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Hamburg, 25.09.2017, 15:58  MusikWoche | Events
Reeperbahn Festival 2017 Thema: Reeperbahn Festival 2017

Reeperbahn Festival wächst weiter

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Hier traf sich die Branche: das Reeperbahn Festival 2017 (Bild: MusikWoche)
Bei den Fachbesuchern stieg die Besucherzahl beim zwölften Reeperbahn Festival um knapp sieben Prozent auf 4700 Personen aus 57 Nationen. Im Vorjahr allerdings waren die Delegiertenzahlen noch um knapp 20 Prozent gestiegen - und zwar von 3700 auf 4400 Fachbesucher. Insgesamt kamen vom 20. bis 23. September 2017 über 40.000 Besucher zu der von der Agentur Inferno Events gemeinsam mit der Karsten Jahnke Konzertdirektion organisierten Veranstaltung nach Hamburg.

"Wir haben das qualitativ hochwertigste Reeperbahn Festival erlebt - sowohl in Bezug auf die Konzerte, als auch auf das Film-, Kunst- und das Fachbesucherprogramm konnten wir eine noch nicht da gewesenes Niveau anbieten", sagt Alexander Schulz, Director & Founder Reeperbahn Festival. "Und damit meine ich nicht nur die nochmals gestiegenen Optionen für alle Teilmärkte international Geschäft zu machen. Wir haben auch das gesellschaftspolitisch stärkste Reeperbahn Festival erlebt. Das hier selbst gesteckte Ziel, bis 2022 das Gender Gap auf der eigenen Veranstaltung zu schließen, ist nur ein Beispiel dafür."


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Auch Detlef Schwarte, Director Reeperbahn Festival Konferenz, zieht eine positive Bilanz: "Auch der Anstieg um 15 Nationen auf insgesamt 57 an der Konferenz teilnehmende Länder und beispielsweise erstmals Delegationen aus Mexiko und Korea unterstreicht die weiter zunehmende internationale Relevanz des Reeperbahn Festivals."

Explizit politisch ging es auf der Konferenz zu. "Kunst ist dafür da, eine Gesellschaft aufzurütteln. Das ist unsere Aufgabe", sagte Herbert Grönemeyer in der Diskussion über Musik und Haltung. Damit habe er betont, warum einer der wichtigsten Themenstränge des Reeperbahn Festivals die Frage nach politischer Verantwortung in der internationalen Musikszene gewesen sein, heißt es aus Hamburg. Das sei ein Umstand, "der nicht nur der Bundestagswahl geschuldet ist, sondern der grundsätzlichen Vertiefung aktueller gesellschaftspolitisch relevanter Themen innerhalb der internationalen Musik und Musikwirtschaft."

Bei der Konferenz wurde auch die Problematik des Gender Gap in der Musik diskutiert, die im Launch der Initiative #keychange mündete. Keychange ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, das sich die Stärkung der Rolle der Frau innerhalb der Musikwirtschaft zum Ziel gesetzt hat und zu deren Unterstützern das Reeperbahn Festival zählt. "Es ist eine Tatsache, dass Frauen dieselben Möglichkeiten verdienen wie Männer. Aktuell ist das aber nicht der Fall", sagte Garbage-Sängerin und Panelistin Shirley Manson, die zudem als Jury-Mitglied des Anchor Awards auf der Reeperbahn fungierte. Als offizielle Botschafterin der Kampagne fungiert zudem Alexa Feser.

Zu dem Musikprogramm aus über 600 Konzerten, bei denen rund 420 Acts auftraten, gehörten auch Shows des einstigen Oasis-Sängers Liam Gallagher bei der Warner Music Night sowie der Auftritt der Ex-Gossip-Sängerin Beth Ditto. Neben der audiovisuellen Multimedia Show "Currents" von Pianist und Elektronikkünstler Martin Kohlstedt, die im 360-Grad-Dome inmitten des neuen Festival Village auf dem Heiligengeistfeld an vier Abenden zu sehen war, feierte der kanadische Künstler Owen Pallett gemeinsam mit den Musikern von stargaze am Samstagabend sein erstes Konzert seit zwei Jahren in der im Rahmen des Reeperbahn Festivals erstmals bespielten Elbphilharmonie.

Integraler Bestandteil des Reeperbahn Festivals war erneut die Zusammenarbeit mit dem Indieverband VUT, wozu auch die VIA! VUT Indie Awards am Donnerstagabend gehörten. Die Kooperation wurde nun um drei weitere Jahre verlängert. "Ich freue mich besonders, dass der VUT seine Indie Days auch in den kommenden drei Jahren im Rahmen des Reeperbahn Festivals veranstalten wird", betont Schwarte.

Der zum zweiten Mal vergebene und mit Bundesmitteln geförderte Anchor Award, der internationale Musikpreis des Reeperbahn Festivals, bei dem acht Nominierte um die Auszeichnung zum vielversprechendsten Newcomer spielen, ging an die britische Songwriterin Jade Bird. Die Jury setzte sich aus Bowie-Produzent Tony Visconti, Shirley Manson, Valeska Steiner und Sonja Glass von Boy, Emily Haines von Metric und Broken Social Scene und BBC-Moderator Huw Stephens zusammen.

In diesem Jahr war Kanada das offizielle Partnerland. 2018, wenn das Reeperbahn Festival vom 19. bis 22. September über die Bühne geht, folgt Frankreich als Länderpartner des Reeperbahn Festivals. Das französische Musikexportbüro Bureau Export ist seit dem allerersten Reeperbahn Festival bei dem Event vor Ort. Nun freut sich Marc Thonon, CEO Bureau Export, auf noch mehr Showcasekonzerte, Meetings und Konferenzsessions mit französischen Themen.

Eine weitere Neuerung in diesem Jahr war der Reeperbahn Festival Music Film Contest, der bereits am Dienstagabend mit einer Keynote von Eurythmics-Musiker Dave Stewart eröffnet wurde. Eine Jury kürte aus 25 internationalen Musikfilmen den kanadischen Beitrag "Rumble: The Indians Who Rocked The World" zum Sieger, der den prägenden Einfluss indigener Musiker wie Link Wray, Jimi Hendrix und vieler mehr auf die internationale Pop-Musik thematisiert.

Neben dem Anchor Award, bei dem jeder Platz im St. Pauli Theater gefüllt war, wurde erneut der Festivalpreis Helga verliehen. Zu den Gewinnern zählten hier A Summer´s Tale, das Maifeld Derby und das Haldern Pop. Bei den ISA International Sound Awards setzten sich unter anderem die Firmen Sound Thinkers Porto Alegre, why do birds, kling klang klong, Framed Immersive Projects, Lexter Sounddesign, McCann Stockholm und Bacon Productions durch. Den ersten Preis bei Startups@Reeperbahn holte sich das Unternehmen Inspirient.

Erneut zugenommen hat die Zahl der Networking Events. Unter anderem hatten Karsten Jahnke, Sparta Booking, die GEMA, der DMV, a.s.s./Selective Artists, Sony Music, Universal Music, die Dänen, die Luxemburger, die Osteuropäer, Oktober Promotion, IMUC, Warner/Chappell, Golden Gate Management, Kontor New Media, de_zwei_drei, EMS, Phononet, The Orchard & finetunes, Mannheim, Bayern, Sony/ATV, Budde, Berlin Music Commission, Community Promotion, Zebralution, Reservix, FKP Scorpio, Soulfood, Believe Germany, RockCity Hamburg, Indigo, PIAS, Landstreicher und Buback eingeladen.

Erstmals hatte auch Live Nation ein eigenes Netzwerk-Event auf der Reeperbahn veranstaltet, das am Freitagabend im Gaag im St. Pauli Klubhaus stattfand. Zuvor hatte Andre Lieberberg, President/Managing Director Live Nation, ein vielbeachtetes Keynote Interview im bis auf den letzten Platz gefüllten Schmidchen im Klubhaus gegeben. Mit viel Charme und Humor warb er für sein Unternehmen. Zwar gebe es Vorbehalte gegen die Marktmacht, die Live Nation repräsentiere, aber wenn man erst einmal mit Live Nation zusammenarbeite, würden sich diese Vorurteile drehen, so Lieberberg.

Er betonte zudem, dass Live Nation im echten Indie-Bereich keine Konkurrenz für die dort tätigen Firmen sei, weil der Konzern dort gar nicht aktiv sei. Andererseits gebe es viele "Pseudo-Indies" unter den Veranstaltern, da sich die großen Konzerne zunehmend bei zuvor unabhängigen Unternehmen eingekauft haben.

Live Nation selber setze auf eine "aggressive, organische Wachstumsstrategie", man wolle das Portfolio erweitern und "Key-Partnerschaften" etwa mit weiteren Festivals eingehen. Zudem sprach Andre Leiberberg über das Verhältnis zu seinem Vater. Als Sohn wünsche er ihm, dass er mehr freie Zeit habe für sich und die Familie habe, als Live-Nation-Mitarbeiter würde er sich jedoch freuen, wenn Marek Lieberberg so lange wie möglich noch als Führungskraft mit Rat und Tat dem Unternehmen beiseite stehe.

In einem anderen Keynote Interview sprach Matthias Hörstmann, Geschäftsführer HUG, über seine "innere Unruhe", die ihn stets zu weiteren Projekten treibe. Er sprach zudem über die Liveunternehmungen der HUG wie etwa Lollapalooza und bestätigte die Frage des Moderators, dass das "Intro"-Magazin defizitär sei. Statt 80.000 Euro Umsatz pro Ausgabe liege dieser nun eher bei 8000 Euro.

Kritik gab es auch an den verschärften Sicherheitsmaßnahmen. Während Festivalveranstalter wie Stephan Thanscheidt (Geschäftsführer FKP Scorpio) bei einem Panel berichteten, dass sich junge Festivalbesucher in Foren beschwerten, dass sie nicht intensiv genug durchsucht worden seien, kritisierten Fachbesucher, dass sie ihre Taschen etwa mit Laptops nicht in die Konzerte nehmen durften und dass die Aufbewahrungsmöglichkeiten bereits um Mitternacht schlossen.


Quelle: MusikWoche

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