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Berlin/Frankfurt, 13.03.2018, 08:21  GamesMarkt | Produkt
Thema: #DCP

Darum wurde "The Surge" nie für einen DCP nominiert

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"The Surge" vom deutschen Entwickler Deck13 zählt mit zu den besten in Deutschland entwickelten Games des Jahres 2017. Zum Release im Mai 2017 gab es für das SciFi-Actionspiel folglich auch gute Wertungen von der Fachpresse. Beim Deutschen Entwicklerpreis 2017 wurden die Frankfurter mehrfach ausgezeichnet. Nur beim Deutschen Computerspielepreis fand "The Surge" bisher keine Beachtung: Weder im letzten Jahr noch in der diesjährigen Nominierungsliste für den DCP taucht der Titel auf. Das wirft natürlich Fragen auf, warum eine Game, dessen Qualität zumindest für eine Nominierung eigentlich mehr als hinreichend sein sollte, von den DCP-Organisatoren vermeintlich ignoriert wurde.

Regelkonform eingereicht

Eine Stellungnahme der DCP-Organisatoren gegenüber der "GameStar" bringt nun etwas Licht ins Dunkel. Demnach hatte "Deck13 bereits zum DCP 2017 regelkonform eingereicht, allerdings nicht in der finalen, sondern einer noch unfertigen Version. Auf dieser Grundlage wurde der Titel von der Jury nicht nominiert". Das Problem: Damit war eine neuerliche Nominierung für den DCP 2018 ausgeschlossen, denn dessen Statuten besagen auch unmissverständlich: "Ein Spiel darf nur einmalig zum Deutschen Computerspielpreis eingereicht werden."

Dass Deck13 ihr Spiel bereits im Vorjahr einreichten, war formal erlaubt: Denn obwohl "The Surge" erst am 16. Mai erschien, und damit gute drei Wochen nach der Verleihung am 26. April 2017, erlaubten die Regularien, dass der Releasetermin für eingereichte Spiele "zwischen dem 1. Februar 2016 und dem 30. Juni 2017 liegen" müsse. Allerdings müssen sie zu Zeitpunkt der Jury-Sitzung laut DCP-Satzung "in einem hinreichend spielbaren, bemusterungs- und bewertungsfähigen Zustand sein". Ob dem so ist, entscheidet das Award-Büro.

Laut GamesMarkt-Recherchen bestand "The Surge" im Frühjahr 2017 diesen Test auch, wurde also vom Award-Büro für die Sichtung durch der Jury zugelassen. Die Jury-Mitglieder fanden den Titel dann aber aus ihrer Sicht doch zu fehlerhaft, um ihn zu nominieren. Wohl auch, um sich und dem DCP die Peinlichkeit zu ersparen, einen Titel auszuzeichnen, der sich dann zum Release als verbuggt entpuppen könnte.

Siegerfoto des DCP 2017. (Bild:  Franziska Krug/Getty Images) Großansicht
Siegerfoto des DCP 2017. (Bild: Franziska Krug/Getty Images)


Für 2018 reichte Deck 13 dann "The Surge - Complete Edition" für einen DCP ein. Da die Regularien aber ja das Hauptspiel von einer neuerlichen Einreichung ausschlossen, konnte der Jury nur die Erweiterung "A Walk in the Park" vorgelegt werden. Die bekam dann - wohl aufgrund der Qualität eingereichter Hauptspiele - keine Nominierung.

Konsequenzen für die DCP-Statuten

Aus dem Fall "The Surge" wurden allerdings bei den DPC-Organisatoren entsprechende Konsequenzen gezogen. In den Statuten findet sich für 2018 ein leicht veränderte Passus für solche Fälle: "Das Awardbüro wird bei nicht hinreichender Bemusterungsfähigkeit des eingereichten Titels ein beratendes Gespräch mit den Einreichenden suchen und das Spiel ggf. im Einvernehmen für die folgende Vergabeperiode (DCP 2018) [sic!] zurückstellen, falls keine technisch zufriedenstellende Lösung gefunden wird. Ferner steht es der Fachjury frei, einen für die Bewertung noch nicht hinreichend fertiggestellten Titel für eine mögliche Einreichung in der folgenden Vergabeperiode zurückzustellen. Der Titel gilt damit als nicht eingereicht, so dass auch das Verbot der mehrfachen Einreichung in diesem Fall nicht greift."

Die letzten beiden Sätze sind neu im DCP-Regelwerk im Vergleich zu den Regeln von 2017. Sie bedeuten in der Praxis, dass auch die Jury, und nicht nur wie bisher das Award-Büro, ein Spiel von sich aus, auf das nächste Jahr, in diesem Fall also den DCP 2019, schieben kann, wenn sie der Meinung ist, dass eine Sichtung eines unfertigen Produkts dem Titel nicht zum Vorteil gereichen würde. Aber genau diese Möglichkeit war der Jury beim DCP 2017 noch nicht gegeben und die Konsequenzen für "The Surge" sind hinlänglich bekannt: Das Spiel wurde weder beim DCP 2017 noch 2018 für eine Nominierung in Betracht gezogen.

Auch wenn die Bühne DCP für Deck13 sicherlich eine reizvolle gewesen sein dürfte und man die Preisgelder ebenfalls sicher gerne mitgenommen hätte, viel wichtiger für die Folgefinanzierung dürfte dem Studio die Entscheidung von Publisher Focus Home sein: Die gaben nämlich bereits grünes Licht für die Fortsetzung "The Surge 2".


Quelle: GamesMarkt.de

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