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Bowling for Columbine

Die Dokumentation beleuchtet kritisch die Waffenfreiheit in Amerika sowie die dahinterstehende Lobby.

Bowling for Columbine Großansicht
(Bild: Prokino (Fox))
Verleih Prokino (Fox)
Kategorie/Land/Jahr Dokumentarfilm, USA, Kanada u.a. 2002
Regie Michael Moore
Kinostart 21.11.2002
Einspielergebnis D € 6.476.711
Bes. (EDI) 1.202.350
Bes. (FFA) 1.216.486
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Boxoffice USA $ 21.244.913
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Filmtrailer Video

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In Gang gesetzt durch die Entdeckung, dass in seinem Heimatort Columbine nicht nur der Littleton-Schütze Eric Harris, sondern auch einer der beiden Attentäter von Oklahoma City, sowie Charlton Heston, der prominente Waffen-Lobbyist der National Rifle Association, aufwuchsen, präsentiert Regisseur Moore einen provokativen Blick auf Amerikas explosive Liebesbeziehung mit Feuerwaffen.

Ebenso brilliant wie schockierend, vor allem aber höchst unterhaltsam ist Michael Moores Dokumentarfilm über die Waffenversessenheit Amerikas, mit dem der Regisseur zwar wenig Antworten auf die Fragen nach den Zusammenhängen von ziviler Gewalt und amerikanischer Außenpolitik, Mediendarstellung und Historie bieten kann, doch Moores Gespür für Satire und seine unglaubliche Hartnäckigkeit, die Mächtigen mit der hässlichen Wahrheit zu konfrontieren, macht "Bowling for Columbine" zu einem echten Erlebnis.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Ebenso brilliant wie schockierend, vor allem aber höchst unterhaltsam ist Michael Moores Dokumentarfilm über die Waffenversessenheit Amerikas. Die weltweit höchste Todesrate von weit über 10.000 "gun deaths" pro Jahr und die gleichzeitig ungebrochene Sturheit, mit der seine Landsleute auf dem uneingeschränkten Recht auf Waffenbesitz beharren - auch und gerade nach Schulmassakern wie in Littleton -, ließ Moore eine Menge Fragen stellen: nach den Zusammenhängen von ziviler Gewalt und amerikanischer Außenpolitik, Mediendarstellung, Historie und Wirtschaft. Antworten darauf bietet der Film kaum, doch Moores Gespür für Satire und seine unglaubliche Hartnäckigkeit, die Mächtigen mit der hässlichen Wahrheit zu konfrontieren, macht "Bowling for Columbine" zu einem echten Erlebnis - und lenkt die Diskussion gleichzeitig hin zu den Geschehnissen in Deutschland.

Ohne ein strenges Konzept zieht Moore zunächst los, in Gang gesetzt durch die Entdeckung, dass in seinem Heimatort in Michigan nicht nur der Littleton-Schütze Eric Harris, sondern auch einer der beiden Attentäter von Oklahoma City, sowie Charlton Heston, der prominente Waffen-Lobbyist der National Rifle Association, aufwuchsen. Moore, selbst Mitglied der NRA, lässt eine ganze Reihe farbenfroher Charaktere aufmarschieren, die stolz ihre Waffen und ihr Wissen um Bombenbau präsentieren, um zu zeigen, wie einfach es für fanatische Spinner in den USA ist, an Massenvernichtungsmittel heranzukommen. Der Chronistenpflicht des Dokumentarfilmers kommt er gleichzeitig nach, indem er Zahlen präsentiert, bei denen es einem angst und bange wird: 250 Millionen Feuerwaffen lagern in amerikanischen Haushalten - ein Milliardengeschäft für die Industrie, der, wie Moore unterstellt, die Medien fleißig zuarbeiten. Denn die Bereitschaft der Amerikaner, sich zu bewaffnen, wachse mit der subjektiv empfundenen Bedrohung durch die Darstellung von Gewalttaten. Obwohl die tatsächliche Verbrechensrate zurückgehe, steige die Berichterstattung darüber, und durch eine ganze Reihe geschickt angelegter Montagen präsentiert Moore seine beste These: Diese ständig geschürte Angst vor Gewalt führe zur Bewaffnung und zur Überreaktion, Konflikte mit dem Finger am Abzug zu lösen. Interessant ist dabei, wie brilliant Moore historische Zusammenhänge - besonders durch eine haarsträubend witzige Animationssequenz - in seinen Dienst nimmt: Die Furcht der Weißen vor der wachsenden schwarzen Bevölkerung führte zur Erfindung des handlichen Mehrschüssers und schließlich zur Abschottung vor als bedrohlich empfundenen Minderheiten in Hochsicherheitswohngebieten - wo heute wiederum die höchste Todesrate nach Schussverletzungen herrscht. Eher wie ein Essayist als wie ein Reporter läßt Moore sich dabei von einer Entdeckung zur nächsten treiben, was seinen Film erkenntisreich, aber auch ein wenig ausgefranst macht, und fast ist man geneigt, ihm seine zur Schau gestellte naive Verblüffung über das Gehörte und Gesehene abzunehmen. Doch natürlich ist Moore nicht umsonst einer der wenigen Stars des Dokumentarfilms und setzt der Kaltschnäuzigkeit der Mächtigen seine eigene Virtuosität als Manipulator entgegen. Wenn er etwa die Supermarktkette K-Mart, wo die Schützen ihre Munition kauften, mit zwei Überlebenden von Littleton konfrontiert, wenn er die Scheinheiligkeit von TV-Reportern entlarvt oder wenn er schließlich Charlton Heston gegenübersitzt und ihn mit dem Bild eines sechsjährigen Mädchens, das von einem Gleichaltrigen erschossen wurde, in die Sprachlosigkeit treibt - dann hat sein moralischer Sieg auch einen leichten Beigeschmack. In Cannes, wo der Film als Wettbewerbsbeitrag geadelt wurde, traf "Bowling for Columbine" jedenfalls voll einen deutlicher denn je freiliegenden anti-amerikanischen Nerv und sorgte mehrfach für Szenenapplaus: Das Porträt des hochgerüsteten Weltpolizisten Amerika als paranoider, blutrünstiger Angstbeißer setzte sich ebenso durch wie die unbehagliche Ahnung, dass das Ausrichten der europäischen Medien nach amerikanischen Erfolgsmustern womöglich doch ursächlich mit jüngsten Tragödien wie in Erfurt zusammenhängt. evo.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Prokino (Fox)
O-Titel Bowling for Columbine
Land / Jahr USA/Kanada/Deutschland 2002
Kategorie Dokumentarfilm
Genre Dokumentarfilm / Gesellschaft
Produktionsfirmen WolfFilm, Salter Street Films (US), Dog Eat Dog Films (US)
Verleihförderung FilmFörderung Hamburg (EUR 50.000)
Kinostart 21.11.2002
Laufzeit 119
FSK ab 12 Jahre
Bildformat 35 mm
Tonformat Dolby-SRD
Sprache Englisch
Einspielergebnis D € 6.476.711
Bes. (EDI) 1.202.350
Bes. (FFA) 1.216.486
Charthistory
USA-Start 11.10.2002, bei MGM/UA
Boxoffice USA $ 21.244.913
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.bowlingforcolumbine.com http://www.bowling-for-columbine.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Kathleen Glynn, Michael Donovan, Charles Bishop, Jim Czarnecki, Michael Moore
Koproduzenten Kurt Engfehr
Ausf. Produzent Wolfram Tichy
Regie Michael Moore
Drehbuch Michael Moore
Kamera Brian Danitz, Michael McDonough
Schnitt Kurt Engfehr
Musik Jeff Gibbs
Ton Francisco LaTorre, James Demer
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
55. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Internationale Filmfestspiele in Cannes Großansicht
2002, Cannes, 15.05.2002 - 26.05.2002 Spezial-Preis  
75. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2002, Los Angeles, 23.03.2003 Bester Dokumentarfilm  
28. César-Verleihung
César-Verleihung Großansicht
2003, Paris, 22.02.2003 Bester ausländischer Film  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Bowling for Columbine Universum Film DVD, ab 12, 114 Min. Kauf
Bowling for Columbine (Special Edition) EuroVideo Medien DVD, ab 12, 114 Min. Kauf
Bowling for Columbine (Book-Editon)
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 114 Min. Kauf
Bowling for Columbine (Oscar-Edition)
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 114 Min. Kauf
Bowling for Columbine
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany VHS, ab 12, 114 Min. Kauf
Bowling for Columbine
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 114 Min. Kauf
Bowling for Columbine
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany VHS, ab 12, 114 Min. Leih
Bowling for Columbine Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 114 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

In Columbine, Michigan, wuchs nicht nur einer der Schützen des Littleton-Massakers auf, sondern auch einer der beiden Attentäter von Oklahoma City sowie der Schauspieler Charlton Heston ("Ben Hur"), prominenter Waffen-Lobbyist der National Rifle Association. Grund genug, um sich, Ausgang nehmend von dieser verschlafenen Kleinstadt, aus einer Vielzahl von Blickwinkeln mit der Waffengewalt in den USA auseinander zu setzen. Dort werden jährlich rund 11.000 (!) Menschen erschossen - Tendenz steigend.

Sind die Amerikaner verrückt nach Waffen oder sind sie einfach nur verrückt? Diese Frage versucht der Dokumentarfilmer Michael Moore ("Roger & Me") in seiner mit dem Oscar und dem Spezialpreis der Jury von Cannes preisgekrönten Dokumentation zu beantworten. Provokant und mutig beleuchtet er den US-Waffenfanatismus und stößt dabei auf so manche Ungereimtheit. Ein Film, der informiert, amüsiert, vor allem aber alarmiert. Nach einer höchst erfolgreichen Kinoauswertung auch zuhause höchst sehenswert.

Quelle: mediabiz.de

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