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Cyclo

Als sein Fahrrad gestohlen wird, nimmt der junge Rikscha-Fahrer Cyclo kriminelle Aufträge an, um seine Chefin zu entschädigen. Das Krimidrama geriet zum gefeierten Erfolg auf den Filmfestspielen von Venedig.

Cyclo
Verleih Prokino (Filmwelt)
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Frankreich, Vietnam 1995
Regie Tran Anh Hung
Darsteller Le van Loc, Tony Leung Chiu-wai, Tran Nu Yên-Khê
Kinostart 16.11.1995
Einspielergebnis D € 227.607
Bes. (EDI) 44.677
Bes. (FFA) 49.562
Boxoffice USA $ 38.109

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Cyclo bringt mit seinem angemieteten Fahrradtaxi seine Familie eher schlecht als recht über die Runden. Als ihm die Rikscha gestohlen wird, muß er für seine Chefin als Ausgleich für den entstandenen Verlust Aufträge der etwas anderen Art ausführen. Der Gangster "Poet" führt ihn in die Welt des Verbrechens ein, und Cyclo ist plötzlich reicher als je zuvor.

Tran Anh Hung ("Der Duft der grünen Papaya") zeichnet mit seinem zweiten Film ein mitreißendes, perfekt fotografiertes Bild der brodelnden Straßen Ho-Chi-Minh-Stadts der Neunziger. Der Hauptdarsteller, der Laie Le Van Loc, nimmt den Zuschauer durch sein sicheres, unbefangenes Spiel gefangen.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Der 1962 in Vietnam geborene, 1975 nach Frankreich geflohene Tran Anh Hung debütierte nach zwei Kurzfilmen mit "Der Duft der grünen Papaya" im Kino und gewann 1993 in Cannes die Goldene Palme sowie einen Cesar für den besten Erstlingsfilm. 1994 folgte dann noch eine Oscar- Nominierung für den besten fremdsprachigen Film. Nun kommt "Cyclo", Tran Anh Hungs jüngste Produktion, auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig als Wettbewerbsbeitrag zur Uraufführung. Wie schon in seinem Erstling setzt sich der Filmemacher mit seiner alten Heimat auseinander. Doch während er in "Papaya" einen eher verklärenden Blick zurück ins Saigon der fünfziger Jahre warf, begibt er sich jetzt in die brodelnden Straßen Ho-Chi-Minh-Stadts der Neunziger. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Cyclo - mit traumwandlerischer Sicherheit von dem Laien Le Van Loc gespielt -, der mit seinem angemieteten Fahrrad-Taxi seine Familie eher schlecht als recht über die Runden bringt. Als ihm eines Tages sein Gefährt gestohlen wird, muß er für seine Chefin Aufträge anderer Art ausführen, um diese für ihren Verlust zu entschädigen. Unter der Obhut des Poeten - überzeugend: Tony Leung Chiu-Wai ("Bullet in the Head") -, einem engen Vertrauten der Chefin, wird er in die Welt des Verbrechens eingeführt. Dem Cyclo gehen die ersten Aufträge, ein Brandanschlag und ein Drogentransport, leicht von der Hand. In dem jungen Mann wächst das Gefühl von Macht. Die Polizei scheint ihm nichts anhaben zu können und plötzlich verdient er soviel Geld wie er noch nie zuvor überhaupt gesehen hat. Cyclo träumt schon von der großen Gangster-Karriere, als der Poet ihm den Auftrag zu seinem "Meisterstück", einem Mord, gibt. "Cyclo", das Fehlen von Rollennamen deutet es schon an, ist ein Thriller, der in der Tradition des Film noir steht. Der Mensch, so behauptet auch Tran Anh Hung, kann seinem Schicksal nicht entfliehen. "Cyclo", das ist das kolonial-französische Wort für eine Fahrrad-Rikscha und auch für ihren Fahrer. "Cyclo" ist aber auch mit dem französischen Wort "cercle", Kreis, verwandt, was wiederum auf den Kreislauf des Lebens umgedeutet werden kann. Folgerichtig werden Cyclo, der Poet, die Chefin und all die anderen ihrer Vorbestimmung nicht entkommen. Sie müssen sich fügen oder arrangieren, wer dies nicht tut, der stirbt. Tran Anh Hung beschränkt sich jedoch nicht darauf, eine klassische Kinogeschichte mit den genreüblichen Zutaten zu erzählen, sondern hat auch, nach eigenen Aussagen, einen Film über die Welt der Arbeit, über Ausdauer, Erschöpfung, Essen, die Welt des Vaters, das Streben nach Unschuld, Opfer, Mutterliebe, Erlösung und Hoffnung realisiert. All das erschließt sich dem Zuseher jedoch nicht auf den ersten Blick, ist ihm doch die fernöstliche Mentalität eher fremd. Außerdem wird er vom ersten Moment an von den berauschenden Bildern des vorzüglichen Kameramannes Benoit Delhomme, die im Rhythmus der fernöstlichen Metropole montiert sind, sowie der ständig donnernden Tonspur überwältigt. Entsprechend vermarktet dürfte "Cyclo" aber schon alleine wegen des Namens Tran Anh Hung und der derzeitigen Popularität "exotischer" Filme für ein solides Einspiel gut sein. GeH.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Prokino (Filmwelt)
O-Titel Xich lo
Land / Jahr Frankreich/Vietnam 1995
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Thriller
Kinostart 16.11.1995
Laufzeit 120
FSK ab 16 Jahre
Einspielergebnis D € 227.607
Bes. (EDI) 44.677
Bes. (FFA) 49.562
USA-Start 02.08.1996, bei Cinepix Film Properties
Boxoffice USA $ 38.109
nach oben Cast & Crew
Produzenten Christophe Rossignon
Regie Tran Anh Hung
Drehbuch Tran Anh Hung
Darsteller Le van Loc, Tony Leung Chiu-wai, Tran Nu Yên-Khê, Nguyen Nhu Quynh
Kamera Benoît Delhomme
Musik Tiêt Ton That
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
52. Internationale Filmfestspiele in Venedig
Internationale Filmfestspiele in Venedig Großansicht
1995, Venedig, 30.08.1995 - 09.09.1995 Goldener Löwe - ex aequo  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Cyclo
Nicht lieferbar
Galileo Medien AG DVD, ab 16, 120 Min. Kauf
Cyclo
Nicht lieferbar
Galileo Medien AG DVD, ab 16, 120 Min. Leih
Cyclo
Nicht lieferbar
Kinowelt Home Entertainment VHS, ab 16, 124 Min. Kauf
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Der 18jährige Cyclo verdient sein Geld als Rikscha-Fahrer in Saigon. Als ihm sein Fahrrad gestohlen wird, muß er seine Chefin für den Verlust entschädigen und nimmt deshalb kriminelle Aufträge ihrer Vertrauten an. Dabei steigert sich die Schwere der Delikte: Einem Sabotage-Akt folgt ein Brandanschlag und schließlich transportiert Cyclo Drogen. Berauscht vom schnell und leicht verdienten Geld träumt der Teenager schon bald von der großen Gangsterkarriere. Als er jedoch einen Mord begehen soll, wachsen Zweifel.

Der Exil-Vietnamese Tran Anh Hung begeisterte vor drei Jahren mit dem idyllischen Saigon-Porträt "Der Duft der grünen Papaya". Diesem Schauplatz bleibt er auch in seinem neuesten Werk treu, doch jetzt wechselt der Regisseur in die Gegenwart und erzählt eine gut beobachtete Milieustudie vom täglichen Überlebenskampf der Underdogs. Das knallharte Großstadtdrama in film-noir-Tradition, das auf der Biennale '95 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, sollte auch anspruchsvolle Thrillerfans locken.

Quelle: mediabiz.de

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