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Berlin, 09.05.2007, 10:33  MusikWoche

IFPI würdigt Merkels Eintreten gegen Produktpiraterie

Spitzentreff zwischen Pop und Politik (vorn, v.l.n.r.): Kulturstaatsminister Bernd Neumann, Sony-BMG-CEO Rolf Schmidt-Holtz, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Udo Jürgens, Dieter Gorny (Vice Chairman IFPI Deutschland) und Michael Haentjes als Vorstandsvorsitzender der deutschen Phonoverbände sowie (hinten, v.l.n.r.) Sony-BMG-COO Tim Bowen, Universal-CEO Lucian Grainge, Patrick Vien (CEO Warner Music International), Jean-François Cécillon (Chairman & CEO EMI Music Continental Europe), Sony-BMG-Deutschlandchef Edgar Berger, IFPI-Chairman John Kennedy, Paul Birch (Managing Director Revolver Records), der Unions-Abgeordnete Steffen Kampeter, Frances Moore (Executive Vice President IFPI) und Peter Zombik (Geschäftsführer der deutschen Phonoverbände) Großansicht
Spitzentreff zwischen Pop und Politik bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (6. v.l.)  
Vertreter der IFPI haben sich am 8. Mai in Berlin mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zu einem Gespräch getroffen. Auf der Agenda standen die Musikindustrie als eine der tragenden Säulen der Kreativwirtschaft und die veränderten Rahmenbedingungen in diesem Bereich. Auch der Sänger Udo Jürgens nahm an dem Treffen teil.

Konkret sei es um einen verbesserten Schutz der Rechte und Interessen von Künstlern und Tonträgerherstellern vor Internet-Piraterie und Raubkopien sowie die Frage der Schutzfristen gegangen, teilte die deutsche IFPI-Dependance mit. "Solange auf einen legal aus dem Internet geladenen Song 14 illegale kommen, kann sich der Musikverkauf im Netz nicht entwickeln", erklärte Michael Haentjes, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände und Mitglied des IFPI-Weltvorstandes. Das aktuelle Urheberecht sei noch nicht in der digitalisierten und globalisierten Welt angekommen. "Wir brauchen eine breite Debatte zum Schutz geistigen Eigentums in der digitalen Welt, weil das unsere wichtigste Zukunftsressource ist", so Haentjes weiter.

Rechtliche Themen im Fokus (v.l.n.r.): Frances Moore (Executive Vice President IFPI), Peter Zombik (Geschäftsführer der deutschen Phonoverbände), Hubert Weis (Ministerialdirektor für Handels- und Wirtschaftsrecht im Bundesjustizministerium), Übersetzerin Stückelen, Sony-BMG-COO Tim Bowen, Michael Haentjes als Vorstandsvorsitzender der deutschen Phonoverbände, Sony-BMG-CEO Rolf Schmidt-Holtz, Justizministerin Brigitte Zypries, Dieter Gorny (Vice Chairman IFPI Deutschland), Patrick Vien (CEO Warner Music International), Universal-CEO Lucian Grainge, IFPI-Chairman John Kennedy, Paul Birch (Managing Director Revolver Records) und Jean-François Cécillon (Chairman & CEO EMI Music Continental Europe) Großansicht
Rechtliche Themen im Fokus: Justizministerin Brigitte Zypries (7. v.r.) mit Vertretern der Musikwirtschaft  
Die Vertreter der Phonowirtschaft konfrontierten Merkel auch mit den Ergebnissen der aktuellen Brennerstudie. So seien nach GfK-Erhebungen 2006 allein in Deutschland 374 Millionen Songs illegal aus dem Internet heruntergeladen und Musik im Gegenwert von 486 Millionen Alben als Privatkopie auf CD- und DVD-Rohlinge gebrannt worden. Auf Märkten in China, Russland und Osteuropa würden zudem hundertmillionenfach Raubkopien von CDs, DVDs, Spielen und Software verkauft. Der IFPI-Weltvorstand würdigte deshalb das klare Eintreten der Kanzlerin gegen Produktpiraterie unter anderem bei ihrem letzten Besuch in China und begrüßte, dass dieses Thema auch auf der Agenda beim G8-Gipfel Anfang Juni in Deutschland stehen wird.

Zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Musikwirtschaft und zur langfristigen wirtschaftlichen Absicherung plädierten Künstler und Tonträgerhersteller zudem für eine Anpassung der Schutzfristen. Stellvertretend für 27.000 Künstler aus ganz Europa - die eine entsprechende Petition unterschrieben haben - sagte Udo Jürgens: "Immer mehr Künstler müssen die bittere Erfahrung machen, dass ihre frühen Aufnahmen und ihr geistiges Eigentum ohne ihr Wissen, ihren Einfluss und ohne eine Entschädigung veröffentlicht und kommerziell ausgewertet werden." Die Künstler, davon 14.000 aus Deutschland, fordern deshalb eine Angleichung ihrer Schutzfristen von bisher 50 auf 95 Jahre wie in den USA.

Steffen Kampeter, CDU-Bundestagsabgeordneter und haushaltspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, würdigte das Treffen mit dem IFPI-Weltvorstand als wichtiges Signal der Bundeskanzlerin für die Bedeutung der Musikwirtschaft. Bereits am Dienstagmittag war der IFPI-Weltvorstand zu Gast bei Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Im Fokus der Gespräche standen auch hier aktuelle Fragen des Urheberrechts wie beispielsweise die Umsetzung der sogenannten Enforcement-Richtlinie zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums.


Quelle: MusikWoche

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