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Berlin, 19.04.2017, 12:30  GamesMarkt | Unternehmen

Grindel: "Große Chancen in Berlin"

Benedikt Grindel ist seit 2014 Studio Manager von Ubisoft Blue Byte. Großansicht
Benedikt Grindel ist seit 2014 Studio Manager von Ubisoft Blue Byte.  
Blue Byte dockt in Berlin an. Eines der ältesten deutschen Studios mit Büros in Düsseldorf und Mainz expandiert damit in die Hauptstadt. Studio Manager Benedikt Grindel spricht im Interview über die neue Niederlassung.

GamesMarkt: Was hat es mit dem Ubisoft Blue Byte Studio in Berlin auf sich und welche Pläne hegen Sie für das neue Studio in den kommenden Jahren?

Grindel: Berlin wird unser dritter Standort in Deutschland sein. Wir starten 2017 und konzentrieren uns zu Beginn auf die Co-Produktion einer großen AAA-Marke, eine der größten und wichtigsten für Ubisoft. Im ersten Jahr wollen wir auf etwa 50 Mitarbeiter wachsen. Interessierte Entwickler können sich unter bluebyte.com/berlin über offene Stellenausschreibungen informieren, um direkt zur Eröffnung des Studios dabei zu sein. Langfristig wollen wir von den vielen positiven Impulsen profitieren, die wir im Moment in den Bereichen Ausbildung, Infrastruktur und Förderung spüren.

Standen noch andere Städte zur Auswahl und was gab den Ausschlag für Berlin?

Ubisoft wächst weltweit, und bei der Analyse möglicher neuer Standorte in Europa war Berlin von Beginn an eine Option. Wir benötigen viele gute Entwickler - sowohl erfahrene als auch Einsteiger - und eine gute Infrastruktur. Berlin ist eine der wachstumsstärksten Regionen in Europa, die Stadt zieht nicht nur lokale Talente an, sondern kreative Köpfe aus der ganzen Welt. Davon wollen wir profitieren und als großer internationaler Publisher mit einem eigenen Entwicklungsstudio vor Ort die Szene noch größer und attraktiver machen.

Sehen Sie keine Probleme, auf diesem boomenden Arbeitsmarkt noch gutes Personal zu finden?

Einer der Gründe, die Berlin für uns so attraktiv machen, ist genau diese IT- und Startup-Szene. Wir sehen hier große Chancen: Berlin ist schon jetzt einer der wichtigsten Standorte für unsere Branche in Deutschland, aber große AAA-Produktionen fehlen. Diese Lücke wollen wir schließen. Wir bieten den kreativen Talenten in Berlin damit eine weitere Option für ihre Karriere. Es gibt kaum eine zweite Branche, in der man seiner Kreativität einen so großen Spielraum geben kann wie bei Games. Und wer bei Ubisoft Blue Byte in Berlin arbeitet, ist nicht nur Teil der spannenden Szene in der Hauptstadt, sondern profitiert auch vom globalen Ubisoft-Netzwerks mit über 12.000 Mitarbeitern und interessanten Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Für uns passt das perfekt zu Berlin. Und für die Mitarbeiter, die wir aus der Region und dem Ausland nach Berlin locken wollen, ist es wichtig, dass es in Berlin insgesamt eine große Szene gibt.

Berlin: "Schon jetzt einer der wichtigsten Standorte für unsere Branche in Deutschland" Großansicht
Berlin: "Schon jetzt einer der wichtigsten Standorte für unsere Branche in Deutschland"  


Gab es Hilfe bei der Ansiedlung durch die lokale Politik oder Wirtschaftsförderungsagenturen?

Ja, bei der Ansiedlung werden wir von Berlin Partner und dem Medienboard Berlin-Brandenburg unterstützt, die eine wirklich fantastische Arbeit machen. Das gilt im Übrigen auch für unsere anderen Standorte in Düsseldorf und Mainz: Wir spüren, dass sich auf Länderebene in den letzten Jahren in ganz Deutschland sehr viel getan hat. Für Berlin sind wir auch im Austausch mit dem BIU und in regem Kontakt mit der lokalen und nationalen Politik. Auch hier sind die Erfahrungen sehr positiv, Unterstützung ist auf allen Seiten zu spüren. Und wir sind gerade Mitglied bei games:net berlin-brandenburg geworden.

Es hätte auch die Option gegeben, die Kapazitäten in Düsseldorf und Mainz zu erweitern. Warum wurde sich für einen dritten Blue Byte-Standort entschieden?

Das eine schließt das andere ja nicht aus. Mit Berlin erweitern wir unsere Reichweite und unser Wachstumspotenzial. Wir sind dann an drei der wichtigsten Games-Standorte der Republik vertreten und wollen überall wachsen. Im Moment werden wir durch die fehlende Produktionsförderung im Vergleich mit anderen Ländern noch gebremst, aber es tut sich etwas bei unseren Verbänden und der Politik. Derzeit wachsen wir moderat - in Düsseldorf und Mainz haben wir bei 300 Mitarbeitern aktuell 30 offene Stellen - und sehen Berlin als einen strategischen Schritt in Richtung Zukunft. In Mainz und Düsseldorf kümmern wir uns weiter um die Entwicklung unserer eigenen Marken und bauen bestehende Kooperationen mit Marken wie "Tom Clancy's Rainbow Six Siege" und "For Honor" aus. In Berlin erweitern wir unser Portfolio und übernehmen das Co-Development einer weiteren Top-Ubisoft-Marke.

Die PC-Version von "For Honor" lässt Ubisoft bei Blue Byte in Düsseldorf fertigen. Großansicht
Die PC-Version von "For Honor" lässt Ubisoft bei Blue Byte in Düsseldorf fertigen.  


Wie sehen Sie insgesamt die aktuelle Situation in Deutschland in Sachen Förderung auf Bundesebene, und welchen Einfluss hätte wohl eine Förderung auf die Entwicklung des Studios in Berlin?

Das Wachstum in Deutschland ist längst nicht so groß, wie es sein könnte. Die Bundesrepublik ist von Staaten umgeben, die eine Förderung unserer Branche etabliert haben oder gerade aufb auen. Wir müssen gar nicht mehr bis nach Nordamerika oder Asien schauen, es gibt genug Beispiele innerhalb der EU. Den aktuellen Vorschlag des BIU für ein steuerbasiertes Fördermodell begrüßen wir, und wir können uns auch eine Lösung für den gesamten audiovisuellen Sektor vorstellen. Mit einer signifikanten Förderung würden wir Boden gutmachen und könnten als Standort für Spieleentwicklung in ganz andere Größenordnungen vorstoßen. Mittel- bis langfristig sehe ich in Berlin - und nicht nur da - das Potenzial für ein großes Ubisoft-Studio, das für alle Plattformen internationale Blockbuster entwickelt.


Quelle: GamesMarkt.de

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