Neben einer Menge preiswerter Komödien und Dramen für das Teenagerpublikum hält Hollywood auch im diesjährigen Frühjahrsangebot wieder einige Titel bereit, die in der popcornträchtigen Sommerzeit zu den Blockbusteranwärtern zählen.
Der Rachefeldzug geht in die zweite Runde: Uma Thurman erweist sich auch in "Kill Bill 2" als treffsicher
Einst hatte das US-amerikanische Kinofrühjahr den Ruf, als Friedhof für übrig gebliebene Filme des jeweils vergangenen Jahrs missbraucht zu werden, während die Feiertagshits des Vorjahresdezembers für die nötigen Umsätze sorgten. Derartig leichtfertigen Umgang mit teurem Produkt kann sich Hollywood seit einigen Jahren nicht mehr leisten. Wegen steigender Kosten und der immer kürzer werdenden Auswertungszeit für die diversen Titel kann man es sich nicht mehr erlauben, nur auf einzelne Ausnahmefilme zu setzen und im Übrigen erst wieder mit Beginn der Sommersaison im Mai ein Feuerwerk an aussichtsreichen Produktionen abzubrennen. So gönnt man sich im Jahr 2004 nur im Januar eine kurze Verschnaufpause, bevor im Februar mit der Fortsetzung der in den USA immens erfolgreichen Komödie "Barbershop" und dem mit großem Aufwand beworbenen Sportdrama "The Miracle" mit Kurt Russell - eine Art amerikanische Antwort auf "Das Wunder von Bern" - erste schwere Geschütze aufgefahren werden.
"50 erste Dates": Zwischen Adam Sandler und Drew Barrymore sprühen die Funken
Davor setzt man vor allem auf den "Save the Last Dance"-Effekt: Ein kleinerer, auf das Teenagerpublikum zugeschnittener Film soll im Januar für eine mögliche Überraschung sorgen, während die Kinos ihre Hauptumsätze noch mit "Der Herr der Ringe 3" oder diversen Oscar-Hoffnungen machen. Da wären zum einen "Chasing Liberty" oder "Win a Date With Tad Hamilton!", die neue Komödie von "Natürlich blond!"-Regisseur Robert Luketic, der übernatürliche Thriller "The Butterfly Effect" mit dem Mädchenliebling Ashton Kutcher und das Highschool-Drama "The Perfect Score". In die gleiche Kerbe schlägt "Hart am Limit" mit Ice Cube, der mit seinen furiosen Motorradstunts vor allem die Fans von "The Fast and the Furious" begeistern will.
Große Komödien mit Topkomikern
"... und dann kam Polly" ist schon auf Erfolgskurs
Ältere Semester können einstweilen über "…und dann kam Polly", das Regiedebüt des "Meine Braut, ihr Vater und ich"-Autors, lachen, in dem Ben Stiller, diesmal an der Seite von Jennifer Aniston, zu Hochform in Sachen absurde Komik auflaufen darf. Noch populärer sind allerdings Adam Sandler und Drew Barrymore, die in der verrückten "Und täglich grüßt das Murmeltier"-Variation "50 erste Dates" erstmals seit "Eine Hochzeit zum Verlieben" wieder gemeinsam vor der Kamera stehen. Und am 20. Februar kommt dann endlich die mit Spannung erwartete Fortsetzung von Quentin Tarantinos "Kill Bill" in die US-Kinos. Danach rollen die potenziellen Hits und interessanten Filme beinahe im Wochenrhythmus vom Stapel. Am 29. Februar bringt Mel Gibson seinen bereits im Vorfeld umstrittenen "Passion Christi" über die letzten Stunden im Leben von Jesus Christus ins Kino. Sicherlich eins der ungewöhnlichsten Filmprojekte der Saison, während die sieben Tage später startenden Filme "Hidalgo" und "Starsky & Hutch" wie klare Mainstreamgewinner aussehen. Ein Maximum an Originalität verspricht die skurrile Komödie "Vergiss mein nicht!", in der Jim Carrey nach einer Liebesenttäuschung seine Erinnerungen löschen lassen will. Interessant sehen auch das Remake von George A. RomerosHorrorklassiker "Zombie", und der Serienkillerthriller "Taking Lives" aus.
PS-Starker Actionkracher für Motorradfans: "Hart am Limit"
Aber es kommt noch besser. In dem Remake der legendären schwarzen Komödie "Ladykillers" - damals mit Alec Guinness und Peter Sellers - wird Superstar Tom Hanks von den Coen-Brüdern inszeniert. Ein absolutes Highlight des Filmjahrs! Und was Family Entertainment anbelangt, ist Groß und Klein sicherlich mit "Scooby Doo 2" bestens bedient.
Damit geht das Frühjahr in die letzte Runde. "Hellboy" ist Anfang April bereits der erste Vorbote der Sommersaison. Wenn man den famosen Trailer als Maßstab nehmen kann, könnte sich die Verfilmung als veritables Franchise für Sony entpuppen. Mit "The Punisher" geht nur zwei Wochen später eine weitere düstere Comic-Adaption an den Start, in der Thomas Jane als gnadenloser Rächer gegen John Travolta antritt. Ans Eingemachte geht es auch in "Walking Tall" mit Wrestling-Star Dwayne "The Rock" Johnson, dem Remake eines legendären Rachethrillers von 1973, sowie in dem Copthriller "Man on Fire", in dem Tony Scott zum zweiten Mal nach "Crimson Tide" mit Denzel Washington arbeitet. Ebenfalls nichts für Zartbesaitete ist die Stephen-King-Verfilmung "Secret Window, Secret Garden", in der Johnny Depp seine nächste Hauptrolle nach "Fluch der Karibik" spielt.
Dazu immer wieder Teeniestoffe - etwa "The Prince and the Freshman" oder die lose "Road Trip"-Fortsetzung "Euro Trip" - und natürlich der mit Spannung erwartete neue Film von Kevin Smith, "Jersey Girl", in dem Ben Affleck und Jennifer Lopez nach "Gigli" ein zweites Mal vor der Kamera stehen. Alles drin, alles dran also an diesem US-Frühjahr.
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