Universal Music Domestic Pop/Mainstream (UDP)

Programm


Arbeit nervt

Deichkind

Arbeit nervt Großansicht
Interpret(en) Deichkind
Label Vertigo / UDP
Vertrieb Universal
Format 1 CD (Longplay)
Genre Rock & Pop
Produktionsland Deutschland
Auslieferung KW 2008/42
Bestellnummer 178 600-4
EAN-Code
0602517860049
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Top-100 Longplay Deutschland


Woche KW 2009/08KW 2009/07KW 2009/06KW 2009/05KW 2009/04
Rang 98989110095
Höchste Position: Rang 13 in KW 2008/45
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Label Vertigo / UDP
Vertrieb Universal
Produktionsland Deutschland Deutschland
Bestellnummer 178 600-4
EAN-Code
0602517860049
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Genre Rock & Pop
Format 1 CD (Longplay)
Auslieferung KW 2008/42
nach oben Künstler
Interpret(en) Deichkind
nach oben MusikWoche-Kritik

Diese Truppe hat der deutschen HipHop-Szene längst erfolgreich den Rücken gekehrt. Auf "Arbeit nervt" (Vertigo/UDD/Universal), ihrem neuen Album, präsentieren die Hamburger eine wahnwitzige Mixtur aus Elektro-, Funk-, Pop-, Rave-, Glamrock- und HipHop-Elementen.

Diese Band wird wohl nie erwachsen werden. Schon vor zwei Jahren wirbelten Deichkind mit "Aufstand im Schlaraffenland" die deutsche Musikszene gehörig durcheinander. Jetzt setzten sie mit "Arbeit nervt", ihrem vierten Longplayer, noch einen drauf. Dank ihrer ebenso ungewöhnlichen wie visuell herausragenden Liveshows erspielte sich die Band in den vergangenen Jahren eine feste und treue Fangemeinde. Die Musiker entfernten sich dabei immer mehr von ihren HipHop-Wurzeln und erarbeiteten sich einen erstklassigen Ruf als unberechenbare musikalische Freigeister mit unschlagbarem Humor.

"Die Band teilt sich 2008 in zwei Hälften auf, Linke und Kapitalos", erklärt Sebastian Hackert von Deichkind. "Die einen beschäftigen sich mit Hochkultur und lesen Bücher, die anderen gehen regelmäßig zu Burger King und rauchen Zigaretten." Und genau in diesem Themenfeld bewegen sich die Songs auf dem neuen Album. Dabei entpuppten sich Deichkind als wahre Meister hintersinniger Statements zwischen Hoch- und Prollkultur. Unter den zahlreichen Höhepunkten sei allen voran die Nummer "Hört ihr die Signale" genannt, eine harte Elektro-Rave-Nummer, die unter anderem Themen wie Komasaufen und damit einhergehend soziale Verwahrlosung thematisiert. Hier ist die Band, genauso wie im bitterbösen Titelsong "Arbeit nervt", mit dem sie das musikalische Erbe von Garry Glitter einer Neudefinition unterzieht, und dem mitten aus dem Leben gegriffenen Stück "Ich und mein Computer" wieder ganz bei sich selbst: Deichkind setzen sich mit bewundernswerter Leichtigkeit über alle ideologischen und musikalischen Grenzen hinweg. "Innerhalb der Band gibt es verschiedene Fraktionen", erklärt Bandmitglied Porky. "Wir vertreten zum Teil sehr konträre Meinungen. Nur so ist es uns möglich, als Gruppe überhaupt zu funktionieren." Die Auseinandersetzungen zwischen den Fraktionen gingen so weit, dass man zu Konzerten regelmäßig in getrennten Autos anreist, um Streitereien im Vorfeld aus dem Weg zu gehen. Doch der Kreativität tun die ständigen Kontroversen gut: "Ohne diesen ewigen Zwist würde bei uns überhaupt nichts passieren", erklärt Philipp Grütering. "Die permanente Diskussion, ob wir jetzt Mainstreammusik machen oder doch in der Subkultur verankert sind, hält uns auf jeden Fall wach und verhindert, dass wir faul und träge werden."

Nach dem Ausstieg von Buddy Inflagranti gehört jetzt Ferris MC zur festen Besetzung. Geändert hat sich dadurch allerdings nichts. Deichkind sind im zwölften Jahr ihres Bestehens kreativer denn je und kultivieren auf "Arbeit nervt" ihre Verweigerungspolitik gegen das bestehende System auf höchstem Niveau. "Wir sind alle in Deutschland aufgewachsen und von bürgerlichen Eltern erzogen worden", sagt Sebastian Hackert. "Deswegen steckt das System in jedem von uns drin, und genau deshalb begehren wir mit unseren Mitteln dagegen auf." Dabei ist das Aufbegehren inzwischen auch einem gewissen Verständnis für die gesellschaftlichen Strukturen gewichen. Und so gehen Deichkind auf "Arbeit nervt" musikalisch höchst spannend ihren Weg zwischen kultiviertem Verlierertum und bürgerlicher Anpassung.

Quelle: musikwoche.de

nach oben Pressetext

In einer vernaddelten Welt, in der Menschen Drogen nehmen müssen, um in ihrem Job funktionieren zu können, sind DEICHKIND die Retter vor dem grossen Stumpf. Der Prostitution, die sich durch alle Schichten unserer Gesellschaft zieht, vom Politiker bis zur TV-Nutte und ihren Zuhältern, setzen die Hamburger Hymnen der Dysfunktion und des eigenen Versagens entgegen. Nichts bringt das deutlicher auf den Punkt als der Titel ihres vierten Albums, "Arbeit nervt!". Genau! Das wollten wir doch auch gerade sagen, oder doch lieber nicht?

Aber es ist ein Teufelskreis: Weil DEICHKIND diesen dreckigen Job mit ganzem Herz erledigen und dabei jeden dunklen Winkel ihrer Unlust ausloten, funktioniert der Nachfolger ihres Befreiungsschlages "Aufstand Im Schlaraffenland" umso besser. Denn in ihrem gleichzeitig schlaffen wie hemmungslosen Hedonismus artikulieren sie zwar triebhafte aber auch ebenso elementare wie universelle Erkenntnisse. Man kennt das, man fühlt das. Und das ist mehr als man von 99% aller Popmusik erwarten darf. Im Ursprung sind DEICHKIND HipHop wie er mal gedacht war: Als ein Abenteuerspielplatz für neue Ideen. Doch während HipHop nach einer erfüllten Ewigkeit droht, im Siechtum zu verelenden, feiern DEICHKIND im zwölften Jahr ihres Bestehens die Pubertät. Oft eine eher finstere Phase mit Pickeln, Hormonschüben und jede Menge Teenage-Angst, das alles kann einem ganz schön das Leben versauen. Muss es aber nicht. Man kann es auch wie DEICHKIND machen.

DEICHKIND stehen jetzt im vollen Saft, jederzeit bereit wie eine überdüngte junge Weide auszugeilen und noch merkwürdigere Triebe auszubilden. Das gibt ihnen Schub, was ihnen auch live in ihrer selten surrealen Mischung aus Show und Happening anzusehen ist. Hier wird besonders deutlich, dass ihr Spaß in erster Linie dem Spaß ihres Publikums dient, das scheint ohnehin selbstverständlich und abgemachte Sache. Als vorgebliche Druffis haben sie aber darüber hinaus das seltene Geschick, diesen Spaß wie in einer Tragikkomödie den eher dunklen Seiten des Lebens abzuringen. Motto: Wenn schon besinnungslos, dann wenigstens mit Verstand und Sendungsbewusstsein.

Ihre explosive Mischung aus Verweigerungspolitik, Ausschweifung und kultiviertem Losertum treibt auf "Arbeit nervt!" seltsamste Blüten. Neben einem zwingendem Appell an die Trinker-Solidarität findet sich ein nahezu unheimlich schwereloses Liebeslied, das DEICHKIND noch in ungeahnte Höhen katapultieren sollte. Hier und da macht sich auch schon das vor kurzem zur Band gestossene Goldlöckchen FERRIS MC bemerkbar; der ehemalige König aller Druffis ist inzwischen cleaner als die Heilsarmee, rappt aber mit derselben Wolfes-Stimme wie eh und je. Weil DEICHKIND nichts so sehr hassen wie Kollabo-Hustler haben sie ihn gleich einverleibt. Das macht sie nur noch stärker. An einer Stelle auf "Arbeit nervt!" loopen DEICHKIND einen Beat des in Ungnade gefallenen Königs des Glam- Rocks, Gary Glitter und behaupten trotzig im Refrain: "Unzufrieden, faul und fett? Es geht mir gut dabei!" Gekrönt wird das ganze von einem gehässigen: "Nana-nana-nanahh!" Dasselbe Geräusch machen Kinder, wenn sie den Erwachsenen einen Streich spielen. Etwas später im selben Song, einem von mehreren kapitalen Hits: "Ich feuere keine Hits mehr raus und ruhe mich auf meinen Lorbeeren aus!" Nun sollte auch der letzte merken, dass hier weder Ironie noch Koketterie weiterhelfen. Es geht um viel mehr. DEICHKIND leben das Tao der Gosse: Nichts ist gut, nichts ist schlecht, alles ist. Darauf ein Pils!

Quelle: Universal

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Trackliste


Track Titel
1 Hört ihr die Signale
2 Dicker Bauch
3 Arbeit nervt
4 Ich und mein Computer
5 23 Dohlen
6 Luftbahn
7 Metro
8 Klötersound
9 Gut dabei
10 Im Raucherzimmer
11 Travelpussy
12 Hoverkraft
13 Komm rüber
14 Urlaub vom Urlaub

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