Berlin, 15.04.2018, 18:45  MusikWoche | Events
Echo 2018 Thema: Echo 2018

BVMI kündigt grundlegende Veränderungen beim Echo an

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Kündigt grundlegende Veränderungen beim Echo an: Florian Drücke (Bild: Markus Nass/BVMI)
Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) will aufgrund der anhaltenden Kritik wegen der Preisverleihung an Kollegah & Farid Bang die Verfahren zur Nominierung und Vergabe des Echo überarbeiten. Das teilte Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des BVMI, am 15. April 2018 nach einer Sitzung des Vorstands mit.

"Der Publikumspreis Echo ist - bis auf ausgewählte Kategorien, wie beispielsweise das Lebenswerk und der Preis für soziales Engagement - das Ergebnis von Verkäufen und einer darauf folgenden Juryabstimmung", erklärt Florian Drücke in der am Sonntag nach der Verleihung des deutschen Musikpreises veröffentlichten Stellungnahme. "In strittigen Themen rufen wir den unabhängigen Echo-Beirat an, der sich im aktuellen Fall mehrheitlich gegen einen Ausschluss entschieden hat."

Angesichts der Diskussion nach der Echo-Verleihung an die beiden Rapper Kollegah & Farid Bang will der BVMI nun das Konzept erneuern: "Im Zuge der aktuellen Debatte mussten wir erkennen, dass wir uns in einem Umfeld wiederfinden, das den Preis in ein falsches Licht rückt. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben. Wir möchten an dieser Stelle in aller Deutlichkeit sagen, dass auch wir als Verband und Veranstalter des Echo jede Art von Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, Homophobie und Gewaltverherrlichung ablehnen. Die Art und Weise der öffentlichen Befassung mit der Auszeichnung des Albums führte zu einer Welle der Betroffenheit, die uns sehr bestürzt und die den Preis überhöht und zugleich überfordert."

Um dem entgegenzuwirken hat der BVMI folgende Entscheidung getroffen: "Als Konsequenz daraus wird der Preis auf Entscheidung des Vorstandes vom heutigen Tag nun überarbeitet werden, was die umfassende Analyse und die Erneuerung der mit der Nominierung und Preisvergabe zusammenhängenden Mechanismen einschließt. Davon ungeachtet wird der Verband die vom Echo-Beirat angeregte Diskussion um die Kunstfreiheit und ihre Grenzen mit den verschiedenen Beteiligten innerhalb und außerhalb der Branche, ganz gleich ob Künstler, Label, Handelspartner, Journalisten, Politiker, Eltern, Lehrer, Fans oder aber Ausrichter eines Preises, wie angekündigt weiterführen. Dies in der Überzeugung, dass die mediale Befassung und die Vielfalt der Betroffenheit auf besondere Weise verdeutlicht hat, wie tief das Thema gesellschaftlich sitzt."


Quelle: MusikWoche

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KOMMENTARE

  • Roland Eglau
    16.04.2018, 09:58

    Überarbeitung ist immer gut, nur warum wurde z.B. in den letzten Jahren die Gruppe "Freiwild" ausgeladen?! Die von "Campino" hervorgerufene Diskussion in der Übertragung finde ich lächerlich, denn so etwas gehört nicht in die Sendung. Der "Echo-Beirat" hat entschieden, und damit soll man es auch belassen.

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