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Köln, 13.09.2016, 09:58  MusikWoche | Events
SoundTrack_Cologne 2016 Thema: SoundTrack_Cologne 2016

c/o pop und SoundTrack_Cologne nahmen Marken, Medien und Musik unter die Lupe

Trafen sich in Köln (von links): c/o-pop-Programmchef Ralph Christoph, NRW-Wirtschaftsminister Garrel Duin und c/o-pop-Veranstalter Norbert Oberhaus (Bild: MusikWoche) Großansicht
Trafen sich in Köln (von links): c/o-pop-Programmchef Ralph Christoph, NRW-Wirtschaftsminister Garrel Duin und c/o-pop-Veranstalter Norbert Oberhaus (Bild: MusikWoche)
Das Kongressgeschehen der beiden Branchentreffs c/o pop und SoundTrack_Cologne widmete sich am 25. und 26. August 2016 der Bedeutung von Musik in Film, Werbung und Fernsehen, aber auch in Hinblick auf Standortfragen.

"Es ist einfacher, dass Stahlgeschäft zu verstehen als das Musikbusiness", sagte der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin am ersten Tag der Konferenz der c/o pop, der in diesem Jahr erstmals als Brands & Music Day in Zusammenarbeit mit der Agentur Lautstark ausgerichtet wurde. Bei der Eröffnungsrunde kam es dabei zu einem Zusammentreffen von Pop und Politik sowie von Unternehmern und Verbandsfunktionären in Personalunion. Schließlich waren neben Minister Duin auch Michael Schuster als Geschäftsführer von Cargo Records und VUT-Vorstandsmitglied, Michael M. Maschke von Saatchi & Saatchi und Vorstand im GWA-Gesamtverband der Kommunikationsagenturen sowie Marco Zingler von der Agentur Denkwerk, Vizepräsident im Bundesverband Digitale Wirtschaft und Gründungsmitglied und Vorstand bei Web de Cologne mit dabei. Duin räumte dabei zwar ein, dass man ein Land wie Nordrhein-Westfalen auch heute noch am ehesten mit Kohle und Stahl in Verbindung bringe. Allerdings machte der Minister klar, dass es doch viel eher darauf ankomme, was das Land heute ausmache als darum, was das Land in der Vergangenheit dargestellt habe.

Erörterten Fragen der Geschlechterpolitik (von links): Verena Blättermann und Tess Rochholz (VUT), Anne Haffmans (Domino), Martina Schröder, die am Mentoring-Programm der Music Industry Women teilnahm, sowie Désirée J. Vach (VUT) (Bild: MusikWoche) Großansicht
Erörterten Fragen der Geschlechterpolitik (von links): Verena Blättermann und Tess Rochholz (VUT), Anne Haffmans (Domino), Martina Schröder, die am Mentoring-Programm der Music Industry Women teilnahm, sowie Désirée J. Vach (VUT) (Bild: MusikWoche)
In diesem Zusammenhang spielt die Kreativwirtschaft für Duin eine "wichtige Rolle", weshalb er sich auch weiterhin dafür einsetzen wolle, Veranstaltungen wie die Kongresse von c/o pop, Sound- Track_Cologne und dem Interactive Festival zu unterstützen, "damit sie hier stattfinden und nicht in anderen Regionen Deutschlands oder gar Europas". Da sich kreative Teilbranchen zudem "gegenseitig befruchten" würden, sei es in Sachen Standortpolitik immer gut für weitere Ansiedelungen, wenn schon andere Unternehmen aus diesen Bereichen oder potenzielle Auftraggeber vor Ort zu finden seien. Die Deutsche Telekom oder Vodafone zum Beispiel hätten ihre Zentralen in NRW, nicht in Berlin. Hinzu kämen große Mittelständler und sogenannte "Hidden Champions". Diese Situation müsse das Land ausspielen.

VUT-Vorstandsmitglied Michael Schuster machte allerdings klar, dass man beim Aufeinandertreffen großer Markenartikler und Kommunikationsagenturen mit den kleinen und mittelständischen Unternehmen der Musikbranche "kaum von einem Verhältnis auf Augenhöhe" sprechen könne. Um die Zusammenarbeit eines Markenartiklers mit Kreativschaffenden ging es unter anderem am Beispiel des Förderprogramms Telekom Talent Space. Hier hatte der Konzern die israelische Produzentin und Sängerin Adi Ulmansky bei einem Wettbewerb ausgesucht und sie in den vergangenen eineinhalb Jahren unterstützt: "Wir haben hier in die Zukunft investiert", sagte Ralf Lülsdorf, Head Of International Music Marketing bei der Deutschen Telekom. Das sei zum Beispiel in Hinblick auf das Storytelling und Markenbindung eine ganz andere Hausnummer, als großes Geld für einen bereits etablierten Act auszugeben.



Synch als nächstes großes Ding?


Brachten Beispiele aus der Zusammenarbeit mit Markenartiklern und Filmmachern (von links): Arne Ghosh (380 Grad), Musikerin Adi Ulmansky, Moderatorin Lisa Stadler und Ralf Lülsdorf (Deutsche Telekom) (Bild: MusikWoche) Großansicht
Brachten Beispiele aus der Zusammenarbeit mit Markenartiklern und Filmmachern (von links): Arne Ghosh (380 Grad), Musikerin Adi Ulmansky, Moderatorin Lisa Stadler und Ralf Lülsdorf (Deutsche Telekom) (Bild: MusikWoche)
Das sei für einen Konzern wie die Telekom von großer Bedeutung, schließlich biete man nur Dienstleistungen an und könne entsprechend keine eigenen Produkte in den Fokus von Werbebotschaften rücken. "Deshalb müssen wir Geschichten erzählen." Geschichten erzählt auch das Fernsehen. Welche Rolle die Musik dabei im Unterhaltungsbereich, aber auch in kulturpolitischer Hinsicht spielt, und welche Sendeplätze ihr dabei zugestanden werden, stand im Fokus einer Diskussionsrunde unter dem Motto "Reality Check - Musik im Fernsehen". Hier sprach Regisseur Volker Weicker, der in gut 30 Karrierejahren bereits mehr als 8000 Sendungen vom "Echo" über "Deutschland sucht den Superstar" bis zu "zdf@bauhaus" leitete, aus seinem Erfahrungsschatz. Reinhard Knoll, Präsident Landesmusikrat NRW und Leiter der Musikschule Neuss, beleuchtete den kulturpolitischen Aspekt, und Musikmanager Uli Mücke, der unter anderem als Berater der Mediengruppe RTL für Music for Millions aktiv ist, sprach zum Beispiel über das Vox-Erfolgsformat "Sing meinen Song", an dessen Vermarktung er mitwirkt.

Diskutierten in Köln (von links): Christoph Jacke (Universität Paderborn), Dieter Gorny (Bundesverband Musikindustrie), Pia Hoffmann (Music Supervisor) und Moderator Jan-Hendrik Becker (Bild: MusikWoche) Großansicht
Diskutierten in Köln (von links): Christoph Jacke (Universität Paderborn), Dieter Gorny (Bundesverband Musikindustrie), Pia Hoffmann (Music Supervisor) und Moderator Jan-Hendrik Becker (Bild: MusikWoche)
Ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Branchentreff SoundTrack_Cologne ging es am zweiten Konferenztag um das Thema Synch. Während Musikberaterin Pia Hoffmann Beispiele aus der Praxis schilderte und dafür warb, dass Film- und Musikbranche "mehr Verständnis" füreinander aufbringen müssten, verwies Dieter Gorny als Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie auf ein Ungleichgewicht vor allem im Technologie-getriebenen Bereich. "Wir reden hier über zu erhellende juristische Dunkelräume." Wenn die Musikwirtschaft die Safe-Harbour-Regelungen angreifen wolle, sei das eine "harte Nuss". Schließlich müsse man deutlich machen, dass "die Werte, um die es geht, ein großer Wirtschaftsfaktor sind", und es nicht bloß um die Interessen einer Handvoll Künstler gehe.

Zum Ausklang des heißen Konferenztages stand am Freitag schließlich noch eine vom VUT angeregte Runde an, die sich den Frauen in der Musikwirtschaft widmete. Die VUT-Vorstandsmitglieder Désirée J. Vach und Tess Rochholz, Verena Blättermann als Öffentlichkeitsarbeiterin des Verbands, Domino-Deutschlandchefin Anne Haffmans und Martina Schröder als Teilnehmerin am Mentoring-Programm der Music Industry Women sprachen über Fragen der Diversität im Musikbiz und warum Männer auch in einer angeblich so aufgeschlossenen Branche bessere Chancen hätten, schneller und höher aufzusteigen. Dabei wurde unter anderem klar, dass auch unter den Mitgliedsfirmen des VUT nur 7,4 Prozent von einer Frau geleitet werden und weitere 5,5 Prozent von gemischten Teams. Hoffnungen machte derweil, dass Frauen inzwischen an der Popakademie Baden-Württemberg 50 Prozent der Studierenden im Bereich Business stellen. Vor Jahren dominierten Männer auch hier mit einem Anteil von zunächst noch 70 Prozent das Geschehen.




Quelle: MusikWoche

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