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Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (bdv)

Verband/Organisation

München, 10.01.2014, 15:41  MusikWoche | Unternehmen

Rechtliche Grundlagen des Livebiz, flüssig und gründlich serviert

Ende November 2013 ist das Praktikerhandbuch zum Veranstaltungsrecht von Jens Michow und Johannes Ulbricht erschienen. Es stellt mit beispielhafter Sachkenntnis und Gründlichkeit die rechtlichen Rahmenbedingungen der Live-Entertainment-Branche dar.

Erklären das Veranstaltungsrecht: Jens Michow (links) und Johannes Ulbricht
Erklären das Veranstaltungsrecht: Jens Michow (links) und Johannes Ulbricht  
Wie nähert man sich einem solchen Werk? Sicher nicht, indem man es von vorn bis hinten durchliest. Denn "Veranstaltungsrecht" ist als Handbuch und Ratgeber für den täglichen Bedarf konzipiert.

Und damit sich der Umgang mit der vielschichtigen Materie möglichst problemlos gestaltet, ist es klar und übersichtlich aufgebaut; bei Bedarf findet der Nutzer schnell die passende Passage, wenn es um Informationen über spezielle rechtliche Fragen geht.

Dazu trägt schon das Inhaltsverzeichnis bei, das auf 14 Seiten (zusätzlich zur Inhaltsübersicht auf einer Seite) eine detaillierte Gliederung liefert. Da bietet sich erst einmal eine quantitative Beschreibung an: Auf 401 Seiten lassen die beiden Autoren keinen Aspekt der Materie unbeachtet; hinzu kommen 14 Seiten Inhaltsverzeichnis, sechs Seiten Abkürzungsverzeichnis, fünf Seiten Literaturverzeichnis und ein Vorwort.

Der Sachteil enthält 19 Kapitel, die - der Materie entsprechend - Paragraphen heißen und in zahlreiche Unterkapitel, Unter-Unterkapitel, Unter-Unter-Unter - kapitel sowie, wo erforderlich, in noch kleinere Einheiten gegliedert sind.

Insgesamt kommen so 1591 Absätze zusammen, was sich leicht feststellen lässt, weil die Absätze am Rand durchnummeriert sind. 23 Seiten Musterverträge und ein ausführliches Sachverzeichnis runden das Werk ab, das zudem mit 1684 Fußnoten aufwartet.

Schon diese bloßen Zahlen vermitteln einen Eindruck von der Sorgfalt, mit der Michow und Ulbricht arbeiteten - was letztlich auch dazu geführt haben dürfte, dass es ziemlich lange dauerte, bis das fertige Buch ausgeliefert werden konnte.

Wer nun aber angesichts der akribischen Gliederung eine eher trockene Abhandlung für Paragraphenreiter erwartete, wird angenehm überrascht: Denn weil die Autoren eben nicht nur Anwälte sind, sondern seit Jahren und Jahrzehnten mit beiden Beinen in der Praxis des Livebiz stehen, lesen sich ihre Texte trotz der strengen Form auch für Nichtjuristen, also zum Beispiel für Konzertveranstalter, flüssig, anschaulich und oft sicher mit hohem Erkenntnisgewinn - für ein solches Handbuch ist das sicher keine Selbstverständlichkeit.

Die Verfasser führen den Nutzer in den einzelnen Kapiteln vom Allgemeinen zum Besonderen der jeweiligen Thematik und vermitteln so neben der Rechtslage ein plastisches und lebendiges Bild der Branche.

Praktikerhandbuch für Veranstalter: "Veranstaltungsrecht" von Jens Michow und Johannes Ulbricht Großansicht
Praktikerhandbuch für Veranstalter: "Veranstaltungsrecht" von Jens Michow und Johannes Ulbricht  
So liefert Jens Michow, der seit 1985 Präsident und Geschäftsführer des Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (bdv) ist und seit Sommer 2013 als Honorarprofessor an der Hochschule für Musik und Theater in München lehrt, in den ersten Kapiteln die Grundlagen und Begriffsdefinitionen für Künstler, Veranstalter und Spielstätten, um dann den Veranstaltungsvertrag und den Veranstaltungsbesuchsvertrag juristisch aufzudröseln und schließlich Künstlervermittlung und Künstlermanagement zu definieren.

Seine Darstellung von "Leistungsstörungen bei Veranstaltungs- und Veranstaltungsbesuchsverträgen" dürfte anschließend auf 45 Seiten kaum noch Fragen offen lassen.

Dr. Johannes Ulbricht, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht und Justiziar des bdv, stellt danach die einzelnen Fach - gebiete vor - vom Marken- und Wettbewerbsrecht über Urheber- und Leistungsschutzrecht, Verwertungsgesellschaften sowie Arbeitsrecht bis hin zu Versicherungsrecht, Haftungsrecht und öffentlichem Recht. Außerdem behandelt er Kartenvorverkauf und Sponsoring.

Michow rundet den Inhalt mit Kapiteln zur Steuerpflicht, zum Umsatzsteuerrecht und zur Künstlersozialabgabe ab. "Auf den ersten Blick besonders überraschend mag in einem Buch zum Veranstaltungsrecht eine Darstellung des branchenrelevanten Steuerrechts sein", schreibt er im Vorwort. "Allerdings rangieren steuerrechtliche Fragen an allererster Stelle des rechtlichen Beratungsbedarfs der Branchen- Praktiker."

Erschwerend wirke sich dabei die "zumeist nur kurze Lebenszeit" steuerrechtlicher Vorschriften aus. Daher sei "eine Erörterung der einschlägigen steuerrechtlichen Problemstellungen in diesem Buch unverzichtbar". Auch wenn dieses Werk vier Wochen vor Weihnachten 2013 ausgeliefert wurde, ist davon auszugehen, dass es nur selten auf einem Gabentisch gelandet ist.

Zumindest für Anwälte, Justiziare und Richter, die sich mit der Materie befassen müssen oder wollen, aber auch für viele Praktiker in der Veranstaltungsbranche empfiehlt es sich indessen als unverzichtbares Basishandbuch, das man sich allemal gönnen sollte. Eine leichte Unschärfe im Lektorat im Hinblick auf die Setzung von Bindestrichen bei Koppelwörtern nimmt man dabei ohne Murren in Kauf.


Quelle: MusikWoche

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