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Mönchengladbach, 19.03.2020, 15:22  Blickpunkt:Film | Kino

Das Coronavirus bedroht die Kreativwirtschaft! Es ist Zeit zu handeln!

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Die deutsche Kreativwirtschaft blickt in einen Abgrund. Deutschlands Künstler sind mit einem Auftrittsverbot belegt, Agenturen und Freischaffenden brechen die Aufträge weg, Theater, Konzertsäle und Kinos sind geschlossen, Produktionen gestoppt. Medienhäusern und Druckereien droht Kurzarbeit, Dienstleister aller Art werden auf Null gefahren, Marketingbudgets eingefroren.

Die Lage ist dramatisch.

Und die Maßnahmen, die bislang von der Politik ergriffen worden sind, tragen dem nicht genug Rechnung. Die KfW, bislang im Mittelpunkt staatlicher Rettungsbemühungen, ist das falsche Vehikel: Die Unternehmen, gerade die Mittelständler und Kleinunternehmen brauchen jetzt sofort Hilfe, schnell und unbürokratisch. Die KfW ist beides nicht: Kredite müssen mühsam über Hausbanken beantragt werden, die selbst im Home Office sind, Bilanzen des Vorjahres müssen vorgehalten werden - die aber im März bei vielen noch nicht vorliegen. Die Wirtschaft braucht jetzt keine neuen Kredite, die Wirtschaft braucht direkte Finanzspritzen. Ja, Steuerstundungen sind nett, aber sie schieben das massive Liquiditätsproblem nur auf: Von was soll ein Mittelständler am Ende des Jahres Steuern auf einen Schlag bezahlen, wenn ihm das Jahr über das Geschäft weggebrochen ist?

Die "Corona-Bazooka", von der bereits die Rede ist, ist derzeit vor allem mit Feenstaub geladen, der sich in staatstragenden Reden zwar schön ausmacht, aber nicht die Wirkung erzielen wird, die er verspricht.

Wir, als Verleger und Chefredakteure der Medien von Busch & Glatz, sprechen täglich mit Teilnehmern unserer Branchen - und täglich verdüstert sich das Bild. Da ist der Agenturinhaber, der Kaufangebote kleinerer Wettbewerber erhält, die ihre Leute nicht mehr bezahlen können. Da ist der Unternehmer, der diesen Monat erst 10 Prozent seiner fälligen Miete einbehalten will, und am nächsten Tag die Überweisung mangels Einnahmen ganz streicht. Da ist der Dienstleister, der auf ein plötzlich entleertes Auftragsbuch bis Ende des Jahres blickt. Der Produzent, dem bei Drehstopp die Insolvenz droht. Die kleinen Filmverleiher, die alle Filmstarts in den Herbst verschieben und ihre Mitarbeiter freisetzen müssen. Die Kinobetreiber, die keine Tickets mehr verkaufen können, und nicht wissen, wie sie die Investitionen stemmen sollen. Der freischaffende Artist, dessen Projekt gestoppt wurde, und der keine Aussicht auf einen kurzfristigen Ersatzauftrag hat. Und da ist der Geschäftsführer einer Konzertagentur, der einen Umsatzrückgang auf null meldet.

Die Kreativwirtschaft braucht sofort Zuschüsse und Überbrückungshilfen. Der Staat ist in der Pflicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg gesprochen, und dementsprechend sollte und muss auch die Reaktion der Politik ausfallen. Sonst wird die Kreativwirtschaft ein Opfer des Corona-Virus. Wir können es nicht überbetonen: Die Zeit drängt. Die Großen können diese erste Durstrecke leichter überbrücken, sie werden sicher Staatshilfen bekommen. Den Freischaffenden, kleinen und mittelständischen Unternehmern aber geht die Luft aus. Nicht nächste Woche. Jetzt.

So wie die Politik von ihren Bürgern Solidarität verlangt, verlangen wir größere Solidarität von der Politik! #CreativesUnited

Timo Busch (Verleger, Blickpunkt:Film / Digital Production / GamesMarkt / MEEDIA / MusikWoche)

Ulrich Höcherl (Chefredakteur, Blickpunkt:Film)

Bela Beier (Chefredakteur, Digital Production)

Stephan Steininger (Chefredakteur, GamesMarkt)

Matthias Oden (Chefredakteur, MEEDIA)

Norbert Schiegl (Chefredakteur, MusikWoche)


Quelle: Busch & Glatz

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KOMMENTARE

  • Torsten Wohlgemuth
    Dr. Music Songs - Miriam Guigu
    19.03.2020, 18:25

    Danke für dieses Statement. Besser kann man diese Situation nicht beschreiben...

  • Merle Lotz
    ML PR & Medienservice
    19.03.2020, 15:58

    Genau auf den Punkt und zum richtigen Zeitpunkt, nicht morgen oder übermorgen sondern JETZT!

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