Berlin, 11.09.2001, 15:28  VideoMarkt

DVDplus: Als eigenständiges Produkt etablieren

Vor zwei Jahren feierte die erste DVDplus Premiere. Dieter Dierks, Erfinder des Formats, ist optimistisch, dass sich der neue Träger langsam, aber sicher durchsetzt. Die exklusive weltweite Vermarktung von DVDplus, die CD und DVD auf nur einer Scheibe bietet, läuft über den Duplizierer Sonopress.

Entwickelte das Format DVDplus: Dieter Dierks
Entwickelte das Format DVDplus: Dieter Dierks  
DVDplus bietet dem Verbraucher zwei Produkte in einem: eine DVD und eine CD auf nur einer Scheibe. In der Produktion wird eine übliche CD mit der Halbseite einer DVD 5 verklebt. Um Kompatibilitätsprobleme so weit wie möglich auszuschließen, hat Sonopress eine dünnere CD entwickelt. DVDplus ist auf fast allen gängigen und am Markt erhältlichen DVD-Geräten und -Laufwerken abspielbar. Erfinder des Formats ist Dieter Dierks, Geschäftsführer der Dierks Studios.

Die exklusive weltweite Vermarktung hat sich Duplizierer Sonopress gesichert, vergibt jedoch auch Sublizenzen an andere Presswerke. Laut Dierks liegen die Vorteile des Formats auf der Hand: Die DVDplus fördere die Verbreitung der DVD-Technologie durch den doppelten Nutzwert, demonstriere die Vielseitigkeit der DVD-Technik durch mehr Informationen als auf der CD und erschließe neue Käuferschichten. "Speziell für die Tonträgerindustrie könnte das Format eine große Bereicherung werden.

Eigenes Rack für DVDplus

Geschäftspartner: (v.l.) Dieter Dierks, Hatice Aker und Uwe Geisenhanslüke (Sonopress)
Geschäftspartner: (v.l.) Dieter Dierks, Hatice Aker und Uwe Geisenhanslüke (Sonopress)  
Die gesamte Branche jammert über Downloading und CD-Brennen. Auf der DVDplus kann ich DVD und CD gekoppelt bringen und damit Exklusivität und einen Sammlerwert schaffen", erläutert Dierks. Vor allem wenn man die hohe Haushaltspenetration mit CD-Playern berücksichtige, biete sich für DVDplus ein "gigantischer Markt" an, so Dierks. Premiere feierte das Format DVDplus vor zwei Jahren auf der Popkomm. In Zusammenarbeit von Dieter Dierks, MAWA und Sonopress wurde "Caught in the Act" veröffentlicht.

Premiere auf DVDplus: "Die Toten Hosen"
Premiere auf DVDplus: "Die Toten Hosen"  
Die nächsten größeren Projekte waren "Herbert Grönemeyer - Stand der Dinge" und in den USA "Blair Witch Project 2". Mit Stand Ende August waren 40 Titel auf DVDplus auf dem Markt erhältlich. Die letzten beiden größeren Produktionen, "Die Toten Hosen - Live in Buenos Aires" und "Nightwish - Over the Hills" eroberten die Musik-DVD-Charts im Sturm. Nach Angaben von Dierks sollen allein in diesem Jahr noch 30 bis 50 Produktionen auf DVDplus herauskommen.

Im Handel würde Dierks die Scheibe am liebsten in einem Extraregal platziert sehen: "DVDplus sollte weder bei CD noch bei DVD einsortiert werden, ideal wäre ein eigenes Rack." Das Argument, dass man zwei Einnahmequellen auf eine reduziere, kontert Dierks: "Ich glaube, dass der Konsument heute nicht mehr bereit ist, 30 Mark für eine CD und noch einmal 50 Mark für eine DVD auszugeben. Er wird entweder das eine oder das andere kaufen. Man könnte natürlich auch, ähnlich wie bei der CD-Single, zuerst die CD herausbringen und dann ein paar Wochen später die DVDplus zu einem nur minimal höheren Preis und hätte immer noch zwei Einnahmequellen. Das ist jedoch eine Entscheidung der Industrie."

Während das Format in Amerika schon in die Filmindustrie Einzug gehalten hat, hält sich die deutsche Home- Entertainment-Industrie noch zurück. "Ich bin aber sicher, dass sich das Format auch im Filmbereich durchsetzen wird", gibt sich Dierks optimistisch. In der nahen Zukunft kann sich Dierks vorstellen, dass die DVDplus in verschiedensten Bereichen eingesetzt wird. "Eine Möglichkeit wäre, auf CD-Audio oder CD-ROM-Formaten die bisher unbespielte Rückseite zu nutzen, um junge, unbekannte Künstler zu promoten."

Dasselbe gelte für Single-DVDplus, die es derzeit noch nicht gebe. Außerdem könne der Backkatalog noch einmal ausgewertet werden. "Konzerte, wie beispielsweise,Woodstock", die Geschichte gemacht haben, würden sich Fans und Sammler auf DVDplus wieder kaufen", ist sich Dierks sicher. Alles in allem ist Dierks mit der bisherigen Resonanz zufrieden: "Das Format wird langsam, aber sicher bekannt. Und spätestens in einem halben Jahr wird DVDplus enorm einschlagen. Zumindest bei Künstlern renne ich schon immer offene Türen ein", berichtet Dierks.


Quelle: DVD&VideoReport

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