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24.05.2017, 09:00  GamesMarkt | Unternehmen

Gastbeitrag: eSports - aus dem Stadion in den Reichstag

Felix Falk, Geschäftsführer des Bunderverband Interaktive Unterhaltungssoftware BIU, über den eSport (Bild: Dirk Mathesius) Großansicht
Felix Falk, Geschäftsführer des Bunderverband Interaktive Unterhaltungssoftware BIU, über den eSport (Bild: Dirk Mathesius)
Abseits der zahlreichen Turniere lässt sich derzeit eine bemerkenswerte Dynamik beim Thema eSports beobachten. Unbemerkt von vielen Zuschauern vollzieht sich eine weitere Entwicklung, die eSports in Deutschland maßgeblich beeinflussen wird. Wofür Computer- und Videospiele in Deutschland über Jahrzehnte kämpfen mussten, scheint eSports in kurzer Zeit zu gelingen: Die politische Öffentlichkeit nimmt die aktuelle Entwicklung des digitalen Sports sehr interessiert wahr. Die eindrucksvollen Bilder voller Stadien und die Prognosen zum stark wachsenden eSports-Markt haben viele Akteure aufhorchen lassen. Das gestiegene Interesse im politischen Berlin, aber auch in vielen Landeshauptstädten, kommt genau zum richtigen Zeitpunkt: So bilden sich derzeit viele Parteien ihre Meinung zum Thema eSports - und die fällt sehr häufig positiv aus. Damit verbunden ist aktuell hier und da sogar eine Diskussion um die Aufnahme in die offiziellen Wahlprogramme zur Bundestagwahl 2017.

So veranstaltete die SPD-Bundestagsfraktion während der International Games Week Berlin eine Diskussion mit dem Titel "eSport in Deutschland: Potentiale und Perspektiven". Neben Vertretern der ESL, von Schalke 04 und dem Leipzig eSports e.V. waren auch die Sporthochschule Köln und der Deutsche Olympische Sportbund anwesend, mit dem wir im Anschluss an die Veranstaltung im Reichstag einen stärkeren Austausch zu eSports verabreden konnten. Eingeladen hatte unter anderem Lars Klingbeil, Netzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, der bereits im Vorfeld im Deutschlandradio und bei Zeit Online sehr aktiv für eSports warb. Auch die CDU steht dem Thema eSports offen gegenüber. Bei ihrer renommierten #cnight, an der auch Angela Merkel teilnimmt, wird es bei den drei Kernthemen neben Digitaler Staat und Bildung auch um eSports gehen. Auch hier werden wir die Frage in den Mittelpunkt stellen, wie die Entwicklung von eSports in Deutschland gerade auch politisch sinnvoll unterstützt werden kann. Die Aufnahme von eSports als Disziplin bei den Asienspielen 2022 zeigt die klare Antwort, die andere Regionen und Länder längst gegeben haben.

Das große Interesse in der politischen Öffentlichkeit rund um das Thema eSports zeigt, dass unser Engagement gemeinsam mit unseren Mitgliedern von BIU, BIU.Dev und BIU.Net pünktlich zur Bundestagswahl deutliche Früchte trägt. Nicht zuletzt seit dem Start von eSports.BIU haben wir mit vielen Akteuren des eSports die Punkte zusammengetragen, bei denen die starke internationale Entwicklung hierzulande noch gebremst wird. Die fehlende Anerkennung der Gemeinnützigkeit und die Problematik bei der Visa-Vergabe an internationale eSports-Athleten sind dabei zwei Beispiele, bei denen wir uns für Verbesserungen einsetzen. Veranstaltungen wie die von SPD und CDU zeigen, dass diese Problematik nun im politischen Berlin angekommen ist, auch wenn die Engagierten in den Parteien noch viele ihrer Kollegen überzeugen werden müssen.

Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten bis zur Bundestagwahl weiter in vielen Gesprächen für eSports werben, sodass die vielen positiven Signale, die wir bereits jetzt erhalten, nur Zwischenschritte bleiben und die bessere Unterstützung von eSports nach der Wahl angegangen wird. Hierfür müssen wir gemeinsam als Branche für eSports werben. Denn der digitale Sport steht für viele Facetten unseres Mediums und die Games-Kultur insgesamt. Oder anders gesagt: Mit dem Thema eSports treten einmal mehr die Computer- und Videospiele auch auf die politische Bühne.

Felix Falk, Geschäftsführer BIU




Quelle: GamesMarkt.de

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