Schorndorf, 18.10.2002, 11:04  VideoMarkt

Videothekar als Filmproduzent

Dass man Filme auch ohne Millionenbudget machen kann, hat Videothekar Randolf Sandmann bewiesen. Mit Filmfreunden realisiert, ist die "Mudder"-Trilogie im schwäbischen Raum Kult geworden. Jetzt hofft Sandmann auf den Erfolg in den Videotheken.

Randolf Sandmann
Randolf Sandmann  
Da hatte Videothekar Randolf Sandmann etwas angerichtet! Um seinen Stammkunden etwas Ausgefallenes zu präsentieren, drückte er ihnen "Dei Mudder sei Gesicht" in die Hand. Ein völlig abgedrehter Amateurfilm von Jungfilmer Simon Mora und seinen zwei Freunden, die wie Sandmann aus dem Stuttgarter Raum kommen.
Im Kino erfolgreich
Die drei drehten in "Blair Witch Project"-Manier einfach drauflos, just for fun und für den Freundeskreis. In "Dei Mudder sei Gesicht" geht es um Aldi-Tüten schleppende Ausländer, Drogensüchtige und Technojünger - verrückt, satirisch und in "Schwäbisch-Türkisch". Was dabei herauskam, begeisterte, wurde kopiert und weitergegeben - und landete schließlich bei Sandmann in der Videothek.
Randolf Sandmann (2.v.r.) beim Fotoshooting mit den Machern und Darstellern der "Mudder"-Trilogie
Randolf Sandmann (2.v.r.) beim Fotoshooting mit den Machern und Darstellern der "Mudder"-Trilogie  
Das war 1997, und spätestens ab da war "Mudder" Trashkult vom Feinsten. Der tausendfach kopierte VHS-Erfolg war für Sandmann der Startschuss, aktiv an dem Projekt teilzunehmen. Für den 36-jährigen Filmfreak wurde ein Traum wahr, als er für den zweiten Teil ("Boh Fett") die Rolle des Produzenten und Drehbuchautors übernahm. Jetzt liegt die dritte Folge mit dem Titel "Schluss mit Mudder" vor und startete erfolgreich im Kino.

Warum macht ein Videothekar einen Film? "Wir wollten zeigen, was mit wenigen Mitteln möglich ist", erklärt Sandmann. In seiner Rolle als Produzent ist es ihm gelungen, die richtigen Leute für das passende Projekt zu begeistern: Kamera, Ton, Schnitt und Musik sind im dritten Teil das Ergebnis einer Zusammenarbeit ambitionierter Filmfreunde und haben fast schon Profiqualität. War der zweite Teil noch ein Nullsummenspiel für die Crew, "soll Teil drei schon was abwerfen", formuliert Sandmann seine Hoffnungen. Die Schwaben setzen auf den Videothekenverleih, der dem Team zum kommerziellen Durchbruch verhelfen soll.

Videoverleiher gesucht
Bisher rennen sie aber bei den Anbietern nicht gerade offene Türen ein: "Wir haben uns an die Independents gewandt, aber bis jetzt konnten wir sie vom Potenzial des Films nicht überzeugen", muss Sandmann eingestehen. Derweil läuft der jüngste Teil der "Mudder"-Trilogie mit einer Filmkopie erfolgreich im Kino, vornehmlich im Süden der Republik. "In Baden-Württemberg war jede Vorstellung randvoll", berichtet Sandmann. Da wird's doch auch mit dem Videoverleih noch klappen!


Quelle: VideoWoche

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