Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Aberwitziges Roadmovie nach dem gleichnamigen Weltbesteller von Jonas Jonasson.

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Schweden 2014
Regie Felix Herngren
Darsteller Robert Gustafsson, Iwar Wiklander, David Wiberg
Kinostart 20.03.2014
Einspielergebnis D € 8.595.979
Bes. (EDI) 1.180.159
Bes. (FFA) 1.176.699
Charthistory
Boxoffice USA $ 815.769
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 04.07.2016 (ARD)

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Allan Karlsson hat keine Lust auf das Feiern seines 100. Geburtstags und verschwindet klammheimlich aus dem langweiligen Altersheim in Pantoffeln und mit nur ein paar Münzen in der Tasche. Am Busbahnhof kommt er zufällig an einen Koffer voller Geld und macht sich ohne bestimmtes Ziel auf die Socken. Er findet neue Freunde und muss sich aber auch mit nicht gerade charmanten Ganoven auseinandersetzen. Auf Umwegen gelangt er nach Bali, wo er es sich unter Palmen gut gehen lässt. Mit 100 ist schließlich noch lange nicht Schluss.

Nach Jonas Jonassons schon kultigem Bestseller, der allein in Deutschland über zwei Mio. Mal verkauft wurde, inszeniert der Schwede Felix Herngren mit Komiker-Ass Robert Gustafsson in der Hauptrolle ein aberwitziges Roadmovie mit skurrilen Figuren, das nicht nur in der Gegenwart spielt, sondern auch das politische Geschehen des 20. Jahrhundert im Rückblick aus einer sehr eigenwilligen Perspektive erzählt und völlig neu interpretiert. Humor vom Feinsten und in Schweden der absolute Rekordbrecher an der Kinokasse.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Aberwitzige Gangstergeschichte und eigenwilliger Jahrhundertrückblick um einen dickköpfigen Oldie auf Abwegen.

32 Wochen auf Platz 1 der Spiegelbestsellerliste - Jonas Jonassons kultiges Erstlingswerk "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" schrie sozusagen nach einer Verfilmung. Und was Felix Herngren daraus gemacht hat, ist zum Schreien komisch und passt zum Trend, Alte nicht in die Tattergreis-Ecke zu stecken, sondern aufmüpfig durchs Rest-Leben ziehen zu lassen. Allan Karlsson ist einer dieser "Senioren", die sich nicht im Altenheim betütteln lassen wollen. Er läuft zwar nicht Marathon wie der "Jungspund" Dieter Hallervorden in "Sein letztes Rennen", aber seinen 100. Geburtstag mag er nicht mit Luftballons, Liedern und Kuchen feiern, er macht sich klammheimlich auf die Filzpantoffeln, raus aus dem Fenster, rein in ein neues Abenteuer. Als er sich am Bahnhof ein Ticket für das nächste Kaff kauft, brüllt ihn ein Typ an, er soll auf seinen Koffer aufpassen, bevor er aufs Örtchen verschwindet. Da der Bus kommt, steigt Allan ein, mitsamt Koffer. Dass darin 50 Mio. Kronen stecken, merkt er erst später, als er mit einem neuen Kumpel Elchgulasch im früheren Bahnhofshäuschen verdrückt. Natürlich verlangen der Ganove und seine unfreundlichen Kumpanen den Koffer wieder zurück. Das führt über mehrere Leichen bis ins sonnige Bali, wo es sich Allan gut gehen lässt und auch noch zum Matchmaker wird. Mit 100 ist noch lange nicht Schluss.

Schwedens Komiker-Ass Robert Gustafsson mimt den schlitzohrigen Oldie mit hinterhältiger Chuzpe und lässt in seinen Anekdoten aus sehr eigenwilliger Perspektive das politische Geschehen des 20. Jahrhunderts Revue passieren - sein Wodka-Besäufnis mit Stalin, den Stress mit Albert Einsteins Halbbruder, seine Begegnung mit Franco, Kontaktpflege zu wichtigen Geheimdiensten. Natürlich mischte er auch kräftig mit beim Bau der Atombombe und dem Fall der Berliner Mauer. Skurriler Humor inklusive kleiner Morde unter Mafiagesellen, eine große Unverzagtheit und Lust an der Subversion prägen diese Geschichte über einen Querdenker, der sich ganz cool nach dem Motto seiner Mutter "Es ist, wie es ist, und wie's kommt, so kommt's" durchs Leben laviert. Regisseur Felix Herngren enttäuscht die hohen Erwartungen nicht, setzt auf herrliche Situationskomik und eine bunte Schauspielerriege - und nicht zu vergessen Elefantendame Sonja, die schon mal eingreift, wenn's nötig ist und wie die anderen ihren Lebensabend unter Palmen genießt. mk.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Concorde
O-Titel Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann
Land / Jahr Schweden 2014
Kategorie Spielfilm
Genre Komödie
Kinostart 20.03.2014
Laufzeit 115
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 8.595.979
Bes. (EDI) 1.180.159
Bes. (FFA) 1.176.699
Charthistory
USA-Start 08.05.2015, bei Music Box
Boxoffice USA $ 815.769
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.derhundertjaehrige-film.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Felix Herngren, Malte Forssell, Henrik Jansson-Schweizer, Patrick Nebout
Regie Felix Herngren
Drehbuch Felix Herngren, Hans Ingemansson
Buchvorlage Jonas Jonasson
Darsteller Robert Gustafsson (Allan Karlsson), Iwar Wiklander (Julius Jonsson), David Wiberg (Benny), Mia Skäringer (Gunilla), Jens Hultén (Pike - Der Boss), Alan Ford (Pim), Ralph Carlsson (Inspektor Aronsson), Bianca Cruzeiro (Caracas), Sven Lönn (Bucket), Simon Seppänen (Screw), Gustav Deinoff (Ricky), David Shackleton (Herbert Einstein), Koldo Losada (General Franco), Algirdas Romualdas (Josef Stalin), Johan Rheborg (Tage Erlander), Kerry Shale (Harry S. Truman), Sigitas Rackys (Michail Gorbatschow), Keith Chanter (Ronald Reagan), Philip Rosch (Robert Oppenheimer), Georg Nikoloff (Popov), Manuel Dubra (Esteban), Patrik Karlson (Sigvard Eklund), Guhn Andersson (Schwester Alice)
Kamera Göran Hallberg
Schnitt Henrik Källberg
Musik Matti Bye
Produktionsdesign Mikael Varhelyi
Kostüme Madeleine Kihlbom Thor
Casting Claes Stenmark
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand EuroVideo Medien DVD, ab 12, 111 Min. Kauf
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 12, 115 Min. Kauf
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand EuroVideo Medien DVD, ab 12, 111 Min. Leih
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 12, 115 Min. Leih
Enthalten in:
Ausgezeichnete Literaturverfilmungen (3 Discs)
EuroVideo Medien GmbH
DVD, ab 12, 323 Min.
Kauf
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Allan Karlsson hat keine Lust auf das Feiern seines 100. Geburtstags und verschwindet klammheimlich aus dem langweiligen Altersheim in Pantoffeln und mit nur ein paar Münzen in der Tasche. Am Busbahnhof kommt er zufällig an einen Koffer voller Geld und macht sich ohne bestimmtes Ziel auf die Socken. Er findet neue Freunde und muss sich aber auch mit nicht gerade charmanten Ganoven auseinandersetzen. Auf Umwegen gelangt er nach Bali, wo er es sich unter Palmen gut gehen lässt. Mit 100 ist schließlich noch lange nicht Schluss.

Nach Jonas Jonassons schon kultigem Bestseller, der allein in Deutschland über zwei Mio. Mal verkauft wurde, inszeniert der Schwede Felix Herngren mit Komiker-Ass Robert Gustafsson in der Hauptrolle ein aberwitziges Roadmovie mit skurrilen Figuren, das nicht nur in der Gegenwart spielt, sondern auch das politische Geschehen des 20. Jahrhunderts im Rückblick aus einer sehr eigenwilligen Perspektive erzählt und völlig neu interpretiert. Humor vom Feinsten, und in Schweden der absolute Rekordbrecher an der Kinokasse.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Ein Hundertjähriger verlässt sein Altersheim und erlebt ein wirklich unglaubliches Abenteuer. Aberwitziges Roadmovie nach dem gleichnamigen Weltbesteller von Jonas Jonasson.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Der Kuchen ist schon mit Kerzen bestückt, Gratulanten schauen vorbei, das ganze Altersheim freut sich auf den hundertjährigen Geburtstag von Allan Karlsson. Doch der Jubilar selbst beschließt, dass es noch zu früh ist, um sich auf die faule Haut zu legen. Und so öffnet er das Fenster, steigt hinaus und geht zum Bahnhof. Er möchte wegfahren. Das Ziel ist egal. Und so landet er in einem kleinen Kaff im schwedischen Niemandsland, wo nur ein einziges Haus steht. In seiner Hand ein Koffer, der ihm eigentlich gar nicht gehört. Der Beginn eines unglaublichen Abenteuers. 2013 feierte das Buch von Jonas Jonasson einen großen Erfolg. Regisseur Felix Herngren hat sich nun der irrwitzigen Geschichte des Helden angenommen und findet genau den richtigen Ton und die passenden Darsteller, um sie zu erzählen. Immer wieder springt die Erzählung zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her und entblättert ein hundertjähriges Leben voller skurriler Ereignisse und Begegnungen mit Episoden der politischen Weltbühne. Ob Stalin oder Franco - Karlsson kennt sie alle. Er selbst lässt sich wie ein unschuldiges Kind vom Geschehen treiben und diese bezaubernd entwaffnende Haltung verkörpert Robert Gustafsson grandios. Seine neuen Freunde, die er auf seinem Ausflug trifft, stehen ihm in Sympathie und Individualität in nichts nach und so entsteht bald eine Truppe von Außenseitern, die immer wieder einen Ausweg finden, wobei die einzelnen Ideen herrlich komisch daherkommen. Der Zuschauer wird immer wieder aufs Neue überrascht von den einzelnen Wendungen. Das Motto der Hauptfigur durchzieht den ganzen Film: "Es ist wie es ist und es kommt, wie es kommt" Dieser umwerfend sympathische Film aus Schweden ist schlicht wunderbar. Selten hat ein Geburtstag so viel Spaß gemacht.

Gutachten:

Glücklich war er in seinen hundert Lebensjahren immer dann, wenn er etwas in die Luft sprengen konnte. Diese Vorliebe brachte Allan Karlsson an wichtige Wendepunkte des 20. Jahrhunderts, die er entscheidend beeinflusste. Und sie brachte ihn schließlich ins Altersheim, weil er dem Fuchs, der seinen Lieblingskater Molotov(!) umbrachte, mit Dynamit den Garaus machte. In der Adaption des Bestsellers von Jonas Jonasson wird geschickt die Lebensgeschichte des Titelhelden mit dessen letztem Abenteuer verwoben und auf beiden Ebenen ist die Geschichte voller skurriler Figuren, irrwitziger Zufälle und Explosionen. Dabei wird in rasant geschnittenen Rückblenden erzählt, wie Karlsson einst Franco das Leben rettete, Oppenheimer bei der Entwicklung der Atombombe half und für den Fall der Berliner Mauer verantwortlich war. Diese Umdeutung der Weltgeschichte ist trotz der komplexen Zusammenhänge und des schnellen Erzähltempos sowohl verständlich wie auch witzig. Dabei entsteht der Humor fast immer aus den absurden Situationen und nicht, weil die Figuren der Zeitgeschichte zu Karikaturen werden. Auch dadurch ist der Film trotz der vielen Leichen, die Allens Weg pflastern, nie brutal, denn erzählt wird stets aus seiner Perspektive, und er bleibt hundert Jahre lang im Grunde unschuldig, weil er mit den großen Augen eines Kindes durch sein Leben stolpert. Wenn er einen Koffer mit 50 Millionen Euro findet, weckt dies ebenso wenig seine Gier wie seine Freundschaft mit dem Geheimdienstchef Popov und Einstein (der sich allerdings als der dumme Bruder des Genies Albert entpuppt). Und so sammelt er, nachdem er, wie im Titel versprochen, aus dem Fenster des Altersheims gestiegen ist, eine Gruppe von anderen verlorenen Seelen auf, mit denen er zum ersten Mal so etwas wie die Geborgenheit eines Familienlebens erfahren darf. Der Komiker Robert Gustafsson spielt ihn dann auch nicht als eine Witzfigur, sondern als einen im Grunde sanften Toren, der durch seine Ignoranz unverwundbar wird. Felix Herngren ist eine kongeniale Adaption des Bestsellers gelungen. Trotz der Fülle an Episoden, Figuren und Spielorten zerfällt er nie in seine Einzelteile, sondern wirkt wie aus einem Guss.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Datum Stadt Festivalname
06.02.2014 - 16.02.2014 Berlin 64. Internationale Filmfestspiele Berlin - Berlinale

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