Liebe ist für alle da

Rammstein

Liebe ist für alle da Großansicht
Interpret(en) Rammstein
Label Rammstein / VEC
Vertrieb Universal Music
Format 1 CD (Longplay)
Genre Rock & Pop
Produktionsland Deutschland
Auslieferung KW 2009/42
Bestellnummer 271 951-2
EAN-Code
0602527195124
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Top-100 Longplay Deutschland


Woche KW 2010/39KW 2010/38KW 2010/37KW 2010/36KW 2010/35
Rang 7978886253
Höchste Position: Rang 1 in KW 2009/46
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Edelmetall 2-fach Platin2-fach Platin
Label Rammstein / VEC
Vertrieb Universal Music
Produktionsland Deutschland Deutschland
Bestellnummer 271 951-2
EAN-Code
0602527195124
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Genre Rock & Pop
Format 1 CD (Longplay)
Auslieferung KW 2009/42
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Interpret(en) Rammstein
nach oben MusikWoche-Kritik

Rammstein sind zurück: laut, provokativ und eigenwillig wie eh und je. Vier Jahre nach dem letzten Studioalbum, "Rosenrot", präsentiert die Band um Sänger Till Lindemann auf "Liebe ist für alle da" elf neue, kompromisslos harte Songs, in denen sich die Band mit extremen Formen der Liebe auseinandersetzt.

Furore machte das Album bereits mit der ersten Singleauskopplung "Pussy" und vor allem mit dem dazugehörenden Video. Ihre Reise ins Herz der Finsternis beginnen Rammstein jedoch mit "Rammlied", das den neuen Härtegrade der Formation definiert. Danach folgt mit "Ich tu Dir weh" ein tiefer Abstieg in die Abgründe der menschlichen Seele, angereichert mit metallischen Gitarrenriffs. Die Band hat in den vergangenen vier Jahren viel Kraft getankt und rockt in Stücken wie "Weidmanns Heil" und "E********" mit einer unbändigen Energie los.

Verschnaufpausen sind in diesem Konzept kaum vorgesehen. Musikalisch setzt die Band weiterhin auf bewährte Bausteine: hymnische Gesangsrefrains, wuchtige Rhythmen und opulente Gitarrensounds. Und selbst, wenn sie das Tempo wie bei "Frühling in Paris" zu Beginn des Songs ein wenig zügeln, dauert es meist nicht lange, bis sich die Rammstein-Klangwalze unerbittlich ihren Weg bahnt. Besonders beeindruckend gelingt der Formation dieses Zusammenspiel aus purer Wucht und dick aufgetragenem Pathos beim Titelsong "Liebe ist für alle da" und, in deutlich entspannterer Form, bei der mit Streichersounds veredelten Nummer "Roter Sand".

Norbert Schiegl

Quelle: musikwoche.de

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Deutschland 2009. Rosige Zeiten. Sie könnten kaum besser sein. Es fehlt nicht mehr viel und das Land wird von sozialen Unruhen erschüttert. Die Volksparteien fahren ein Rekordtief nach dem anderen ein, dafür wächst der Volkszorn mit jeder Vorteilsnahme und Korruption, die trotz Bündelei zwischen Macht und Medien doch noch ans Tageslicht kommt. Der Kessel dampft und bald wird er explodieren. Kurz: Deutschland braucht 2009 nichts dringlicher als RAMMSTEIN. Aber was ist mit Europa 2009? Oder mit Asien? Südamerika? Australien? Die Vorzeichen sind vielleicht andere, aber im Zweifelsfalle sind sie nicht weniger beunruhigend. Kurz: Die Welt braucht 2009 nichts dringlicher als RAMMSTEIN. Im Oktober erscheint also das sechste Studio-Album der Berliner. Vier Jahre sind seit dem letzten, "Rosenrot", vergangen. Das neue Werk trägt den tröstlichen Titel "Liebe ist für alle da". Ansonsten bietet es wenig Trost, keine Erlösung, und auch keine billige Zerstreuung. Die Kraft von RAMMSTEIN findet sich in der Konfrontation. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Seit sich die Band 1994 zusammengefunden hat, lässt sie keine Gelegenheit aus, ihre Finger auf frische Wunden zu legen. Das beginnt mit der Namenwahl und hat mit dem Kannibalen von Rotenburg noch lange kein Ende gefunden. RAMMSTEIN können zu jedem Zeitpunkt ihrer Karriere als ein soziales Barometer dienen. Denn ihr kolossaler Erfolg ist letztlich auch das Resultat eines politischen und moralisches Scheitern, das Sodom und Gomorrha so harmlos wie eine Pyjama-Party erscheinen lässt. Aber erst wenn die letzte Kredit-Blase geplatzt ist, wenn die letzte Existenz mit der Gewalt einer biblischen Plage von Hedge-Fonds ausgelöscht wurde und wenn sich die letzte Unschuld auf dem Markt der Möglichkeiten prostituieren muss, erst dann werden die letzten Kritiker endlich begreifen: Ihre Qual ist unser Leid ist unsere Freud.

"Ich glaube, in schwierigen oder unsicheren Zeiten, wenn schwer an Arbeit zu kommen ist und das Geld knapp wird, öffnen sich die Menschen gegenüber der Musik, generell gegenüber jeglicher Unterhaltung," resümiert Richard Kruspe. Trotz Krisenstimmung wäre also gerade jetzt ein guter Zeitpunkt, seine Platte zu veröffentlichen. In Gedanken ganz bei den Fans, ergänzt sein Kollege an der Gitarre, Paul Landers: "In bestimmten Momenten kann es sehr angenehm sei, sich auf etwas verlassen zu können - etwas das dich im kritischen Moment garantiert nicht hängen lässt." RAMMSTEIN hoffen, im Leben ihrer Fans so ein Felds in der Brandung zu sein. Unerschütterlich, standfest, unbeugsam. Der Titel "Liebe ist für alle da" tarnt sich zunächst als ein humanistisches Plädoyer für eine Welt, in der Liebe ein Grundrecht ist. Für eine Welt, in der Liebende alle Freiheiten haben. Eine hübsche Kernbotschaft. Andererseits gelingt es RAMMSTEIN wie keiner zweiten Band, selbst der Liebe ein reales Bedrohungspotential zu verleihen. In ihrem Falle verlangt so eine Maximalforderung nach einer üblen Pointe. Wie bei einem Handel mit dem Teufel, ist bei RAMMSTEIN grundsätzlich davon auszugehen, dass gerade die scheinbar harmlosen Sachen einen besonders gefährlichen Haken haben. Das ist ihr Modus Operandi, eine Mischung aus Täuschung, Verführung und Sinnzersetzung. Christoph Schneider, Schlagzeuger der Band, hilft mit dem Hinweis, dass sich Sänger Till Lindemann bei der Arbeit an den Texten auf die "extremen Formen der Liebe" konzentriert hat. Das Album lässt keine Sekunde Zweifel daran aufkommen, dass die Suche nach diesen Extremen sehr ergiebig und erfolgreich war.

"Wer ficken will, muss freundlich sein," zitiert der Titelsong eine ewig gültige Lebensweisheit. Das war es dann aber auch mit pädagogisch wertvoller Lebenshilfe und ausgelebtem Humanismus. Der Rest ist das Grauen, das dort beginnt, wo sich Liebe krankhaft verwirrt. Wo Menschen weinen, im Keller der Inzest droht oder das Fleisch in Salz und Eiter liegt. Wo die Liebe nicht mehr ganz so hell und sonnig ist. Dort beginnt die Reise ins Herz der Finsternis. Sie führt uns unter anderem nach Amstetten, zu einem Jagdausflug, in ein Strip-Lokal und in eine Westernstadt. Einzig und allein der "Frühling in Paris" verzichtet auf jeglichen Horror - obwohl er auch mal "blutet", zeichnet dieser Frühling als eine Art "Coming of Age"-Story ein ungewohnt zartes Bild erwachender Liebe. Das adelt ihn übrigens zum einzigen Song, den ausgewählte Mitglieder auch ihren Grossmüttern vorspielen würden.

Musikalisch folgen RAMMSTEIN ihrer eigenen Tradition und unterlaufen Erwartungen, ohne in künstlerischer Eitelkeit zu verenden. Der seit "Reise, Reise" festzustellende Hang zu einem organischeren und etwas entschlackten Sound führt aktuell zu einem sehr definierten Klangbild, in dem jedes Instrument seinen Platz findet. Trotz Waldhörner und orchestraler Unterstützung erscheint "Liebe ist für alle da" sehr aufgeräumt und damit transparenter als alle fünf Studio-Alben zuvor. Für die Vorproduktion wählten RAMMSTEIN das Schloss Beesenstedt in der Nähe von Halle/Saale. Den Großteil des Albums haben sie zwischen dem 9.11. und 20.12.2008 im Sonoma Mountain Studio, in der Nähe von San Francisco eingespielt. Gemischt und gemastert wurde in Stockholm und der Produzent ist wie immer Jacob Hellner. Neben dem Dow-Jones-Index legen auch der Ticketvorverkauf und weltweite Vorbestellungen den Verdacht nahe, dass nicht nur Deutschland RAMMSTEIN in den nächsten Jahren mehr braucht als je zuvor. Sie stehen bereit. Unerschütterlich, standfest, unbeugsam.

Quelle: Universal

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    Liebe ist für alle da
    Rammstein
    Rock & Pop


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