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Beginners

Wunderbar eigenwillige Tragikomödie über einen jungen Grafiker in Liebesnöten und seinen Vater, der im Alter von 75 Jahren zu seiner Homosexualität zu stehen beginnt.

Beginners Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2010
Regie Mike Mills
Darsteller Ewan McGregor, Christopher Plummer, Mélanie Laurent
Kinostart 09.06.2011
Einspielergebnis D € 1.014.617
Bes. (EDI) 150.033
Bes. (FFA) 154.515
Charthistory
Boxoffice USA $ 5.640.336
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 29.12.2013 (ZDF)

nach oben Inhalt & Info

Der Tod seines 80-jährigen Vaters Hal wirft Grafiker und Künstler Oliver mehr aus der Bahn, als er es sich jemals gedacht hätte. Neuen Lebensmut fasst der verschlossene junge Mann, als er die französische Schauspielerin Anna kennenlernt und sich in sie verliebt. Während er sich an Anna klammert und wieder Fuß im Leben zu fassen versucht, erinnert er sich an die letzten Jahre mit seinem Vater: Nach dem Tod seiner Frau hatte sich der damals 75-Jährige für seinen Sohn völlig überraschend zu seiner Homosexualität bekannt und noch einmal einen neuen Lebensanfang gewagt.

Inspiriert von seiner eigenen Beziehung zu seinem Vater, erzählt der Künstler Mike Mills in seinem ersten Spielfilm seit seinem Debüt "Thumbsucker" aus dem Jahr 2005 eine autobiografisch gefärbte Geschichte eines jungen Künstlers, die spielerisch zwischen zwei Zeitebenen wechselt und ihre beiden Handlungsstränge parallel zueinander vorantreibt. Immer wieder gibt es drollige Einschübe und witzige Einfälle, Rückblenden zu Olivers Mutter. Ewan McGregor und "Inglourious Basterds"-Star Mélanie Laurent sind entzückend, aber die eigentliche Offenbarung ist Urgestein Christopher Plummer als Olivers Vater in einer mutigen, bewegenden Darstellung.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Eine autobiographische Komödie, in der man vor Freude weinen will: Mike Mills' zweiter Film ist wie ein Blättern durch ein ganz persönliches Familienalbum.

Mike Mills war Anfang 30, als seine Mutter starb und sein 75-jähriger Vater sein Comingout erklärte: Nach 50 Jahren der Geheimnistuerei hatte er keine Lust mehr, im Verborgenen leben zu müssen. Bis zu seinem Tod fünf Jahre später lebte er als glücklicher schwuler Mann, der seinem Sohn in dieser Zeit näher kam als all die Jahre davor. "Beginners" könnte nicht autobiographischer sein. Mills, einer der einflussreichsten und kreativsten amerikanischen Grafikdesigner und Künstler der letzten 20 Jahre, der Albumcover für Sonic Youth entwarf und Videos für die Beastie Boys drehte, erzählt in seiner zweiten Arbeit als Filmregisseur - das Debüt war "Thumbsucker" aus dem Jahr 2005 - seine eigene Geschichte. Und er macht es auf die zutiefst persönliche Weise, die möglich erscheint. Bisweilen mutet sein Film an wie ein Blättern durch ein Tagebuch, angefüllt mit Randnotizen, abschweifenden Gedanken und absurden Ideen. Parallel erzählt der Regisseur von der Zeit nach dem Tod der Mutter - und danach dem Tod des Vaters.

Mit Hilfe seines Alter egos, des von Ewan McGregor gespielten Grafikdesigners Oliver, erzählt Mills von der eigenen Orientierungslosigkeit, seiner Trauer, seiner Schwierigkeit, wieder Fuß im Leben zu fassen nach dem Verlust, und seinen Problemen, sich auf eine Beziehung mit einer jungen französischen Schauspielerin, gespielt von "Inglourious Basterds"-Entdeckung Melanie Laurent, die er in einer wunderbaren Sequenz auf einer Party in den Hollywood Hills kennenlernt, einzulassen. Das klingt zunächst nach einem problembeladenen Drama, ist aber ein entwaffnend hinreißender Film mit einem Sinn für absolut menschlichen Humor. Mills ist frei im Einsatz der Mittel, lässt seinen traurigen Helden Gespräche mit dem Hund des Vaters führen (und den Hund in Untertiteln antworten), er fügt Einschübe ein, die im Stil eines Kalenderblattes von entscheidenden Jahren im Leben der Hauptfiguren berichten. Alles, was dazu beiträgt, ein Verständnis für die Menschen in "Beginners" und ihre Gefühlswelt zu vertiefen, ihre ganz intimen Anliegen in einen Kontext zu setzen und damit nachvollziehbar zu machen, ist erlaubt. Die Freiheit überträgt sich auf die Schauspieler.

McGregor und Laurent sind wunderbare Sympathieträger, aber die eigentliche Offenbarung ist Hollywood-Legende Christopher Plummer, der als Olivers Vater, der es sich erlaubt, die letzten Jahre seines Lebens in vollen Zügen zu genießen, die vielleicht mutigste und beste Leistung seiner an ikonischen Rollen nicht gerade armen Karriere abliefert. "Beginners" ist von der ersten bis zur letzten Sekunde pure Magie, überraschend, aufrichtig, sentimental, ein bisschen drollig, komisch, traurig, immer wahrhaftig - eine wunderbare Arbeit eines Mannes, dessen bekanntestes Kunstprojekt nicht von ungefähr den Titel "Humans" trägt: Nachhaltig erzählt er, dass wir alle in unserem Leben immer Anfänger sind, egal wie alt und erfahren wir auch sein mögen. Und das ist im ureigenen und ursprünglichen Sinne schön. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Szene

 
nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Universal
O-Titel Beginners
Land / Jahr USA 2010
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Komödie
Produktionsfirmen Northwood Productions/Olympus Pictures/Parts and Labor
Kinostart 09.06.2011
Laufzeit 104
FSK o.A. (ohne Altersbeschränkung)
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 1.014.617
Bes. (EDI) 150.033
Bes. (FFA) 154.515
Charthistory
USA-Start 03.06.2011, bei Focus Features
Boxoffice USA $ 5.640.336
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.BeginnersMovie.com
nach oben Cast & Crew
Produzenten Miranda de Pencier, Lars Knudsen, Leslie Urdang, Dean Vanech, Jay Van Hoy
Koproduzenten Fran Giblin, Geoff Linville
Ausf. Produzent Joan Scheckel
Regie Mike Mills
Drehbuch Mike Mills
Darsteller Ewan McGregor (Oliver), Christopher Plummer (Hal), Mélanie Laurent (Anna), Goran Visnjic (Andy), Bill Oberst Jr. (Hal's Freund), Mary Page Keller (Georgia), Jodi Long (Dr. Flaster), Jessica Elder (Party girl)
Sprecher D Philipp Moog (Oliver), Lothar Blumhagen (Hal), Emily Behr (Anna), Klaus-Peter Grap (Andy)
Kamera Kasper Tuxen
Schnitt Olivier Bugge Coutté
Musik Roger Neill, Dave Palmer, Brian Reitzell
Produktionsdesign Shane Valentino
Kostüme Jennifer Johnson
Casting Nicole Daniels, Courtney Sheinin
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
84. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2011, Los Angeles, 26.02.2012 Bester Nebendarsteller Christopher Plummer
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Beginners Universal Pictures Germany DVD, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 100 Min. Kauf
Beginners Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 104 Min. Kauf
Beginners Universal Pictures Germany DVD, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 100 Min. Leih
Beginners Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 104 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Original Score Diverse Beginners
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Der Tod seines 80-jährigen Vaters Hal wirft Oliver mehr aus der Bahn, als er es sich jemals gedacht hätte. Neuen Lebensmut fasst der junge Mann, als er die französische Schauspielerin Anna kennenlernt und sich in sie verliebt. Während er sich an Anna klammert und wieder Fuß im Leben zu fassen versucht, erinnert er sich an die letzten Jahre mit seinem Vater: Nach dem Tod seiner Frau hatte sich der damals 75-Jährige für seinen Sohn völlig überraschend zu seiner Homosexualität bekannt und noch einmal einen neuen Lebensanfang gewagt.

Inspiriert von seiner eigenen Beziehung zu seinem Vater, erzählt der Künstler Mike Mills die autobiografisch gefärbte Geschichte eines jungen Künstlers, die spielerisch zwischen zwei Zeitebenen wechselt und ihre beiden Handlungsstränge parallel zueinander vorantreibt. Immer wieder gibt es drollige Einschübe und witzige Einfälle. Ewan McGregor und "Inglourious Basterds"-Star Mélanie Laurent sind entzückend, aber die eigentliche Offenbarung ist Urgestein Christopher Plummer als Olivers Vater in einer mutigen, bewegenden Darstellung.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Hal ist 75, als er seinem Sohn Oliver gesteht, er sei homosexuell. Bis zu seinem Tod vier Jahre später genießt der Lebemensch, was ihm seine neue Liebe und sein neues Leben zu bieten haben. Oliver bleibt nach seinem Tod voller Trauer zurück. Dass diese Trauer ihn selbst am Leben hindert, merkt er erst, als die quirlige Französin Anna in sein Leben tritt. Durch sie lernt Oliver, die Erinnerungen an seinen Vater zu verarbeiten und einem Neubeginn eine Chance zu geben. Mike Mills verarbeitet in dieser sensibel und leicht erzählten Tragikomödie einen Teil seiner eigenen Biographie. Dabei werden die multiperspektivischen Erzählstränge rund um die durch grandiose Schauspieler verkörperten Hauptfiguren fließend miteinander verbunden. Charaktere und Story sind exaltiert, doch immer wahrhaftig und liebenswert. Die kleinen Einschübe im Film, die in schneller Montage Olivers Gedanken kurz und knapp zusammenfassen, sind witzig, ironisch und brechen den ruhigen Erzählfluss immer wieder auf. Bei aller Schwere der Trauer herrscht eine Leichtigkeit vor, die eine wundervolle Grundstimmung verbreitet. Ein sympathischer anrührender Film, der zu Herzen geht. Am Ende möchte man die Figuren nicht mehr loslassen, so nahe ist man ihnen.

Gutachten:

Schwierige Themen, die auf autobiografischen Erfahrungen des Regisseurs aufbauen, werden in diesem erzählerisch anspruchsvollen Drama von Mike Mills verhandelt. Er nimmt sich für die Einführung der Figuren reichlich Zeit. Behutsam wird gezeigt, wie der Grafikdesigner Oliver (Ewan McGregor) den Tod seines Vaters rekapituliert und eine Beziehung zur eigenwilligen Schauspielerin Anna (Mélanie Laurent) beginnt. Dabei werden auf unterschiedlichen Ebenen die jeweiligen Lebenslinien zurückverfolgt und diverse Komplikationen und prägende Erlebnisse kenntlich gemacht. Olivers Vater Hal (eindrucksvoll gespielt von Christopher Plummer) hat sich nach dem Tod seiner Ehefrau entschieden, seine Homosexualität auszuleben. Das späte Glück mit dem per Inserat gefundenen Lebensgefährten Andy (Goran Visnjic) wird durch die tödliche Krankheit getrübt. Mit stillen Bildern und im langsamen Tempo zeigt Mills die psychologischen Herausforderungen, die daraus für den Sohn erwachsen. Ergänzend gibt es Rückblicke in die Kindheit, welche auch einen Eindruck von Olivers Mutter vermitteln. Gerafft wird der historische Kontext der verschiedenen Lebensetappen eingeblendet (dokumentarische Fotos). Nach dem Tod seines Vaters leistet Oliver Trauerarbeit - wobei einzelne hinterlassene Gegenstände quasi zum Sprechen gebracht werden. Die künstlerische Kompensation des Kummers, die auch in Olivers Zeichnungen zum Ausdruck kommt, hat zwar therapeutische Effekte, führt aber nicht zu kommerziellen Erfolgen. Stattdessen beginnt nach einer Party-Begegnung die romantische Liebe zu Anna - das heißt, nach Selbstfindungskrisen und Rückschlägen beginnt dieses Glück erst richtig am Ende des Films. Keine unwichtige Rolle spielt als Glücksbringer ein lebendiges Erbstück: der Jack Russel-Terrier des Vaters. Dieser kleine Hund wird zum Adressaten der Monologe von Oliver und zum emotionalen Bezugspunkt, zum Drehkreuz der Figuren. Die emotionale Kompetenz des kleinen Hundes kommt schließlich auch dem "verwitweten" Andy zugute. Der Einsatz stilistischer Mittel ist großartig gelungen. Ebenso muss das Agieren der Darsteller gewürdigt werden. Keine Figur wird vernachlässigt, selbst Nebenfiguren sind klar konturiert und gut besetzt. Mills ist ein äußerst stimmiger Film gelungen, obwohl im konventionellen Sinne Konfliktkonstellationen nicht aufgebaut werden. Es gibt quasi nur "gute Helden" und keine antagonistischen Gegenspieler. Dass dennoch die Faszination an dieser Geschichte kontinuierlich anwächst und keine Spannungsdefizite auftreten, zeugt von der erstaunlichen Leistung des Regisseurs und der Darsteller. Die Erscheinung des kranken Vaters gewinnt (ebenso wie mancher persönlich bedeutungsvolle Alltags-Gegenstand und manche Routine-Verrichtung) eine sonderbare Schönheit, die beinahe blendet, aber nicht verblendet. Auch die musikalische Untermalung trägt zu einem beeindruckenden Filmerlebnis bei.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Datum Stadt Festivalname
09.09.2010 - 19.09.2010 Toronto 35. Toronto International Film Festival

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