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Kraftklub

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Interpret(en) Kraftklub
Label Vertigo Berlin / VEC
Vertrieb Universal Music
Format 1 CD (Longplay)
Genre Rock & Pop
Produktionsland Deutschland
Auslieferung KW 2012/03
Bestellnummer 277 841-4
EAN-Code
0602527784144
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Top-100 Longplay Deutschland


Woche KW 2015/26KW 2013/27KW 2013/26KW 2013/05KW 2013/04
Rang 7785938581
Höchste Position: Rang 1 in KW 2012/06
nach oben Daten zum Titel
Edelmetall 1-fach Platin
Label Vertigo Berlin / VEC
Vertrieb Universal Music
Produktionsland Deutschland Deutschland
Bestellnummer 277 841-4
EAN-Code
0602527784144
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Genre Rock & Pop
Format 1 CD (Longplay)
Auslieferung KW 2012/03
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Interpret(en) Kraftklub
nach oben MusikWoche-Kritik

Das Quintett aus Chemnitz, der früheren Karl-Marx-Stadt, erreichte im Herbst 2011 mit der Single "Ich will nicht nach Berlin" beim Bundesvision Song Contest Platz fünf. Auf ihrem Debütalbum begeistern Kraftklub mit einem kompakten Konzept aus kantigen Gitarrensounds, treibenden Beats und lockeren Deutschrap-Einlagen.

Mit Kraftklub meldet sich in der deutschen Musikszene eine Band zu Wort, die sich in keine der üblichen Stilkategorien einordnen lässt. Die erst 2010 gegründete Formation um Sänger und Gitarrist Karl Schumann und Rapper Felix Brummer macht auf ihrem ersten Album alles richtig. Vom ersten Track an, der angenehm ironischen Hymne "Eure Mädchen", legen die Musiker ein beachtliches Tempo vor.

Und dem beeindruckenden Ideenfeuerwerk, das Kraftklub hier präsentiert, geht bis zum Ende das Pulver nicht aus. Das Quintett bedient sich für die 13 Songs überall dort, wo es sich lohnt - angefangen bei Bands wie Mando Diao über die Beatsteaks bis hin zu Franz Ferdinand und Maximo Park. Doch trotz aller geschickt verpackter Zitate klingt die Musik nie langweilig oder berechenbar.

Kraftklub bewegen sich selbstbewusst zwischen den Genres. Zu den herausragenden Tracks zählen der zupackende Titel "Ritalin/Medikinet" sowie "Karl-Marx-Stadt", eine beißend humorvolle Hymne an die Heimatstadt der Musiker, die heute Chemnitz heißt. Ihre Art der offensiven Vergangenheitsbewältigung mag zwar den einen oder anderen Zeitgenossen bewusst vor den Kopf stoßen, aber gut 20 Jahre nach der Wiedervereinigung ist die Zeit mehr als reif für einen Klub, der die deutsche Popkultur, unter anderem mit geschickt eingestreuten Verweisen auf Philip Roth, ein wenig auf den Kopf stellt.

Norbert Schiegl

Quelle: musikwoche.de

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In den A&R-Abteilungen der großen Plattenfirmen, bei denen KRAFTKLUB nicht unter Vertrag sind, wird kollektiv in die Tischplatten gebissen. Die anderen deutschen Bands, die nicht KRAFTKLUB sind, beginnen plötzlich Bausparverträge abzuschließen oder ihre Schäfchen anderweitig ins Trockene zu bringen. Das Gemunkel auf der Straße wird immer lauter. KRAFTKLUB seien das nächste große Ding, heißt es da.

Diese Gerüchte stimmen und wir haben hier die Gründe dafür:

Erstens: KRAFTKLUB kommen aus dem Osten. Aus Chemnitz, genauer gesagt. Oder wie Felix, Karl, Till, Steffen und Max noch immer sagen: aus Karl-Marx-Stadt. Sie sind Produkte der sich dahin schleppenden Vergangenheitsbewältigung, eher schlecht als recht vom Soli-Zuschlag aufgepäppelt und wegen mangelnder Zukunftsperspektive in die Rockstarkarriere getrieben. Dieses Loser-Image wissen sie Gewinn bringend einzusetzen. Es ist fast wie mit den armen Tieren im Zoo, man möchte ihnen permanent über die traurigen Köpfe streicheln.

Zweitens: Somit sind KRAFTKLUB das Sprachrohr einer ganzen Generation. Denn man muss sich nur mal umgucken. Nicht nur der Osten, nein, das ganze Land ist voll von Verlierern, die Sinnsuche, Mittellosigkeit und hedonistische Entgleisung in Lebensentwürfe übersetzen. Diese Band zeichnet Generationenportraits zwischen historischer Dekontextualisierung und Analfixierung, zwischen Über-Ironisierung und schonungslosem Realismus. Ihnen ist mit "Zu jung" die Energie sprühendste Hymne an Lethargie und Vergeblichkeit aller Zeiten gelungen, und sie sprechen damit sämtlichen Zuspätgeborenen und Zujunggebliebenen aus den müden Herzen. Alle Drogen wurden bereits genommen, alle Fernseher bereits aus den Hotelfenstern geschmissen. Die heutigen riesigen Flatscreens passen ja nicht mal mehr durch ein handelsübliches Fenster. Hat darüber schon mal jemand nachgedacht? KRAFTKLUB konfrontieren sich tagtäglich mit den Kalamitäten unserer Zeit.

Drittens: KRAFTKLUB sind Meister der Verschleierung. Sämtliche biografische Eckdaten dieser Band bieten Grundlage für Spekulationen. Sicher scheint zu sein, dass die Bandgründung am 01. Januar 2010 erfolgte, so viel scheint sicher. Doch ungewiss ist, ob die spontane Gründung daran lag, um im Proberaum vor der Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin sicher zu sein oder weil da einfach noch der Restalkohol von Silvester in den Köpfen spukte.

Die KRAFTKLUB-Vita ist neben solch schwer zu vertuschenden Eckdaten, wie dem Gewinn des New Music Awards 2010 und der Tour-Unterstützung für Casper, Fettes Brot und die Beatsteaks ein einziges Mysterium. Ein gefundenes Fressen für die Presse!

Viertens: KRAFTKLUB sehen verdammt gut aus. Sie wirken in ihren Collegejacken ein bisschen wie zwangsvermehrte The Hives, die bei Public Enemy die Codes of Cool studierten. Auf ihren Style angesprochen, kontern sie, lässig die Asche einer Kippe abklopfend, sie wollen einfach nur besser aussehen als ihre Fans. Ohne eine Prise Arroganz ist man bekanntermaßen im Game nicht überlebensfähig.

Fünftens: Trotz der unverschämt treffsicheren Außenwirkung regiert bei KRAFTKLUB niemals Style over Substance. Sie vereinen resignative Amokbereitschaft mit urbanem Dandytum und schlagen damit ideengeschichtlich ein ganz neues Kapitel auf. Ja, sie haben sogar schon Philip Roth gelesen und sind damit das Feuilletonfutter von morgen. Heute sind sie das, wovon die Popkultur dieses Landes immer geträumt hat.

Sechstens: Der Oasis-Effekt. Rapper Felix und Bassist Till sind Brüder. Auch wenn sie bislang nach außen hin einen recht harmonischen Eindruck machen, sind kreative Reibereien, Streit wegen Mädchen und Prügeleien mit Paparazzi bei den beiden bereits vorprogrammiert. Wir sehen schon jetzt die Schlagzeilen der Boulevardpresse vor uns.

Siebtens: KRAFTKLUB sind unermüdliche Arbeitstiere. Kaum eine andere Band hat sich innerhalb des letzten Jahres dermaßen brutal den Arsch abgetourt, um aber bei jedem einzelnen der absolvierten Konzerte die Frische einer gerade erblühten Krokus-Familie zu versprühen. Sie haben es im Jahr 2011 geschafft, mehr Festivals zu spielen als man auf ein Bassdrumfell schreiben kann. Daher im Übrigen auch die Redensart "Das geht auf keine Kuhhaut."

Quelle: Universal

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    Kraftklub
    Rock & Pop


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