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München, 07.12.2017, 11:54  VideoMarkt | Digitaler Vertrieb

BRD fällt bei Glasfaser-Ausbau zurück

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Deutschland droht bei der Digitalisierung weiter zurückzufallen. Vor allem der weiter schleppende Ausbau eines Glasfaser-Netzes sorgt dafür, dass die Bundesrepublik im Verglich mit anderen Industrienationen in Sachen Internetgeschwindigkeiten für Privathaushalte und Unternehmen den Anschluss verliert. Laut OECD-Auswertungen sind in Deutschland gerade einmal 1,8 Prozent der Internetzugänge über Glasfaser gelegt. Das ist weit unter dem OECD-Durchschnitt, der aktuell bei 21,2 Prozent liegt. Andere europäischen Nationen wie Portugal (32,3 Prozent), Spanien (35 Prozent) oder Schweden (55 Prozent) haben Deutschland in Sachen Breitband-Ausbau klar abgehängt. Führend im internationalen Vergleich ist Japan, wo drei von vier Anschlüssen bereits Zugang zum Glasfaser-Netz haben.

Glasfaser gilt unter IT-Experten als zukunftsfähigere Technologie, da diese Leitungen deutlich höhere Datendurchsatzraten erlauben als die hierzulande noch gängigen Kupfernetze, deren Übertragungsraten in der Praxis nach aktuellem Stand der Technik mit 100 Mbit pro Sekunde weitesgehend ausgereizt wären. In der Realität können aber nicht einmal alle deutschen Haushalten auf solche Geschwindigkeiten zugreifen: Rund 77 Prozent der Zugänge erreichen hierzulande laut Bundesnetzagentur maximal 50 Mbit/s. In Städten ist die Versorgung besser, in ländlichen Gebieten wird nur rund ein Drittel mit dieser Geschwindigkeit versorgt.

Die Nachfrage nach schnellen Internetanschlüssen aber steigt beständig. Grund dafür sind auch die Angebote der Unterhaltungsindustrie: Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Video oder Sky Ticket, die bereits erste Inhalte in 4K- und HDR-Qualität anbieten, setzen schnelle Zugänge voraus und werden immer populärer. Auch die Konsolenhersteller setzen zunehmend auf digitale Distribution von Games. Ein Spiel, das 4K- und HDR-Darstellung unterstützt, kann auch hier problemlos 100 GB umfassen.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur (Bild: Laurence Chaperon) Großansicht
Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur (Bild: Laurence Chaperon)


"Wir dürfen weitere Investitionen nicht in die ferne Zukunft verschieben und so die Chancen der Digitalisierung verstreichen lassen", sagte Jochen Homann, der Präsident der Bundesnetzagentur, jüngst bei der Vorstellung des Jahresreports der Behörde. "Wir haben frühzeitig begonnen, die Rolle der Regulierung für den Glasfaserausbau zu thematisieren."


Quelle: GamesMarkt.de

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