Schwerelos

Andrea Berg

Schwerelos Großansicht
Interpret(en) Andrea Berg
Label Ariola / AOR Labelgroup
Vertrieb Sony Music
Format 1 CD (Longplay)
Genre Schlager & Volk
Produktionsland Deutschland
Auslieferung KW 2010/42
Bestellnummer 97 78386-2
EAN-Code
0886977838620
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Top-100 Longplay Deutschland


Woche KW 2012/25KW 2012/22KW 2012/21KW 2012/20KW 2012/19
Rang 7380758588
Höchste Position: Rang 1 in KW 2010/46
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Edelmetall 5-fach Platin5-fach Platin5-fach Platin5-fach Platin5-fach Platin
Label Ariola / AOR Labelgroup
Vertrieb Sony Music
Produktionsland Deutschland Deutschland
Bestellnummer 97 78386-2
EAN-Code
0886977838620
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Genre Schlager & Volk
Format 1 CD (Longplay)
Auslieferung KW 2010/42
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Interpret(en) Andrea Berg
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Kein anderes Album von Andrea Berg wurde wohl mit größerer Spannung erwartet als "Schwerelos". Denn als sie sich im Frühjahr von ihrem Produzent Eugen Römer trennte, der sie vor 18 Jahren entdeckt und ihren speziellen Stil entwickelt hat, stand die Karriere der Sängerin erst einmal auf der Kippe. Doch dann sprang Dieter Bohlen als Produzent ein und schrieb der Krefelderin 14 Songs auf den Leib - authentisch und gefühlsbetont. Bohlen setzt die Stärken von Andrea Berg in Szene, die für ihre sexy Outfits und kribbelnden Balladen bekannt ist. Damit verkaufte sie bislang elf Millionen Platten und platzierte ihre "Best of" insgesamt 335 Wochen in den deutschen Charts - das ist Rekord. Bohlen und Berg wollten den speziellen Sound der Sängerin beibehalten, für den sie ihre Fans so lieben. Die erste Singleauskopplung, "Du kannst noch nicht mal richtig lügen", ist eine Tanznummer in bester Berg-Tradition. Auch der Song "Zum Teufel mit der Einsamkeit" eignet sich als neue Hymne zum Mitfeiern und -singen.

Für Gänsehautfeeling sorgen auch diesmal wieder die starken Balladen, mit denen sich Bohlen allerdings von den Vorgaben Römers löst. Mit dem Titel "Ich liebe Dich" köderte er zum Beispiel Andrea Berg bei ihrem ersten gemeinsamen Treffen und überzeugte sie von einer Zusammenarbeit; der Track ist einer der einprägsamsten und nachhaltigsten auf diesem Album. Mit dem schwelgenden "Schwerelos" lief Bohlen zur Höchstform auf - mit dieser Ballade setzt Andrea Berg auch stimmlich eine neue Bestmarke und beweist, dass sie bereit ist für den größten Schritt nach vorn in ihrer bisherigen Karriere. Die Feuerprobe haben die beiden als Team zumindest bestanden.

Birgit Schlinger

Quelle: musikwoche.de

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Andrea Berg ist die Ruhe selbst. An einem warmen Herbstnachmittag sitzt sie draußen vor ihrem Haus in der Sonne und trinkt einen Kaffee. Trotz der unmittelbar anstehenden Veröffentlichung ihres fünfzehnten Albums "schwerelos" und dem damit verbundenen Stress wirkt sie entspannt und aufgeräumt. Ein Eindruck, den Deutschlands mit Abstand erfolgreichste Schlagersängerin gerne bestätigt. "Ich bin im letzten Jahr unwahrscheinlich ruhig geworden. Ich lebe mitten im Paradies, bin behütet und habe das Gefühl, dass mir gar nichts Schlimmes passieren kann. Ich bin angekommen. Und ich genieße die positive Energie, die mich umgibt."

Schaut sie nach rechts, sieht sie auf das von ihr selbst gestaltete "Landhaus am Sonnenhof", das Haupthaus liegt zwei Fußminuten entfernt, der Blick schweift über Wiesen, Weinberge und Wald. Seit sieben Jahren lebt die gebürtige Krefelderin nun schon hier in Kleinaspach zwischen Stuttgart und Heilbronn. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Hotelier und bekannten Spielerberater Uli Ferber, der 12-jährigen Tochter Lena, Ferbers zwei erwachsenen Söhnen, ihren Eltern und weiteren Familienmitgliedern hat sich Andrea Berg hier ein wahres Idyll aufgebaut. Eine kleine heile Welt, zu der auch jede Menge Tiere gehören. Jüngste Neuzugänge des kleinen Zoos, an dem Großfamilie Ferber genauso viel Spaß hat wie die Hotelgäste, sind vier Alpaka-Lamas, die üblicherweise in den Anden zuhause sind.

Andrea ist echt. Dazu ehrlich, authentisch, glaubwürdig. Und ungemein sympathisch. Sie lebt und brennt für ihre Musik. Sie beschönigt auch nicht, dass es vor der Arbeit an "schwerelos" eine Zäsur in ihrer Karriere gab. Eugen Römer - Bergs Entdecker, Mentor, Songschreiber und Produzent - hat auf eigenen Wunsch nach 18 erfolgreichen Jahren die Arbeit mit seiner Kreativpartnerin beendet. Für Berg ein Schock. "Ich bin nicht die Unverwundbare, die Unkaputtbare. Ich zeige auch Schwächen und lasse sie zu. Gerade das letzte Jahr war nicht einfach für mich. Ich wusste nicht, ob und wie es weitergehen sollte. 'Andrea und Eugen', das war ja irgendwie untrennbar. Ich dachte, vielleicht ist es mit 44 Jahren jetzt an der Zeit, dass ich mich um den Hof, die Familie, das Hospiz in Krefeld, das ich mitbegründet habe, kümmere und halt keine Platten mehr mache, sondern nur noch Tourneen."

Es kam anders. Plötzlich trat, auf Vermittlung der gemeinsamen Plattenfirma, Dieter Bohlen - der Pop-Titan - in ihr Leben. Ein erstes Treffen im Sommer auf Mallorca, der gemeinsame Eindruck, dass man menschlich wie musikalisch gut zueinander passt, schließlich die dreiwöchige, intensive Arbeit in Bohlens Studio in der Lüneburger Heide. Das Resultat heißt "schwerelos" und ist eine rundum hervorragende Sammlung von 14 beseelt klingenden Liedern geworden. Andrea: "Seine ersten Ideen, seine ersten Songs haben mich gleich angeknipst. Dazu kommt, dass ich ihn mochte. Dieter ist ein aufrichtiger, geradliniger Typ, der so redet wie ich und ohne Allüren daherkommt. Der Mann ist knochenhart, kämpft bis aufs Blut für seine Sache. Auf der anderen Seite ist er unheimlich sensibel, denn sonst hätte er einen solch tollen und gefühlvollen Text wie den von "Ich liebe dich" niemals schreiben können.

Freilich muss niemand fürchten, dass Andrea Berg nun plötzlich so klingt wie Mark Medlock oder wie Modern Talking. Nein. Andrea Berg ist immer noch Andrea Berg. "Wir waren uns darüber im Klaren, dass man die Menschen nicht erschrecken darf. Denn so wie ich klinge, das bin ja ich, das ist meine Botschaft, das ist mein Groove. So sollte es auch bleiben. Wenn wir jetzt meine Musik unsensibel verändert hätten, wäre das ja Verrat an mir selbst gewesen. Denn bei mir war immer jeder einzelne Titel wahrhaftig, eine Geschichte aus dem Leben." Auch Dieter Bohlen war überzeugt davon, eine Fortsetzung zu produzieren, ohne Andrea Berg ganz anders darzustellen oder gar zu verbiegen.

Also ein Neuanfang oder nicht? Wie man es nimmt. Auch "schwerelos" ist ein Album vollgepackt mit tanzbaren Discofoxnummern wie der ersten Single "Du kannst noch nicht mal richtig lügen" oder dem lebensbejahend trotzigen "Ich werde wieder tanzen geh'n". Die flotten Songs kontrastieren zudem wunderbar mit einigen wirklich intensiven Balladen. "Ich liebe das Leben" etwa stammt ursprünglich von Vicky Leandros und war, so Andrea, ein Lied mit Signalwirkung für dieses Album. "Der entscheidende Satz ist 'Sorg dich nicht um mich/ Du weißt, ich liebe das Leben/ Das Karussell wird sich weiter drehen'. Das passt wie die Faust aufs Auge und ist in letzter Zeit mein Mutmacherlied für alle Fälle gewesen." Vielleicht ist es der eindringliche, von Streichern untermalte Titelsong, der die Brücke zwischen Vertrautem und Neuem am deutlichsten schlägt. "In dem Stück geht es darum, sich abzustoßen vom Meeresgrund, sich auf etwas Neues einzulassen, endlich wieder zu fliegen. Das kann man auf eine neue Liebe beziehen, aber eben auch auf meine neue berufliche Situation. Wenn man so will, ist das Album eine Premiere. Andererseits ist jeder Tag im Leben eine Premiere, die gefeiert werden sollte. Das Ziel muss doch sein, zu leben und seine Zeit mit Liebe auszufüllen."

Die Liebe kann so herrlich sein, so rein und unbelastet. Zum Beispiel in "Endlich Du", einer Uptempo-Nummer, deren Text Andrea für ihren Uli geschrieben hat. "Er hat mir gleich auf Anhieb sehr, sehr gut gefallen", erinnert sich die 44-Jährige an ihre erste Begegnung mit Ferber vor über sieben Jahren bei einem Konzert im Sonnenhof. "Uli hat ein tolles Lachen, eine wahnsinnig positive Ausstrahlung, und er hat nie das Kind in sich verloren. Er passt einfach zu mir."

Aber natürlich spart Andrea Berg auf "schwerelos" auch die andere, die schmerzhafte Seite der Liebe wie gewohnt nicht aus. "Du kannst noch nicht mal richtig lügen" ist die selbstbewusste Abrechnung mit einem unverbesserlichen Lügner und Fremdgeher und gewissermaßen die Steigerung von "Du hast mich tausendmal belogen", dem wohl bekanntesten Lied von Andrea überhaupt. "Sehr viele Frauen geben dem Mann immer und immer wieder eine Chance, ohne dass sie dafür mit Treue belohnt werden." Letztendlich dreht sich der Song, wie so viele bei Andrea Berg, um den ewigen Zwiespalt aus Vergessen-wollen und Immer-noch-lieben.

Wer sind die Menschen, die zu einem Andrea Berg-Konzert kommen? Ganz schwer zu sagen. Den typischen Fan, es gibt ihn nicht. "Das sind kleine Kinder ab drei oder vier Jahren, die mit ihren Eltern oder Omas kommen. Das sind Teenager, die gerade ihren ersten Liebeskummer erleben. Das sind auch die reifen Frauen. Im Grunde von 0 bis 80 und etwa genauso viele Männer wie Frauen." Auf jeden Fall sind es viele Menschen, sehr viele. Allein 300.000 Besucher haben sich eines der Konzerte von Andreas letztjähriger "Zwischen Himmel und Erde"-Tournee angesehen. Sie konnten sich auf eine leidenschaftliche Andrea in Höchstform verlassen. Und auch darauf, dass sie nicht eher die Halle verlässt, bis auch der letzte sein Autogramm bekommen hat. "Dieses Behüten und Pflegen von Menschen, das steckt in mir drin. Ich wende mich den Menschen zu, kümmere mich um sie, nehme sie in den Arm - auch und insbesondere natürlich mit meiner Musik. Wenn mir ein Mensch sagt, 'Ich war traurig, und ich konnte mich mit deinem Lied trösten' - dann macht mich das glücklich."

Der Erfolg sagt Andrea, sei ihr nicht so wichtig. Ihr gehe es ums Berühren - im übertragenen wie im wörtlichen Sinne. "Ich bin unheimlich erfolgreich. Aber ich glaube, dass ich es deshalb bin, weil ich nicht unbedingt erfolgreich sein will. Weil ich nach "Du hast mich tausendmal belogen" nicht gedacht hatte, 'Verdammt, das können wir nicht toppen'. Wir haben immer weitergemacht, bis heute. Heute haben wir genug zu essen und zu trinken, ich muss nicht mehr die existentielle Angst haben, die ich noch vor 20 Jahren hatte." Bis 1998, die Karriere lief da bereits seit Jahren, arbeitete Andrea noch fest als Arzthelferin und Krankenschwester bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Krefeld. "Tagsüber weißer Kittel, abends schwarze Lederklamotten - das war mein Leben." Erst als Lena 1998 zur Welt kam, gab sie den soliden Beruf auf und widmete sich neben der Erziehung ganz der Gesangskarriere.

Außenstehende messen Andreas Erfolg in Zahlen. Etwa 6,6 Millionen Tonträger hat sie seit ihrem Debüt "Du bist frei" aus dem Jahre 1992 allein in Deutschland verkauft, im gesamten deutschsprachigen Raum waren es fast zehn Millionen. Allein für das 2009er Album "Zwischen Himmel und Erde" bekam sie eine fünffache Goldauszeichnung, das sind mehr als 500.000 verkaufte Alben. Natürlich stieg das Album auch direkt auf Platz 1 der deutschen Verkaufscharts ein, genau wie schon die drei Vorgängerwerke "Splitternackt", "Du" und "Machtlos". Die Gold- und Platin-Schallplatten, die sie über die fast zwei Jahrzehnte ihrer einmaligen Karriere angehäuft hat, lassen sich kaum noch zählen. Einige dieser Trophäen hängen an der Wand ihres Arbeitszimmers, auf der Fensterbank stehen zudem jeweils vier der fünf "Echo"-Auszeichnungen und "Goldenen Stimmgabeln", die sie bis jetzt verliehen bekam. Ein ganz besonderes Erlebnis war die erste "Goldene Stimmgabel", überreicht von Dieter Thomas Heck. "Als Kind habe ich immer die "Hitparade" geguckt, frisch gebadet und im Schlafanzug. Dann stehe ich Jahre später selbst neben Dieter Thomas Heck. Das war schon ein Knaller." Geradezu spielerisch geht Andrea Berg mit Ruhm und Erfolg um. Ihre beiden Borstenschweine, die auf dem Sonnenhof im Stall neben den Alpakas leben, heißen "Pink" und "Floyd". Benannt nach der legendären Band, deren Verweildauerrekord in den deutschen Albumcharts Andrea Berg mit ihrem "Best Of"-Album geknackt hat. Sagenhafte 335 Wochen am Stück war das Album in den Hitlisten vertreten, es hat sich bis heute in Deutschland gut 2,2 Millionen mal verkauft.

Aus der Hand des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler hat sie 2008 das Bundesverdienstkreuz bekommen. Ausnahmsweise nicht für ihre Musik, sondern für ihre Arbeit in der Hospizbewegung. Andrea trommelt seit Jahren für das Thema. "Ich habe den Vorteil, dass die Menschen mir zuhören. Ich vermittele ihnen ohne erhobenen Zeigefinger, wie wertvoll das Leben ist. Oder wie unwichtig materielle Errungenschaften sind. Es ist unwahrscheinlich schön, dass ich diese Gefühle mit Hilfe meiner Musik überbringen kann. Inzwischen ist es schon so, dass sich ganze Fanclubs für Hospize engagieren."

Wie es weitergeht? "Ich bin glücklich und freue mich auf alles, was da kommt". In einem der Kostüme, die sie bei der kommenden Tour tragen wird ("Wild, ausgefranst und mit Schulterpolstern. Ein echt tolles Lederkleid"), sieht sie aus wie Tina Turner im "Mad Max"-Film. Damals war Tina so alt wie Andrea jetzt und hatte gerade ein Riesencomeback hinter sich, heute ist sie über 70 und immer noch aktiv. "Tina Turner ist bewundernswert", sagt Andrea. "Wenn ich in 25 Jahren noch so viel Energie und Leidenschaft habe wie Tina, dann mache ich weiter. Man soll ja aufhören, wenn es am Schönsten ist. Aber ich bin überzeugt, dass die Karriere und das Leben für mich gerade immer noch schöner werden."

Quelle: Sony Music

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