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Der gute Hirte

Robert De Niros zweite Regiearbeit erzählt methodisch und ambitioniert von der Entstehungsgeschichte des CIA, mit Matt Damon als einem der fiktionalisierten Gründungsväter.

Der gute Hirte Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2006
Regie Robert De Niro
Darsteller Matt Damon, Robert De Niro, Angelina Jolie
Kinostart 15.02.2007
Einspielergebnis D € 2.612.722
Bes. (EDI) 357.200
Bes. (FFA) 362.623
Charthistory
Boxoffice USA $ 59.839.040
Charthistory
Filmtrailer Video

nach oben Inhalt & Info

Edward Wilson wird 1939 als Yale-Student vom FBI rekrutiert, um seinen Englisch-Professor als Nazisympathisanten zu überführen. Aus Pflichtgefühl heiratet er die von ihm geschwängerte Clover, verbringt aber sechs Jahre im Auftrag des OSS in Übersee. Sein von ihm vernachlässigter Sohn tritt in die Fußstapfen des Vaters und geht zur CIA.

Robert De Niros zweite Regiearbeit erzählt methodisch und ambitioniert von der Entstehungsgeschichte des CIA, mit Matt Damon als einem der fiktionalisierten Gründungsväter. Auch wenn das Spionage-Drama bisweilen etwas schwerfällig anmutet, überzeugen die stimmige Kameraarbeit, der dazu passende Score, das zeitgemäße Produktionsdesign und die eleganten Kostüme.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Robert De Niros zweite Regiearbeit erzählt methodisch und ambitioniert von der Entstehungsgeschichte des CIA, mit Matt Damon als einem der fiktionalisierten Gründungsväter.

Das Originaldrehbuch des mit "München" bereits in politischer Intrige geübten Autors Eric Roth stellt sich im Einklang mit seiner geheimniskrämerischen Prämisse als komplexe Angelegenheit dar. Den Trend von nicht chronologischen Zeitschlaufen aufgreifend, pendelt das mit hochkarätigem Ensemble besetzte Spionagedramas wiederholt zwischen 1961, 1939 und den Jahren dazwischen. Als Ausgangspunkt dient die Schweinebucht-Operation des CIA, die fehlschlug, da Fidel Castro durch einen Spitzel vorgewarnt war. Die Suche nach und Enttarnung dieses Verräters bildet die Suspense-Einklammerung des penibel recherchierten Thrillers.

Als Protagonist fungiert Edward Wilson (Damon), der 1939 als Yale-Student vom FBI rekrutiert wird, seinen Englisch-Professor als Nazisympathisanten zu überführen. Aus Pflichtgefühl heiratet der Karriere orientierte Musterstudent die von ihm geschwängerte Clover (Angelina Jolie), begibt sich aber kurz darauf aufgrund seiner neuen Anstellung beim OSS (Vorläufer des CIA) nach Übersee. Sechs Jahre später kehrt der verschlossene Bürokrat zurück in die Heimat. Die beiden Eheleute, die sich ohnehin kaum kannten, sind inzwischen völlig entfremdet. Wilsons vernachlässigter Sohn hingegen betet ihn an und tritt zunächst beim "Skull & Bones"-Geheimbund und später beim CIA in die Fußstapfen seines Vaters. Alldieweil ist Wilson Senior mit diversen Komplikationen des Kalten Krieges und internen Schwierigkeiten beschäftigt, dass ihn seine eigene familiäre Tragödie kaum zu berühren scheint.

De Niro, der auch in einer kleinen Rolle glänzt, zeigt sich in seiner ersten Inszenierung seit seinem Debüt "In den Straßen der Bronx" (1993) vom ähnlich angelegten Klassiker "Der Pate II" inspiriert. Dessen Regisseur Francis Ford Coppola tritt als ausführender Produzent auf und war ursprünglich selbst für die Regie vorgesehen. In diesem Fall wäre das Tempo der fast dreistündigen Spionage-Saga wohl etwas weniger schwerfällig ausgefallen. Positiven Eindruck dieses nach Machart einer großen Oper konzipierten Stücks Politgeschichte machen die stimmige Kameraarbeit, der dazu passende Score, das zeitgemäße Produktionsdesign und die eleganten Kostüme. Damon, der deutlich unterkühlter spielt als in seinen "Bourne"-Filmen, ist die perfekte Besetzung: Ihm nimmt man den kalten Intellekt der Hauptfigur jederzeit ab, ohne dass sie langweilig erscheinen würde. Was auf den ganzen Film zutrifft: Selten war mehr Info spannender verpackt als hier. ara.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Universal
O-Titel The Good Shepherd
Land / Jahr USA 2006
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Thriller
Produktionsfirmen Universal Pictures/MorganGreek Prods. u.a.
Drehort New York
Drehzeit 15.08.2005
Kinostart 15.02.2007
Laufzeit 167
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 2.612.722
Bes. (EDI) 357.200
Bes. (FFA) 362.623
Charthistory
USA-Start 22.12.2006, bei Universal
Boxoffice USA $ 59.839.040
Filmtrailer Video
nach oben Cast & Crew
Produzenten Jane Rosenthal, James G. Robinson, Robert De Niro
Ausf. Produzenten Francis Ford Coppola, Guy McElwaine, David C. Robinson, Howard Kaplan, Chris Brigham
Regie Robert De Niro
Drehbuch Eric Roth
Darsteller Matt Damon (Edward Wilson), Robert De Niro (Bill Sullivan), Angelina Jolie (Clover Wilson), Alec Baldwin (Sam Murach), Tammy Blanchard (Laura), Billy Crudup (Arch Cummings), Keir Dullea (Senator John Russell), Michael Gambon (Dr. Fredericks), Martina Gedeck (Hanna Schiller), William Hurt (Philip Allen), Timothy Hutton (Thomas Wilson), Mark Ivanir (Valentin Mironov #2), Gabriel Macht (John Russel Jr.), Lee Pace (Richard Hayes), Joe Pesci (Joseph Palmi), Eddie Redmayne (Edward Wilson, Jr.), John Sessions (Valentin Mironov #1/ Yuri Modin), Oleg Stefan (Ulysses/ Stas Siyanko), John Turturro (Ray Brocco)
Kamera Robert Richardson
Schnitt Tariq Anwar
Musik Marcelo Zarvos
Produktionsdesign Jeannine Oppewall
Ton Tom Nelson
Kostüme Ann Roth
Casting Amanda Mackey Johnson, Cathy Sandrich Gelfond
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
57. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Internationale Filmfestspiele in Berlin
2007, Berlin, 08.02.2007 - 18.02.2007 Silberner Bär, herausragende künstlerische Leistung  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
The Good Shepherd - Der gute Hirte AL!VE AG DVD, ab 12, 161 Min. Kauf
The Good Shepherd - Der gute Hirte (Steelbook) AL!VE AG Blu-ray Disc, ab 12, 167 Min. Kauf
The Good Shepherd - Der gute Hirte
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 167 Min. Kauf
The Good Shepherd - Der gute Hirte
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany HD DVD, ab 12, 167 Min. Kauf
The Good Shepherd - Der gute Hirte
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 161 Min. Kauf
The Good Shepherd - Der gute Hirte Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 161 Min. Leih
Enthalten in:
Robert De Niro Collection (3 Discs)
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany GmbH
DVD, ab 16, 455 Min.
Kauf
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Original Score Marcelo Zarvos/Bruce Fowler Der gute Hirte/The Good Shepherd Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Edward Wilson, strebsamer Yale-Student, tritt 1939 der geheimen Bruderschaft der "Scull and Bones Society" bei, aus der reihenweise künftige Führungskräfte der Politik hervorgehen. So auch er. Denn schon bald wird er angeworben, seinen Englisch-Professor auszuspionieren - nur der Beginn einer steilen Geheimdienstkarriere. Doch die hat auch ihren Preis. Seine Frau distanziert sich immer mehr von ihm und auch der Kontakt zum geliebten Sohn will sich nicht wirklich einstellen. Am Höhepunkt seiner Macht steht Wilson schließlich alleine da.

In seiner zweiten Regiearbeit, einem bestens besetzten Drama epischen Ausmaßes, erzählt Robert De Niro methodisch und ambitioniert die bislang unbekannte Geschichte von der Geburtsstunde des US-Geheimdienstes, der CIA. In der Rolle einer ihrer fiktionalen Gründungsväter glänzt Matt Damon, der hier gekonnt seinen Mann-ohne-Eigenschaften-Typus variiert. Edel ausgestattet, stimmungsvoll fotografiert und mit einem eindringlichen Score versehen kommen Fans anspruchsvoller US-Unterhaltung voll auf ihre Kosten.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollEine CIA-Karriere im Dienste einer "Welterlösungsmission": für den American Dream!

Ein Film, der in aufregender Weise Meinungen über ihn polarisiert und teilweise diametral entgegengesetzte Bewertungen provoziert - ein selbst für die amerikanische Filmbranche ungewöhnlicher Vorgang. Ist Robert De Niros "Guter Hirte" denn nun kritisch oder apologetisch der im Filmmittelpunkt stehenden Institution gegenüber? Das ist hier die Frage. Und doch fasst diese Frage hier zu kurz, versucht man den Intentionen der Autoren gerecht zu werden. Geht es doch nicht um eine ideologisch korrekte Antwort für das Geschichtsbuch der Nation, sondern um eine ungleich "höhere" Dimension: Last not least um die Stilisierung zur Legende, um die Schaffung eines Mythos, dessen Verfestigung und Kultivierung.

Die Parallelen zur Filmgeschichte des "Paten" liegen nahe: Francis Ford Coppola hatte selbst sehr lange die Regie zum "Guten Hirten" im Focus; Robert De Niro, "sein" junger Pate Corleone war zehn Jahre mit diesem, nun seinem zweiten Regiemoloch befasst. Auch bei "Godfather" war die Diskussion um mafia-enthüllend, -anklagend gar oder -affirmativ letztlich eine abwegige. Am Ende obsiegte der Mythos!

Bei "The Good Shepherd" wiederholt sich so auf bemerkenswerte Weise jüngste Filmgeschichte. Die Struktur ist - in schönem Gegensatz zu den schillernden Deutungsmöglichkeiten und Interpretationsspielräumen - von klarer Transparenz. 1961: das Desaster in der Schweinebucht. Die CIA am Pranger: der tödliche Vorwurf des eklatanten Dilettantismus und (!) des Verrats. Es beginnt die intensive Suche nach dem Leck als eine Sache der Ehre, der Rettung von Image und Legende. Befasst damit selbst eine legendäre , geheimnisumwitterte Gestalt der CIA: Ed Wilson.

Der Film nimmt den roten Faden der Suche auf und kontrapunktiert ihn mit der modellhaften Biografie von "Citizen Wilson". Sie steht für die Gründungs- und Aufstiegsgeschichte der CIA, für wesentliche Etappen: die antinazistischen Aktivitäten, die Rolle im Kalten Krieg, im Duell der Systeme. Eine Biographie also als Element des Mythengewebes. Eine Karriere im Dienste einer "Welterlösungsmission": für den American Dream, für den Weltmachtanspruch.

Dabei gerät der selbstgestellte elitäre Erlösungsauftrag in Widerspruch zu Moral und Gewissen des Individuums, zu seiner Verankerung in der Familie vor allem. Diese Imponderabilien sehr nachdrücklich auszustellen, das ist die Aura des Films, gerade weil er kein Thesenfilm sein will und sich jeder einfachen ideologischen Zuordnung auch verweigert.

Die Kreation eines Mythos ist dabei d'accord mit einer filmischen Tour de Force: in der Passion für die Metaphorik von Filmbildern, für die Symbolträchtigkeit der Dekors, für die Suggestion filmischer Stilisierungen überhaupt. Immer mit dem Ehrgeiz, den Mythos eines Mannes und seiner Institution mit den Mythen der Menschheitsgeschichte selbst zu verklammern, seien es nun die biblischen oder die antiken Urbilder.

"Der Gute Hirte" ist so ein sowohl in seinen Fragwürdigkeiten als auch in seiner filmischen Dimension reicher Film. Ein Epochen-Film, den man auch in einem Jahrzehnt noch mit Gewinn betrachten kann.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


nach oben Pressestimmen

Damon entbehrt jeden Charismas, so dass seine Figur kaltlässt (...). De Niros Film ist (...) handwerklich sauber, schön gefilmt und gut gespielt, aber bar jeder Leidenschaft.

Neue Zürcher Zeitung, 1. März 2007

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