Berlin, 07.07.2000, 00:00  MusikWoche

Jana Wolff: Branchenliebling aus Kreuzberg

Seit bald zehn Jahren sind Jana Wolff und ihre Firmen ein fester Bestandteil der Berliner Musikszene. Die rührige Managerin hat im Laufe der Zeit im Bereich Management und Musikproduktion ihren Platz zwischen den Major-Companies gefunden.

Bevor Jana Wolff 1989 ein eigenes Büro in Berlin eröffnete, war sie als DJ, Tourmanagerin und für EMI Electrola im Berliner Büro aktiv. Künstler, die ihr Unternehmen damals betreute, waren Cosmic Baby oder Kings Of Crisis. 1991 gründete sie zusammen mit dem Produzenten und ehemaligen Gitarrist von Sisters of Mercy, Andreas Bruhn, den Musikverlag Broon Songs, und übernahm sein Management. Broon Songs verlegt vor allem Musik, die in Werbespots verwendet wird. Im Laufe der Jahre nahm Wolff Bands und Künstler wie The Walkabouts, Michel van Dyke, Aleksey und Phase V unter Vertrag, deren Veröffentlichungen zum großen Teil der 1994 von ihr gegründete Musikverlag Wolffsongs verlegt. "Ich bin dabei immer dem Prinzip gefolgt, sowohl das Management und auch die Verlagsrechte zu übernehmen, um mehr Übersicht zu haben und die Geschicke besser leiten zu können", meint Wolff. "Gutes Management ruht auf fünf Pfeilern: Tourmanagement, Promotion, Veröffentlichungen von Alben, dem geschäftlichen Teil mit Verträgen und Steuerfragen sowie der richtigen Lebensplanung für die betreuten Künstler." Insgesamt haben ihre Verlage seit der Gründung die Rechte an rund 1000 Songs erworben, die insgesamt gerechnet zehn Jahre in den Charts vertreten waren, erzählt Wolff. Bisher letzter Schritt beim Aufbau ihrer Firmengruppe war 1999 der Start der Jana Wolff Musikproduktionen. Motivation für die Arbeit zieht Wolff aus der Musik: "Eine Band, die man betreut, auf der Bühne zu sehen, ist das Schönste überhaupt. Außerdem finde ich es gut, bei der Arbeit jeden Tag etwas dazu lernen zu können." Zudem seien die Chancen für kleine Unternehmen nicht schlechter geworden: "Durch die Konzentration der großen Plattenfirmen sind diese teils nicht mehr in der Lage, Künstlern gerecht zu werden und sie aufzubauen." Generell behalte sie den Leitsatz "Wenn die Musiker nicht wären, dann hätte ich keinen Arbeitsplatz" im Hinterkopf. Für die Zukunft plant Wolff den weiteren Aufbau des Verlags sowie eine Bündelung ihrer Firmen unter ein gemeinsames Dach. Dabei könne sie nur eins dazu veranlassen, ihre Büroräume im Hinterhof des ehemaligen Frontkinos in Berlin-Kreuzberg zu verlassen: "Ein Chefsessel bei einer amerikanischen Plattenfirma, das würde mich schon sehr reizen. Dort zählt in so einer Position allein die persönliche Leistung." Vor dem Konzentrationsprozess im Musikgeschäft hat sie jedenfalls keine Angst: "Es wird immer Musiker geben, die kompetente Beratung benötigen. Und dies nicht nur wegen der Fusionswelle".


Quelle: Musikwoche

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