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Stabat Mater - A Tribute To Pergolesi

Anna Netrebko/Marianna Pizzolato

Stabat Mater - A Tribute To Pergolesi Großansicht
Interpret(en) Anna Netrebko
Label Deutsche Grammophon
Vertrieb Universal Music
Format 1 CD (Longplay)
Genre Klassik
Produktionsland Sonstige
Auslieferung KW 2011/11
Bestellnummer 477 959-3
EAN-Code
0028947795933
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Top-100 Longplay Deutschland


Woche KW 2011/14    
Rang 61    
Höchste Position: Rang 61 in KW 2011/14
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Label Deutsche Grammophon
Vertrieb Universal Music
Bestellnummer 477 959-3
EAN-Code
0028947795933
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Genre Klassik
Format 1 CD (Longplay)
Auslieferung KW 2011/11
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Interpret(en) Anna Netrebko
nach oben MusikWoche-Kritik

Was sie anfasst, wird ein Erfolg, davon zeugen zumindest die bisherigen Veröffentlichungen der russischen Sopranistin Anna Netrebko. Nun singt sie im Duett mit der italienischen Mezzosopranistin Marianna Pizzolato das "Stabat Mater" von Giovanni Battista Pergolesi, ergänzt um drei weitere Werke des Italieners und beweist, dass sie auch mit Barockrepertoire überzeugen kann.

"Das ,Stabat Mater' gehört zu den schönsten Melodien, die ich kenne", schwärmt Anna Netrebko über das Werk, das 1736 kurz vor dem Tod des Komponisten entstand und im 18. Jahrhundert als Meilenstein und Modell eines neuen, galant-empfindsamen Stils galt.

Es ist selten, dass sich auf einem Album nur Werke von Pergolesi finden, aber diese abwechslungreiche Zusammenstellung unterstreicht das Genie des Musikers, der bereits im Alter von 26 Jahren an den Folgen einer Tuberkolose verstarb. Eigentlich ist das "Stabat Mater" ein Duett für Sopran und Alt, doch Dirigent Antonio Pappano wählte als Gegenpart für Netrebko den sonoren Mezzo von Marianna Pizzolato - und traf damit ins Schwarze.

Die Sängerinen können sich im sanft volltönenden Wechselspiel von hell und dunkel unter der behutsamen Leitung von Pappano voll entfalten, sie geben dem Werk einen eigenen Charakter, da verzeiht man auch mal kleinere Ritardandi. Als Ergänzung zum "Stabat Mater" wählte Netrebko die Kantate "Nel Chiuso Centro", Pizzolato singt das wunderbare "Questo E Il Piano", als Zwischenspiel fungiert die Sinfonia zum Drama um San Guglielmo Duca d'Aquitania.

Es ist nicht zuletzt das Verdienst des Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dass diese Einspielung eine gelungene Verbeugung vor Pergolesi ist.

Birgit Schlinger

Quelle: musikwoche.de

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Seit der wunderschöne, im Schwarzwald gelegene Kurort Baden-Baden Anfang des 19. Jahrhunderts in Mode kam, hat er Scharen russischer Aristo-kraten, Geschäftsleute und Künstler angezogen. Tolstoi machte ihn zu einem der Schauplätze von Anna Karenina, und Dostojewski war ein häufiger Besucher im vergoldeten Saal der Spielbank. Doch unlängst hat eine ganz besondere Russin den Ort mit beispiellosem Erfolg im Sturm erobert. Seit ihrem triumphalen ersten Auftritt 2001 ist Anna Netrebko einer der beliebtesten Gesangsstars - wenn nicht sogar der beliebteste -, die dort regelmäßig gastieren. Wann immer sie in Baden-Baden zu hören ist, werden die Einwohner vom Netrebko-Fieber ergriffen. Überall tauchen dann Porträts und Bilder der Sängerin auf, und nach jeder Vorstellung drängt sich die Menge am Bühnenausgang, um ein Autogramm zu ergattern.

Für ihre Konzerte im Juli 2010 wagte Anna Netrebko etwas Neues. Statt auf den bewährten Pfaden des russischen Repertoires zu bleiben (2009 erhielt ihre Jolanthe in Baden-Baden blendende Kritiken) oder ein weiteres Recital mit Opernarien zu präsentieren, entschied sie sich für ein Programm mit Werken des Barock, einer Epoche, die man nicht unbedingt mit ihr verbindet. Sie konzentrierte sich auf die Musik von Giovanni Battista Pergolesi, dessen 300. Geburtstag 2010 gefeiert wurde. Pergolesi starb zwar tragisch jung, doch er schrieb eine bedeutende komische Oper (La serva padrona), welche die künftige Entwicklung der gesamten Gattung beeinflusste, und ein Stabat Mater, das eines der am häufigsten gedruckten geistlichen Werke des 18. Jahrhunderts wurde. Mozart kannte und bewunderte dieses kantatenhafte Werk für zwei Gesangssolisten und kleines Kammerorchester, und es ist bis heute bei Kennern wie Liebhabern der Barockmusik gleichermaßen beliebt.

Da Anna Netrebko sowohl die geistliche als auch die weltliche Seite von Pergolesis Schaffen präsentieren wollte und zudem das Stabat Mater ein Duett ist, schien es naheliegend, jede der beiden Solistinnen auch ein weltliches Werk singen zu lassen. Anna Netrebko wählte Nel chiuso centro, eine reizvolle Kantate, die sie schon einmal zu Beginn ihrer Karriere gesungen hatte. Ihre Mezzo-Partnerin Marianna Pizzolato entschied sich für ein Werk, das gleichermaßen Möglichkeiten für dramatischen wie lyrischen Ausdruck bietet: Questo è il piano.

Anna Netrebko wusste, dass sie ihre Stimme den Anforderungen des Barockstils anpassen musste. Ihr war auch klar, dass Stücke mit einer so sparsamen Begleitung selten in einem Saal wie dem Festspielhaus mit seinen 2500 Plätzen aufgeführt werden. Und sie wusste, dass die Spezialisten der historischen Aufführungspraxis sie möglicherweise in der Luft zerreißen würden. Aber die tiefe Liebe zu Pergolesis Musik spornte sie an, und eine Herausforderung ist genau das Richtige, um sie zu Höchstform auflaufen zu lassen.

Glücklicherweise fand die Sängerin ein Team von Kollegen, die genauso viel Lust auf das Projekt hatten wie sie. Das Management des Festspielhauses hatte sich längst ein Gastspiel von Antonio Pappano und seinem römischen Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia gewünscht. Jetzt klappte es endlich, denn wie durch ein Wunder lagen alle Termine günstig. Der Dirigent war hocherfreut, wieder mit Anna Netrebko zu arbeiten (er hatte kurz zuvor am Covent Garden einige Aufführungen von Manon mit ihr gemacht) und stimmte ihrem Pergolesi-Programm begeistert zu. Das Orchester von Santa Cecilia spielt zwar nicht auf Originalinstrumenten, aber es tritt häufig unter der Leitung von Barockspezialisten wie Ton Koopman auf und ist bestens vertraut mit dem Stil Alter Musik. Für sein erstes reines Barockprogramm mit dem Orchester setzte Antonio Pappano zudem nur ein kleines Ensemble ein, das von dem auf Barockmusik spezialisierten Konzertmeister Alessandro Moccia angeführt wurde.

Antonio Pappanos Vorschlag war es auch, die junge, aufstrebende italienische Mezzosopranistin Marianna Pizzolato für die tiefere Gesangsstimme im Stabat Mater zu engagieren. Er wünschte sich eine Sängerin, deren Stimme gut mit der von Anna Netrebko zusammenklingen würde und die darüber hinaus eine echte emotionale und musikalische Partnerschaft mit der Sopranistin bilden könnte - ein "schwesterliches Verhältnis", wie er es nannte. Wie die Konzerte zeigten, hätte er kaum eine bessere Wahl treffen können.

Die Vorbereitungen für das Konzert waren erfreulich, aber auch nervenaufreibend. "Es war anstrengend", gesteht Anna Netrebko. "Ich dachte: Warum nur wollte ich das Stabat Mater in diesem großen Saal aufführen? Ich hatte das Gefühl, die Leute erwarteten von mir wieder irgendetwas Großes oder Spektakuläres - dass ich die Schuhe abstreife und tanze oder so etwas." (Das hatte sie 2007 bei einem Galakonzert zur großen Freude des Publikums während einer mitreißenden Interpretation von Meine Lippen, sie küssen so heiß getan.) "Zuerst versuchte ich, meine Stimme zurückzunehmen und wie eine Barocksängerin zu singen, aber dann fand ich die Idee nicht mehr so gut. Ich musste einen Mittelweg finden und mit meiner eigenen Stimme singen." Auch Antonio Pappano genoss die Herausforderungen. "Wir mussten alle kämpfen, um unsere Vorstellungen zu verwirklichen", erklärt er. "Unser Konzertmeister half uns sehr dabei, die spezifische Bogenführung in diesem Repertoire zu verstehen. In der Barockmusik werden die Phrasen für gewöhnlich kürzer gespielt, mit Pausen dazwischen, aber so singen die Sänger nicht. Wir mussten also kreative Kompromisse finden. Es fand wirklich ein Austausch von Ideen statt, ein echtes Geben und Nehmen. Es war wunderbar für mich, über diese Dinge etwas aus erster Hand zu erfahren und sie dann auf meine Art praktisch umzusetzen." Auch Marianna Pizzolato musste hart arbeiten. "Ich singe gelegentlich Barockmusik, aber sie ist nicht mein täglich Brot", sagt sie. "Obwohl ich dieselbe Grundtechnik verwende, musste ich also die richtige Ausdrucksweise für diesen Stil finden." Zum Glück stimmte die Chemie zwischen ihr und Anna Netrebko auf Anhieb. "Wir trafen uns in London und stellten sofort fest, dass sich unsere Stimmen wirklich mischen und verschmelzen konnten. Es hat sehr viel Spaß gemacht."

Bei so viel Neuem für alle Beteiligten war es kein Wunder, dass sie die Konzerte wie eine Abenteuerreise empfanden. Das Festspielhaus selbst verstärkt diesen Eindruck: In den Neubau wurde der reich ornamentierte Stadtbahnhof aus dem 19. Jahrhundert integriert, und jeder Besuch in diesem Haus ist wie der Beginn einer aufregenden Reise.

Das Ganze wurde ein Riesenerfolg. Antonio Pappano ermunterte die Musiker, das Feuer Italiens in ihr Spiel zu legen, ohne den Stil zu verfälschen. Er deutete Pergolesis schlichte Vortragsangaben piano und forte als Aufforderung zu unvermittelten, erregenden Extremen der Dynamik und schuf Augenblicke von eindringlicher emotionaler Intensität. Anna Netrebkos perfekte, messerscharfe Triller auf dem Wort "pertransivit" (durchdrang) in der Arie "Cuius animam" und ihr Schmerzensschrei in "Vidit suum dulcem natum" (Sie sah ihren lieben Sohn) wirkten wahrhaft ergreifend. Marianna Pizzolatos warme Stimme ließ die Zuhörer schon bei den ersten Tönen von Questo è il piano dahinschmelzen. Das Publikum war so begeistert, dass es mit allen Konventionen der Aufführungen geistlicher Musik brach und nach einer Zugabe verlangte - also wurde das Schlussduett wiederholt. "Ich fand es wunderbar", erklärt Anna Netrebko. "Es war eine neue, spannende Erfahrung für mich. Ich habe das Gefühl, eine neue Seite aufgeschlagen zu haben."

Quelle: Universal

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  • Stabat Mater - A Tribute To Pergolesi

    Titel der Audiodatei
    Stabat Mater - A Tribute To Pergolesi
    Anna Netrebko
    Klassik


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