23.05.2005, 14:56  VideoMarkt

Werbung im "Vorprogramm" von DVDs

Johnny Depp verzaubert die Zuschauer in Kanada erst nach einer Werbepause (Bild: Buena Vista) Großansicht
Johnny Depp verzaubert die Zuschauer in Kanada erst nach einer Werbepause (Bild: Buena Vista)
Käufer der kanadischen DVD-Fassung des Oscar-prämierten Werks "Wenn Träume fliegen lernen Clip" erlebten beim Einlegen der Disc ihr blaues Wunder. Vor dem Spielfilmgenuss stand Werbung für eine amerikanische Automarke, wobei der Spot nicht übersprungen werden konnte. Zahllose Kunden reagierten verärgert auf diese exklusive Maßnahme des kanadischen Anbieters Alliance Atlantis. In den USA, wo Buena Vista die Verwertungsrechte hält, fehlte der Spot.

Trotz des negativen Echos seitens der Verbraucher planen auch andere Anbieter die Platzierung kurzer Werbespots. Für die Veröffentlichung der TV-Talentshow "American Idol" auf DVD denkt man seitens des Anbieters Fremantle Home Entertainment über verschiedene Möglichkeiten des Product Placement nach. "Wir diskutieren derzeit verschiedene Möglichkeiten, den Sponsoren der Show eine Plattform auf den DVDs zu verschaffen", so Sam Toles, Vizepräsident von Fremantle. "Wir wollen allerdings sicherstellen, dass sich Kunden nicht belästigt fühlen."

Zu den von Toles favorisierten Lösungen gehöre ein etwa zehnsekündiger Spot, der lang genug sei, um Aufmerksamkeit zu erregen, dabei aber so kurz, dass er nicht als Störung empfunden würde. Zudem seien eigene, frei anwählbare Featurettes für ausgewählte Produkte nicht ausgeschlossen. "Diese Art der Werbung eröffnet DVD-Anbietern völlig neue Umsatzmöglichkeiten", gab Toles zu bedenken.

Nach Ansicht von Tom Adams, dem Vorsitzenden von Adams Media Research, spielen zahlreiche Studios mit dem Gedanken, DVD-Veröffentlichungen vermehrt für Werbezwecke zu nutzen. "Die Wirtschaft steht unter einem beständigen Druck, neue Möglichkeiten der Werbung zu finden", so Adams. "Gleichzeitig sind die Studios bemüht, neue Umsatzquellen zu erschließen. Auch wenn sich entsprechende Werbeplatzierungen aufgrund negativer Kundenreaktionen letztlich vielleicht nicht rechnen werden - wir werden sicher einige Testläufe erleben."

Quelle: VideoWoche

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