Anfang des Jahres 2004 machten sich die Vertriebsspezialisten Jörg Heidemann und Andres Schmidt mit mdm - mutualism selbstständig. Nun vermelden die Macher erste Erfolge und sehen zuversichtlich in die Zukunft.
Nach sechs Monaten deutlich über Plan (v.l.n.r.): Robert Klamann, Jörg Heidemann und Andres Schmidt
"Es läuft sehr gut", stellt Geschäftsführer Jörg Heidemann zufrieden fest. "Unseren Businessplan haben wir bis jetzt jeden Monat mehr als deutlich übertroffen." Diesen Erfolg führt er nicht zuletzt auf das neuartige Geschäftsmodell von mdm - mutualism zurück: Die Firma kümmert sich um den internationalen Vertrieb von Tonträgern, beliefert dabei aber nicht direkt den Handel, sondern verkauft die VÖs an lokale Distributoren im jeweiligen Land weiter. mdm vernetzt weltweit Labels mit den passenden Vertrieben, fungiert als Kommunikationsschnittstelle und koordiniert Marketingmaßnahmen. Mit diesem Konzept, das Heidmann als "Metavertrieb" beschreibt, gingen die Firmengründer bereits bei ihrem alten Arbeitgeber EFA schwanger - sie stießen jedoch bald an Grenzen, da die Geschäftsleitung den Export nicht für "fremde" Labels öffnen wollte.
Die gleiche Reaktion erntete das Export-Duo nach dem Wechsel zu Universal, wo sich die beiden Ende 2003 wieder verabschiedeten und schließlich in die Selbstständigkeit starteten. Mittlerweile kooperiert das mdm-Team, zu dem neben Heidemann und Schmidt auch noch Robert Klamann zählt, mit rund 50 Labeln und 70 Vertrieben, überwiegend aus dem Indie-Bereich. Doch auch erste Projekte mit Majors sind angelaufen. Hier versucht mdm, Major-Acts, die von den internationalen Konzerntöchtern nicht lizenziert werden, an Indies im jeweiligen Land zu vermitteln. Wie eine solche Vermittlung funktionieren kann, zeigt sich mit der kanadischen Band Broken Social Scene. Deren Album "You Forgot It In People" erschien in Kanada bereits vor zwei Jahren im Vertrieb von EMI. Ihr Label Arts & Craft lizenzierte die CD für Europa an Mercury, die das Album aber nur in UK veröffentlichten - die übrigen Divisionen lehnten ab. Nach Gesprächen mit mdm kaufte Arts & Craft die Europalizenzen zurück und schloss einen Deal mit mdm ab. "Heute haben wir europaweit schon knapp 10.000 Einheiten abgesetzt", erklärt Heidemann.
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