München, 01.06.2016, 10:23  MusikWoche | Handel

Die Blockchain in der Musikindustrie

Transaktionen im digitalen Kassenbuch: Die Blockchain- Technologie setzt auf der Digitalwährung Bitcoin auf (Bild: Fotolia) Großansicht
Transaktionen im digitalen Kassenbuch: Die Blockchain- Technologie setzt auf der Digitalwährung Bitcoin auf (Bild: Fotolia)
Die sogenannte Blockchain könnte ganze Wirtschaftszweige grundlegend verändern - das zumindest glauben die Propheten der Technologie. Steht auch der Musikindustrie eine neue Disruptions-Welle bevor? Stefan Mey hörte sich für MusikWoche um.

Eine globale Musikrechte-Datenbank, ein "Fair Trade-Modell" für Musiker und ganz neue Erlöszweige - das alles soll mit dieser Technologie möglich sein: einer dezentralen Datenbank, die maximale Transparenz und blitzschnelle Transaktionen verspricht. Die Technologie entstammt ursprünglich dem Konzept der Digitalwährung Bitcoin. Entgegen großer Erwartungen am Anfang hat sich der Bitcoin bislang jedoch nur in Nischen der Netzwirtschaft als Währung etabliert. Als eigentliche Innovation wird mittlerweile allerdings das Prinzip gehandelt, das dem Bitcoin zugrunde liegt: die Blockchain, ein dezentrales Kassenbuch, in das alle Transaktionen unlöschbar und öffentlich einsehbar eingeschrieben sind. Es liegt auf allen Rechnern, die die kostenlos verfügbare Bitcoin-Software installiert haben.

Die Funktionsweise kann man sich so vorstellen: Will Frau Schmidt über ihre Wallet genannte digitale Brieftasche einen Bitcoin an Herrn Müller überweisen, wird die geplante Transaktion zuerst von einer Crowd an Rechnern auf ihre Legitimität hin überprüft: gehört Frau Schmidt dieser konkrete Bitcoin wirklich, und hat sie ihn vielleicht zuvor schon einmal ausgegeben?

Was die Phantasien von Gründern, Investoren und IT-Strategen beflügelt: Mit ein paar Tricks lassen sich über das Prinzip der Blockchain auch viele andere Arten von Transaktionen protokollieren, die Übertragung eines Euros etwa, eines Wertpapiers oder eines Song-Files. Bei dieser Zweckentfremdung der Blockchain fungiert der Bitcoin als reine Transportwährung. Ein Coin oder ein unbedeutender Bruchteil davon wird mit einem bestimmten Gut verknüpft, der dann bei einer Transaktion gleich mit gehandelt wird. Zudem lassen sich "Smart Contracts" erzeugen, indem in die Metadaten einer Bitcoin-Transaktion eine Wenn-Dann- Bedingung einprogrammiert wird.

Mehr zu diesen "schlauen Verträgen", ob sich per Blockchain vielleicht gar eine globale Musikrechtedatenbank verwirklichen lässt, wie Sängerin Imogen Heap und der New Yorker Unternehmer Benji Rogers von DotBlockchain mit der Blockchain arbeiten und was Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie, oder Peter Tschmuck von der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien zu dem Konzept sagen, lesen Abonennten in MusikWoche, Heft 18/2016, im Livepaper oder hier.


Quelle: MusikWoche

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