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American History X

Kompromißloses Drama um Rassismus in einem hyperrealistischen Bildersturm.

American History X Großansicht
Verleih Studiocanal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 1998
Regie Tony Kaye
Darsteller Edward Norton, Edward Furlong, Fairuza Balk
Kinostart 25.02.1999
Einspielergebnis D € 1.734.439
Bes. (EDI) 313.535
Bes. (FFA) 327.483
Charthistory
Boxoffice USA $ 6.479.476
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nach oben Inhalt & Info

Nur einen Tag Zeit erhält der 16jährige Skinhead Danny Vinyard, um eine Schulaufgabe über seinen Bruder Derek zu schreiben, der am selben Tag aus dem Gefängnis entlassen wird: Vor drei Jahren hatte er drei Schwarze getötet, die sein Auto stehlen wollten. Was keiner weiß: Im Knast hat er Haß und Rassismus abgeschworen. Ein verzweifelter Kampf um die Seele seines Bruders Danny beginnt...

Mit einem kompromißlosen Drama über Rassismus, Skinheads und die Wurzeln des Hasses in amerikanischen Familien gibt der Brite Tony Kaye ein visuell faszinierendes Spielfilmdebüt: In einem hyperrealistischen Bildersturm treibt er Edward Norton zu einer phänomenalen Leistung an, während die Auseinandersetzung mit einem brisanten Stoff ein wenig eindimensional gerät.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Selten gab es um einen Film bereits vor seiner Veröffentlichung dermaßen bizarre Publicity wie im Fall des thematisch ohnehin extrem kontroversen Neonazi-Skinhead-Dramas "American History X". So lieferte sich der britische Newcomer-Regisseur Tony Kaye mit New Line Cinema einen erbitterten Disput, da er sich mit der endgültigen Schnittfassung (bei der u. a. deutlich zu viele Nahaufnahmen ins Auge stechen) nicht einverstanden zeigte und daraufhin (erfolglos) seinen Namen vom Projekt entfernt sehen wollte. Dabei braucht er sich seiner Assoziation mit dem tief bewegenden Porträt eines unbedingt Oscar-würdig von Edward Norton ("Larry Flynt - Die nackte Wahrheit") gespielten charismatischen Neonazis und seiner Abkehr von der rassistischen White-Power-Bewegung nicht zu schämen.

Die Story konzentriert sich auf die Brüder Derek (Norton) und Danny Vinyard (Edward Furlong), die beide zeitversetzt in der selben faschistischen Gruppe aktiv sind. Ein Großteil der Ereigisse wird in Schwarzweiß-Rückblicken erzählt, die fließend in die farbige Gegenwart eingewoben werden. Dabei wird einerseits aus der Perspektive des jungen Danny berichtet, der sich an seinen Bruder als bewunderswerte Kämpfernatur erinnert, während Dereks Sicht seinen Gefängnisaufenthalt illustriert. Im verstörenden Prolog sieht man die von Derek begangenen Morde an drei Schwarzen, die nachts seinen Truck vor der Einfahrt klauen wollen. Dabei wird das brutalste Detail, das manchem Zuschauer den Magen umdrehen wird, erst gegen Filmende offenbart. Für seine Tat erhält Derek eine dreijährige Haftstrafe. War er dank seiner Intelligenz und Eloquenz unter seinen Kameraden bereits eine Leitfigur, steigt er durch seinen eiskalten Akt der Selbstjustiz zum legendären Märtyrer auf. Kein Wunder, daß ihm sein kleiner Bruder Danny in der Zwischenzeit in seinen Fascho-Fußstapfen folgt, während sich Derek ohne Dannys Wissen im Gefängnis nach einschneidenden Ereignissen völlig von der gewalttätigen Vergangenheit lossagt. Wieder auf freiem Fuß will er seinen Bruder aus der Bewegung loseisen.

Der selbsttitulierte Hype-Künstler Kaye (der auch als Kameramann fungierte) kann auf einen Hintergrund als erfolgreicher Werbefilmer zurückblicken. Das schlägt sich in seiner Fähigkeit nieder, einzelne Szenen beeindruckend und bildgewaltig zu inszenieren. Da gerät ein Basketballspiel der Skins gegen eine schwarze Gang zum triumphalen Siegeszug. Die Verwüstung eines koreanisches Supermarkts und die grausame Ermordung der Angestellten gleicht einem sich entladenen Wutgewitter, eine homosexuelle Vergewaltigung symbolisiert tiefste Erniedrigung und Hilflosigkeit. Wenn die Brüder langsam die Nazi-Insignien von den Wänden ihres gemeinsamen Zimmers abnehmen, ist das eine kraftvoll vermittelte, mehr als nur symbolisch vermittelte Abkehr, die mehr aussagt als viele Worte es jemals könnten. Eine Vielzahl der weiteren Figuren stellt mehr einen Kommentar zur Abrundung der angestrebten Skizzierung von vermeintlichen schwarzen und weißen Rassenkontrasten dar, die letztlich nur ein verwaschenes Grauer geben können. Da wären der idealistische und großherzige schwarze Schuldirektor, der aufrichtige jedoch feige jüdische Verehrer der verwitweten Mutter Vinyard, der schwarze Häftling, der sich ohne Vorurteile mit Derek anfreundet und die Skinheads, die als Gegenstück zu Nortons Figur durch einen fetten Idioten (Ethan Supple) und einen machtgierigen Spießbürger (Stacy Keach) in einem durch und durch negativen Licht als ignorant und gefährlich porträtiert werden. Der Film scheut sich nicht, unangenehme gesellschaftliche Mißstände aufzugreifen, die der flammenden Rhetorik des Protagonisten einen rational greifbaren Boden geben und als kontrovers aufstoßen werden, weil der Film eine endgültige Wertung dem Zuschauer überläßt. Angreifbar sind vielleicht die Porträtierung des Hauptdarstellers als fasziniernde Persönlichkeit und vor allem das wenig überzeugende Motiv für seine Kehrtwendung. Eines ist sicher: Dieser filmische Schlag in die Magengrube wird niemanden unbeteiligt lassen. Erhitzte Diskussionen sind vorprogrammiert, denn das Skinhead-Phänomen ist im auslaufenden 20. Jahrhundert vor allem ein deutsches Problem. ara.

Quelle: Blickpunkt:Film

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nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Studiocanal
O-Titel American History X
Land / Jahr USA 1998
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Turman-Morrissey Co.
Kinostart 25.02.1999
Erster Verleiher Kinowelt
Laufzeit 119
FSK ab 16 Jahre
Einspielergebnis D € 1.734.439
Bes. (EDI) 313.535
Bes. (FFA) 327.483
Charthistory
USA-Start 30.10.1998, bei New Line
Boxoffice USA $ 6.479.476
nach oben Cast & Crew
Produzenten John Morrissey
Koproduzenten Jon Hess, David McKenna
Ausf. Produzenten Lawrence Turman, Steve Tisch, Kearie Peak, Bill Carraro
Ausf. Co-Producer. Michael De Luca, Brian Witten
Regie Tony Kaye
Drehbuch David McKenna
Darsteller Edward Norton (Derek Vinyard), Edward Furlong (Danny Vinyard), Fairuza Balk (Stacey), Beverly D'Angelo (Doris Vinyard), Avery Brooks (Bob Sweeney), Stacy Keach (Cameron Alexander), Jennifer Lien (Davina Vinyard), Elliott Gould (Murray), William Russ (William Russ), Ethan Suplee (Seth), Joe Cortese (Rasmussen), Guy Torry (Lamont), Giuseppe Andrews (Jason), Antonio David Lyons (Lawrence), Keram Malicki-Sanchez (Chris), Jordan Marder (Curtis), Nicholas R. Oleson (Huge Aryan), Anne Lambton (Cassandra), Alex Sol (Mitch McCormick), Paul Le Mat (McMahon)
Kamera Tony Kaye
Schnitt Jerry Greenberg, Alan Heim
Musik Anne Dudley
Produktionsdesign Jon Gary Steele, Daniel Olexiewicz, James Kyler Black
Ton Steve Nelson
Kostüme Douglas Hall
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
American History X Warner Home Entertainment Germany Blu-ray Disc, ab 16 Kauf
American History X
Nicht lieferbar
Universum Film VHS, ab 16, 114 Min. Kauf
American History X
Nicht lieferbar
Universum Film DVD, ab 16, 114 Min. Kauf
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Für den 16jährigen Skinhead Danny ist sein älterer Bruder Derek ein Held. Dieser hat drei Schwarze getötet, als sie sein Auto stehlen wollten. Durch diesen Akt der Gewalt ist der junge Mann zu einer Ikone der White-Power-Bewegung aufgestiegen. Kaum aus der Haft entlassen, suchen die Ex-Kumpels wieder Dereks Nähe - allen voran Danny. Keiner weiß aber, daß Derek im Gefängnis Haß, Gewalt und Rassismus abgeschworen hat und nun versucht, wieder im bürgerlichen Leben Fuß zu fassen. Vor allem liegt ihm jedoch daran, Dannys Seele zu retten...

Der britische Werbefilmer Tony Kaye gibt mit diesem brutalen, kompromißlosen Drama über Rassismus, Verblendung und den Wurzeln des Hasses sein visuell faszinierendes und inhaltlich erregendes Spielfilm-Debüt. Hyperrealistische Bilder, verschachtelte Rückblenden und ein groß aufspielender Edward Norton, der für seine überzeugende Verkörperung des Derek zu Recht für einen Oscar nominiert wurde, machen "American History X" zu einem beunruhigenden und überaus stimmigen Gesellschaftsporträt, das nicht nur für die USA Gültigkeit besitzt. Ein heikler, schwieriger Film, der nicht nur ein politisch interessiertes Publikum ansprechen sollte.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Durch die Ermordung dreier Schwarzer, die sein Auto stehlen wollten, wurde Derek zum Held für die Skinhead-Szene. Nach seiner Haftentlassung suchen die Skins seine Nähe, darunter auch sein jüngerer Bruder Danny. Derek, der sich im Gefängnis von Gewalt und Rassismus gelöst hat, versucht, auch Danny zur Umkehr zu bewegen. Kompromissloses Regiedebüt des britischen Werbefilmers Tony Kaye, das Edward Norton für seine eindrucksvolle Darstellung Dereks eine Oscar-Nominierung einbrachte.

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