lust am Spielen hat. Intelligentes Erzählkino für die von der Midlife-Crisis geschüttelten Best Ager, die bevölkerungsstatistisch schon die wichtigste Zielgruppe fürs Kino geworden sind. Und all das mit der Adaption einer 30 Jahre alten Novelle von Martin Walser, die von erstaunlicher Aktualität zeugt und geradezu mit trendigem Zeitgeist daherkommt.

Der Film bleibt ganz nah an der literarischen Vorlage, inszeniert eine bürgerliche Welt, die uns auch ästhetisch zurück in die frühen 80er führt und dort alle verklemmten Varianten eines Doppelpärchenspiels durchdekliniert. Der messerscharfe zynische Jargon amüsiert und erschreckt uns zugleich. Die Existenzentwürfe werden humorvoll gebrochen und doch wieder zusammengekittet. Alle brechen aus ihrem Leben aus, aber nur kurz, um sofort wieder ins alte und vielleicht falsche Leben zurückzukehren. Auch das "fliehende Pferd" lässt sich wieder einfangen, wenn es erst einmal ein wenig durchgebrannt ist.

Die stete Neugier auf den nächsten Ausbruch, verbal wie physisch, hält den Zuschauer unter Spannung, die lauernde Kamera von Klaus Eichhammer verstärkt das emotionale Dauergewitter, und die von Annette Focks komponierte, im wahrsten Sinne pfiffige Filmmusik gibt mit ihrem Retro-Sound die notwendigen Kommentare.

Der Regisseur Rainer Kaufmann hat sich auf einen Pakt mit dem Ur-Autor Martin Walser eingelassen. Daran hat er gut getan. Insgesamt eine überzeugende, reife Leistung. Und ein großes Vergnügen.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


nach oben Pressestimmen

Eine emotionale Gratwanderung, die zeitweise in einen erotischen Liebesreigen mit neuen Teilnehmern abzudriften scheint, wird sommerlich leicht, aber auch spannend und humorvoll erzählt.

Treffpunkt Kino

Immer amüsant und mit Schwung spult Kaufmann das Vier-Personen-Stück ab, wobei das schon fast überpsychologisierte Drehbuch viel Profil schafft, das vor allem Noethen und Tukur hervorragend ausspielen.

Blickpunkt:Film

Walser vermochte das vorhersehbare Geschehen noch anzureichern durch sprachliche und psychologische Subtilität. Im Film bleibt davon lediglich der hier sportive, dort flügellahme Balztanz zweier Männchen übrig.

Die Welt, 20. September 2007

(...) biedermeierliches Wellness-Kino, eine Literaturverfilmung ohne Geschmack und Esprit, die ihrem Gegenstand nicht traut, ihn nur als Vorwand benutzt, um wieder mal auf Beziehungskomödie zu machen.

Frankfurter Rundschau, 20. September 2007

(...) der Film (...) dreht die Erzählperspektive aus der Nahaufnahme in die Totale. Dadurch gewinnt er (...) Handlungsfreiheit (...). Aber er verliert den Kontakt. Die Methode, die Kaufmann und seine Drehbuchautoren anwenden, könnte man Pointenmassage nennen. Sie walken den Witz aus der Geschichte heraus, verteilen ihn großflächig über die Leinwand und kneten die passenden Handlungsstücke dazu. Das Buch, das auf diese Weise aktualisiert wird, ist keine Vorlage mehr, es ist ein Anlass.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Mit seinem Schauspiel-Gespann ist Kaufmann ein bemerkenswert starker Film gelungen, in dem jeder - bei aller Vielschichtigkeit - genau den Ton trifft, der zur Rolle gehört.

Abendzeitung, 20. September 2007

nach oben TV-Quoten
Sender Datum Zeit Quote Marktanteil
ZDF 27.04.2009 20:15 4.78 Mio. 15,6%
nach oben Newsarchiv
nach oben Auff�hrungen auf Festivals
Datum Stadt Festivalname
21.08.2008 - 01.09.2008 Montréal 32. Festival des Films du Monde - Montreal World Film Festival
26.07.2012 - 05.08.2012 Diverse 6. Fünf Seen Filmfestival

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