Berlin, 05.12.2000, 00:00  MusikWoche

Aufwändigste Clip Produktion für Blow Film: U-Bahn-Fahren mit Lionel Richie

Den Videoclip für die Comeback-Single von Lionel Richie drehte die deutsche Produktionsgesellschaft Blow Film. Davon verspricht sich die Firma eine Ausweitung ihrer internationalen Geschäftsaktivitäten.

"Für uns beginnt mit dieser Produktion eine neue Ära", erklärt Miliane Nani Meimeth, Geschäftsführerin der Berliner Produktionsfirma Blow Film, im Gespräch mit MUSIKWoche. Der 650.000 Mark teure Clip zu "Angel", der neuen Single von Lionel Richie, markiert für das deutsche Unternehmen den Sprung in das internationale Geschäft. "Nach der erfolgreichen Produktion erhielten wir gleich vier weitere Anfragen aus dem Ausland.

Zudem nutzen wir die neuen Kontakte bei unserer jetzigen Akquise-Tour", bilanziert Meimeth. Lars Grewe, Marketing Director Mercury, hatte sich bei Lionel Richie und seinem Management dafür eingesetzt, dass Def Jam/Island in New York das Konzept von Blow Film in die Tat umsetzt. Daraufhin folgte die für die Firma die bisher aufwändigste Produktion in ihrer fünfjährigen Geschichte. In nur drei Tagen plus fünf Tagen Postproduktion drehte Blow Film den Clip mit dem Soul-Pop-Sänger in Berlin. "So etwas hatte ich zuvor noch nicht erlebt", berichtet Cornelius Rönz, Head Of Production bei Blow Film. Statt der bei deutschen Produktionen sonst üblichen 30 Mitarbeiter belief sich die Teamstärke für den "Angel"-Clip auf 80 Personen.

"Lionel Richie hatte unter anderem seine persönlichen Styling- und Make-Up-Leute mitgebracht. Zudem überprüften sein Security-Team penibel jeden Drehort, bevor Lionel in Aktion trat." Die Innenaufnahmen entstanden in den Studios Babelsberg und mit einer behördlichen Sondergenehmigung durfte Blow Film tagsüber in der U-Bahn am Alexanderplatz drehen. "Für die kurze Zeit können wir stolz auf das Resultat sein. Zwar erlebten wir bei den Drehtagen Stress hoch zehn, aber die Amerikaner zeigten sich bei allen Bereichen hochprofessionell. Kate Farmer, die Commisionerin der Plattenfirma, kam extra mehrmals aus London angereist, um ihre Zustimmung zu den jeweiligen Arbeitsphasen zu geben. Wir hatten keinerlei Abnahmeprobleme, die sich sonst oft ergeben, wenn man tagelang auf das Okay der Plattenfirma warten muss."

Auch bei der Technik betrieb Blow Film einen hohen Aufwand und ließ spezielles Equipment aus ganz Deutschland einfliegen. Auch eine mobile Avid-Station kam zum Einsatz, an der Operator Mathias Vielsäcker die gerade gedrehten Bilder zusammenfügte, um den Regisseuren Wolf Gresenz und Bernard Wedig rasche Kontrollmöglichkeiten zu bieten.


Quelle: Musikwoche

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