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Almanya - Willkommen in Deutschland

Fröhlich-herzliche Multikultikomödie um einen türkisch- deutschen Familienverband, der auf die Probe gestellt wird, als der Patriarch in die Türkei zurück will.

Almanya - Willkommen in Deutschland Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Deutschland 2010
Regie Yasemin Samdereli
Darsteller Vedat Erincin, Fahri Yardim, Lilay Huser
Kinostart 10.03.2011
Einspielergebnis D € 9.164.150
Bes. (EDI) 1.371.289
Bes. (FFA) 1.507.497
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 21.05.2013 (Sat.1)

nach oben Inhalt & Info

Mitte der Sechzigerjahre kamen Hüseyin Yilmaz und seine Familie aus der Türkei nach Deutschland. Inzwischen ist das fremde Land jedenfalls für die Kinder und Enkel zur Heimat geworden. Nachdem der Patriarch bei einem Essen seine Lieben mit der Nachricht überrascht, ein Haus in der Türkei gekauft zu haben, muss die Sippe mit zum Umbau in die Pampa fahren. Die Reise voller Streitereien und Versöhnung nimmt eine tragische Wendung.

Die fröhlich-herzliche Multikultikomödie und das lockere Spiel mit bekannten Klischees beruht teilweise auf eigenen Erfahrungen der Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli, die in dieser Generationen übergreifenden Familiengeschichte sämtliche Vorurteile durch den Kakao ziehen. Während die erste Hälfte die Zuschauer zum Lachen bringt, dürfen in der zweiten die Tränen fließen.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Heitere kultur- und generationenübergreifende Familiengeschichte, die lustvoll mit Klischees spielt und Türken und Deutschen den Spiegel vorhält.

Wenn's um Multi-Kulti geht, verstehen die Deutschen selten Spaß, fuchteln lieber mit dem pädagogischen Zeigefinger herum und bei Filmen um Türken mit Migrationshintergrund darf sich zwar Fatih Akin Humor erlauben, aber seine Dramen wie "Kurz und schmerzlos" und "Gegen die Wand" wie auch Feo Aladags "Die Fremde" sind dem Feuilleton in ihrer Drastik lieber. Weit weg von gewalttätigen Männern und geknechteten Frauen bewegt sich Yasemin Samderelis manchmal erfrischend politisch unkorrekte Komödie, die sie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Nesrin schrieb. Beide sind in Dortmund geboren und aufgewachsen und erzählen subjektiv und ohne Larmoyanz vom Migrantendasein und sagen: Wir sind hier und das ist auch gut so! Dabei spielen sie mit Klischees, Sitten und Gebräuchen, wobei Türken wie Deutsche ihr Fett abkriegen, vor allem die Alemannen, die mit hängenden Mundwinkeln durchs Leben schleichen, in der U-Bahn über Migranten mosern und mit großem Genuss Stempel auf Formulare knallen, während der Südländer meistens variantenreich speist, sich augenzwinkernd selbst auf die Schippe nimmt und fröhlich tanzt. Nicht immer, aber sehr oft sind die Überspitzungen einfach witzig, wenn die Kids Weihnachten feiern wollen und die Mama von Tannenbaum und Bescherung Null Ahnung hat oder die fruchtbare Beziehung der Enkelin mit einem Engländer den trockenen Kommentar hervorruft, "hätte es nicht wenigstens ein Deutscher sein können?". Verdienter Lohn der Mühen für Regisseurin Yasemin Samderelis und ihr Team: Der Deutsche Filmpreis 2011 in Silber.

Am Anfang der Geschichte von Hüseyin Yilmaz, der Ende der 1960er Jahre als 1.000.001 Gastarbeiter nach Deutschland kam, die Familie nachholte und nach über vierzig Jahren mit seiner Frau einen deutschen Pass erhält, steht die Frage des sechsjährigen Enkels, "Wer oder was bin ich eigentlich - Deutscher oder Türke?", weil den Sohn eines Türken und einer Deutschen weder die türkischen noch die deutschen Mitschüler in ihre Fußballmannschaft wählen. Eine Identitätsfrage, um die sich die Kinder des Patriarchen aufgrund ihrer gelungenen Integration keine großen Gedanken machen. Als der beim üppigen Mahl den Seinen eröffnet, er habe ein Haus in Anatolien gekauft und die widerstrebende Sippe auffordert, gemeinsam dorthin zu fahren, beginnt eine Reise voller Streitereien und Versöhnung, die mit einer tragischen Wendung endet. Während die erste Hälfte vor Frohsinn strotzt, gibt es in der Mitte einen etwas plötzlichen Bruch zu ungewohnter Ernsthaftigkeit, die sich nach einem kurzen Holpern in das Ganze einfügt. Und wenn der Enkel in einer bewegenden Rede den toten Großvater bei einem politischen Festakt vertritt, darf ein Tränchen kullern. mk.

Quelle: Blickpunkt:Film

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  • Szene aus Gemeinsam im FriseursalonSzene aus Gemeinsam im Friseursalon
 
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Verleih Concorde
O-Titel Almanya - Willkommen in Deutschland
Alternativ-/Arbeitstitel Almanya
Land / Jahr Deutschland 2010
Kategorie Spielfilm
Genre Komödie / Drama
Produktionsfirmen Roxy Film
Förderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 528.649),
DFFF - Deutscher Filmförderfonds (EUR 501.053)
Drehbuchförderung FilmFernsehFonds Bayern (DM 40.000)
Produktionsförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 400.000)
Verleihförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 120.000),
FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 100.000)
Drehort Izmir, München
Drehzeit 08.10.2009 - 16.12.2009
Kinostart 10.03.2011
Laufzeit 101
FSK ab 6 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Bildformat 35 mm/1:2,35
Einspielergebnis D € 9.164.150
Bes. (EDI) 1.371.289
Bes. (FFA) 1.507.497
Charthistory
Weltvertrieb Beta Cinema
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.almanya-film.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Dr. Andreas Richter, Annie Brunner, Ursula Woerner
Regie Yasemin Samdereli
Drehbuch Nesrin Samdereli, Yasemin Samdereli
Darsteller Vedat Erincin (Hüseyin, alt), Fahri Yardim (Hüseyin, jung), Lilay Huser (Fatma, alt), Demet Gül (Fatma, jung), Rafael Koussouris (Cenk), Aylin Tezel (Canan), Denis Moschitto (Ali), Petra Schmidt-Schaller (Gabi), Aykut Kayacik (Veli, alt), Aycan Vardar (Veli, jung), Ercan Karacayli (Muhamed, alt), Kaan Aydogdu (Muhamed, jung), Siir Eloglu (Leyla, alt), Aliya Artuc (Leyla, jung), Arnd Schimkat (Polizist), Antoine Monot, Jr. (Nachbar), Axel Milberg (deutscher Beamter), Oliver Nägele (Politiker), Jule Ronstedt (Lehrerin), Tim Seyfi (Gemüsehändler), Walter Sittler (Mann im Krämerladen), Aglaia Szyszkowitz (Ärztin), Katharina Thalbach (Frau im Bus), Saskia Vester (Nachbarin)
Kamera Ngo The Chau
Musik Gerd Baumann
Produktionsdesign Alexander Manasse
Ton Christian Götz
Kostüme Stefanie Bruhn
Maske Tatjana Krauskopf, Constanze Madlindl
Herstellungsleitung Barbara Josek, Anja-Karina Richter
Produktionsleitung Robert Geisler
Casting Emrah Ertem
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
29. Filmfest München   2011, München, 24.06.2011 - 02.07.2011 Bernhard Wicki-Friedenspreis des Dt. Films: Nachwuchspreis Yasemin Samdereli
29. Filmfest München   2011, München, 24.06.2011 - 02.07.2011 Weißer Elefant: Nachwuchsdarsteller Rafael Koussouris
Gilde-Filmpreis   2011, Leipzig, 22.09.2011 Deutscher Film  
61. Deutscher Filmpreis
Deutscher Filmpreis Großansicht
2011, Berlin, 08.04.2011 Bestes Drehbuch Nesrin Samdereli, Yasemin Samdereli
61. Deutscher Filmpreis
Deutscher Filmpreis Großansicht
2011, Berlin, 08.04.2011 Filmpreis in Silber  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Almanya - Willkommen in Deutschland EuroVideo Medien DVD, ab 6, 97 Min. Kauf
Almanya - Willkommen in Deutschland EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 6, 101 Min. Kauf
Almanya - Willkommen in Deutschland EuroVideo Medien DVD, ab 6, 97 Min. Leih
Almanya - Willkommen in Deutschland EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 6, 101 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Original Score Gerd Baumann Almanya
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Mitte der Sechzigerjahre kamen Hüseyin Yilmaz und seine Familie aus der Türkei nach Deutschland: Zur ersten Welle der Gastarbeiter zählend, wird es ihnen nicht immer leicht gemacht. 40 Jahre später ist das einstmals fremde Land jedenfalls für die Kinder und Enkel zur Heimat geworden. Nachdem der Patriarch bei einem Essen seine Lieben mit der Nachricht überrascht, ein Haus in der Türkei gekauft zu haben, muss die Sippe mit zum Umbau in die Pampa fahren. Die Reise voller Streitereien und Versöhnung nimmt eine tragische Wendung.

Die fröhlich-herzliche Multikultikomödie über 40 Jahre Deutschland aus der Sicht türkischer Gastarbeiter beruht teilweise auf eigenen Erfahrungen der Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli, die in dieser Generationen übergreifenden Familiengeschichte gewitzt und gekonnt sämtliche Vorurteile durch den Kakao ziehen. Während die erste Hälfte die Zuschauer zum Lachen bringt, dürfen in der zweiten die Tränen fließen. Einer der großen Kinopublikumserfolge des ersten Halbjahrs 2011.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Hüseyin Yilmaz kommt in den 60er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland. Kurze Zeit danach holt er seine Frau und drei Kinder zu sich und baut ihnen ein Zuhause in der "neuen" Heimat. Zwei Generationen später hat er nur einen Wunsch: Er will zurück nach Anatolien und kauft dort kurzerhand ein Haus. Und da die Familie nun einmal das wichtigste ist, begeben sie sich alle zusammen auf eine Reise in die Türkei und in ihre Vergangenheit. Die Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli, bekannt mit TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER, erzählen die Migrations-Komödie leicht und augenzwinkernd. Dabei gelingt es ihnen, auf jede Figur einen liebevollen Blick zu werfen und so eine wirkliche Einheit der teils recht unterschiedlichen Familienangehörigen zu schaffen. Angereichert mit fantasievollen fast schon surrealen kleinen Ideen werden die Tugenden orientalischer Kultur zur Geltung gebracht. Changierend zwischen heiteren und melancholischen Momenten entwickelt der Film eine berührende Tiefe. Die opulente Musik unterstützt die wunderbare multikulturelle Atmosphäre des Films. Passend ausgewählte Archivaufnahmen binden die Fiktion in die Realität ein und kehren die Problematik von Ressentiments amüsant um. Deutsch-türkische Geschichte: humorvoll, unterhaltsam und mit bewegendem Tiefgang.

Gutachten:

Die durchaus als Empfehlung gemeinte Formel für den Filmmarkt, ALMANYA- WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND sei eine Multikulti-Komödie, hatte im Vorfeld eher Befürchtungen genährt, es handele sich um ein adrettes, politisch-korrektes Opus mit dem Gutmenschen-Gen (und dem Resultat: Viele loben es, aber keiner geht hin!). Doch es gibt auch im deutschen Film noch Überraschungen.

Der Film der Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli ist vor allem und dazu noch ein famoses Leinwandvergnügen, auch ohne die politisch-moralische Ernsthaftigkeit außen vor zu lassen ("Immigration ist einfach ein spannendes Thema", so ein Statement der Autorinnen). Und so erzählen sie auf höchst subjektive Weise, wer man eigentlich ist, was es heißt, fremd zu sein und wie alles begann mit "Almanya". Das Ergebnis: eine kultur- und generationenübergreifende Familiensaga. Ein Film, der einfach sagt: "Wir sind hier und das ist gut so!" Oder nach dem im Film formulierten Leitmotiv: "Wir sind die Summe von all dem, was vor uns geschah."

Die Schwestern Samdereli, nach filmischen Einflüssen und Vorbildern befragt, nennen u.a. Chaplin und Lubitsch, Billy Wilder und Woody Allen, aber auch Luis Buñuel. Dies ist wahrlich kein Kokettieren oder bloße Gaukelei, denn spurenweise sind Einflüsse dieser Stilikonen in ALMANYA durchaus erkennbar. Erinnert sei z.B. nur an den brillanten Einfall, Gags mit einer fiktiven deutschen Kunstsprache zu entwickeln. Aber wesentlicher ist wohl, wie es gelang, erzählerische Vorbilder zu einer ganz eigenen Erzählhaltung zu verweben. Denken wir an die schönen Wechsel in der Erzählperspektive, an das lustvolle Spielen mit Ressentiments, um sie in ihrer Absurdität auszustellen. Denken wir an das schelmische Augenzwinkern, aber auch an die surrealen Visionen. Der Film wäre auch als modernes Märchen zu beschreiben, ein Märchen aus einer sprudelnden Quelle von Geschichten, Anekdoten und Aphorismen. Ein Füllhorn, wo die Grenzen zwischen Orient und Okzident verfließen.

ALMANYA ist Lachen gegen Stigmatisierung! Am Ende lesen wir das Max Frisch-Zitat: "Wir riefen Arbeitskräfte, es kamen Menschen."

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


nach oben TV-Quoten
Sender Datum Zeit Quote Marktanteil
SAT.1 21.05.2013 20:14 2.78 Mio. 9,3%
nach oben Newsarchiv
nach oben Auff�hrungen auf Festivals
Datum Stadt Festivalname
10.02.2011 - 20.02.2011 Berlin 61. Internationale Filmfestspiele Berlin - Berlinale

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