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Wien, 17.07.2017, 12:38  GamesMarkt | Märkte

Studie analysiert Österreichs Top 100 YouTuber

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Gemeinsam mit der Kommunikationsbehörde Austria untersucht die Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH (RTR) derzeit den österreichischen YouTube-Markt. Nun hat die RTR die Ergebnisse einer Studie zu den 100 reichweitenstärksten Channels des Landes vorgelegt. Durchgeführt wurde die Untersuchung über die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der YouTube-Channels von der Fachochschule St. Pölten. Die Studie zeigt eine Reihe von Unterschieden des österreichischen YouTuber-Markts beispielsweise zum deutschen YouTuber-Markt auf. So haben 47 der 100 Top-Channels Englisch als dominante Sprache. Ein Indiz, dass Österreichs YouTuber ihr Publikum vor allem international suchen.

Und dies mit Erfolg. So brächten es die Top 100 YouTuber Österreichs auf 28 Mio. Abonnenten und sieben Mrd. Aufrufe. Die Top 100 aus Deutschland kommen auf 177 Mio. Abonnenten und 53 Mrd. Aufrufe. "Selbst wenn man die internationale Marke Red Bull aus der Berechnung ausschließt, schneidet der Österreichische Markt bezogen auf die Bevölkerungsgröße im Vergleich zu Deutschland recht gut ab. Dies lässt sich vielleicht aus der relativ großen Zahl an englischsprachigen Channels in Österreich erklären", heißt es in der Studie.

Red Bull ist bei Österreichs YouTubern ein gutes Stichwort. Mit 5,9 Mio. Abonnenten betreibt der österreichische Getränkehersteller den mit Abstand erfolgreichsten YouTube-Channel Österreichs. Dahinter stehen KsFreakWhatElse, Novritsch und KrappiWhatelse mit 1,99 Mio., 1,82 Mio. und 1,09 Mio. Abonnenten. Der im Ranking Fünftplatzierte Chaosflo44 betreibt mit 838.000 Abonnenten den Gaming-Channels Österreichs.

Die Tatsache, dass Österreich keinen "YouTube-Millionär" im Segment Gaming hat, täuscht hingegen was die Bedeutung von Games und Let's Play betrifft. Denn mit 27 Channels stellt diese Kategorie die meisten Channels der Top 100 vor Entertainment (22 Prozent) und Musik (17 Prozent). Dass exakt 27 der 100 meistgesehenen Videos Let's Plays sind, mag ein Zufall sein. Kein Zufall ist, dass Gaming auch hier die Liste anführt. Tutorials und Do-it-Yourself-Videos teilen sich mit jeweils zehn Videos den zweiten Platz.

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Bedeutung reißt die Studie die verschiedenen Verdienstmöglichkeiten der YouTube nur an. Detaillierte Zahlen nennen die Forscher nur in dem Zusammenhang, in dem eine halbwegs valide Schätzung möglich ist: bei der Monetarisierung durch das YouTube-Partnerprogramm. Über dieses dürften binnen eines Jahres zwischen drei und 7,5 Mio. Euro an Österreichs Top 100 YouTuber geflossen sein. Allein von diesen Einnahmen leben könnten jedoch nur die Betreiber großer Channels.

Doch es gibt weitere Einnahmequellen, auch wenn diese nicht ausgewertet werden konnten: Affiliate Marketing, Merchandising, Crowd-Funding und vor allem Product Placement. Bei letzterem gehen die Autoren allerdings hart mit den YouTubern ins Gericht: Sie kritisieren die mangelnde Kennzeichnung. So würden 54 der 100 meistgesehenen Videos österreichischer Influencer ganz offensichtlich Produktplatzierungen enthalten, aber nur neun Videos seien entsprechend gekennzeichnet.

Und hinsichtlich der gesellschaftlichen Bedeutung kommen die Forscher ebenfalls zu einem eher ernüchternden Ergebnis: "Ein sprachlicher wie auch inhaltlicher Bezug zu Österreich oder zu Regionen existiert so gut wie nicht. Der Beitrag der Channels zur Identitätsbildung ist insofern vernachlässigbar". YouTube ist eben nicht der Heimatkanal des Bildungsfernsehens.


Quelle: GamesMarkt.de

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